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Warum haben Depressive oft den Wunsch, zu sterben?

tTuffavrmi


Nur eben nicht durchgehend so wie man es aus Filmen kennt, dieses stundenlange vor sich hin Starren und auf gar nichts mehr Lust haben.

ja, genau. ich hatte gerade eine echt lange solche phase – und kam mir nur noch vor wie ein zombie.

innerlich fühle ich mich gar nicht depressiv, ich will so viel machen – aber es ging nichts mehr. ich kann es echt schwer beschreiben. wie gesagt, ich weiß momentan nicht, was mich aus dem tiefen tal geholt hat, daher befürchte ich, dass ich da auch schnell wieder landen kann. aber ich bin soooo froh, diese phase jetzt erstmal hinter mich gelassen zu haben.

ich werde jetzt versuchen, langsam wieder anzufangen mein sozialleben zu aktivieren, dann jobsuche…. und und und! fingers crossed!

Hxirs1ebrexi


@ tuffarmi

"innerlich fühle ich mich gar nicht depressiv, ich will so viel machen – aber es ging nichts mehr."

So geht es mir auch. Ich will und will und will...aber nichts geht wirklich. Das ist meine Depression. Ich habe die Kraft nicht.

Andererseits kenne ich dennoch nicht dieses durchgehende freudlos sein was hier beschrieben wird.

Ich sage es mal so: Ich mache das Beste draus und vor allem mache ich mich nicht selbst fertig oder klein.

tKufnfqarmxi


Andererseits kenne ich dennoch nicht dieses durchgehende freudlos sein was hier beschrieben wird.

ich kenne es halt auch eher als kraft- und energielosigkeit. man schafft halt selbst dinge, die man mag nicht mehr. so würde ich das für mich beschreiben irgendwie.

gWal6axyxs


Dann bist du eine der Glücklichen unter den Depressiven (ja, klingt jetzt blöd ;-D ) aber dieses Wochenlang durchheulen und im Bett zusammenrollen ist das Schlimmste. Wenn ich diese kraftlosen Phasen habe, ist das bei mir nur der Anfang. Dann merke ich, ich muss schnell gegensteuern, sonst rutsch ich da wieder rein. Dieses kraftlose Gefühl ist ziemlich scheiße, aber wenn ich es mir aussuchen könnte, hätte ich lieber das für einige Wochen, als dann die richtig heftigen Phasen. Ich hoffe für dich, dass es bei dir dabei bleibt und sich nicht verschlimmert. In diesen kraftlosen Phasen habe ich zb auch keine Gedanken in Richtung Tod, das bleibt dir ja dann scheinbar Gott sei Dank auch erspart.

t`ufIfarxmi


Dann bist du eine der Glücklichen unter den Depressiven (ja, klingt jetzt blöd ;-D ) aber dieses Wochenlang durchheulen und im Bett zusammenrollen ist das Schlimmste. Wenn ich diese kraftlosen Phasen habe, ist das bei mir nur der Anfang.

das ist bei mir durchaus genauso! also, die kraftlosigkeit ist das erste u. nach und nach zieht einen das dann immer weiter runter, weil es halt deprimierend ist wenn man nichts schafft, die ganze zeit rumhängt. also das steigert sich dann – ein teufelskreis.

Siandrya20x06


[[http://www.depressioncomix.com/]]

Diese Comics sehen so aus, als ob der Zeichner es ganz genau kennt und versteht.

Ich finde die wirklich treffend.

Sind auf Englisch, aber der Kern kommt auch für nicht Sprachkundige sicherlich rüber.

t:uffaxrmi


Dieses kraftlose Gefühl ist ziemlich scheiße, aber wenn ich es mir aussuchen könnte, hätte ich lieber das für einige Wochen, als dann die richtig heftigen Phasen.

dieses kraftlose gefühl ist eigentlich für mich das schlimmste. es löst ja dann auch zig andere sachen aus, also diese körperliche erschöpfung finde ich wirklich wahnsinnig schlimm. körperlich und mental.

aber wie gesagt, ich bin gerade da raus, sitze zwar immer noch jeden tag zu hause, aber ich fühle mich nicht energielos oder niedergeschlagen.

