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Psychisch kaputte Menschen

m=onQd+qsteirne


@ mauma

Ja, aber woran liegt es nun.

Du schreibst das mit einem Punkt am Ende. Warum? Braucht man überhaupt eine Antwort? Ich geh mal davon aus, die Antwort ist ein Tabu.

@ willgesundsein

Vielen Dank, dass Du Dich hier als Problemmensch geoutet hast. @:)

Ungefähr die Hälfte der Leute, die hier schreiben, behaupten, es gibt Dich gar nicht. Wie geht es Dir damit?

Ich finde, Du bist ein gutes Beispiel für dieses immer größer werdende Problem. Du bist entmutigt und orientierungslos, obwohl es Dir den äußeren Umständen nach gut geht.

@ Kleio

Ja, ich bin älter, insofern weiß ich, ...

Ich bin auch älter. Aber ich weiß ganz andere Dinge als Du.

tIuffaFrmi


psychisch kaputte menschen gab es wahrscheinlich schon immer, nur heute muss man mehr denn je funktionieren. vielleicht liegt es daran?

ansonsten glaube ich ja, dass neben veranlagung oft die ursachen im familiären umfeld, in der kindheit etc. liegen. ich merke es an mir. eigentlich bin ich super positiv, will viel machen – ABER irgendetwas stimmt mit mir nicht. mir fehlt die kraft, ich bin antriebslos und mein leidensdruck ist inzwischen derart hoch, dass ich sogar zum erstgespräch zu einer psychotheraoeutin gegangen bin, kürzlich. sie sprach von mittelschwerer depression. tja, und nun? ich wünschte es wäre nicht so und ich versuche es auch eigentlich so, also selbst, in den griff zu bekommen. wobei es mit den jahren immer schlechter wird.

man kann sich das irgendwie nicht aussuchen, scheint mir. da hat man schon eine bescheidene familiengeschichte und bekommt DANN auch noch so ein mist als konsequenz – ungerecht, wenn ihr mich fragt! ;-)

t6uffparxmi


dabei geht es mir gar nicht um Perfektion oder Karriere, sondern um die "Ungerechtigkeit" bezüglich ganz elementarer Dinge (kein Luxus).

wenn man in sich gefestigt ist, dann wird man aufgrund solcher dinge dennoch nicht gestört oder depressiv. da muss schon mehr dahinterstecken bzw. dazukommen.

t)uffaxrmi


Als es "früher" nur Großfamilien und nur Zusammenhalt gegeben hätte

im grunde braucht es auch gar keine großfamilie, hauptsache irgendwie eine familie, also personen, die einen ohne wenn und aber lieben und unterstützen. viele haben so etwas nicht und nie gehabt. dass man dann oft schwerer mit den unwirren u. problemen des lebens umgehen kann, finde ich wenig verwunderlich.

tQuLffaMrxmi


Als ich das hier gelesen habe und mich an ein Gespräch aus den letzten Tagen erinnerte, stelle sich mit ein Wort in den Vordergrund: Identität. Man braucht "etwas", mit dem man sich identifizieren kann und beständig ist: Arbeit, Famile, Religion, spezielle Lebensführung, Spritualität usw.

es gibt doch diese berühmte pyramide, die verdeutlicht welche dinge man als stabiler glücklicher mensch braucht – die maslowsche bedürfnispyramide. jedesmal wenn ich die mir anschaue, dann weiß ich auch warum ich probleme habe.

Wichtig ist hierbei, dass die menschliche Psyche sich laut Maslow streng an diese Stufen hält, d.h. man wird sich erst dann der nächst höheren Stufe zuwenden können, wenn die vorangegangenen Bedürfnisse erfüllt sind. Ein hungriger Mensch wird z.B. keine Energie in die Selbstverwirklichung oder in seinen Freundeskreis investieren, sondern in die Nahrungssuche.

CVha<nce0x07


ist es wirklich so, oder redet man nur mehr drüber als früher.

Das wird wohl niemand allumfassend beantworten können. Ich habe mich das aber auch schon oft gefragt. Fachleute ebenso. Habe eine recht umfassende Aufschlüsselung gefunden, die vielleicht ein paar Fragen beantwortet bzw. eher eine Tendenz als ein abschließendes Ergebnis gibt. Bei den Erfassungen geht es im Speziellen um das Thema Depressionen.

