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Schon übergriffig oder nur unsensibel?

aLmyxle


Mir hat es geholfen, die eigene Geschichte meiner Mutter mir stärker ins Gedächnis zu rufen. Auch Mütter haben ihre ureigene Geschichte, selber Probleme mit ihren Eltern, Mütter und Väter, sind diskriminiert worden, gehänselt, vielleicht sogar selber sexuell missbraucht worden.

Dies hat mir geholfen mit meiner Mutter und auch mit meinem Vater ins Reine zu kommen, zumindest überwiegend.

Ich finde es schockierend, wenn eine Mutter, die um den Missbrauch ihrer Tochter weiß, mit dem Täter noch gute Freundschaft pflegt – da fällt mir nichts zu ein.

Wenn man allerdings in ihre eigene Geschichte schaut, könnte vielleicht eine Erklärung daraus hervorgehen.

Ich wünsche dir viel Kraft und zweifel nicht an dir :)*

Alias 667946


@ amyle

Meine Mutter hatte auch nicht nur ein leichtes Leben, das stimmt, und daran hab ich auch öfter gedacht, nur hat sie nie etwas unternommen (sprich Therapie), daran etwas zu ändern, daher fällt es mir schwer, ihr alles nachzusehen. Aber ich verstehe, was du meinst und es stimmt ganz sicher.

Ansonsten vielen Dank für deine Wünsche! @:) :-)

a}m7y~lAe


nur hat sie nie etwas unternommen (sprich Therapie), daran etwas zu ändern, daher fällt es mir schwer, ihr alles nachzusehen. Aber ich verstehe, was du meinst und es stimmt ganz sicher.

niemand ist verpflichtet sich zu ändern und an sich selber zu arbeiten ist teilweise das härteste, was ein Mensch machen kann, da häufig hinterher alles in Frage gestellt ist.

Aus welchen Gründen auch immer hat deine Mutter deinen Weg nicht gewählt, bei uns war es genauso.

Deine Mutter ist für ihr Leben ganz allein verantwortlich und diese Verantwortung kann auch keiner übernehmen und du musst ihr bestimmt nicht alles nachsehen.

Ein Arzt hat mal zu mir gesagt: 'Sie sind für die Scheiße ihrer Eltern nicht zuständig' und er hatl recht.

Aber ich empfand es als hilfreich auf das Leben meiner Eltern zu schauen, weil man ja als Kind immer annimmt, Eltern wissen alles und machen alles richtig – und das ist eben nicht so.

N`e<ue&s-GwBck


Liebe alias

Wenn ich deine Gedanken so lese, entwickel ich das Bild einer klugen, taffen Person. Deine Überlegungungen sind sehr differenziert und ausgewogen. Vielleicht durch seelische Schmerzen beeinflusst.

Ich vermute, dass es gute Gründe gibt, die dich weitersuchen lassen. Vermutlich bist du dir gut auf der Spur. Du bist eh für dein Leben der kompetenteste Mensch. Auch als Dreizehnjärige sehe ich dich nicht als verträumtes Mädchen. Es kann schon sein, das in deiner Erinnerung an die übergriffige Szene mit der Mutter noch etwas derzeit Verborgenes gespeichert ist. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang, der deine Abwehr geweckt hat. Dadurch wäre auch gut nachvollziehbar, wie sehr es dich verletzt hat (einprägsam), sich nicht mehr geschützt zu fühlen.

Bei deiner Suche wünsche ich dir viel Glück. :)* @:) :)* @:) :)*

Alias 667946


@ amyle

Deine Mutter ist für ihr Leben ganz allein verantwortlich und diese Verantwortung kann auch keiner übernehmen und du musst ihr bestimmt nicht alles nachsehen.

Ein Arzt hat mal zu mir gesagt: 'Sie sind für die Scheiße ihrer Eltern nicht zuständig' und er hatl recht.