Ruotfxee


Hallo,

ich wollte nur mal kurz was dazu schreiben: ich kenne mehrere deprssive Leute, aber reiß dich zusuammen, habe ich noch nie zu einem gesagt, weil ich ja weiß, das es nicht daran liegt.

Es fällt einem nur schwer nachzuvollziehen, woher genau das kommt, ich weiß, es ist eine Stoffwechselstörung, aber als Gesunder denkt man natürlich schon, warum hat xy so was, ihm/ihr geht es doch nicht so schlecht, aber äußern würde man das natürlich nie gegenüber einen Erkrankten.

Seelische Krankheiten sind eben für nicht Erkrankte so schlecht nachzuvollziehen, weil man ja nichts "sieht" wie bei physisch Erkrankten, aber man weiß, das die Krankheit da ist. Das zum Verständnis von mir.

Und mit meiner schwer depressiv erkrankten Freundin kann ich darüber zur Zeit nicht gut sprechen, weil sie das nicht will, akzeptiere ich natürlich. Sie hatte schon mehrere Schübe, war 3 oder 4 x stationär weg. Ich merke auch ihm Umgang mit ihr, das es zeitweise sehr schwierig ist, sie ist sehr launisch und ein falsches Wort---peng, nicht angenehm.

Wir waren im Urlaub gemeinsam mit Familien und das war teilweise schon heftig, mache ich sobald nicht wieder, auch nicht meine Familie. Sie flippt schnell, aus, wurde richtig beleidigend.Hinzu kommt auch, das ihre Tochter mittlerweile sehr starke Angstneurosen hat, das war schon schwer für uns alle.

HeirseBbrei


@ galaxys

"aber dieses Wochenlang durchheulen und im Bett zusammenrollen ist das Schlimmste."

Irgendwie hört sich das jetzt vielleicht total bescheuert an. Aber mir ist schon danach, zeitweise sogar ständig. Aber weißt Du was? Mir ist das zu langweilig! Ja ehrlich! Da zu liegen und nur zu heulen selbst wenn mir danach ist – das halte ich eine halbe stunde lang durch und dann langweilt es mich. Und ich suche mir eine (andere) Beschäftigung. Auch wenn sich dadurch meine Energielosikeit und das ganze Andere nicht löst – ich kann es einfach nicht auf Dauer. Mich so sehr fallenlassen in diese Depression.

Damit will ich nicht werten wie es bei Anderen ist! Auf keinen Fall – nur eben wiederholt drauf hinweisen, dass es eben sehr viele verschiedene Depressionsarten gibt.

Und ja, vielleicht hast Du recht und nicht selten sehe ich selbst es sogar so:

ich bin eine Glückliche unter den Depressiven, ganz im Ernst.

Vielleicht bin ich ja auch gar nicht "echt" depressiv, sogar sehr wahrscheinlich nicht, weil es bei mir diagnostiziert nur die Begleiterscheinung einer Angststörung ist.

tNuf.farxmi


es gibt ja auch abstufungen bei depressionen. als leicht, mittelschwer, schwer.

darüber hinaus, ich habe nie depressiva genommen bislang – also bin ich kein extrem schwerer fall, das bleibt hoffentlich auch so!

H6iQrLsebxrei


@ tuffarmi

"es gibt ja auch abstufungen bei depressionen. als leicht, mittelschwer, schwer."

Eben. Mehr wollte ich ja auch nicht sagen.

"also bin ich kein extrem schwerer fall, das bleibt hoffentlich auch so!"

Ich wünsche es Dir!