Zitat daraus:

Schlussfolgerungen

ƒ

Es hat eine deutliche Zunahme voll ausgeprägter

Depressionen gegeben

ƒ

Verbesserungen im System

(es werden mehr Patienten diagnostiziert

und behandelt)

ƒ

Sowie eine offensichtliche größere Bereitschaft auf seiten

vieler Ärzte und Betroffener haben zwar die Gesamtlage

diskret gebessert

ƒ

allerdings nicht zu verbesserten Behandlungsquote (1988 vs

1998 vs 2004) geführt

ƒ

Massive Anzeichen für eine Nebeneinander von Unter-,

Mangel und Fehlversorgung

(Über und Unterdiagnostizieren von

Depression)

Quelle: [[http://www.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Versicherte/Komponenten/gemeinsame__PDF__Dokumente/Kongress/Medizinkongress2011__Praesentation-Wittchen,property=Data.pdf]]

SbaueFrguwrkxe


Ich hatte mal mit Jemandem aus unserer Behörde diesbezüglich ein Gespräch, weil auch bei uns immer mehr Menschen mit der Psyche Probleme bekommen. Diese Person ist dienstlich u. a. damit beauftrag, als Anlaufstelle zu dienen. Diese Person sagte mir, dass in den letzten Jahren Arbeitskollegen, die psychisch schwächen, von der Allgemeinheit nicht mehr in dem Umfang mitgezogen werden, wie das noch früher der Fall war. Auch ist es so, dass wenn Jemand bei uns Schwächen im Bereich der Psyche zeigt, mann quasi gleich versucht sie oder ihn abzusägen. Das geht am schnellsten über die Frühverentung.

A#loueNtte


@ mond+sterne

Ungefähr die Hälfte der Leute, die hier schreiben, behaupten, es gibt Dich gar nicht.

Das stimmt doch gar nicht?! Wo liest Du denn das raus? ???

S7nowyxog


Sunflower_73

genau so geht es mir mit 38. Auch 5000 Euro Weiterbildung gemacht, Russisch kann ich perfekt, aber trotzdem nichts.

Mir ist es schon peinlich jeden Monat Harz 4 zu beziehen. Sie brauchen 4 Bewerbungen pro Monat, ich schreibe 20 und trotzdem nichts.

s*evenYthrexe


psychisch kaputte menschen gab es wahrscheinlich schon immer, nur heute muss man mehr denn je funktionieren. vielleicht liegt es daran?

@ tufami

ich glaube eher das Gegenteil ist der Fall,

früher musste man funktionieren, es gab weder Verständnis noch Unterstützung

heutzutage geht man zum Arzt, bekommt viel Verständnis, wird großzügig krankgeschrieben und auf Kur geschickt

dort trifft man weitere Betroffene, man kann sich gegenseitig bedauern

daneben hat sich große Infrastruktur um dieses Thema entwickelt die um Kunden werben, die Kasse zahlts ja

ich hab im meinem Bekanntenkreis eine Betroffene, über 50, nach dem Studium mehrere Kinder, dann 3 Jahre gearbeitet und nun seit über 3 Jahren wegen Psyche krankgeschrieben. Ihr Mann hat Arbeit und Ihr gehts gut, hat jede Menge Zeit für Shoppen und Kaffeetrinken. Mittlerweile hofft man auf die Frühverrentung vom Arzt.

Daneben kenn ich weitere Frauen die sich damit schon mindest eine 2 jährige Auszeit gegönnt haben.

Ich will nix unterstellen, aber wenn so ein Angebot besteht dann wird es auch genutzt.

Schon rein statistisch wird es eine große Dunkelziffer von Leuten geben die Ihre mehr oder weniger stark ausgeprägte Erkrankung ausnutzen um nicht mehr arbeiten gehen zu müssen.

tFuffa^rmi


keine ahnung, mag sein.

ich kenne nur mich. offiziell bin ich nicht in der statistik, aber ich bekomme mein leben in gewisser weise nicht so hin, wie ich es wollte. muss ich ja hier nicht ausführen.

jedenfalls wäre ich dankbar, hätte ich nur etwas körperliches. ein gebrochenes bein, gerne. irgendetwas handfestes halt, wo man weiß, warum man sich schlecht fühlt.

dieser ganze psychische bereich ist so dermaßen butterweich und schwammig, und so recht helfen kann einem da eigentlich auch keiner irgendwie.

Schon rein statistisch wird es eine große Dunkelziffer von Leuten geben die Ihre mehr oder weniger stark ausgeprägte Erkrankung ausnutzen um nicht mehr arbeiten gehen zu müssen.

die gibt es immer und überall, aber deshalb muss man nicht ernsthaft betroffenen etwas unterstellen.

ist ja wie mit der modediagnose burn out. im grunde steckt da was ernstes hinter, eine depression (nur eben geht burn out vielen leichter über die lippen), aber wenn natürlich jeder der sich mal down und depri fühlt, denkt er hätte ein burn out, dann ist klar, dass man das dann nicht mehr ernst nimmt.

S^auerBgHurkxe


Schon rein statistisch wird es eine große Dunkelziffer von Leuten geben die Ihre mehr oder weniger stark ausgeprägte Erkrankung ausnutzen um nicht mehr arbeiten gehen zu müssen.

Einerseits kann mann deine Aussage so intepretieren, dass die Person gar keine Arbeit mehr hat sprich Hartz 4 oder sie lässt sich z. B. vom Lebenspartner durchfüttern.

