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Psychisch kaputte Menschen

mTond+zsternxe


Es gibt einen Mangel an Verantwortung.

Ich schreib mal am Beispiel dieses Fadens, wie ich das meine. Du hast in Deinem Eingangsbeitrag eine Behauptung aufgestellt (immer mehr Menschen haben psychische Probleme). Es gibt viele Menschen, die stellen Deine Behauptung in Frage. Das kann man natürlich machen. Aber es geht am Thema vorbei. Hier geht es um das warum, nicht um das ob.

Eigentlich müsste jetzt irgendjemand mal einen Faden mit der Frage Gibt es immer mehr Menschen mit psychischen Problemen? anlegen. Aber das tut niemand. Es gibt hier viele Off-Topic-Beiträge, in denen die Antworten auf Deine Frage leicht untergehen. Wer ist eigentlich dafür verantwortlich?


Mein Beitrag ist jetzt voll von Beispielen für einen Mangel an Verantwortung. Wer frei von Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

Kyrgähe


Schon rein statistisch wird es eine große Dunkelziffer von Leuten geben die Ihre mehr oder weniger stark ausgeprägte Erkrankung ausnutzen um nicht mehr arbeiten gehen zu müssen.

Das wage ich zu bezweifeln. Der Wegfall der Arbeitsstelle, Arbeit unter der eigenen Qualifikation oder das nicht Erreichen bestmöglicher Qualifikation (gerade wenn im Jugendalter/ jungen Erwachsenenalter Störungen auftreten) verschlimmern die Symptomatik häufig oder machen es noch schwerer, wieder gesund zu werden.

M=arry-Etinxi


Ganz interessanter Faden :)^

Bin gespannt ob es durch verschiedene Meinungen und Informationen zu einem schlüssigen Ergebnis kommt.

Habe mir die selbe Frage schon öfter gestellt. Habe mal eine ganz interessante Studie gelesen, wo es darum geht, dass Menschen in Dritte- Welt- Länder, durchschnittlich kaum unter Depressionen leiden. Woran das liegt, wurde nicht erklärt. Kann man ja mal eine Theorie aufstellen

A2pfe/lku-c;hen0x07


Also ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass heutzutage bei der jungeren Generation vermehrt psychische Probleme gibt. Bei den Studenten sollen Depressionen sehr oft vorkommen. Ich denke, das liegt einfach daran, wie hier auch schon geschrieben wurde, an dem sehr hohen Druck, den die Arbeitswelt auf Einen ausübt. Es ist knallhart, nur wenn du Qualifikation xy zum Datum xy erlangst, hast du Chancen im Berufsleben Fuß zu fassen. Tja, und wenn es jemand nicht so packt wie es verlangt wird, wird dieser sofort ausgesiebt. Der Mensch muss heutzutage funktionieren, 100 % geben, Leistung bringen, Schwäche wird nicht akzeptiert, hat man irgendwas psychisches, lehnt dich so gut wie jeder Arbeitgeber ab. Dazu kommen Unsicherheit im Job ( wer weiß wie lange man in der Firma arbeitet, weiß man heutzutage ja nicht mehr so wirklich...) und die Flexibilität, die an den Tag gelegt werden muss. Also von A im Norden nach B im Süden zu ziehen ist keine Seltenheit mehr, im gegenteil das wird sogar erwartet, erst recht wenn man auf Jobsuche ist. Das ist alles extrem stressig.

iDwo5x7


ich bin selber durch Depression geplagt , ich habe nie Drogen genommen und eigentlich ,nicht mich sollte man heilen nur die Menschen da draußen , die sind "verantwortlich" für meine Krankheit. Menschen für welche ,solche Worte und Werte , wie Zuneigung ,Liebe, Interesse ,Menschlichkeit ,Dankbarkeit ,Empathie keine Bedeutung haben . Solche gibt es mehr als man denk !

Selbstverständlich , die Zahl der Kranken wird wachsen ,kein Mensch kann doch in der "fürchterliche Gefühlskälte "leben .

E|ngeel mwxF


Es gibt vor allem einen Mangel an SINN.

