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Erwerbsunfähig/Arbeitsunfähig mit 19?!

BGrumgm2baerchxi


Und eine PTSD kann man auch behandeln. Dazu müsstest Du aber die Einstellung, dass Reden nix bringt, ändern

kA....für mich hört sich das so an, als ob der TE gemeint wäre.

S!un1flow;er_7x3


Ich habe mich auf PTSD bezogen, weil der TE das in dem 2. Zitatbox geschrieben hat:

Aus sozialmedizinischer Sicht besteht keine Belastbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für über 6 Monate. Im Vordergrund steht dabei die fortgesetzte seelische Minderbelastbarkeit wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Vermeidungsverhalten im Sinne einer Angststörung sowie eine erhebliche Minderbelastbarkeit des rechten Kniegelenkes mit eingeschränktem Geh- und Stehvermögen.

@ Brummbaerchi:

Nicht immer. Mir hat sogar mal eine Kollegin (Psychotherapeutin) erzählt, dass es einige Fälle gibt, in denen es nicht mal sinnvoll ist, es zu behandeln – das würde die Sache nämlich noch verschlimmern, d.h. ohne Behandlung leben sie – zwar nicht gut, aber immerhin. Mit Behandlung "bauscht" sich das ganze auf und sie werden dermaßen instabil, dass sie Suizidversuche unternehmen. Die Kollegin hat 20 Jahre Erfahrung – ich glaube ihr.

KEINE PTSD-Behandlung macht es schlimmer. FALSCHE Konfrontation im Rahmen einer Behandlung: JA. Darum konfrontiert man ja nicht auf Teufel komm raus.

Ja, ich komme aus dem Bereich und habe 7 Jahre Berufserfahrung. Ich nehme den TE auch SEHR ernst in seinen Aussagen. Meine Aussage, dass man eine PTSD behandeln kann, beruht schlichtweg auf der Einschätzung: Da ist jemand, dem man wg. PTSD Vermeidung und begrenzte Belastbarkeit attestiert. Mit einer unbehandelten PTSD durchaus nachvollziehbar.

Aber da ist eben auch jemand, der noch keine gute Behandlung hatte und/oder sich schon mal ziemlich grundsätzlich nicht drauf einlassen konnte. Aber OHNE Behandlung und entsprechende Einstellung dazu wird es nun mal nicht besser. Punkt. Ich wollte daher im Prinzip ermutigen, diese Einstellung mal zu überdenken. Eben WEIL man mit Therapie viel mehr normales Leben ermöglichen kann als ohne. KANN. Ja, es gibt Fälle, da ist das Trauma massiv und die Folgen sind noch schlimmer. Da bleibt die Belastbarkeit reduziert. Aber darüber kann man erst urteilen, wenn man eine wirklich professionelle Behandlung motiviert durchlaufen hat.

OHNE Behandlung von Dauerhaftigkeit und Unveränderbarkeit der Symptomatik auszugehen, das ist im Prinzip die Hoffnugn aufzugeben, bevor man es versucht hat.

Ich sage ja nicht, dass alles toll werden muss. Aber man sollte es versuchen. Erst recht mit 19.

Und wie Schnecke auch schreibt:

In einer Therapie, die dermaßen destabilisiert, läuft was falsch. Die Behandlung einer PTSD ist IMMER sinnvoll. Die Frage ist leider nur, WIE man da rangeht. In vielen Fällen ist der richtige Weg die Bewältigung der belastenden Symptomatik. NICHT Rumwühlen in jedem Traumadetail. Dann DAS kann destabilisieren und ist in den meisten Fällen weder angezeigt noch nötig. Aber zu lernen, mit den Folgen des Geschehenen anderes umzugehen, ist nie verkehrt.

Und eine PTSD kann man auch behandeln. Dazu müsstest Du aber die Einstellung, dass Reden nix bringt, ändern

Ja, damit habe ich den TE gemeint. Denn ich finde es ziemlich traurig, dass jemand sein Leben schon aufgibt und nachweislich wirksame Behandlungsverfahren ablehnt. Es zeigt leider auch, dass er noch nicht sehr viel über die Krankheit und deren Behandlung gelernt hat. Was auch bedeutet, dass der bisherige Therapieversuch irgendwie schiefgelaufen ist. Ob's der falsche Ansatz war oder der TE sehr grundsätzlich annimmt, dass "Reden nix bringt": Kann nur er beantworten.

Aber: Therapie kann gut helfen, und es ist schade, dass er den wirksamsten Behandlungsansatz (Therapie) so komplett ablehnt bzw. Therapie grundsätzlich unterstellt, es sei nur sinnloses Reden. Da ist jemandem zu wenig bewusst, was Therapie eigentlich ist und wie sie funktioniert.

Ich kann dem TE nur raten, sich mal ganz für sich damit zu beschäftigen.

