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Warum haben Depressive oft den Wunsch, zu sterben?

S:iVlberimoCndaugxe


Ein sehr großer Beitrag den Gesunde gegenüber Depressiven leisten könnten, wäre bevor man den Mund aufmacht und irgend etwas wie" Reiss dich doch zusammen" oder ähnliches von sich gibt. Einfach Klappe halten – sich informieren und dann den Mund aufmachen

:)^

Wäre ggf zu ergänzen mit "Du hast doch Mann, Kinder, Freunde, Arbeit, tolles Leben, du kannst doch nicht depressiv sein !" Sowas bitte auch nicht äußern.

Wenn man arbeitslos ist , gemobbt wird o.ä. sowas kann ein Grund für Depressionen sein, aber man kann auch "grundlos" Depressionen haben.

***

Bei mir war es so, ich hatte das Gefühl, einen Stein auf meiner Brust liegen zu haben, der mich immer runterzog. Ich konnte keine Freude mehr empfinden. Mein Leben ist nicht super aber auch nicht sooo hoffnungslos (Habe Arbeit, Wohnung...). Aber trotzdem - alles war wie ein schwarzes Loch.

Mir haben Antidepressiva geholfen. Nicht 100%ig aber doch ziemlich. Ich will AD's nicht in den Himmel loben aber man soll sie auch nicht verteufeln.

Psychotherapie mache ich keine (aus verschiedenen Gründen).

EJrdbeberlimxo


Das Buch "Mein schwarzer Hund" kann ich auch wirklich empfehlen. Das berührt mich jedes mal wenn ich es mir anschaue, weil es es wirklich gut erklärt.

Bin selber Depressiv. Habe schon Aufhalte in Krisenstation, Psychiatrie und Psychosomatik hinter mir. Bei mir kommen mittlerweile nach 3 Jahren Therapie und den Klinikaufenthalten langsam immer öfter wieder Sonnenstrahlen raus. Früher hat es einfach jeden verdammten Tag nur geregnet.

Sterben wollte ich, damit der Schmerz, die Qual einfach aufhört. Letztlich finde ich aber die Erklärung mit dem Ruhebedürfnis schon ganz gut.

H>irse^brexi


@ galaxys

"wäre es aber trotzdem wichtig, dass man als Außenstehender annähernd versteht, was derjenige durchmacht."

Da hast Du natürlich recht. Ich finde auch die Umschreibungen hier sehr gut und nachvollziehbar erklärt.

Dennoch geht es aber laut dem Eingangsbeitrag und der Überschrift vor allem um die Suizidsache. Und diesbezüglich sollte man meiner Meinung nach schon auch die Grauzoenen mit einbeziehen.

gzalax>ys


@ Hirsebrei

Ja, ich bin leider etwas off topic gerutscht |-o , weil mich das immer wieder aufregt, wie die Leute darüber denken und reden. Insbesondere in letzter Zeit. Letztens hat mir einer erklärt, das geht schon wieder vorbei, jeder hat mal Depressionen, das geht nach paar Tagen/Wochen schlimmstenfalls vorbei...dem hätte ich am liebsten eine aufgelegt, bloß weil man man eine besch*** Phase hat, heißt es nicht, dass man krank ist und Depressionen hat. Und die die dann wirklich Depressionen haben, werden nicht ernst genommen. Generell wird es einfach oft als "Persönlichkeitsfehler" oder Störung angesehen, dass man eventuell nicht mehr ganz dicht ist, so wie leider die meisten psychisch Kranken in einen Topf geworfen und als "Gestörte" betitelt werden. Aber ich reiß mich jetzt wieder zusammen, genug davon.

Zurück zum Suizidthema: wenn ihr sehr gut befreundet seid und sie dir vertraut, dann kannst du ja mal mit ihr darüber reden, wie es ihr so geht, was für Gedanken da aufkommen. Ich habe letztens von zwei Freunden sogar direkt die Frage nach Suizidgedanken gehört. Da ich momentan in einer ganz guten Phase bin, war das für mich überhaupt kein Problem, hab ihnen erklärt, wies bei mir aussieht. Natürlich rede ich nicht mit jedem so offen darüber, aber bei den Freunden habe ich gemerkt, dass sie mich nicht verurteilen, sich um mich sorgen und sich ernsthaft dafür interessieren. Danach kam auch das Angebot, dass man immer zum Reden oder Heulen vorbei kommen darf. Das ist ja dann auch schön zu hören, wenn man weiß, dass es denjenigen nicht abschreckt, sondern dass man genug Freunde hat, die sich um einen kümmern wollen, wenn es einem schlechter geht. Ansonsten denke ich, dass du durch die Beiträge einen sehr guten Einblick bekommen hast warum manche darüber nachdenken oder es sogar tun. Und wie Hirsebrei gesagt hat, nicht jeder hat Suizidgedanken, manche sind wirklich gefährdet und andere, wie ich, die entwickeln eine ziemlich Gleichgültigkeit dem Tod gegenüber, denen wäre es egal wenn sie morgen nicht mehr wären, würden es aber selber nie machen.

Hairse6brexi


@ galaxys

Nein, ich fand Dich gar nicht off-topic. Und ich habe auch sehr viel Verständnis für Deinen Ärger. @:)

Nur wollte ich es einfach mal einbringen, weil die Fadenerstellerin sinngemäß den Eindruck " meine Freundin ist depressiv, kann ich sie nach ihren Suizidgdanken fragen".

Das setzt einfach voraus, dass für sie Jeder Depressive suizidgefährdet ist. Und dieses Vorurteil wollte ich ausräumen.

