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Cipralex oder Citalopram

A}ndro'idlxer hat die Diskussion gestartet


Hallo.

Habe heute meinen Arzt gebeten, mir statt Fluoxetin Cipralex zu verschreiben wegen meinen Ängsten. Er hat mir dann citalopram verschrieben , da er sagte das wäre quasi dasselbe von der Wirkung. Ich hab ihm dann gesagt ,dass in manchen Foren die Leute mehr Nebenwirkungen haben. Er meinte, das wäre alles Geldmacherei und von der Pharmaindustrie organisiert. Klinisch gäbe es keine Anhaltspunkte für bessere Wirksamkeit. Dass klinische Studien vom Hersteller organisiert werden weiß ich als ehemaliger Mitarbeiter einer Pharmafirma auch.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Cipralex und citalopram gemacht? ???

Ich möchte meine Krankenkasse nicht unnötig belasten wenn es hier nur um einen Geldmacherei Trick geht.

Im Supermarkt kaufe ich schließlich auch möglichst nie Markenartikel.

Antworten
S}in nesxtätxer


Ich kenne sie beide, und mir war die bessere Wirkung plus weniger Nebenwirkungen von Cipralex gravierend genug, um das Cipralex selbst zu bezahlen.

Ich finde es zwar auch frech, daß ein Hersteller einen Patentschutz für die unglaubliche Innovation bekommt, ein Enantiomer eines eigenen racemischen Medikaments zu "erfinden", aber das ändert halt nichts daran, daß dieses Enantiomer (für mich) tatsächlich besser wirkt.

Probiers aus.

A=ndGroidxler


Dann scheint es ja doch einen Unterschied zu geben... Viele Leute berichten, dass sie keinen Unterschied spüren. Was genau stellst du denn an Unterschieden fest und liegt das wirklich am Medikament? Bei psychischen Dingen weiß ich manchmal Einbildung und Realität kaum zu unterscheiden. o:) gerade bei Angst Patienten dürfte allein die Angst vor der Umstellung schon eine Auswirkung haben.

Da mir 150 bis 200€ für eine Pseudoinnovation zu viel Geld sind, werde ich wohl bis Juni 2014 warten , dann gibt es S-Citalopram sicher als Generikum.

Aus den Studienergebnissen wird man auch nicht schlau, die scheinen vom Hersteller beeinflusst.

Kapitalismus ist schon eine Krankheit. Geld regiert alles :(v

Z"yankQali


Ich nehme seit Jahren Cipralex. Als es letztes Jahr eine Phase gab, wo die Kassen Cipralex nicht mehr gezahlt haben, bin ich auf Tipp meines Arztes hin auf Citalopram umgestiegen. Das ging überhaupt nicht, mir war drei Wochen hundeelend, meine Ängste waren wieder voll da, so dass ich schließlich mein Cipralex voll bezahlt habe, denn Citalopram würde ich freiwillig nicht nochmal nehmen.

Z^yankxali


Ach und übrigens, die Krankenkassen bezahlen Escitalopram doch wieder! Kann Dein Arzt also ruhig aufschreiben.

ATndroixdler


Hab jetzt noch mal genau recherchiert. Anscheinend gibt es doch keinen Anhaltspunkt für eine bessere Wirksamkeit von Cipralex. Die Studien, die dies behaupten waren alle vom Hersteller durchgeführt und werden arg angezweifelt. Dann werde ich mal unsere Krankenkassen und letztlich unser aller Geldbeutel schonen. 28€ für Citalopram und 150 bis 200€ für S-Citalopram sind schon krass und nur weil es die Krankenkasse zahlt muss man es ja nicht nehmen. Ich kaufe ja auch im Supermarkt und generell keine Markenprodukte wenn sie nicht wesentliche Vorteile bieten. Ist größtenteils nur Marketing ohne Mehrwert.

Mein Arzt sagt, es wäre mittlerweile üblich, dass bezahlte Forennutzer Werbung für Medikamente machen würden. Bei einem 1 Milliarden Dollar Präparat durchaus vorstellbar. Wäre ja nicht das erste Mal, dass man so Umsatz generiert. Als ehemaliger Mitarbeiter der Pharmaindustrie weiß ich das Umsatz durch Marketing entsteht ]:D

Zmyanpkalxi


Studien hin, Studien her – ich habe keine Studien gelesen und ich war als ich Citalopram genommen habe von dessen Wirkung überzeugt, denn ich habe meinem Arzt geglaubt als er sagte, es sei der gleiche Wirkstoff.

