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Ptbs nach Autounfall – wie läuft eine gute Therapie?

LreilJa_gaoxm hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mir wurde zu diesem Forum in einem anderen Forum geraten in dem es um Unfallopfer geht...

ich habe ein paar fragen zu PTBS und wie denn eine gute Therapie ablaufen sollte – ich bin in Therapie aber irgendwie hat sich kaum was grossartig getan, also mir kommt es so vor als machten wir eigentlich nichts oder kaum was um die wahren Probleme an zu gehen. Evtl gibt es ja in diesem Forum jemand der sich mit solchen Therapien auskennt und mir sagen kann ob es hier an mir liegt, ob ich anders an die Sache rangehen sollte oder mir einen neuen Therapeuten suchen sollte und auf was ich denn dann am besten achte?

Es wird ein langer Post weil sehr viel passiert ist und ich nicht weiss wie ich es kurz fassen soll und trotzdem alles gut erklären – bitte verzeiht im Voraus!! ich weiss einfach nicht an wen ich mich noch wenden soll

Ich hatte vor knapp 2 Jahren einen sehr schweren Autounfall (nicht meine Schuld) bei dem ich fast ums Leben gekommen bin, wurde mehrfach operiert, habe leider immer noch, und werde wohl auch mein Leben lang mehr oder weniger Wehwehchen und Schmerzen haben, ein paar nette Narben habe ich natürlich auch, also jetzt nichts Frankensteinmässiges, aber halt genug dass ich jeden Tag daran erinnert werde.

Wäre es nach manchen Doktoren und Gutachtern gegangen wäre ich heute noch kaum in der Lage mir selber meine Socken an zu ziehen...cih dachte immer wenn ich nur hart körperlich an mir arbeite wird alles wieder gut.

Auf eigene Faust habe ich nicht nur die vom Krankenhaus verordnete Physiotherapie (hier gibt es keine Reha wie in Deutschland wo man in eine Klinik kommt, man muss da selber jeden Tag irgendwie ins nächstgelegene Krankenhaus kommen zu 1 st Therapie) gemacht, sondern bin privat noch zu einem anderen Orthopäden und Physiotherapie, Massagen, Wassertherapie und Akupunktur...

Ich wollte nur mein "altes Leben zurück", wieder selbstständig sein, wieder in mein Büro wo meine Kollegen auf mich warteten, alleine überall hingehen, ich war früher total unabhängig, nach dem Unfall konnte ich nicht mal alleine stehen oder auf Toilette...

Allerdings habe ich meinen Job verloren, Körperlich hat alles viel, viel länger gebraucht als ich in meiner Naivität es gedacht hätte, mit der Versicherung gibt es nur Ärger, ich hab immer total die Harte gespielt, mir nur nichts anmerken lassen wollen und niemand zu Last fallen, aber dann bin ich zusammengeklappt.

Mein Mann hatte auch noch einen Unfall und musste Operiert werden zu einer Zeit in der ich noch total abhängig war von ihm, hatte eine (ungewollte – dachte immer wem so was passier ist total blöd, aber doch, es kann passieren) Schwangerschaft die schief gelaufen ist... und bin total am Ende

Ich kann nicht mehr, weiss nicht mehr weiter, will raus aus dieser Situation und es geht nicht, ich schaffe es alleine nicht.

Ich schlafe sehr schlecht, kann nicht einschlafen, grüble die ganze Zeit, egal was ich mache immer wieder bringt mich ein Geräusch oder Gedanke oder Satz zum Unfall oder Krankenhaus, ich sehe of wie Bilder vor mir und bin dann für Sekunden wieder "dort", jeden Tag tut was weh und das hilft auch nicht gerade...heute noch kann ich nicht mal in die Nähe des Unfallortes, mit anderen im Auto mitfahren, hinten sitzen, vor allem geht kaum oder gar nicht, zu Untersuchungen gehen auch nicht, ich krieg halbe Panikattacken und bin total schreckhaft geworden...habe oft Konzentrationsprobleme und werde sehr schnell wütend...ich bin es Leid.

