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Kaum Wirkung von Sertralin

mR5j478 hat die Diskussion gestartet


Ich bin jetzt in der 4. Behandlungswoche (25. Tag) mit einem Sertralin-Generikum (50mg). Ich weiß, das ist ein wenig früh, um über das Medikament zu urteilen. Trotzdem bitte ich um ein paar Meinungen/Erfahrungen, um zu sehen, ob vielleicht jemand etwas Ähnliches erlebt hat und sagen kann, ob das vergeht.

Bis jetzt habe ich von der Wirkung nicht viel Positives gespürt. Anfangs leichte Nebenwirkungen (Grummeln im Bauch, leichtes Sodbrennen, trockener Mund/Kehle) aber alles in einem sehr erträglichen Ausmaß. Von einer positiven Wirkung habe ich bis jetzt aber noch überhaupt nichts zu spüren bekommen. Im Gegenteil. Letzte Woche war ich teilweise in den dunkelsten Abgründen meiner Seele, bleiern gelähmt...Und zwischendurch, aber das habe ich interessanterweise erst seit Sertralin, habe ich dann kurzzeitig sehr hyperaktive Momente ("Unruhe"), wo ich plötzlich nicht still sitzen kann, herumpfeife, singe, laufe, Selbstgespräche führe, etc... Als ich diese Phase in der Arbeit hatte, konnte ich fast nicht still sitzen, schwitzte an den Händen und war extrem zappelig, sowie absolut konzentrationsunfähig. Im Bauch hatte ich dann das Gefühl, als hätte ich zu viel Koffein zu mir genommen.

Die Ärztin meinte, dies käme durchaus vom Sertralin, und es braucht einfach noch eine Weile bis sich alles einpendelt.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

Antworten
dXistaInce 1


Bei mir dauerte es mindestens 6 Wochen, ehe eine Verbessung eintrat.

Das Medikament hat ja bei dir schon einige Veränderungen hervorgerufen. Gibt ihm noch 1-2 Wochen. Wenn nicht bis dahin sich was positiv verändert, kann es an der Dosierung liegen. Dann sprich bitte nochmals mit dem Arzt. Evtl. muss die Dosis erhöht werden. Letztendlich hat mir Sertralin sehr weitergeholfen und ich war zufrieden.

Alles Gute weiterhin und Durchhaltevermögen. :)*

Pfustfebluxme65


Mir hat Sertralin 50 mg aus meine ersten diagnostizierten Depressiven Episode geholfen.

Ich vertrage es sehr gut. Und als ich vor einigen Jahren wieder depressiv wurde war wieder Sertralin das Medikament was mir am besten half, diesmal allerdings 100 mg.

mb54^78


Klingt gut, danke für eure Meinungen.

Mich wundert es einfach, dass sich meine Depression seit Sertralin (wobei cum hoc non est propter hoc) derart verschlimmert hat. Davor war es Antriebslosigkeit, jetzt ist es fast Lähmung und tiefste, dunkle Melancholie (phasenweise, meistens morgens, abends und ab dem späten Nachmittag).

RHicharxd61


Ich hatte auch eine sehr schwere Depression und wurde auch mit einem SSRI behandelt.

Bei mir wars Citalopram was im Prinzip das selbe ist.

Es gibt grob 3 Gruppen von Botenstoffwiederaufnahmehemmern.

Wirkung auf Serotonin = SSRI = Citalopram Cipralex Sertralin etc.

Wirkung auf Serotonin und Noradrenalin =SRNI = Venlafaxin Trevilor

Wirkung auf Dopamin = NDRI = Elontril

SSRI hatte keinerlei Wirkung auf meine Depression nach verzweifelten 6 Wochen mit keinerlei Besserung wechselte ich den Psychiater und der das Medikament.

Er gab mir SNRI (Venlafaxin) und ich war innerhalb kurzer Zeit Beschwerdefrei.