Auf Druck irgendeiner Behörde Therapie zu machen: Bringt wenig, würde ich wohl auch bocken. Aber SICH SELBER durch die eigene Einstellung jede Chance zu nehmen: Traurig. Es wäre dem TE zu wünschen, dass er diesen Widerstand, die Ablehnung, die Angst davor (oder was auch immer) ändern könnte und sich in GUTE, spezialisierte Therapie begibt. Um die Chance, doch noch ein (halbwegs) normales Leben zu leben, zu nutzen.

Denn unbehandelt wird sich nichts ändern. Mit Behandlung besteht eine gute Chance darauf. Ja, die Erinnerung an das Trauma werden bleiben. Aber die Folgen können deutlich reduziert werden. Und wenn sich so viel nicht ändert, hat man es wenigstens versucht.

Das ist (bei guter, spezialisierter) Therapie aber eher unwahrscheinlich. Daher leider auch. Augen auf bei der Behandlerwahl. Sich vorher gut informieren, auch über die versch. Therapieansätze.

Aber bitte raus aus der pauschalen Ablehnung.

B;rummba;ercxhi


Ich bin ebenfalls gegen eine pauschale Ablehnung – aber ebenso bin ich für eine pauschales "Therapie hilft jedem". Mehr wollte ich nicht sagen.

Und es gibt auch Personen mit PTSD, da reicht das bloße Ansprechen schon, um das Trauma wieder auszulösen. Vielleicht lehnt er es deswegen ab? Deswegen sag ich ja: Es gibt sicher Gründe. Ich sehe sicherlich noch Behandlungsbedarf, aber in welche Richtung der geht, muss der TE selbst entscheiden – vor allem dem Zeitpunkt dafür. Und sich nur behandeln zu lassen, weil der Gutachter das meint, ist definitiv der falsche Weg und von wenig Erfolg gekrönt.

*:)

SvunflVower_7x3


Man muss das Trauma ja nicht mal ansprechen. Sondern kann an den jetzigen Einschränkungen arbeiten.

BLrumm"baeLrxchi


An den Einschränkungen kann man sicher arbeiten, aber dann behandelt man ja nicht das Trauma direkt und es kann jederzeit wiederkommen. Ich persönlich finde einfach, dass ein Trauma nicht immer behandelbar ist – heilbar sowieso nicht. Die Einschränkungen: Die kann man sicher behandeln, aber wenn man nicht die Ursache dafür behandelt, kann es eben immer wieder zu solchen Einschränkungen kommen.

Ich persönlich halte VT für empfehlenswert, da möchte ich nichts dagegen sagen.. wenn da nicht dieses ABER bei einigen Diagnosen wäre...

E_hemalige^r 6Nut?zer (#q498327)


Nicht immer. Mir hat sogar mal eine Kollegin (Psychotherapeutin) erzählt, dass es einige Fälle gibt, in denen es nicht mal sinnvoll ist, es zu behandeln – das würde die Sache nämlich noch verschlimmern, d.h. ohne Behandlung leben sie – zwar nicht gut, aber immerhin. Mit Behandlung "bauscht" sich das ganze auf und sie werden dermaßen instabil, dass sie Suizidversuche unternehmen. Die Kollegin hat 20 Jahre Erfahrung – ich glaube ihr.

So ein Fall bin ich. Praktisch behandlungsunfähig nach Aussagen von ("Fach")Ärzten. Kleinste Begebenheiten können sich, wie du so schön sagst, so sehr "aufbauschen", dass ich ernsthaft gefährdet bin. An und für sich würde ich mich im Alltag nicht als gefährderter sehen als irgendwer sonst – wäre da nicht der dissoziative Aspekt meiner Erkrankung.

Trotzdem versuche ich derzeit eine therapeutische Behandlung, eine Traumatherapie. Ich versuche meiner Behandlerin zu vertrauen. Ich möchte glauben, dass sie gewisse... "Spitzen" zu umschiffen weiß, es nicht so weit kommen zu lassen. Deswegen gibt es eine individuell verschieden lange Stabilisierungsphase. Der Rest muss gemeinsam erarbeitet werden. Also, ob es sich lohnt, das Trauma zu bewältigen, oder unbehandelt in den Alltag so zu integrieren, dass man trotzdem Lebensfähig ist.

Wer weiß schon, was es mir bringt? Aber schlimmer kann es kaum werden.

Man sollte wenigstens alles einmal probiert haben, sonst schaut man viele viele Jahre später auf viele viele verpasste Gelegneheiten zurück. Je länger man der Krankheit Zeit gibt sich zu chronifizieren, desto schwerer behandelbar ist sie.

B<rumm=baerchxi


So ein Fall bin ich. Praktisch behandlungsunfähig nach Aussagen von ("Fach")Ärzten.

Wer weiß schon, was es mir bringt? Aber schlimmer kann es kaum werden.

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei deiner Behandlung! :)*

Wenn du selbst sagst, es kann kaum schlimmer werden, dann ist es definitiv der richtige Weg. Aber hol dir sofort Hilfe, wenn es nicht mehr geht. :)_

Eghemaliger_ sNutzeer (#49 8327)


Aber hol dir sofort Hilfe, wenn es nicht mehr geht.

:)z Danke für die guten Wünsche. :-D

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