Seit Mai/Juni bin ich bei einer Therapeutin, zahle alles selber in der Hoffnung dass die Versicherung das anerkannt und mir dann zurückzahlt...aber wir reden die ganze Zeit nur von allem und nichts. Die Therapeutin weiss was mir passiert ist, ich versuche leider oft von allem möglichen zu reden aber nicht vom Unfall (hinterher verdumme ich mich dann selber), sie leitet die Gespräche kaum...also sie fragt mich immer nur wenn ich rein komme wie es mir geht und ob ich irgendetwas schönes für mich getan habe seit der letzten Sitzung und dann erzähle ich ihr halt von irgendwas...vom Urlaub oder wir reden über Bücher oder so?

aber keine Ahnugn helfen tut mir das nicht. Die ungewollte und dann schief gelaufene Schwangerschaft hatte mich total in Panik versetzt, die Schmerzen die ich noch immer hatte und Ängste und nach allem was ich durchgemacht habe wollte, konnte ich nicht das auch noch schaffen, da wäre ich lieber eine Brücke runter gesprungen.

Ich habe 3 – 4 Tage irgendwie total verloren, kann mich an kaum was erinnern, mein Mann sagt ich habe kaum gegessen, nicht geschlafen, nur Heulkrämpfe gehabt und mich in Ecken zusammengekauert. Die Reaktion der Therapeutin war dass Kinder ja was tolles sind und die Natur schon wisse was sie macht, die Hormone werden ja auch bald das ihrige tun und es täte mir evtl sogar gut. Als dann bei der ersten Untersuchung schon rauskam dass etwas schief läuft (und ich mehrmals wieder deshalb in der Notaufnahme gelandet bin was total traumatisch war) meinte sie eben dass das halt so hat kommen sollen, total normal sei, passiert häufiger als man denkt und ich kann es ja noch mal probieren. Ich will hier nix probieren, ich kann und will JETZT kein Kind. Sie lächelt dann nur und meint ihre Tochter wollte auch keins und ist jetzt die glücklichste Mutter der Welt...

Jetzt kommt auch manchmal so nebenbei von ihr dass es evtl nicht schlecht wäre wenn ich denn nun endlich mal Mutter würde, das Kind könnte mich ablenken und so ??? ich finde das ist totaler Schwachsinn und was machen denn Leute die keine Kinder bekommen können weil zu jung, zu alt, ohne Mann oder wenn es Männer sind?? Gibt es denn da dann keine Lösung'? es muss doch für mich auch eine andere Lösung geben als Kinder kriegen ???

Und ihr anderer "Heilungsvorschlag" ist dass sie und mein Mann (so hat sie es ihm gesagt) mich dazu bringen sollten mir endlich (endlich ???) wieder einen Job zu suchen damit ich arbeiten gehen kann, an etwas anderes denke und wieder Geld verdiene und so unabhängig werde...ich sag ja nicht dass ich nie mehr arbeiten will, aber mir geht es so besch und ich habe oft Schmerzen, ich mach immer noch Physiotherapie, kann nicht lange sitzen, im Verkehr fahren geht kaum und dann soll ich jetzt alles wieder noch mehr verdrängen nur damit ich wo in einem Büro eingesperrt sein kann und wenn mir was weh tut und ich nicht mehr kann oder etwas runterfällt und ich in Tränen ausbreche ich mich dafür dann auch noch schämen darf?

kann das therapeutisch sein ???

Mache ich alles falsch oder ist die Therapie so nicht geeignet? Keine Ahnung wie sollte so was denn aussehen, wer hat so was denn schon gemacht und kann mir Tips geben wie ich es besser machen kann. oder soll ich mir eine andere Therapeutin suchen?

Sie sagte sie hat jetzt im Oktober einen zweiten Kurs für EMDR gemacht, aber keine Ahnung, wann, wie, ok sie das probieren will an mir? soll ich darauf drängen, sie alles weiter leiten lassen, nach einem festgelegten Plan fragen ??? ich weiss nicht mehr weiter, aber so hilft es nichts und ich komme mir vor als vergeude ich Zeit (und Geld)

Antworten
Snun\flow2er_7E3


EMDR allein reicht nicht! Welche Fachrichtung vertritt Deine Therapeutin denn (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Psychoanalyse)?

Und: Bei Dir werden zwei Problembereiche erkennbar: Das Trauma an sich, zum anderen Folgeprobleme, die nur indirekt damit zusammenhängen.