Andererseits könnte damit gemeint sein, dass die besagte Person weiter Gehalt bezieht und im Arbeitsverhältnis ist, jedoch ständig krank geschrieben ist. Und das wird auf Dauer nicht funktionieren, auch bei Staatsbediensteten nicht (mehr). Bei uns ist es auch so, dass wenn z. B. jemand mehr oder weniger regelmässig arbeiten kommt, erfüllt diese Person die Mindestanforderung der Statistikvorgabe nicht mehr, dann ist es bald aus.

M$aurqighxa


Ich bin der festen Überzeugung, dass es unglaublich viele drogeninduzierte psychische Störungen gibt. Leute, die einfach jegliche Ratschläge in Sachen Drogenkonsum in den Wind schlagen und auf Teufel komm raus eine Pille/line nach der nächsten schmeißen/ziehen. Und die sind dann natürlich psychotisch, paranoid und alles mögliche. Im ungünstigsten Fall kommen sie von dem Film gar nicht mehr ganz runter. Tja, in dem Fall kann ich nur sagen: Schuld eigene!

S]unfl!ower_7x3


Krankengeld gibt's nur für 18 Monaten. Also sooo lange "Auszeiten" sind da nicht drin und die Krankenkassen fahren heutzutage schon schwere Geschütze auf. Also "lockeres Erholen" dank Psycho-Diagnose klappt nicht wirklich.

Schon rein statistisch wird es eine große Dunkelziffer von Leuten geben die Ihre mehr oder weniger stark ausgeprägte Erkrankung ausnutzen um nicht mehr arbeiten gehen zu müssen.

Wenn jemand aber nix dagegen tut, dann lassen auch Behandler diese Personen i.d.R. recht schnell fallen. Überall, wo ich bislang gearbeitet habe, wurden Patienten die echt kämpften durchaus mal krank geschrieben. Aber die, die nur wegen der Krankschreibung kamen, bekamen die schnell nicht mehr. Und kamen dann auch nicht mehr. Tja... und das bei echtem Mangel an Behandlungsplätzen.

Ich sehe den Punkt eher darin, dass viele angeschlagene Menschen halt dem heutigen Druck nicht mehr gewachsen sind. Es gibt da eine nette Anekdote, wo ein großes Unternehmen eine neue Verwaltung bezog: Hohes Gebäude, nur Glasfront, Schreibtische direkt an diesen Fronten. Die Krankenzahlen schnellten in die Höhe. Grund: Etliche Mitarbeiter hatten mehr oder weniger ausgeprägte Höhenangst und konnten dort schlichtweg nicht mehr arbeiten. War im alten "klassischen" Gebäude absolut nicht relevant, nun aber schon. Gab dann großes coaching und Umräumen etc., und dann ging's wieder.

Soll heißen: Vielleicht nehmen sich manche Leute keine Auszeit, sondern es wird immer schwieriger, eigene Probleme UND maximale Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Woraus dann mehr Krankschreibungen als früher resultieren.

Und wenn man die Betroffenen dann mal nicht als Masse sieht, sondern den Leidensdruck der einzelnen Person, dann sieht man, dass zwischen "Diagnose Rentenbegehren" und echtem Krankheitsleid Welten liegen, dass man gut differenzieren kann. Und dass die meisten Patienten (mit echter Diagnose) wirklich raus und arbeiten wollen und nur wenige es sich in der Krankheit gemütlich machen. Wenn man sich dann noch anschaut, wie oft ganze Existenzen an der Krankheit scheitern (von gutem Gehalt zu Grundsicherung), dann wird man sich das mit dem "mit der Diagnose gut gehen lassen" ganz schnell hinterfragen. Es setzt quasi niemand Haus & Perspektive der Familie auf's Spiel, nur um es sich mit seiner Depression, Angst oder was auch immer gut gehen zu lassen.

SSunfRlow6er_7,3


@ Maurigha:

Tja, nur liegt die Prävalenzrate für alles Schizophrene nun mal stabil bei 1%. D.h. das ist die einzige psychische Krankheit, wo KEIN deutlicher Anstieg stattfindet.

Die Hauptprobleme liegen bei Angst, Depression und Sucht. Persönlichkeitsstörungen. Esssstörungen. Da steigen die Zahlen.

Aber nicht bei Psychosen, Schizophrenie etc. Zumal direkt drogeninduzierte Symptome i.d.R. ein einmaliges Geschehen sind. Und bei denen, wo sich eine dauerhafte Symptomatik entwickelt, häufig zusätzlich noch eine genetische Komponente zu finden ist , zusätzlich zum Drogenkonsum.

Aber dieses eine Prozent stellt eine absolute Minderheit dar. Im Gegensatz zu den aktuellen Zahlen, nachdem ca. 25% der Bevölkerung im Lauf ihres Lebens eine behandlungsbedürftige Störung der anderen Kategorien (Angst, Depression, Sucht, Esssstörung) entwickeln werden.

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