Z0wackx44


Vielleicht dasselbe noch einmal in anderen Worten:

1. Eines der belastendsten Symptome ist die Entscheidungsschwäche. Das bedeutet nicht nur, dass man vielleicht eine halbe Stunde braucht, um sich zwischen zwei Krawatten zu entscheiden. Die Fähigkeit, wenigstens einfache Fragen schnell und klar zu entscheiden, ist abhanden gekommen. Allerdings besteht ein Tagesablauf beim genauen Hinsehen aus einer Aneinanderreihung lauter kleiner Entscheidungen (Was mache ich heute? in welcher Reihenfolge? usw.). Das dürfte neben dem fehlenden Antrieb der wichtigste Grund sein, weshalb man nichts gebacken bekommt. MAN WILL, KANN ABER NICHT, wie oben schon von anderen angemerkt worden ist. Einfache Entscheidungen treffen zu müssen, kann körperlich richtig weh tun. Dazu können auch Telefonate, Gespräche, Treffen mit Bekannten gehören - alles der reine Horror.

2. Das Selbstwertgefühl ist futsch. Warum? In einer schweren Depression hat man alle Fähigkeiten verloren, über die man sich definiert hat, und ist deshalb arbeitsunfähig. Das Spezielle bei Depressionen: Die Ärzte versprechen zwar, dass man wieder gesund wird, halten sich aber mit zeitlichen Prognosen zurecht zurück (weil jeder Patient anders reagiert). Das führt direkt zur Frage "Werde ich denn überhaupt jemals wieder gesund und arbeitsfähig?" Man hat in der Krankheitsphase ja nicht vergessen, wer man vorher war, und allein der Vergleich, der Woche für Woche oder Monat für Monat ähnlich ausfällt, schmerzt nicht nur, sondern erfüllt mit unheimlichem Entsetzen: Was, wenn ich nie mehr arbeiten kann? Falle ich durchs soziale Netz? Fliegt die Familie auseinander? (u.a. wegen der abrupten Stimmungswechsel) Man weiß (oft/meistens) nicht, weshalb man depressiv geworden ist, und deshalb auch nicht, wie man wieder herauskommt. Wenn man sich mit Literatur über die Krankheit beschäftigt, lernt man sehr schnell, dass es auch nach einer Heilung zu Rückschlägen kommen kann. Man sieht sich unter diesen Umständen auch als langfristige Belastung für Partner bzw. Familie. Und richtig verstehen können einen nur Leute, die schon selbst unter Depressionen gelitten haben. Aber würden die darüber sprechen?

3. Viele Menschen mit chronischen Schmerzen haben Depressionen, und viele Depressive haben Schmerzen, die oft gar nicht oder nur unzureichend behandelt werden. Wer antriebslos und entscheidungsschwach, gepeinigt von wechselhaften Stimmungen, mit der Unfähigkeit, Glück zu empfinden, noch durch Schmerzen demoralisiert wird, hat es schwer, dem Leben etwas Positives abzugewinnen.

4. Das Schlimmste für mich ist der Schrecken gewesen, der einen jederzeit spontan überfallen kann, was mir in gesunden Zeiten nie begegnet ist. Es kann sein, dass sich plötzlich vor einem ein großes schwarzes Loch auftut, es können Panikattacken auftreten (bei denen man nicht weiß, weshalb), es können grauenhafte Alpträume sein, es kann die Erkenntnis sein, dass harmlose Vorhaben einen so nervös machen, dass man glaubt, man platzt. Wenn sich solche Schreckenserlebnisse nahtlos aneinderzureihen scheinen, hat man nach meiner eigenen Erfahrung nur noch den einen Wunsch, diesem Dauerschrecken zu entkommen.

Ohne meine Frau und ohne ADs würde es mich heute nicht mehr geben.

R7ichaArd6x1


Ich möchte an dieser Stelle nur mal anmerken, dass Depression nicht gleich Depression ist. Nicht jeder Mensch der unter einer diagnostizierten Depression leidet will sterben.

Depression ist eine Krankheit die in Stufen verläuft.

Es fängt an mit einer Befindlichkeitsstörung (schlechte Laune) , die kann wieder verschwinden. In diesem Stadium gibt man allenfalls Johanniskraut oder Lavendelöl.

Genau diese Phase hatte ich auch und ich holte mir in dieser Zeit Johanniskraut was tatsächlich stimmungsaufhellend wirkt.

Genau in dieser Phase begann mein Fehler. Nämlich darüber zu reflektieren, weshalb hast du diese Befindlichkeitsstörung. Statt die Ursachen zu ändern nahm ich eine Krücke.