In einer guten, traumaspezifischen Verhaltenstherapie würde man erstmal mit Dir üben, dass Du weniger eingeschränkt bist. D.h. man würde erstmal schauen, WARUM best. Dinge nicht gehen. Wie sich die Situationen wie Autofahren etc. FÜR DICH anfühlen. WAS so schlimm ist (objektiv ist es klar, aber es geht um DEINE Wahrnehmung). Man würde schauen, wie Du über den Unfall denkst; über die Situation JETZT. Wie Du mit der Angst umgehst (dfa setzt dnan EMDR an). Da gibt's oft sog. Denkfehler, die alles noch verschlimmern. Daran würde man ansetzen. Dann geht es darum, Dir Techniken zu vermitteln, damit dieses "Ich bin wieder in der Situation"-Gefühl VON DIR kontrolliert werden kann. Diese Bilder, die hochkommen, denn man "Flashbacks". Man kann lernen, damit umzugehen, sie zu kontrollieren, so dass sie weniger mächtig und lähmend erscheinen. Auch hierbei spielt EMDR eine Rolle. (EMDR ist wirklich nur EIN Puzzlestück einer umfassenden Behandlung. Und nicht unbedingt erforderlich. Aber nützlich. Aber KEIN Allheilmittel, wenn nebenher nur SmallTalk stattfindet!).

Und (das wäre jetzt typisch Verhaltenstherapie): Du hast ein Trauma erlebt, was in einer normalen Alltagssituation stattgefunden hat. Und wo die Vermeidung Dich jetzt massiv beeinträchtigt (was logisch ist, weil Angst nun mal zu Vermeidung führt, weil man ja die Angst nicht haben will). Aufgrund der Art dieses Traumas wäre eine Konfrontationsbehandlung als weiterer Bestandteil der Therapie wichtig. Da geht es darum, dass Du Situationen, die Du vermeidest, wieder aufsuchst. Das geht nicht eben so, das erfordet eine entsprechende Vorbereitung (Flashbacks kontrollieren, Grundprinzip der Konfrontation muss klar sein, d.h. WARUM soll ich in die Situation, die einfach nur die Hölle für mich ist? Es müssen im Hinblick auf die IN der Situation auftretende Angst ALLE Inhalte besprochen worden sein, alle Befürchtungen relativiert worden sein,...).

Ein guter Therapeut würde Dich anfangs auch IN der Situation begleiten. Bis die Angst von selber weggeht. Würde Dich in der Anwendung der erlernten Strategien in der Situation unterstützen. Ziel ist es, so schrittweise immer mehr Situationen wieder anzugehen, die momentan gar nicht gehen.

D.h. die Therapie läuft auf mehreren Ebenen ab: DEINE Gedanken und Gefühle und die Arbeit damit. Vermittlung von Strategien, um die Traumafolgen zu bewältigen. Konfrontation, damit Du weniger eingeschränkt bist im Alltag.

Man müsste angesichts der weiteren Baustellen (Schwangerschaft) entscheiden, woran man gezielt arbeitet, und bspw. die Schwangerschaftsthematik erstmal ausblenden. Das ist sicherlich nicht leicht und gelingt nicht immer, aber: Man kann nicht alles gleichzeitig vernünftig behandeln. Ich würde da empfehlen, dem Trauma Vorrang zu geben, denn das beeinflusst und destabilisiert Dich in ALLEN Bereichen. Hast Du da mehr Sicherheit, hast Du auch die Nerven, Dich mit den anderen Dingen auseinanderzusetzen.

Nebenfrage:

Läuft die Therapie im Kostenerstattungsverfahren? Dann solltest Du die Zusage aber KK aber VOR der Therapie haben, sonst erstattet die Kasse nichts! Oder wie bist Du versichert und wie läuft das mit den Kosten? Google mal nach dem "Ratgeber Kostenerstattung" von der Bundespsychotherapeutenkammer, da stehen wertvolle Infos drin.

Und:

Gerade WEIL Du selber zahlst, sollte die Therapie umso fokussierter sein. Deine Zweifel sprechen dafür, dass es irgendwie nicht so richtig läuft. Du fühlst Dich als Versuchskaninchen (nicht gut). Deine Therapeutin stützt sich offensichtlich vorrangig auf EMDR, lernt es aber noch (wie gesagt, Traumatherapie geht auch gut ohne EMDR, aber dann muss der Rest stimmen).

