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Schon übergriffig oder nur unsensibel?

Alias 667946 hat die Diskussion gestartet


Über das nun Folgende habe ich noch mit niemandem gesprochen, auch nicht in der Therapie, weil es mir zu unangenehm war, das zu erzählen. Ich kann damit aber nicht abschließen, denke immer wieder daran und hätte einfach gerne mal ein paar objektive Meinungen zu dem Vorfall.

Als ich 13 war (bin weiblich) kam ich eines Morgens nur mit Bademantel bekleidet in die Küche, dort saß zu dem Zeitpunkt nur meine Mutter am Tisch. Ich stellte mich neben sie, weil ich sie irgendwas fragen wollte (erinnere mich nicht, um was es ging) und ganz plötzlich, von Jetzt auf Gleich ohne Vorwarnung und bevor ich überhaupt meine Frage gestellt hatte, nahm sie den unteren Teil meines Bademantels in die Hand und zog ihn hoch. Im Reflex hab ich ihre Hand weggeschlagen und bin einen Schritt zurück, daraufhin meinte sie ganz flapsig (und diesen Satz werde ich nie vergessen): "Ich wollte ja nur mal schauen, ob du schon behaart bist" also im Intimbereich.. Dieser Ausspruch kam nicht als Spaß oder mit einem Grinsen oder Lächeln im Gesicht, sondern fast vorwurfsvoll, weil ich so abweisend reagiert hatte. Sie schaute mich bei dem Ausspruch auch nicht an, sondern starrte weiter auf den Esstisch. Ich war total perplex und bin verstummt, verletzt und peinlich berührt in mein Zimmer gegangen. Wir haben nie mehr ein Wort darüber verloren. Ich kann das einfach nicht vergessen und jedes Mal, wenn ich sie noch heute sehe, muss ich daran denken und es steigt in mir eine unglaubliche Wut auf. Aus heutiger Sicht finde ich ihr Verhalten absolut übergriffig, unsensibel und unmöglich.

Wie seht ihr das? Wie sehen das vor allem andere Mütter, würdet ihr bei euren Kindern sowas tun?

Ich muss vielleicht noch erwähnen, dass es bei uns ganz und gar nicht freizügig zuging, also sowas war keinesfalls "normal" und es wurde auch nicht über Liebe, Zärtlichkeit, Sex gesprochen und wir wurden auch nicht von unseren Eltern "aufgeklärt". Ich denke, das ist möglicherweise ganz hilfreich zu wissen. Allerdings gab es andere Familienmitglieder, die ähnlich/anders übergriffig waren, wie meine Mutter bei diesem Vorfall, nur von ihr hätte ich das damals eben nicht erwartet.

Würde mich über Antworten sehr freuen! @:)

Antworten
Sztalf[yxr


Ich würde es noch "nur" unsensibel nennen. Übergriffig...nun ja...deine Mutter wollte dich damit letztlich nicht angreifen. Für sie war das problemlos, so nach dem Motto: du bist ihre Tochter, ihr seid beide weiblich, da ist das doch nicht so schlimm. Da sie hierbei gar keine Rücksicht auf Schamgefühle eines Mädchens gerade im pubertierenden Alter genommen hat und auch gute Umgangsformen verletzt hat (man fasst schließlich nicht einfach irgendwo zu, auch aus Sicht ihrer Rolle als erwachsenes Vorbild also absolut unangemessen) kann man das schon stark unsensibel nennen. Einen Übergriff kann ich daraus objektiv (!!!) nicht erkennen, subjektiv hat es sich für dich vermutlich wegen der genannten anderen Vorkommnisse so angefühlt.

Imn-Ko$g Nito


du bist männlich oder weiblich?

generell muß ich als mutter sagen,

dass ich schon darauf achte, wie sich meine kidner im laufe der zeit verändern,

wenn natürlich auch viel unauffälliger als deine mutter es gemacht hat.

die Episode war bestimmt nicht schön,

aber diese jahrelang rum zu schleppen....

insofern nehme ich ein "zu sensibel".

Isn-Ko3g Nxito


sorry, habe das weiblich überlesen.

thopRr\ank


es war sicher nicht korrekt was deine mutter da getan hat, aber ich finde das du den vorfall doch stark überbewertest. auch eltern machen mal fehler. die neugierde deine mutter kann ich übrigens verstehen... habe selber kinder im pupatären alter und da interssiert es einen schon wie weit sie sind. ich würde meine kinder allerdings einfach mal fragen und nicht "einfach" mal nachgucken :=o

Alias 667946


@ Stalfyr

So, wie du es zusammengefasst hast, fühlt es sich für mich ganz stimmig an.

