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Warum haben Depressive oft den Wunsch, zu sterben?

BUarcselonxeta


Ich denke mal, in meiner Beschreibung von Depression steckt auch schon die Antwort auf Deine Frage. Ein Depressiver hat tendenziell zwei Möglichkeiten. Entweder er ändert etwas, damit er nicht mehr überfordert ist. Oder er geht.

Und damit nimmst du aber an, dass es tstächlich immer möglich wäre, etwas zu ändern. Ergo, wer nicht aktiv etwas ändert ist selbst schuld. Es gibt aber oft genug gar nichts, was man ändern kann, man kann doch dann nur versuchen, es zu ertragen. Also kann es nicht heißen, "entweder er ändert was" sondern eher "entweder er hat Glück..". Meiner Meinung nach ist die aktive Formulierung hier komplett fehl am Platz.

Ich möchte mich mal anschließen und fragen, ob du denn überhaupt mal selbst betroffen warst.

Bwarc{elonxeta


Stell dir vor, du gehst durch dein Leben, aber bei jedem Schritt, jeder Handlung die du machst, hängt sich an deinen Fuß ein schwarzes Monster.

Dazu gibts ein tolles "Bilderbuch":

[[http://www.amazon.de/dp/3888975379/?tag=googhydr08-21&hvadid=31543450020&hvpos=1t3&hvexid=&hvnetw=g&hvrand=20884314611441405603&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=e&hvdev=c&ref=pd_sl_6n4v035moz_e Mein schwarzer Hund]]

R/ich-ardx61


Wenn trauernde depressiv werden, dann sind sie überfordert damit, mit dem Verlust eines nahestehenden Menschen fertig zu werden. Wenn jemand "einfach so" in ein tiefes Loch fällt, ist er damit überfordert, wieder da raus zu kommen. usw.

Niemand fällt einfach so in ein tiefes Loch. Es hat immer exogene oder endogene Gründe oder beides in Kombination, im Prinzip verschwimmt das.

Bei einer Veranlagung (endogen) zur Depression kommen meist noch durch äußere Einflüsse (exogen) Stress, Beziehungsprobleme, Tod etc. zum Ausbruch einer Depression. Wenn keine endogenen Anlagen da sind kann dies auch durch rein exogene Reize ausgelöst werden. Betroffener kann also jeder sein.

Ein Mensch der in eine schwere Depression gerät kann sich daraus nicht mehr selbst befreien, da das Gehirn auf Grund des gestörten Hirnstoffwechsels gar nicht mehr in der Lage ist.

Es ist eine schwere organische Störung des Stoffwechsels des Gehirns (Mangel der Botenstoffe Serotonin o. Noradrenalin o. Dopamin o. noch nicht behandelbare) welche diese Depression auslösen.

Ähnlich einem Diabetiker der ohne Insulin stirbt stirbt ein schwer Depressiver ohne Botenstoffwiederaufnahmehemmer die seinen Stoffwechsel in Ordnung bringen.

Die These der Überforderung eines Depressiven ist schlichtweg nichts anderes , das ein schwer Depressiver an einer Stoffwechselerkrankung des Gehirns erkrankt ist und ohne Antidepressiva genauso stirbt wie ein Diabetiker ohne Insulin.

Der eine stirbt an Nierenversagen der andere am Sturz vom Hochhaus o.ä. , beides fast identische Ursachen.

m'ond+isternxe


Hallo Rotfee! *:)

Deine Frage ist eine gute Frage, finde ich.

Antworten könnten Außenstehenden helfen, Depressive besser zu verstehen.

Schade, dass Du hier nicht mehr schreibst. :°(

S"tetsWi;ssbegqierixg


@ Barceloneta

Und damit nimmst du aber an, dass es tstächlich immer möglich wäre, etwas zu ändern. Ergo, wer nicht aktiv etwas ändert ist selbst schuld. Es gibt aber oft genug gar nichts, was man ändern kann, man kann doch dann nur versuchen, es zu ertragen. Also kann es nicht heißen, "entweder er ändert was" sondern eher "entweder er hat Glück..". Meiner Meinung nach ist die aktive Formulierung hier komplett fehl am Platz.