Du solltest DICH auch kritisch fragen, ob DU in der Therapie mehr oder weniger bewusst SELBER massiv die Traumathematik vermeidest, und es einer vielleicht guten Therapeutin dadurch wirklich schwer machst, überhaupt mit Dir am Trauma zu arbeiten. Das ist oft eine Schutzfunktion, aber wenn Du merkst, dass Du es machst, solltest Du DAS offen ansprechen und mit der Therapeutin erarbeiten, wie ihr gemeinsam diesen Schutz im sicheren Rahmen der Therapie durchbrechen könnt.

Fazit:

Du klingst nicht zufrieden. Wenn Du seit Mai/Juni wöchentlich in Behandlung bist, solltest Du stärker das Gefühl haben, dass es voran geht. Das müssen nicht unbedingt riesige Fortschritte sein, aber Du solltest z.B. einige der hier genannten Begriffe und Mechanismen kennen. Merken, dass Du anfängst, zumindest anders zu denken über die Ereignisse. Sowas. Also selber das Gefühl haben, es tut sich was. Wenn das nicht ist, solltest Du die Zweifel mit der Therapeutin besprechen.

Ebenso sollte der finanzielle Aspekt geklärt werden. Einfach mal so selber zahlen in der Hoffnung, dass man Geld wiederbekommt: Funktioniert eigentlich nicht. Müsste die Therapeutin Dir auch sagen.

Du solltest aber auch hinterfragen, inwiefern Du selber ggf. in der Therapie Dinge ausbremst. Und ggf. dort ansetzen.

Abschließend noch ein Buchtipp, damit Du mehr Infos bekommst und auch siehst, was Du selber machen kannst; wie eine Behandlung aussehen könnte/sollte:

[[http://www.hogrefe.de/programm/ratgeber-trauma-und-posttraumatische-belastungsstoerung.html]]

Diese Inhalte hätte Deine Therapeutin Dir mittlerweile in Ansätzen vermitteln sollen!

SWunfZlower%_73


Achja: Solltest Du aus NRW oder einer Grenzregion zum Münsterland kommen: Der Autor des Buches ist Spezialist und hat eine Trauma-Ambulanz aufgebaut.

[[http://wwwpsy.uni-muenster.de/Traumaambulanz/]]

L|eirlxa_gom


Hallo Sunflower!

Vielen Dank für Deine sehr ausführliche Antwort und Deine Ratschläge.

Zu dem Buch dass Du mir verlinkt hast hat mich auch schon jemand aus dem Unfallopfer-Forum geraten :)^ Ich habe es inzwischen als PDF gekauft, danke!

Ich denke ich hätte noch eine Info geben müssen, ich bin deutsche, wohne aber leider schon sehr lange in Italien, hier sind diese Angelegenheiten noch einen Tick komplizierter und ziemlich weit von den deutschen Standards entfernt....wer interessiert ist kann weiter unten kurz nachlesen wie das hier so abläuft. :(v

In der Zwischenzeit war ich bei der Therapeutin, es war eine sehr positive Stunde. Alles fing an wie sonst immer, ausser dass ich, nach dem ich diese Antwort von Dir und andere aus dem Unfallopferforum gelesen hatte viel energischer und endlich mal selbstbewusst war. Sie hat wie immer gefragt wie es mir geht und was ich ihr den nettes zu erzählen habe, ob ich was schönes gemacht hatte in der letzten Woche.

Ich habe ihr gesagt dass ich endlich 2 Nächte besser geschlafen habe als sonst – weil ich erkältet war und hohes Fieber hatte...und dann habe ich sie direkt gefragt ob und was wir hier denn eigentlich für einen Plan haben?

Sie wollte dass ich erkläre was ich denn mit "Plan" meine – und ich habe ihr gesagt dass es mir irgenwie so vorkommt als ob wir keinen habnen, also einen Therapieplan, dass ich verschiedene Sachen über mich und meine Reaktionen besser verstehe seit ich zu ihr komme, dass sich aber Meine Probleme im Bezug mit dem Unfall und dessen Folgen nicht verändert oder gelöst habe und dass ich da aber endlich raus muss dass es so nicht weitergehen kann.