Ich glaube, es ist wirklich diese extreme Unsensibiliät dieser plötzlichen Handlung, die mich bis heute einfach so stark verärgert. Wenn sie mich einfach gefragt hätte, "sag mal, hast du schon...", dann wäre das irgendwie anders gewesen und die "Macht" hätte bei mir gelegen, ob ich ihr diese Info geben will oder eben nicht. Aber dieses rücksichtslose Handeln hat mich damals einfach sehr geschockt.

Ja, kann sein, möglich, dass andere unschöne Erlebnisse eventuell dazu beitragen, dass ich diese Aktion als vielleicht "zu schlimm" bewerte.

@ In-Kog Nito

Auch wenn sich der Vorfall für dich vielleicht nicht so dramatisch anhört, so ist für mich an diesem Tag zwischen meiner Mutter und mir was kaputt gegangen, auf emotionaler Ebene und im Vertrauen zu ihr.

Alias 667946


@ toprank

Siehst du, wenn sie mich einfach nur gefragt hätte, wäre das für mich ok gewesen. Dann hätte die Entscheidung über diese Info nämlich bei mir gelegen.

t=opFrank


so ist für mich an diesem Tag zwischen meiner Mutter und mir was kaputt gegangen, auf emotionaler Ebene und im Vertrauen zu ihr.

auch wenn deine mutter ihren fehler nicht mehr korrigieren kann so klingt das was du schreibst doch sehr danach das du vieleicht nochmals mit ihr über das geschehene sprechen solltest. ich würde mir dabei zwar keine wunder erwarten was die reaktion deiner mutter betrifft, aber vieleicht hilft es dir, besser mit dem erlebten abzuschließen.

E4dWlixh


Ich weiß nicht, was genau du mit den beiden Begriffen jeweils verbindest, ich finde, sie schließen sich nicht aus und bedingen sich im Grunde in gewisser Hinsicht. Ich finde ein solches Verhalten unsensibel und übergriffig. Übergriffig bedeutet für mich aber nicht unbedingt sexuell motiviert, sondern in erster Linie grenzverletzend. Das ist es in meinen Augen und ich verstehe, dass dir das zugesetzt hat.

Meine Mutter hat sich mir gegenüber einmal ähnlich übergriffig verhalten und ich kann das, was du über das Vertrauen in dem Zusammenhang schreibst, daher gut nachvollziehen. Bei mir hat es sozusagen das "Urvertrauen" ihr gegenüber stark erschüttert, mir alle Sicherheit genommen. Danach war vieles anders für mich.

Alias 667946


@ toprank

Das würde ich sehr gerne tun, also mit ihr darüber reden, aber leider brauche ich das gar nicht erst zu versuchen :-(, weil ihr meine Gefühle dabei schlichtweg egal wären. Warum ich das weiß? Also ich hab ihr mal was anvertraut sex. Missbrauch und seitdem macht sie mir Vorwürfe, weil ich damit (den Erzählungen darüber) ihre Vergangenheit verändert hätte, also ihre schönen Erinnerungen ausgelöscht und durch schlimme ersetzt hätte. Ihr war und ist es völlig egal, was ich erleben musste, es macht sie nur wütend, was ich damit bei ihr angerichtet habe. Daher denke ich, dass sie den oben erwähnten Vorfall erst recht als "Lappalie" abstempeln und mich vielleicht noch auslachen würde, dass ich heute noch daran denke.

@ Edlih

In diesem Fall meinte ich "übergriffig" im Sinne von "grenzüberschreitend". :)z

JA, genauso ist es bei mir auch, danach war nichts mehr wie vorher. Wir hatten zwar nie das beste Verhältnis, sie war nie diese liebevolle Mutter, aber es war ok, doch seit diesem Vorfall hab ich sie irgendwie mit anderen Augen gesehen und all das Gute, das ich in ihr sah, war plötzlich weg.

EpdlXih


Wir hatten zwar nie das beste Verhältnis, sie war nie diese liebevolle Mutter, aber es war ok

So war es bei mir in etwa auch, ich denke, dass "unsere" Bewertung auch damit zusammenhängt. Wenn ein Verhältnis ohnehin schon angeknackst ist oder nie das beste war, dann lässt sich sowas sicher weniger leicht abtun, als bei einem innigeren Verhältnis.