Soma|ralgdaiuge


Auch ich denke, dass die psychischen Erkrankungen zunehmen, und zwar durch eine schleichend zunehmende Überforderung, vor allem auf dem Arbeitsmarkt, und Arbeit nimmt nun mal einen hohen Stellenwert ein. Früher genügte es, dass man seine Arbeit ordentlich machte und sich sonst nichts zu Schulden kommen ließ wie Klauen oder Prügeleien. Was man vorher gemacht hat, war nur soweit interessant, wie es die zu erledigende Arbeit betraf. Ob man dick oder dünn, groß oder klein war, spielte nicht die Rolle, man sollte einfach seine Arbeit erledigen und gut.

Heute sind die Ansprüche erschreckend. Qualifikation - früher das Hauptkriterium - ist heute die Mindestanforderung, dazu kommt noch, dass man optisch in die Landschaft passt, möglichst lückenloser Lebenslauf, Softskills werden immer wichtiger (und die kann man sich nicht backen). Das liegt daran, dass es ein Überangebot von Arbeitskraft gibt, entsprechend wird man als Arbeitgeber immer wählerischer, und es gibt nur den 1. Platz und ansonsten nur Verlierer. Am Arbeitplatz selbst ist man fast immer in einer Konkurrenzsituation, hier geht es schon lange nicht mehr ums bloße ordentliche Arbeiten, hier muß man möglichst eine tadellose Psyche haben um alles gut kompensieren zu können und nicht nach einigen Monaten oder Jahren auf dem Schrott zu landen wie eine ausgequetschte Zahnpastatube.

Dass Depressionen auf dem Vormarsch sind (im Gegensatz zu armen Ländern) wird gerne genommen um zu behaupten, es ginge einem hier viel zu gut und man solle sich mal am Riemen reißen. Aber das haut nicht hin. Die Ansprüche hier steigen sachte aber stetig ins Unermessliche, in armen Ländern ist man schon ein Gewinner, wenn man den Tag überlebt und abends was zu essen hat, bei uns wird das alles verlagert und ist m.E. teilweise völlig überzogen, da werden Kinder in der Schule schief angeschaut, wenn sie nicht die richtigen Klamotten anhaben und als Erwachsener fühlt sich so mancher komisch, wenn er/sie mit 40 noch immer kein Eigenheim oder sonstiges Wohneigentum mit schicken Möbeln hat (gibt hier einige Threads, wo dieses Thema schon aufkam).

Das einzige, was man wohl tun kann ist, dass man, so gut es geht, sich diesen Ansprüchen entzieht anstelle sie zu übernehmen, so schwer das auch sein mag, weil man damit überflutet wird. Die Medien zeigen in der Werbung selten ein Bild, wie es ist, vielmehr ist dieses Bild eher die Wunschvorstellung, die geschürt oder zumindest bedient wird. Die Rama-Familie, in der früh morgens alle glücklich am Frühstückstisch versammelt sind und sich anlachen, gibt es wohl genausooft wie das Rudel Frauen, das sich auf den Typen stürzt, der sich ein gewisses Deo aufgelegt hat.

EGnZg~el xmwF


Werteverfall – ein weiteres Stichwort.

ElhemalXiger Nuqtzer (#753021x8)


@ mond + sterne:

Ich schreib mal am Beispiel dieses Fadens, wie ich das meine. Du hast in Deinem Eingangsbeitrag eine Behauptung aufgestellt (immer mehr Menschen haben psychische Probleme). Es gibt viele Menschen, die stellen Deine Behauptung in Frage. Das kann man natürlich machen. Aber es geht am Thema vorbei. Hier geht es um das warum, nicht um das ob.

Das "Ob" hängt zwangsläufig mit dem "Warum" zusammen. Deshalb ist eine Diskussion über das tatsächliche Lagebild im Vergleich zu früher alles andere als off-topic.

By the way: Warum möchtest du anderen Leuten erklären, worüber sie in diesem Thread diskutieren und sich Gedanken machen sollen und worüber nicht?

Eigentlich müsste jetzt irgendjemand mal einen Faden mit der Frage Gibt es immer mehr Menschen mit psychischen Problemen? anlegen. Aber das tut niemand. Es gibt hier viele Off-Topic-Beiträge, in denen die Antworten auf Deine Frage leicht untergehen. Wer ist eigentlich dafür verantwortlich?

Steht dir doch frei einen solchen Thread zu eröffnen, wenn dir das so wichtig ist. Könntest insofern ja ein Stück "Verantwortung" übernehmen.

wNillDges;undRsein


"Gesund" per se gibt es ja nicht. Es ist immer (wie von Sunflower73 schon in einem vorherigen Post ähnlich geschrieben) der Mensch (die Kombination aus Veranlagung und derer Entwicklung durch gemachte Erfahrungen (Erfahrungen und Erziehung) und der Gesellschaft, in der man lebt.