Sie sah das ganze sehr positiv und meinte dass ich jetzt endlich bereit wäre gegen meine Probleme anzukämpfen und dann haben wir zum ersten mal versucht zu analysieren was denn passiert jeden Abend was für Gedanken ich immer habe, welche Ängste und sie hat eine Art Entspannungstechnik mit mir gemacht.

Ich habe sie auch direkt nach EMDR gefragt und sie hat mir erklärt dass es verschiedene Levels gibt und sie nun im Oktober für das 2. habilitiert Level wurde (keine Ahnung ob das auf deutsch der richtige Ausdruck dafür ist? Hoffe man versteht was ich meine)

Wir wollen jetzt, sagt sie, daran arbeiten dass ich alles langsam aufarbeite und nicht verdränge

Auf jeden Fall bin ich seit dem etwas entspannter, es ist als ob ich nicht mehr jede Sekunde unter Druck stehe.

Ich denke ich höre mich auf jeden Fall mal weiter um aber vorerst schau ich mal ob es mit ihr nicht doch noch etwas bringt und wir doch noch weiter kommen, evtl lag es ja doch auch an mir und wie ich an die Sache rangegangen bin? I

Ich schau auch auf jeden Fall mal ob ich nicht auch ein italienisches Buch zu PTBS finde dass mein Mann lesen kann, hoffe er will...dass sich da evtl auch einige Missverständnisse klären und er mich nicht mehr so unter Druck setzt von wegen "anderen passieren auch schlimme Sachen und die werden besser damit fertig als Du, warum schaffst Du das nicht??"

Danke nochmals fürs zuhören und helfen!!!

LG

Leila


Wen es interessiert hier mal wie die ital. KK "funktioniert"

Die KK funktioniert hier absolut nicht wie in Deutschland – wir haben eigentlich nur die staatliche, man kann bestimmte Dienstleistungen dazu kaufen, aber sonst hat man die Wahl zwischen "privat" oder "staatlich" das heisst dann in einem konkreten Beispiel:

mein Vater sieht in letzter Zeit immer Schlechter, der Optiker stellt im Oktober noch "grauen Star" fest, also muss mein Vater in ein Krankenhaus um sich genauer untersuchen und dann dort operieren zu lassen.

- Als Privatpatient bekommt er für diese Untersuchung innerhalb einer Woche einen Termin, kostet ab 120 – 150€ nur diese Untersuchung.

- Als Kassenpatient kostet es ihn nichts da er schon über 80 Jahre alt ist (sonst muss man ein so genanntes "Ticket" bezahlen, kostet um die 20- 30€) aber der nächste freie Termin ist nächstes Frühjahr, Februar....

- Als Kassenpatient mit extra bezahltem Service von 50€ hat er einen Termin in "nur" 6 Wochen bekommen

Nach meinem Unfall hat die staatliche Krankenkasse alle Kosten übernommen, Op, Krankenhausaufenthalt etc und eben auch mein Gehalt bezahlt. Vom Krankenhaus oder der Kasse kam eigentlich gar keine Auskunft, als mir die Fäden am Rücken gezogen wurden haben wir beim Chirurg der mich am Rücken operiert hat nachgefragt wie es denn nun mit Physiotherapie aussieht er meinte dass ich doch schauen soll ob ich mich da nicht selber drum kümmern kann, was im Krankenhaus geboten wird sei eh nicht so toll...

War es dann auch nicht, alte Sporthalle in der manches mit Klebeband repariert ist und nur 1 Gymnastikball der zu gross für mich war, nicht aufgeblasen war und der Kompressor funktionierte schon lange nicht mehr....

Nach 2 Monaten kam ein Anruf der nächstgelegenen Krankenkassenstelle ob ich denn schon genesen sei und nicht mehr krank geschreiben sein will oder warum ich der Aufforderung zu einer Untersuchung zu kommen nicht nachkomme – hatte diese nie bekommen da nicht per Einschreiben sondern nur als normaler Brief abgeschickt und der kam dann 3 Tage nach diesem Anruf an.