obwohl ich seit gut 14 Jahren immer wiederkehrende Depressionen habe, glaub ich auch, dass es im Prinzip auch darum geht für sich selbst daran etwas zu ändern, wenn man das denn auch will und dabei ist es egal, ob man es alleine schafft oder dazu Hilfe benötigt, aber prinzipiell muss man schon an sich selbst arbeiten um seine Wahrnehmung und seinem Bewusstsein etwas zu ändern und obwohl ich in solchen Situation selbst nie so ganz weiß wie ich von alleine da wieder raus soll, bin ich irgendwie tief in mir drinnen, das man sein Bewusstsein, sein Denken, sein Handeln verändern kann, die unglaublichst schwerste Aufgabe in meinem Leben...aber durchaus möglich....ich sag immer nichts ist unmöglich...und manchmal das klingt zwar zu mir selbst ganz blöde, aber gewisse Handlungen und Gedanken sind Konditionierung, jahrzehntelange Konditionierung, aber ich denke man kann durchaus seine Quatschautomaten auf neue Verhaltensformen umtrainieren, was dann nun wieder, wenn oft und lange geübt, die neue Konditionierung ist.....

S:tetsWis|sbe/gierig


@ Barceloneta

achja und schuld geb ich da niemanden : )

gDalwaxyxs


Ich glaube da muss man differenzieren, ob während einer Depression oder in den besseren Phasen. Ich persönlich kann während einer sehr schlechten Phase nichts ändern. Da hilft die Zeit und das komplette Vermeiden von zusätzlichen Stressfaktoren, auf die man aber selten Einfluss hat, oder eben Medikamente. So ganz von alleine schaffe ich das nicht. In den Phasen wo es mir gut geht, in denen ich die Medikamente abgesetzt habe, ja, da denke ich, dass man sehr wohl selber was ändern kann. Ich selber habe mich in den letzten Jahren sehr stark weiter entwickelt, so habe ich zumindest das Gefühl. Und das hilft natürlich auch die ersten Anzeichen schneller zu erkennen, Auslöser bewusst zu vermeiden, besser mit der Situation umgehen zu können und einfach nicht so schnell wieder reinzurutschen. Nur zB im Winter kann ich nichts gegen die Dunkelheit machen, ich kann meinen Job nicht einfach schmeißen usw...wenn dann noch ein Auslöser dazu kommt, dann kann ich einfach nichts mehr daran ändern, wenn ich wieder in der Depression drinnen bin. Also vermeiden wieder reinzurutschen, das ist durchaus möglich, in einem Gewissen Ausmaß. Aber während einer Depression etwas ändern...dafür würde mir dann die Kraft fehlen.

SOtetsWcissHbegi.erig


@ galaxys

kann ich unglaublich gut nachvollziehen, ging mir auch oft so..

ich hatte mal versucht, während einer Depression, mein Bewusstsein dazu zu verändern, das ist unglaublich schwierig und bedarf unglaublicher Willenskraft, die ohnehin schon schwer bei mir vorhanden ist in so einer zeit...trotzdem, hab ich bewusst versucht meine Gedanken ins pos. zu lenken, indem ich negative gedanken zuerst mal gleich ein stopp gegeben habe, bei jeden neg. Gedanken hab ich versucht die Gedanken zu stoppen...dann hab ich versucht neg. Gedanken durch pos. zu ersetzen wie auch immer das für jeden selbst aussieht. Ich tu mir auch schwer in der dunklen Jahreszeit nicht wieder depressiv zu werden, aber versuch ich das pos. davon abzugewinnen, immer wieder, bis ichs quasi selbst glaube. Dann helfen natürlich auch andere hilfsmittelchen wie Sport, Entspannungsverfahren, locker zu lassen, dinge mit Humor zu nehmen.

Ich weiß das ist unglaublich schwierig, ich kenne aus Erfahrung situation wo ich einfach nichts pos. erkennen mag und dann kommt die letztendlich letzte frage, ob ich so noch weiter machen will. Also sterben oder weitermachen. Nur wenn ich es schaffe daran zu denken, wo mir das Leben schon Freude bereitet habe, komme ich auch wieder mehr in das Denkschema rein, gut ich will weitermachen, so dann muss ich auch jetzt dafür was tun, es wird kein wunder geschehen, wenn ich mich weiter in meinem sumpf befinde und weiter herumstrample, manchmal muss man auch nur inne halten und gewisse Situationen ausharren, bis dann von irgendwann wieder ein kleiner Lichtblick kommt. Zumindestens war das bei mir so.

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