Wenn Du der Krankenkasse, die Milliarden von Euro jedes Jahr einsacken, den Geldbeutel schonen willst, und eben lieber mehr Nebenwirkungen in Kauf nimmst, bitte schön, das sei Dir selbst überlassen und jeder soll schließlich tun, wonach ihm der Sinn steht.

Mit Studien aber die offenbar durchaus vorhandene, schlechtere Wirkung von Citalopram zu entkräften finde ich gewagt, denn man kann nicht immer sagen "die Angsthasen haben Angst vorm Wechsel, deswegen geht es denen schlecht". Mir war der WECHSEL überhaupt nicht bewusst, ich dachte das Zeug heißt nun anders und muss anders dosiert werden und trotzdem ging es mir hundeelend.

Aber Dir trotz allem viel Erfolg bei der Citalopram-Einnahme und ich hoffe für Dich, dass Deine Krankenkasse Deine "Selbstgeißelung" zu würdigen weiß und Dir irgendwann mal hilft, wenn Du es brauchst.

A-ndro4i\d2ler


Nur private Krankenkassen machen Gewinnmaximierung. Gesetzliche schütten die Überschüsse an ihre Mitglieder aus. Daher erhalte ich jährlich geld zurück und sorge durch ein kosten bewusstes Verhalten für ein bezahlbares Gesundheitssystem. Sollte übrigens jeder tun!!

Mein Arzt wollte cipralex auch aus genau diesem Grund nicht verschreiben, weil er es für Geldmacherei hält. Kann ich gut verstehen, auch wenn ich den Unterschied gerne getestet hätte. Naja, ich werde einfach im Juni auf Cipralex Generika umsteigen und selbst sehen. Ich könnte mir zwar jetzt nen anderen Ärzte suchen, der mir Cipralex verordnet, aber ich bin mittlerweile von seiner besseren Wirkung nicht mehr über zeugt...

Du musst Citalopram 6-8 Wochen, bei Zwängen 12 Wochen eine Chance geben, bis dein Organismus stabil ist. Hast du das gemacht?

SXinne@stätexr


Viele Leute berichten, dass sie keinen Unterschied spüren.

Viele Leute machen mit ein und demselben AD die unterschiedlichsten Erfahrungen. Ich würde sogar ganz ketzerisch behaupten, der Großteil der Heilwirkung eines jeden ADs beruht auf dem Placebo-Effekt :-D ...und gerade deshalb ist es wichtig, daß Menschen genau die Pille bekommen, die sie haben wollen, denn dadurch steigt die Chance immens, daß sie auch wirkt.

Ich kann mich selbst nicht freisprechen davon, wie auch. Ängste oder Depressionen sind nunmal psychische Leiden, und als solche besonders anfällig gegenüber dem Glauben. Wenn man glaubt, daß die Pille gut ist, oder das Reden beim Therapeuten, oder die indianische Schwitzhütte, dann bewirkt das mehr als die Chemie, die Psychologie oder die guten Geister dahinter. Und eine Abneigung gegen den Medikamentenwechsel reicht m.M.n. aus um Wirkungsverlust und Nebenwirkungsanstieg zu erfahren.

Und obwohl ich das glaube, und versucht habe objektiv an diesen Medikamentenwechsel heranzugehen, habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht wie Zyankali. Ist nun das R-Enantiomer dafür verantwortlich, oder der Placebo-Effekt? Ich weiß es nicht. Es ist aber auch völlig wurscht, das Ergebnis zählt – warum es mir besser geht ist zweitrangig, die Tatsache daß überhaupt ist entscheident.

Erfahrungen von anderen bringen einem dabei recht wenig, dafür wirken ADs bei unterschiedlichen Menschen zu unterschiedlich. Ich habe z.B. noch kein AD gefunden (und ich kenne sie beinahe alle), das tatsächlich antriebssteigernd wirkt, obwohl viele als solche gepriesen werden.