Im 4ten Monat nach dem Unfall, ich konnte mir die Socken mehr oder weniger gut alleine anziehen, vieles andere ging noch gar nicht musste ich zu einem Orthopäden der Krankenkasse, fast 1 Stunde anfahrt mit Auto und U-bahn und der meinte was ich denn noch will, nach dem was mir passiert sei sei es ja ein Wunder dass ich noch lebe und mich auch noch so bewegen kann, ich sei beim Maximum meiner Kapazitäten angelangt, ich könne da nicht noch weiter Physiotherapie machen wollen, das bringt ja eh nichts, besser als so wird es nicht mehr. Ich solle mich endlich damit abfinden und gegen die Schmerzen helfen ja eh nur Schmerzmittel und keine Gymnastik, ich hätte noch 3 Wochen Zeit dann soll ich mit der BG schauen ob die nicht irgendwie was für mich in der Firma finden können das ich trotz meiner körperlichen starken Einschränkungen noch tun kann.

Dank der Intervention meines Hausarztes und eines der 3 Chirurgen der mich operiert hatte kam es dann zum Glück doch anders, aber schon letztes Jahr im August haben die meine Akte als abgeschlossen erklärt und ich bekomme eine kleine Behindertenrente die gerade mal reicht meine aktuellen Gymanstik/Physiotherapiekosten zu decken, Akupunktur, Psychologe etc geht alles auf mich, sie sahen keine Chance auf irgendeine Besserung, ich sei bei meinem Maximum angelangt, obwohl da noch eine OP anstand...

Hätte ich diesen Ärzten geglaubt stände ich heute noch nach links gekrümmt da, würde meinen linken Arm nur angewinkelt halten mit Fingern und Hand die kaum Kraft oder Gefühl haben und immer wieder alles möglich fallen lassen, mein Mann würde mich heute noch kämmen und mir beim anziehen und waschen helfen, kochen, putzen etc ginge auch kaum, geschweige denn einkaufen gehen ausser den Einkaufswagen als Gehilfe zu missbrauchen...

Dem ist NICHT so – ich habe mir auf eigene Faust so viel Therapie und Gymnastik verordnet wie wir uns nur leisten konnten, ich war letzten Sommer jeden Tag bei irgendeiner Therapie, 1 x Akupunktur, 2-3 x Physiotherapie und Massagen im Wasser, 2 Mal Massagen und Physiotherapie "an Land", ich war in den Tagen als ich nichts hatte so müde dass ich oft den ganzen tag lang nur geschlafen habe...und jetzt bin ich so weit dass ich mein eigenes Auto mit automatischer Gangschaltung habe und alleine zum einkaufen gehe, heute alleine Lasagne koche und gestern Abend sogar beim Schlittschuhlaufen war! Ich brauche niemand mehr – jetzt muss ich nur noch die ganzen Ängste überwinden, die Albträume und Panikattacken, das muss ich doch auch noch schaffen können!!!

LSeicla_gxoxm


p.s. verzeiht die ganzen Schreibfehler...sehe sie erst jetzt...au weia...

_ Par|vatzi_


Hallo Leila,

schön, dass du hier her gefunden hast ;-)

Das klingt doch schon mal wesentlich besser, was deine Therapeutin jetzt mit dir vor hat. Ich wollte dir schon im anderen Forum schreiben, dass du ihr gegenüber wahrscheinlich etwas direkter werden und deine Ziele klar machen musst. Jetzt würde ich sagen: Gib deiner Therapeutin noch eine Chance. Ich finde, das ihr schon mal auf dem richtigen Weg seid.

ich habe mir auf eigene Faust so viel Therapie und Gymnastik verordnet wie wir uns nur leisten konnten, ich war letzten Sommer jeden Tag bei irgendeiner Therapie, 1 x Akupunktur, 2-3 x Physiotherapie und Massagen im Wasser, 2 Mal Massagen und Physiotherapie "an Land", ich war in den Tagen als ich nichts hatte so müde dass ich oft den ganzen tag lang nur geschlafen habe...und jetzt bin ich so weit dass ich mein eigenes Auto mit automatischer Gangschaltung habe und alleine zum einkaufen gehe, heute alleine Lasagne koche und gestern Abend sogar beim Schlittschuhlaufen war! Ich brauche niemand mehr – jetzt muss ich nur noch die ganzen Ängste überwinden, die Albträume und Panikattacken, das muss ich doch auch noch schaffen können!!!