Ich sehe es letztendlich so wie Du und die meisten hier, zusammengefasst: Depression bedeutet erst Mal den Verlust an Lebensfreude, das Leben überwiegend als Belastung zu empfinden, was aber nicht gleichbedeutend damit ist seinem Leben ein Ende setzen zu wollen.

tWuffalrmxi


zur eingangsfrage: wenn man eh antriebslos die meiste zeit im bett liegt, dann will man eben einfach nicht mehr aufwachen – ist das so schwer nachzuvollziehen!? ":/

HOirsDebxrei


@ tuffarmi

Ja und Nein.

Wie ich schon in meinem ersten Beitrag sagen wollte: Es ist nicht so einfach und kristallklar darzustellen.

Es gibt nicht einfach nur "den" Depressiven, der nur noch vor sich hin starrend im Bett liegt und an null komma nichts mehr Freude hat so dass er den Tod als einzige Erlösung sieht. Natürlich gibt es das auch – aber das sind spezielle Fälle. Und ich persönlich, die schon (privat, nicht beruflich) mit einigen Depressiven zu tun hatte und habe, habe noch nicht einen solcher Fälle erlebt.

Die Krankheit "Depression" ist viel komplexer als dieses Bild.

t~uffarxmi


ich bin jetzt halt von meinen erfahrungen ausgegangen.

ich habe gerade eine depressive phase hinter mir, richtig lange. ich wieß gerade gar nicht, wie und was mich da rausgebracht hat, bin aber super super super froh und glücklich!!!

ich hatte einfach null antrieb, schon die winzigsten sachen haben mich enorm angestrengt.

ich lag viel im bett, habe mich auch körperlich schwach gefühlt.

man denkt dann schon mal daran, einfach tot zu sein. wobei ich niemand bin, der das tatsächlich umsetzen könnte/würde. also, das nicht. aber die gedanken kenne ich halt schon sehr gut -

tcuffaxrmi


Die Krankheit "Depression" ist viel komplexer als dieses Bild.

man kann das eh nicht in worte fassen. man kann auch nicht wirklich dagegen etwas machen. ich dachte teilweise, ich will einfach nur irgendeine wunderpille (medizin) einnehmen, damit das vorbei ist.

ich habe seit 2010 solche phasen, war jetzt richtig an einem tiefpunkt, eine psychotherapeutin sprach von mittelschwerer depression. ich bin noch nicht über den berg, aber mir geht es wesentlich(!!!) besser. ich klopf auf holz, dass es so bleibt.

tFu'ffarYmi


übrigens kann man als depressiver die depression vor der außenwelt recht gut verstecken.

zumindest wenn man alleine wohnt u. sich eben dann zurückzieht, wenn es gar nicht mehr geht. man geht damit in der regel nicht unbedingt hausieren oder sagt das vielen leuten, einfach weil es halt so schwer nachzufühlen und nachzuvollziehen ist. man weiß ja selbst nicht, was mit einem los ist.

t@uffa<rmi


an null komma nichts mehr Freude

bei mir hing das auch weniger mit der freude zusammen als mit der fehlenden kraft – ich hatte einfach null energie für nichts.

gXaNlaxyxs


Ja, das mit dem Verstecken stimmt. Ich persönlich hatte immer fürs Studium die Kraft, bin täglich in die Vorlesungen gegangen, habe mich normal verhalten und keiner hat irgendetwas gemerkt, sogar vor meiner Familie, bei dir ich noch lebe, hat es die ersten Monate garnicht mitbekommen. Für dieses Aufrechterhalten des Bildes habe ich immer genug Kraft gehabt. Aber für den Rest nicht mehr. Ich hatte (bzw habe es immer noch in depressiven Phasen) dieses "Doppelleben", nach außen hin weitestgehend normal und im privaten dann komplett das Gegenteil. Ich kann auch während der Arbeit emotional normal agieren, zwar bin ich innerlich sehr abgelenkt und nicht sehr konzentriert, aber dann, wenn ich heim komme, fällt das alles ab und sobald ich merke, ich kann wieder ich sein, gehts los... Ich persönlich wende für dieses Verstecken all meine Kraft auf und habe dann zuhause nichts mehr davon übrig, weswegen in diesen Phasen auch mein Privatleben stillsteht. Nur irgendwie muss es weitergehen, die Phasen kommen und gehen und man muss den Job ja irgendwie behalten, dass man nach einer langen depressiven Phase dann nicht plötzlich ohne dasteht. Von daher denke ich auch, dass es viele nicht zugeben würde, dass sie diese Gedanken haben. Selbst wenn es nur für einen kurzen Moment ist, denke ich, dass die meisten schon darüber nachgedacht haben, dass es einfacher wäre, plötzlich nicht mehr zu existieren. Auch wenn es nie konkrete Gedanken waren.

t?uffarxmi


Die ständige Müdigkeit nimmt einem dann noch die letzte Kraft.

genau so war das bei mir!

tHuf)farmxi


bin täglich in die Vorlesungen gegangen, habe mich normal verhalten und keiner hat irgendetwas gemerkt, sogar vor meiner Familie, bei dir ich noch lebe, hat es die ersten Monate garnicht mitbekommen.

bei mir hat es auch niemand mitbekommen, erst als ich jetzt offen anfing darüber zu sprechen – und da waren echt viel total überrascht und erstaunt.

HJirsGeb^rxei


@ tuffarmi

So wie Du es beschreibst kenne ich es von mir auch.

Nur eben nicht durchgehend so wie man es aus Filmen kennt, dieses stundenlange vor sich hin Starren und auf gar nichts mehr Lust haben.

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