Ich konnte es leider nicht ausschleichen da dann immer ein Rückfall kam, aber mit dem Medikament geht es mir gut.

Das Behandeln einer Depression ist immer auch ein Ausprobieren des richtigen Medikaments. Es erschliest sich mir aber überhaupt nicht weshalb nicht mit dem SRNI angefangen wird ??? Das wirkt auf 2 Botenstoffe und SSRI nur auf einen.

Die Wahrscheinlichkeit mit SRNI einen Treffer zu erlangen ist also fast doppelt so hoch.

M.E. kann das nur mit der Pharmalobby zusammenhängen.

Einfach mal den Arzt mit dem Wort SRNI konfrontieren und dann mal hören was er sagt.

Man weiss es nicht welcher Botenstoff bei einem schwer Depressiven in der nötigen Konzentration fehlt, man kann Pech haben und es ist einer für den es nichts gibt.

Wissen tut man von über 10 behandelbar sind 3

Die Wahrscheinlichkeit liegt bei ca. 30 % das SRNI SSRI un NDRI nicht helfen.

Wenn ich aber 2 mit einem Medikament abdecke müsste eigentlich dieses Medikament die erste Wahl sein , insbesondere wenn die Nebenwirkungen die gleichen sind und das sind sie.

mM54=78


Hallo Richard,

danke für deine ausführliche Antwort. Werde jetzt noch maximal 2 Wochen abwarten und dann je nach Erfolg mit meinem Psychiater reden.

Wie gesagt, eine Wirkung verspüre ich mittlerweile schon, nur halt schubweise fast unkontrollierbare "manische" Phasen voller Energie und dann wieder allertiefste Depression.

Werde euch auf dem Laufenden halten.

-m.

d%is]tanc3e x1


Wie gesagt, eine Wirkung verspüre ich mittlerweile schon, nur halt schubweise fast unkontrollierbare "manische" Phasen voller Energie und dann wieder allertiefste Depression.

Genau diese Entwicklung habe ich auch bemerkt. Halte durch und dann sprich mit deinem Doc.

:)*

Zpwac:k4^4


Sertralin war eines der besten ADs gegen meine Depressionen, aber weil es mich lichtsensibel gemacht hat, habe ich es abgesetzt. Wenn zwischen Deinen depressiven auch manische Phasen auftauchen, wäre aus meiner Sicht entweder ein Medikamentenwechsel oder zumindest ein zusätzliches Phasenprophylaktikum angebracht.

sxer3x6


Hallo,

bin der Thread-Ersteller, habe aber leider keinen Zugriff mehr auf meinen Account.

Also, was ich nicht erwähnt habe, war, dass ich Sertralin gegen Depressionen und eine Angststörung nehme. Auf die Angststörung hat es seit der letzten Woche tatsächlich zu wirken begonnen. Der Angstauslöser betrifft mich emotional nicht mehr so stark. Leider habe ich, was meine Depressionen betrifft, noch keine Verbesserung verspürt. Diese tiefsten Abgründe, von denen ich gesprochen habe, sind zwar zum Glück nicht mehr aufgetreten, aber ich bin auch nur wieder da, wo ich schon zu Beginn der Behandlung war.

Werde das beim nächsten Termin natürlich abklären, vielleicht ist wirklich eine Dosiserhöhung oder ein Medikamentenwechsel notwendig.

Z<wac/k44


Man weiß von ADs, dass die verschiedenen Wirkungen mit unterschiedlichem Verzug eintreten können. Das kann bei Suizidgefährdeten gefährlich sein, wenn zuerst die anregende Wirkung und erst im Nachklapp die aufhellende Wirkung kommen. Theoretisch kann ich mir das mit Angst/Depression bei Sertralin auch vorstellen. Aber mehr als 3 Wochen habe ich keinem AD gegeben; schließlich ist das Leben ja zu kurz, um auf unwirksamen Arzneimitteln zu sitzen.

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