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Cipralex/Gewichtszunahme?

b|ri_a}nna hat die Diskussion gestartet


Hallo,

hat jemand Erfahrungen mit Cipralex? Ich nehme seit heute 10 mg/Tag. Allerdings wäre für mich sofort Schluss, sobald sich eine Gewichtszunahme ankündigt. Das wäre für mich keinesfalls akzeptabel, bin extrem eitel und achte sehr auf meine Figur. Eigentlich bin ich niemand, der schnell zunimmt, eher im Gegenteil, muss aufpassen, nicht zu weit ins Untergewicht zu rutschen – mehr als jetzt will ich aber auch nicht haben, davon abgesehen könnte ich mir auch keine neue Garderobe leisten. (Ich möchte darüber nun KEINE Diskussion führen, sondern lediglich Informationen zu Cipralex sammeln!)

Nun habe ich gelesen, es sei egal, was und wieviel man isst, der Stoffwechsel würde durch das Medikament verlangsamt, so dass man automatisch zunimmt. In diesem Fall wäre, wie gesagt, sofort Schicht im Schacht, sobald ich eine Zunahme bemerke.

Darüber hinaus würde mich interessieren, ab wann etwa mit einem Wirkungseintritt zu rechnen ist und wie sich dieser bemerkbar macht? Das ist bei AD ja so diffus, dass ich bezweifle, überhaupt einen Unterschied zu spüren.

Ich will eigentlich sowieso keine Medikamente nehmen, habe einen absoluten Widerwillen dagegen und glaube auch nicht an eine erwähnenswerte Wirkung. Bei mir hat noch nie ein AD angeschlagen – allerdings musste ich die meisten eh nach maximal zehn Tagen wieder absetzen, da die NW (Übelkeit, Benommenheit, Schwindel... Autofahren und Arbeiten unmöglich) auch bei langsamem Einschleichen unerträglich waren. Und Wirkung gleich null. Das einzig Verträgliche war bisher Fluctin, da trat aber auch nach Wochen keinerlei Wirkung ein. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, warum die Ärzte es bei mir wieder und wieder mit SSRI probieren und warum manche Leute da durchschlagende Erfolge erleben. Vielleicht liegt da aber schlicht ein anderes Beschwerdebild vor.

Eine Antriebsschwäche habe ich zB gar nicht, eher bin ich notorisch überdreht; leide an Zwangsstörungen und einer Angst/Panikstörung. Laut Therapeutin sind das bei mir Symptome einer zwanghaften Psychose, keiner(!) Depression. All das ist für mich aber eigentlich schon längst Alltag geworden, ich kenne es anders nicht und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie Medikamente gegen etwas helfen sollen, was derart in Fleisch und Blut übergegangen ist... Meine Therapeutin hält es aber für unbedingt notwendig. Ich spiele echt mit dem Gedanken, nur so zu tun, als würde ich das Medikament nehmen. Dauerhafte NW sind für mich einfach inakzeptabel, die Kosten-Nutzen-Relation stimmt für mich nicht. Da würde ich lieber das bisherige Beschwerdebild behalten. Es nützt mir ja wenig, Unglück A gegen Unglück B auszutauschen.

Antworten
T?raRvis B icQkxle


Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, warum die Ärzte es bei mir wieder und wieder mit SSRI probieren

Stell Dir mal vor, da gäbe es ein Forum für Ärzte und dein Psychiater schreibt zeitgleich mit Dir: Ich weiß nicht, warum diese Patientin es immer wieder mit mir und meinen SSRIs versuchen will.

Und wenn Deine Therapeutin das mit den Pillen für unbedingt nötig hält, dann soll Sie dir doch bitteschön erklären, warum. Wenn der Arzt es schon nicht tut.

Da würde ich lieber das bisherige Beschwerdebild behalten. Es nützt mir ja wenig, Unglück A gegen Unglück B auszutauschen.

Ja...

Ok, aber Spaß beiseite: Doch, es kann was nützen Unglück A gegen Unglück B einzutauschen. Für den Einen heißt das, ich nehme die Gesundheitsbelastung mit den Pillen auf mich, und bin, wenn's denn hilft, fein raus.