Wobei, meine Mutter war mir zwar nie besonders nah, aber so etwas wie ein "Urvertrauen" im Sinne von "Sie ist deine Mutter und bei/von ihr hast du nichts zu befürchten im schlimmeren Sinne" war schon vorhanden. Und das wurde erschüttert.

seit diesem Vorfall hab ich sie irgendwie mit anderen Augen gesehen und all das Gute, das ich in ihr sah, war plötzlich weg

Kann ich verstehen, wobei ich nicht sagen würde, dass ich danach nichts mehr Gutes in meiner Mutter sehen konnte. Sie hatte schon auch danach noch "gute Seiten", nur konnte ich sie nicht mehr so richtig einschätzen und war einfach unsicher. Ich hätte ihr danach quasi alles zugetraut und das war vorher nicht der Fall. Die Sicherheit war weg, sie wurde für mich dadurch unberechenbar.

Alias 667946


Wobei, meine Mutter war mir zwar nie besonders nah, aber so etwas wie ein "Urvertrauen" im Sinne von "Sie ist deine Mutter und bei/von ihr hast du nichts zu befürchten im schlimmeren Sinne" war schon vorhanden. Und das wurde erschüttert.

Ja, genau das ist es! Von ihr, so dachte ich, habe ich nichts zu befürchten und dann das, ich dachte, ich kenne sie und dann das – alles, was ich vorher über sie dachte, war mit diesem Moment vernichtet.

Ich hätte ihr danach quasi alles zugetraut

Ja, schlimm, oder? :-(

Ich denke, warum ich so gar nichts Gutes mehr in ihr sehen konnte, hing dann auch noch mit anderen Dingen zusammen, aber trotzdem hat sie mich auch nur mit dieser einen Sache wahnsinnig verletzt.

SYmarAagd=aAuge


Generell würde ich es als unsensibel bezeichnen, gerade wenn man in der Pubertät ist, ist man empfindlich und alles andere als souverän auf diesem Gebiet.

Aber das hier:

Ja, genau das ist es! Von ihr, so dachte ich, habe ich nichts zu befürchten und dann das, ich dachte, ich kenne sie und dann das – alles, was ich vorher über sie dachte, war mit diesem Moment vernichtet.

finde ich unglaublich übertrieben! Wer diesen Satz liest, könnte denken, sie hätte Dich an Mädchenhändler verkauft!

Alles, was Du vorher über sie gedacht hast, war mit diesem Moment vernichtet - sag mal, was veranstaltest Du hier für ein Drama? Ich weiß nicht, wie alt Du jetzt bist, aber ich empfinde Deine Einstellung als ungesund. Mag sein, dass die Gründe dafür noch woanders liegen, aber ich finde das maßlos übertrieben.

ILn-Kog \Nitxo


wenn das vertrauen wegen eine reinzigen Bemerkung dahin ist und dann auch noch zwischen mutter und tochter,

dann stimmte vorher schon was nicht.

ich habe auch Eltern und habe wirklich teilweise heftiges erlebt,

das vergißt man nicht,

und klar, es beeinflusst das verhalten, so in jede rsozialen Beziehung, aber das ganze Verhältnis an einem singulären Ereignis aufzuhängen,

ist übersensibel.

ich glaube, das Verhältnis war/ist nicht gut und du brauchst dafür emotional einen vorwand um das fühlen zu dürfen (weil man das ja sonst nicht macht, da mutter/tochter).

des weiteren spricht aus deienn zeilen generell eine gewisse Unsicherheit und da ist das mit deiner mom natürlich für deine seele gefundenes fressen.

wie lange ist das denn nun her?

d$any_x80


Ich denke das der tatsächlich kern des übels eben hier liegt:

Also ich hab ihr mal was anvertraut sex. Missbrauch und seitdem macht sie mir Vorwürfe, weil ich damit (den Erzählungen darüber) ihre Vergangenheit verändert hätte, also ihre schönen Erinnerungen ausgelöscht und durch schlimme ersetzt hätte. Ihr war und ist es völlig egal, was ich erleben musste, es macht sie nur wütend, was ich damit bei ihr angerichtet habe.

Du musstest dinge erleben die unglaublich weh tun und bleibende seelische schäden hinterlassen. Vielleicht gibst du deiner Mutter eine Teilschuld an dem Missbrauch und projezierst somit "schon" die Grenzüberschreitung in eine dimmension, die andere für übertrieben halten?! Ich weiß es nicht. Aber Du hast ein RECHT darauf so zu fühlen, inwiefern es Dir jedoch gut tut, ist eine andere Frage.

Um das abschließend klären zu können, wäre,

Über das nun Folgende habe ich noch mit niemandem gesprochen, auch nicht in der Therapie, weil es mir zu unangenehm war, das zu erzählen. Ich kann damit aber nicht abschließen, denke immer wieder daran und hätte einfach gerne mal ein paar objektive Meinungen zu dem Vorfall.

es sicherlich wichtig sehrwohl mit deinem Therapeut/in darüber zu reden

Alles Gute @:)

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