Grundsätzlich stimmt das so natürlich. Ich meinte aber eher damit, dass sie durch ihr Nichtstun (also keine Therapie) eben anderen (z. B. ihren Kindern) auch schadet, indem sie vieles anrichtet, was sie mit Therapie so vielleicht nicht gemacht hätte. Es geht, gerade wenn man Kinder hat, ja nicht nur um die eigene Person, man hat auch Verantwortung für andere, für seine Kinder. Ich würde mit so vielen seelischen Problemen am Hals, die ich nicht lösen könnte/wollte, keine Kinder in die Welt setzen. (Zur Erklärung: Bei uns ist weit mehr schiefgelaufen, als dieser eine hier im Faden beschriebene Vorfall! Nicht dass ihr denkt, ich spreche hierbei nur davon)

Also der Arzt hat vollkommen Recht, wenn sie damit aber eben nur sich selbst schaden würde und nicht auch anderen, gerade Kindern (als ich noch klein war), die sich bis zu einem gewissen Alter auf die Mutter/Eltern verlassen können müssen, in jeglicher Hinsicht. Da finde ich es fast "Pflicht", dass man als Mutter/Vater zusieht, emotional stabil zu werden. – Aber ich merk gerade, das ist ein ganz anderes Thema, da werde ich in meinem eigenen Faden OT. |-o

@ Neues-Glück

Erst einmal vielen Dank für deine nette Antwort und die aufmunternden Worte! @:)

Ich bin bei deinem Satz gerade innerlich etwas zusammengezuckt:

Es kann schon sein, das in deiner Erinnerung an die übergriffige Szene mit der Mutter noch etwas derzeit Verborgenes gespeichert ist.

Ich weiß natürlich nicht, ob wir dazu einen ähnlichen Gedanken haben, aber ich hatte fast Angst, dass etwas in dieser Richtung geschrieben werden könnte. Mehr möchte ich dazu jetzt auch gar nicht "sagen", aber ich danke dir sehr für deine Ansätze und Denkanstöße – ich bin defintiv noch auf der Suche, das hast du sehr richtig erkannt (ich bin ganz verblüfft ;-)) und ich danke dir herzlich für deinen Beitrag und auch die guten Wünsche! @:)

aCmyle


Also der Arzt hat vollkommen Recht, wenn sie damit aber eben nur sich selbst schaden würde und nicht auch anderen, gerade Kindern (als ich noch klein war), die sich bis zu einem gewissen Alter auf die Mutter/Eltern verlassen können müssen, in jeglicher Hinsicht. Da finde ich es fast "Pflicht", dass man als Mutter/Vater zusieht, emotional stabil zu werden. – Aber ich merk gerade, das ist ein ganz anderes Thema, da werde ich in meinem eigenen Faden OT.

ehe es zuviel OT wird, aber ich empfinde es nicht als unwichtig.

Natürlich ist man Mutter und hat den Kinder gegenüber Verpflichtungen. Aber, du kannst eine Therapie nur beginnen, wenn dir persönlich dran gelegen ist, du etwas verändern willst oder du überhaupt merkst, dass du eventuell eine Therapie brauchst.

Eine erzwungene Therapie bringt überhaupt nichts.

Dein Denkansatz wäre gut, wenn jeder soweit denken würde.

Es gibt aber eine Menge Hindernisgründe warum manche Menschen keine Therapie beginnen können, denk mal dran, dass du deinem Therapeuten nicht einmal sagen konntest, was deine Mutter tat.

Du kannst sie nicht in eine Verpflichtung nehmen, der sie nicht gewachsen ist und an der sie auch kein Interesse hat.

Du bist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg und das ist gut für dich :)*

Alias 667946


@ amyle

Aber, du kannst eine Therapie nur beginnen, wenn dir persönlich dran gelegen ist, du etwas verändern willst oder du überhaupt merkst, dass du eventuell eine Therapie brauchst.

Da hast du vollkommen Recht, ich denke, wir sehen das grundsätzlich auch ähnlich. Bei mir war nur irgendwann so ein Punkt erreicht, da dachte ich in Bezug auf meine Mutter, "verdammt noch mal, denk doch bitte auch einmal an andere und nicht nur an dich!", aber ja – man kann niemanden zwingen. Ich find's nur auch für sie selbst schade, sie hätte mit Sicherheit ein glücklicheres Leben ohne all den Ballast.


Es gibt aber eine Menge Hindernisgründe warum manche Menschen keine Therapie beginnen können, denk mal dran, dass du deinem Therapeuten nicht einmal sagen konntest, was deine Mutter tat.

Gut, dass du das noch mal ansprichst, dazu wollte ich schon vor einigen Beiträgen etwas schreiben (eigentlich zu Ahornblatt) und habe es dann aber vergessen.