Für den Anderen... psychodynamisch: Ich höre auf mir was vorzumachen und trauere zuende – wenn's auch Jahre dauert.

Es ist immer ein Unglückshandel. Keiner weiß mit welchem Du Gewinn machst. Du selbst bist aber am besten qualifiziert, das für dich einzuschätzen.

ZUw"a;ck44


[[http://www.sanego.de/Medikamente/Cipralex/Nebenwirkungen/]]

28% von 844 Berichten meldeten Gewichtszunahme. Mehr Zuschriften bekommst Du hier auch nicht. Außerdem reagiert jeder Patient individuell. Es hilft wirklich nur Ausprobieren.

R~ichaird61


Mir dem richtigen Leidensdruck sind einem eigentlich die Nebenwirkungen eines AD egal.

Von daher solltest du deinen Leidensdruck prüfen und dann empfehle ich immer aus eigener Erfahrung zu recherchieren was man verschrieben bekommt und wie die Leute in den Foren z.B. Sanego darauf reagieren man erfährt dabei auch von anderen ADs auf welche man dann seinen Psychiater ansprechen kann.

Zum Beispiel einfach mal den Überbegriff Botenstoffwiederaufnahmehemmer googeln.

Es gibt drei Gruppen, wobei wenn man sich die jeweiligen Wirkungen und Nebenwirkungen bei den Botenstoffwiederaufnahmehemmern anschaut bei dir eher ein SRNI statt eines SSRI passend wäre.

Wenn du aber keine Depressiven Symptome hast und eher überdreht bist, dann ist diese Gruppe der Medikamente wahrscheinlich eher schädlich, weil diese im Verdacht stehen Manien auslösen zu können, also eine Verstärkung deiner Symptome eher möglich machen.

Die Gewichtszunahme begründet sich bei diesen Medikamenten auf die Verstärkung des Hungergefühls.

3 Monate Klinikaufenthalt und das Beobachten von Mitpatienten die unter diesen Mitteln Gewicht zugelegt hatten war ein unbändiges Hungergefühl, welches aber nur wenige hatten.

Selbst leide ich unter einer bipolaren Störung, bei Depression und Antriebslosigkeit bekomme ich SRNI (Venlafaxin) bei der Manie wird mir das sofort weggenommen und ich bekomme Quetiapin.

Die Wirkungsweise beider Medikamente sind für mich klar spürbar ohne diese könnte ich weder die Depression noch die Manie in den Griff bekommen.

Bipolar ist sehr komplex die Medikamente sind eine dauerhafte Einnahme von Lithium als Stimmungsausgleicher und Manieschutz Venlafaxin gegen Depression Quetiapin als Schutz vor Manie und Stimmungsstabilisator. Zusätzlich noch Abends Mirtazapin, dass ebenfalls wie SRNI auf die Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin wirkt aber eher entspannend und schlaffördernd wirkt.

Medikamente insbesondere ADs wirken bei jedem anders. Ein psychische Störung ist meist einer organischen Stoffwechselerkrankung des Hirns geschuldet.

Meist sind es die Botenstoffe die aus dem Ruder geraten sind. Welche Botenstoffe und damit welches AD SSRI / SRNI / DNRI oder evtl. ein atypisches AD kann man nur durch ausprobieren auf Grundlage der Symptome.

Es ist nicht möglich den Botenstoffspiegel im Hirn zu ermitteln, das macht die Sache sehr schwierig.

Schau dir mal in Wikipedia die Wirkungsweise von MIRTAZAPIN an, für mich eines der besten Mittel. Es hat auch keine Nebenwirkungen auf die Gewichtszunahme.

Mit Mirtazapin habe ich z.B. einen sehr erholsamen durchgängigen Schlaf und es tritt relativ früh eine psychische Stabilisierung in beide Richtungen ein.

Z<wackT44


Schau dir mal in Wikipedia die Wirkungsweise von MIRTAZAPIN an, für mich eines der besten Mittel. Es hat auch keine Nebenwirkungen auf die Gewichtszunahme.