Ich denke auch, dass das empfundene Leid (um nichts anderes geht es!!!) steigt. Folgendes kann man zwar nicht so eifnach schwarz / weiß sehen aber tendenziell ist da was dran glaube ich: Wenn jemand sagt, iihm gehts schlecht, geht es einem schlecht. Wenn jemand es nicht für nötig hält sich Hilfe zu holen, ist das Leid vielleicht noch nicht stark genug?

Kleine Kinder schauen oft erst mal, ob Ihnen nach einem Sturz jemand zu Hilfe gerannt kommt und machen davon teilweise abhängig, ob sie weinen oder nicht. Sie lesen also aus ihrer Umgebung ab, wie es ihnen gerade geht. Auf Erwachsene übertragen is es wahrscheinlich zumindest anteilig auch so, dass man Schmerz und Leid ersten selber zulassen muss und diese auch von außen anerkannt werden müssen, was sich natürlich wechselweise beeinflusst usw.

In einer Gesellschaft, in der es mehr und mehr erlaubt (in manchen Gebieten wie NYC der 80er und dem heutige Berlin geradezu modern) ist, zum Psychologen zu gehen, entdecken die Menschen auch erst ihre Seelischen Abgründe, lassen Schmerzen zu und einige nutzen dies bestimmt auch bewusst aus und andere überinterpretieren wahrscheinlich auch so manches...

In Bezug auch die steigenden Anforderungen an den modernen Menschen (gerade, wenn er noch u30 ist und schon mit allgegenwärtiger Kommuniaktionstechnik, übermächtigen Medien, globalem Denken und total realitätsfernen Vorbildern aufgewachsen ist (und es eifnach nicht anders kennt!!!), wird es schwierig, sich eben jenen Erwartungen zu entziehen, weil es ja alle so machen.

Kann es sein, dass sich unsere Gesellschaft schneller ändert, als der Mensch es kann? Leben wir vielleicht in einer Art Übergangsphase und die nächste Stufe wird bei einer kritischen Masse an Leidenden durch nicht mehr aufzuhaltende Umbrüche erreicht?

b?e3llagixa


Mir fällt noch eine Bemerkung meines Vaters dazu ein, ich finde das passt hier gut hin:

Ich hab Hunger und Kälte kennen gelernt in meinem Leben, ich habe für ein Butterbrot anderen Kindern die Hausaufgaben gemacht.

Aber zu meiner Zeit ging es bergauf.

Ihr wachst im Wohlstand auf, aber es wird bergab gehen... ich möchte nicht tauschen.

Auch wenn es bisher nicht für jeden bergab geht und nicht in dem Maße, wie er es vielleicht befürchtet hat...

Es fehlt heute vielen die Hoffnung, das Gefühl etwas erreichen zu können, wenn man nur will.

Und das war zu anderen Zeiten durchaus gegeben.

m$uch:birnxe


Also bei Kindern ( ich kann jetzt nur von welchen bis zur 7. Klasse sprechen) hält sich der reale Schuldruck sowie ich das erlebe in Grenzen (also wenig Hausaufgaben, nette Bewertung bei KLassenarbeiten ) – klar, wenn die Eltern nur Einsen erwarten sieht das schon wieder anders aus.

Enorm ist aber der Konsumdruck und die Identitätsbildung durch Konsum. Und vor allem bei Jungs ist dieser Konsum nicht nur kosten- sondern auch zeitintensiv. Das die Kinder bei 10 – 20 Stunden Computerspielen oder Onlineidentität pflegen in der Woche nebenher mit Schule, Hobbies und Freundschaften pflegen überfordert sind finde ich nicht erstaunlich.

Den Kindern fehlen zunehmend sinn- und identitätsstiftende Beschäftigungen und Beziehungen, die die Persönlichkeit stärken.

SLaue0rgurkce


und Beziehungen, die die Persönlichkeit stärken.

Ja, heute hat man ja die Freunde in sozialen Netzwerken. Denen erzählt man dann, wie es im Kino war und was der Tag sonst noch gebracht hat.

e_stre.llxe


Heute sind die Ansprüche erschreckend.

Ich sehe es eher so, dass heute mehr Menschen meinen, dass die Ansprüche erschreckend sind.