Hier war ein bisschen der Eindruck entstanden (so empfinde ich es), dass ich mit meiner Therapeutin nur über das Wetter gesprochen hätte (um es mal drastisch zu formulieren). Also das stimmt natürlich nicht. Ich habe durchaus sehr heikle Themen mit ihr besprochen, Dinge, die mir überhaupt nicht leicht gefallen sind, nur gerade diese Situation mit meiner Mutter war für mich bis vor einiger Zeit einfach "unaussprechlich". Hinzu kommt, dass es innerhalb einer Therapie auch "zeitliche" Schwierigkeiten gibt. Wenn man mit einem Haufen an Problemen in Therapie geht, kann man gar nicht alles besprechen, dafür fehlt schlicht und einfach die Zeit, mal ganz abgesehen von der emotionalen Achterbahnfahrt, die jedes negative Erlebnis durch erneutes Erzählen hervorruft. Man kann nicht jedes Thema innerhalb einer einzigen Therapie anreißen, ich denke, das könnte dem Erfolg einer Therapie sogar schaden, weil man sich komplett "verzetteln" könnte und natürlich haben dann bestimmte Themen Vorrang und andere bleiben (vorerst) im Hintergrund.

Das war mir noch wichtig zu erwähnen. :-)

DIie SjehLerxin


Der Missbrauch war schon zu der Zeit, als dieser Vorfall passierte, allerdings wusste das meine Mutter damals noch nicht, also sie erfuhr erst später davon.

diese Situation mit meiner Mutter war für mich bis vor einiger Zeit einfach "unaussprechlich"

und irgendwo da scheint etwas im verborgenen zu schlummern, was du immer enger umkreist!?

ach, ich kann das nicht besser beschreiben, aber vielleicht verstehst du ja, was ich meine?

Alias 667946


und irgendwo da scheint etwas im verborgenen zu schlummern, was du immer enger umkreist!?

ach, ich kann das nicht besser beschreiben, aber vielleicht verstehst du ja, was ich meine?

Ja, ich denke, das könnte stimmen. Hab auch noch ein paar Gedächtnislücken, einiges während eines bestimmten Lebensabschnitts fehlt mir da und vielleicht komm ich ja mal dahinter

Ich bleib auf jeden Fall dran und wenn ich noch mal eine Therapie mache, wird das auch Thema sein.

SAilbermCondauxge


Guten Morgen,

also rein auf den ersten Beitrag bezogen: Ich bin zwar keine Mutter aber ich habe nicht ganz vergessen wie ich mit 13 war...und ich finde so ein Handeln übergriffig. Es ist zwar nicht verkehrt, als Mutter über die körperliche Entwicklung Bescheid zu wissen aber das geht auch anders. Und gerade mit 13 ist man doch sehr "schamvoll".

Ich sage jetzt zwar nicht dass man seiner Mutter solch ein Handeln bis in die Steinzeit übel nehmen muss aber in Ordnung ist das auf keinen Fall !!!

Und ich wage sogar zu behaupten, dass ein Kind, dass solch übergriffiges Verhalten öfter erleben muss, "anfälliger" für sexuellen Mißbrauch ist. Wenn die Gefühle des Kindes nicht ernst genommen werden. Und das war bestimmt auch vorher ab und zu der Fall ?

Alias 667946


Hallo Silbermondauge,

danke für deinen Beitrag und deine Meinung, hilft mir sehr! @:)

Ja, du hast leider Recht, meine Gefühle wurden nie ernst genommen, ganz egal, um was es ging. Entweder wurde sich darüber lustig gemacht beispielsweise über meinen Waschzwang, unter dem ich jahrelang litt oder es wurde mir vermittelt, es sei alles gar nicht so schlimm. Deshalb fällt es mir heute schwer, Dinge richtig einzuschätzen/einzuordnen, also das Handeln von Menschen insgesamt und deren Reaktionen auf mich usw.

Ist schwer zu erklären. ":/

A)ltekrsackk5x6


@ Alias 667946

Ich überlege gerade wie sich deine Mutter gefühlt hätte wenn du mal eben nachgeschaut hättest ob Sie NOCH Haare hat.

Beides ist eine Sache die so nicht geht und sich nicht gehört.

MfG

Alias 667946


@ Altersack56

Vielen Dank @:). Dass es sich nicht gehört, das ist übrigens der richtige Ausdruck, so habe ich es empfunden und empfinde es noch: es gehört sich einfach nicht.

Der Gedanke, die Situation einmal umzudrehen war mir noch nie gekommen. Schade, dass hätte ich ihr gut entgegnen können, behalte mir das Beispiel aber mal im Kopf, falls ich sie doch noch mal damit konfrontieren sollte. Dankeschön! @:)

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