Wie auch immer: Du vertraust deinem Doc, du hast eine Meinung pro Citalopram – prima Voraussetzungen, daß dir das Medikament etwas bringt :-D ...wie gesagt, probiers aus. Nächstes Jahr kannst du dann sehen, ob Cipralex für dich anders, oder besser, oder vielleicht sogar schlechter ist. Wäre interessant zu erfahren, kannst dich dann ja noch mal melden :-)

sYnow9wit'cxh


Ich hab beides schon genommen und null Unterschied gemerkt. Auch habe ich schon öfter in Foren darüber gelesen und in einem sagen die Leute das eine ist viel besser und hilft ihnen super, in einem anderen genau umgekehrt. Ich selbst kann beides nicht nehmen, weil ich dann meinen Alltag nicht mehr schaffe, weil ich ständig einschlafe oder so müde bin, dass ich mich kaum bewegen kann. Ganz furchtbar. Allerdings hatte ich während der Einnahme auch keine Alpträume mehr. Heute nehme ich Opipramol das hilft mir besser. Obwohl ich auch müde bin, aber nicht so extrem. Dazu noch Valdoxan zum schlafen und in ganz heftigen Fällen Stangyl. Allerdings ist alles bei mir mittlerweile sehr gering dosiert und mir gehts gut damit.

A*nd6rVoidlexr


Auch wenn es manche behaupten, aber SSRI sind deutlich wirksamer als Placebo. Haben meine Zwänge damals sehr gut beeinflusst. Hat aber Wochen gedauert bei Fluoxetin. Und das habe ich vorher nicht gewusst ]:D

Opipramol ist ein gutes Mediksment , macht aber etwas müde und Gewichtszunahme. Die Wirkung ist begrenzt, es ist ein eher schwaches Medikament. Wenn man allerdings mal 200 mg auf einmal nimmt, ist man für den Rest des Tages geliefert. Dann kann man durchgehend schlafen. Fluoxetin macht hingegen oft unruhig und eher wach. Kann ohne opipramol dann nur schwer schlafen. Mit 40 mg hat es mich aber zeitweise auch sehr müde gemacht. Zeitweise auch sehr unruhig. Gerade in der Anfangsphase reagiere ich etwas unterschiedlich. Das Gehirn muss sich erstmal auf den veränderten Serotonin Spiegel einstellen.

Letztlich fand ich alle Medikamente wirksam, manche erst in höherer Dosis. Wobei ich es schade finde, dass opipramol müde macht, das ist außer abends kontraproduktiv. ]:D

S9inne(stjäter


Auch wenn es manche behaupten, aber SSRI sind deutlich wirksamer als Placebo.

Sie sind wirksamer, keine Frage. Aber nicht unbedingt deutlich, siehe z.B. [[http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/antidepressiva-forscher-bezweifeln-wirkung-von-prozac-a-537832.html hier]] oder [[http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=1877 hier]].

Hhinaxta


Was ist besser: Placebo-Effekt oder gar kein Effekt? ;-) ;-D

(Nur ein kleiner Denkanstoss)

sknoww{itcxh


also Opipramol macht mich nicht halb so müde wie Cipralex und Citalopram. Mit Opipramol schaffe ich es durch den Tag, aber wie gesagt, ich nehme nur noch wenig davon. Mit den beiden anderen war ich völlig arbeitsunfähig, völlig unfähig irgendwas zu tun vor Müdigkeit. Ich hab nur noch im Bett gelegen, hab meine Tochter morgens mit Mühe zur Schule gefahren und wenn ich an der Ampel stand bin ich schon wieder eingenickt. Das ging leider gar nicht. Aber es reagiert ja jeder anders.

t1he-cYa9ver


Ach und übrigens, die Krankenkassen bezahlen Escitalopram doch wieder! Kann Dein Arzt also ruhig aufschreiben

Von wegen! Richtig ist, dass Escitalopram aufgrund einer einstweiligen Verfügung vorläufig wieder bezahlt wird. *Nicht* richtig ist, dass der Arzt es "ruhig" aufschreiben kann: Wenn er nämlich eine Wirtschaftlichkeitsprüfung kriegt, wird er in jedem Einzelfall begründen müssen, warum er nicht das billigere Citalopram genommen hat – ansonsten droht Regress. Deswegen wird er nach Möglichkeit immer Citalopram nehmen – ist ja schließlich auch ein gutes Medikament. Wenn allerdings bei einem patienten intolerable nebenwirkungen unter Citalopram auftreten, und dokumentiert sind, sollte das schon mal ein gutes Argument sein.

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