Vorsicht, Richard61: Hier hast Du ein "bei mir" vergessen. Mirtazapin ist bekanntlich DAS AD mit dem höchsten Risiko, Gewicht zuzulegen (sanego: 47%).

b]ri_a;nna


Bei mir liegt der Schwerpunkt auf einer Dysmorphophobie, darauf fußen eigentlich sämtliche Zwänge und Ängste. Das hat zwar durchaus auch depressive Elemente, die stehen aber nicht im Vordergrund. Überdreht bin ich nicht in manischer, sondern eher in nervöser Form (Schlafstörungen, innere Unruhe, Probleme, überhaupt zur Ruhe zu kommen.) Bzw was genau ist manisch? Heute zB, am zweiten Einnahmetag, hatte ich tatsächlich eine verstärkte Symptomatik.

Die Therapeutin hält die Medikation für notwendig, weil a.) anders die Gesprächstherapie wohl nicht oder weniger effektiv zu bewerkstelligen sei und b.) die Medikamente eine Entlastung bei mir schaffen sollen. (Beides wird, wie schon gesagt, von mir erheblich angezweifelt. Das Medikament nimmt mir ja nicht meine Spiegel weg und auch nicht das, was mir darin missfällt.)

Ich hatte ihr auch gesagt, dass schon x SSRIs erfolglos bei mir probiert wurden.(Fluctin = keine Wirkung, Mirtazapin = gut als Schlafmittel, aber anderweitig keine Wirkung, dafür schlimme Kreislaufprobleme, Venlafaxin = heftige Unverträglichkeitsreaktionen direkt nach der ersten Pille, Paroxetin = üble Nebenwirkungen, Autofahren/Arbeit unmöglich, daher bald wieder abgesetzt. Und jetzt soll ich eben Cipralex nehmen.

Alternative bzw nächster Schritt wäre dann ein Neuroleptikum. Da gilt aber für die Nebenwirkungen wohl dasselbe, denn die sind ähnlich wie bei SSRI.

@ Travis,

genau. Und für mich mit meiner Symptomatik ist klar, dass ich keinen Gewinn mache, wenn die Pillen mein Aussehen zum Negativen verändern.

Und die Ausführungen von Richard haben mich jetzt in meiner Nachdenklichkeit bekräftigt, ob diese Art Medikament das Richtige für mich ist.

RAich,ard6)1


Vorsicht, Richard61: Hier hast Du ein "bei mir" vergessen. Mirtazapin ist bekanntlich DAS AD mit dem höchsten Risiko, Gewicht zuzulegen (sanego: 47%).

Habe ich gar nicht gelesen. In Wikipedia wo ich mich immer über meine Mittel schlau mache ist Gewichtszunahme nicht aufgeführt. Ich selbst habe davon nichts gemerkt. Ich nehme neben Mirtazapin noch weitere 3 Mittel Quilonium, Venlafaxin, Quetiapin, die alle 3 Gewichtszunahmen im Beipackzettel haben. Seit fast 3 Jahren habe ich einen BMI von 20, also eher untergewichtig .

Die Mittel reagieren bei jedem anders.

Z;wacPk4x4


Die Mittel reagieren bei jedem anders.

Das sag ich ja auch immer. Auch 47% Meldungen über Gewichtszunahme bedeuten ja offensichtlich, dass 53% damit keine Schwierigkeiten hatten. Aber statistisch gesehen ist Mirtazapin tatsächlich in dieser Hinsicht das "gefährlichste" AD.

FCiedelWgrilxle48


Ich habe Cipralex 1 Jahr lang genommen zwecks einer Depression und 10 kg damit abgenommen. Hatte auch sonst keinerlei Nebenwirkungen und das Medikament sehr gut vertragen. Allerdings bekam ich die Tropfenform. Beginnend mit 1 Tropfen pro Tag, der wöchentlich um einen Tropfen gesteigert wurde. Bei 15 Tropfen pro Tag war die Wirkung bei mir sehr gut. Nach einem Jahr, nachdem ich psychisch wieder stabil war, wurde Cipralex langsam wieder ausgeschlichen mit 1 Tropfen weniger pro Woche.

Wie gesagt, dass ist meine Erfahrung mit Cipralex und die war sehr positiv.

LG

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