Es gab Zeiten und gibt auch heuten noch Länder, da waren bzw. sind die Ansprüche an den einzelnen überlebensentscheidend. Da gab und gibt es Menschen, die sich in tatsächliche Gefahren begeben, um ihre Familie nicht verhungern zu lassen.

in armen Ländern ist man schon ein Gewinner, wenn man den Tag überlebt und abends was zu essen hat,

Ich will niemand vorwerfen, selbst noch nie in einer solchen Situation gewesen zu sein. Man kann aber angesichts solcher Diskussionen erkennen, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der tatsächlich auf hohem Niveau gejammert wird und wenig darüber nachgedacht wird, wie das auf wirklich arme ums nackte Dasein kämpfende Menschen wirken mag.

Niemand ist gezwungen, sich den Lebensanschauungen anderer bezüglich des Luxusdenkens anzupassen. Man kann seinen Kindern Selbstbewusstsein anerziehen, indem man ihnen Erfolgserlebnisse in Form eigener Leistung "organisiert", statt ihnen schon im Alter von 3 Jahren die teuersten Klamotten zu kaufen und ihnen in den täglichen Gesprächen auch noch die "Wichtigkeit" solch eines Statusdenken zu vermitteln.

In meiner Nachbarschaft lebt eine junge Familie, die nicht viel Geld und wenig materielle Reichtümer hat. Es gibt erst seit kurzem ein altes Auto, weil der Papa neuerdings täglich weit zur Arbeit fahren muss. Das hat er mir mitgeteilt ohne zu jammern, dass dies eine Belastung für die Familie ist. Er findet trotzdem am Wochenende viel Zeit für seine Kinder, nimmt sogar Urlaub, um an Wandertagen des Großen dem Lehrer zu helfen. Am Wochenende unternehmen die Eltern nach wie vor Radtouren mit den Kindern und dem Großvater. Der große Junge möchte wie sein Vater auf dem Bagger sitzen und zeigte mir neulich stolz eine selbst gebaute Garage aus Pappe für das Spielzeugauto des kleinen Bruders. Das Bauwerk war noch etwas schief aber er hat es ganz allein gebaut. Ob er nun mal Baggerfahrer oder Vorstand eines Baukonzerns wird, weiß keiner. Er verfügt über genügend Selbstbewusstsein, seinen Weg zu gehen und keine Anstrengungen zu scheuen. Das leben die Eltern vor. Was er aber schon heute weiß, er findet im Schoß der Familie immer Liebe und Verständnis, wenn das Leben ihn beuteln sollte. Die Anerkennung seiner Leistung wird nicht an seinen gesellschaftlichen Status gebunden. Ein "Fünfer" im Diktat ist keine Katasstrophe, sondern war Anlass für den Großvater, ihm ein Buch über Baumaschinen zu schenken mit der Bitte, doch dafür der Tante einen Brief über die Arbeit seines Vaters zu schreiben und der Tante die Baumaschinen zu erklären. Verwöhnt wird er materiell nicht, aber er bekommt viel Zeit von Eltern und Großeltern. Was er nicht zu hören bekommt, ist die Geringschätzung der Erwachsenen gegenüber anderen Menschen und ständiges Jammern über zuviel Stress und zu wenig Anerkennung. In dieser Familie glaubt niemand, dass sie im Leben irgendwie zu schlecht wegkommen. Er lernt Höflichkeit und Achtung gegenüber der Leistung anderer aber auch Selbständigkeit und Leistungswillen. Das leben ihm die Eltern vor. Ob er mal aus Liebeskummer depressiv wird, kann ich natürlich nicht sagen, aber ich bin mir ziemlich sicher, er wird dafür auch in der Familie Trost finden.

Ttestrxale


Wie gesagt, es lieht an den unnatürlichen Ansprüchen und Erwartungen. Ansprüche und Erwartungen, die man mehr oder weniger Bewusst oder unbewusst an sich selbst hat. A&E, die auch andere an einen Vermitteln, "Was, du bist mit 40 immer noch nicht Abteilungsleiter und du hast nicht jedes Jahr mindestes eine Weiterbildung gemacht? Und du geht nach der Arbeit nicht 30 km Laufen?!"

Ich habe mir ein "bescheidenes" Leben zusammengebaut und pfeiffe auf Karriere und und Selbstdarstellung durch Marathon oder Ironman!!!

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