Ich rechne dir das echt hoch an, dass du dich so selbstständig um dein gesundheitliches Wohl gekümmert hast und das zum Teil auf eigene Kosten. Das ist nämlich ein Punkt, der mir bei manchen im anderen Umfallopferforum etwas sauer aufstößt. Viele warten ab (Monate oder gar Jahre), bis Therapien von Krankenkasse, Berufsgenossenschaft oder anderen Versicherungen gezahlt bekommen, nur, um ihr Recht durchzusetzen. Nehmen in Kauf, dass es ihnen dadurch gesundheitlich über längere Zeit nicht besser oder gar schlechter geht. Ich finde es zwar auch nicht in Ordnung, was Berufsgenossenschaften, Versicherungen etc. im großen Stil abziehen, aber, wenn ich die Möglichkeit habe, einen Teil selber zu zahlen, dann würde ich dies tun – meiner Gesundheit zu liebe. Und mir persönlich ist Gesundheit wichtiger als irgendein Recht zu bekommen oder Geld. Muss halt jeder für sich entscheiden, aber, bevor ich mich mit jemanden rumstreite (was auch wieder Nerven kostet), bleche ich lieber selbst, sofern ich dies auch kann Mir istnatürlich auch klar, dass das manche nicht können. Dann sieht die Lage auch anders aus... Das wollte ich nur mal anmerken.

L5eilaj_goxm


Danke, ich werde auf jeden Fall nächste Woche meinen Termin mit ihr einhalten und schauen wie es weiter geht...ich war halt einfach nur wirklich sehr verunsichert und wollte mir Info einholen , egal an wem es liegt wenn was schief geht, das Wichtige ist dass man es irgendwie verbessern kann.

Ich bin ein Starrkopf, von Natur aus – hat manchmal wohl auch was Gutes :D

Irgendwie wollte und musste da was gehen, ich konnte nicht akzeptieren dass ich so abhängig von anderen sein sollte, also habe ich angefangen nach Alternativen zu suchen, meine einzige Frage war immer: kann mir das schaden? War die Antwort nein, dann hab ich es ausprobiert.

Klar, man kann sich ja auch nicht alles Leisten, viele Sachen kosten aber wir haben halt alles genau ausgerechnet, die ersten 6 Monate ging ich ja nicht zur Arbeit, also vielen alle Benzinkosten weg, ich brauchte kein Geld für die Mittagspause etc, habe aber trotzdem mein Gehalt bekommen, hahaha, anziehen konnte ich eh nur ausgeleierte Schalfanzüge und Jogginganzüge, also an Klamotten haben wir auch gespart, in Urlaub fahren ging ja auch nicht, auswärts Essen schon gar nicht...so viel Geld um es anderweitig aus zu geben... *grins*

Ich habe es aber auch sehr oft bei der Physiotherapie im Wasser erlebt da wir da oft in Gruppen gearbeitet haben – es fehlte also nicht direkt am Geld aber viele Leute waren einfach irgendwie nicht motiviert genug. Es hing immer von anderen ab, vom Doktor der etwas nicht verordnet hatte, von der Übung die langweilig war, immer irgendwelche Entschuldigungen um nicht hart an sich arbeiten zu müssen.

Eigentlich hatte ich immer Angst Zeit zu vergeuden und etwas zu verpassen, man weiss ja wirklich nie was morgen kommt, ob es noch ein "Morgen" gibt und da probiere ich alles aus was denn nur so geht und irgendwie gut klingt

Natürlich sollte ich theoretisch eines Tages von der Versicherung der Frau die das alles verursacht hat alle Kosten zurückerstattet bekommen, sofern sie alles anerkennen und hoffe darauf – aber darauf warten kann ich nicht. Es geht jetzt um meine Schmerzen und Bewegungsfreiheit und da verzichte ich gerne auf alles andere (Akupunktur wissen wir z.B. noch nicht, ist aber das einzige was mir ohne Medikamente zu missbrauchen wirklich gegen Schmerzen und Verspannungen hilft, also werde ich da noch weiter hin gehen so lange ich mir das irgendwie leisten kann)

Liebe Grüsse aus Italien

Leila

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