Durch diese Krücke waren die Ursachen nur überdeckt aber nicht weg. Folglich schlitterte ich in eine leichte Depression. Zu vermehrtem Johanniskraut puschte ich die Laune nun auch ab und an mit ein paar Bierchen.

Dann kam die mittelschwere Depression mit beginnender Unfähigkeit seinen Tagesablauf zu meistern. Angst vor Aufstehen Angst vor Konflikten Angst vor zu bewältigenden Aufgaben. In diesem Stadium beginnt dann langsam der Verlust jeglicher Freude am Leben, an Musik, an Bildern Fernsehen Zeitungen etc....

Der Lieblingsort wird das Bett.

Dann kommt die schwere Depression. Verlust an jeglicher Freude und an den Grundbedürfnissen wie Hunger Schlafen Sex Waschen etc....

Man verbringt jede freie Minute unter der Bettdecke man schützt die Augen vor jeglichem hellen Licht, man verliert jegliches Interesse an den eigenen Kindern Frau Katze etc..

Dann kommt die letzte Phase der schweren Depression. Das Grübeln- das Hirn befindet sich in einer Endlosschleife von Gedanken die ständig kreisen und nur Negativ sind , dieses Grübeln hört nicht auf obwohl es letztlich immer zum gleichen Ergebnis führt.

Man schläft nun überhaupt nicht mehr, da das Hirn nicht abschaltet es hört nicht auf einen mit dieser Grübelei zu foltern.

Es ist dann der Zeitpunkt gekommen indem man irgendwie zu der diffusen Ansicht kommt , daß es 2 Pole in deinem Hirn gibt einen der dich fertigmachen will und einer der es nicht mehr aushält.

Der 2 te Pol in deinem Hirn kommt dann auf den Gedanken, du kannst dem ganzen ein Ende bereiten in dem du deinem gesamten Leben ein Ende bereitest.

Diese Gedanken sind für einen dann gute warme Gedanken, denn man sieht es als eine Erlösung all dieser Höllenqualen die einem sein Hirn bereitet hinter sich lassen zu können, man möchte nur noch Ruhe und Erlösung. 10.000 Suizidtote gibt es jährlich in Deutschland, die überwiegende Mehrzahl sind Depressive.

Nicht jeder Depressive bringt sich um, das ist richtig, sonst könnte ich hier nicht mehr schreiben.

Jeder Depressive kann aber diesen Weg nehmen, wenn er die Erkrankung nicht ernst nimmt und sich nicht rechtzeitig in psychiatrische Hilfe begibt.

R\otfexe


Hallo richard61,

du scheinst ja Elle schrecklichen Phasen durchlaufen zu haben, du Armer, hoffentlich hast du das jetzt alles im griff.

Panikattacken hatte meine Freundin auch beim letzten Klinikaufebnthalt, d.h. diese Attacken haben sei erst dahin gebracht. sie hat mir damals gesagt, sie wüßte gar nicht, wovor sie Angst hätte, aber es wäre eben da, schrecklich.

Sie arbeitet jetzt aber wieder, aber es ist immer noch nicht 100%ig o.k., das merkt man, es kommen wohl Aufs und Abs. Parallel dazu bekam eine andere Freundin Depressionen, sie war aber nicht im Krankenhaus, hat es durch verschiedene Medis dann halbwegs wieder hinbekommen, Gott sei Dank. diese andere Freundin sprach auch immer von einer enormen Antriebslosigkeit, die sie regelrecht lähmen würde damals.

Aber woher weiß man dann als Laie, ob es eine Depression ist oder einfach nur Stimmungsschwankungen, bedingt durch Wetter etc?

t>umffaWrmi


Aber woher weiß man dann als Laie, ob es eine Depression ist oder einfach nur Stimmungsschwankungen, bedingt durch Wetter etc?

wenn es lange dauert u. man selbst nicht mehr rausfindet, würde ich sagen.

meine psychotherapeutin meinte auch, dass letztlich auch zählt, welchen leidensdruck man selbst hat. jede depression ist anders und jeder verlauf ist anders. also, schwierig zu beschreiben irgendwie.

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