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Monatelange Angst schwul zu sein (m/25)

FdroGmHexll hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Ich weiss, solche Threads gibt es bereits unzählige und helfen tun sie alle nicht, aber ich bin derart verzweifelt, dass ich halt einen aufmache. {:(

Ich leide seit bald drei Monaten ununterbrochen (ausser durch den Schlaf) an quälender Angst schwul zu sein.

Angefangen hat es so, dass ich in meiner neuen Beziehung Erektionsschwierigkeiten erfahren habe und Google danach befragte. Diverse Antworten liefen darauf hinaus, dass man schwul sein und es für sich noch nicht erkannt haben könnte. Das hat eingeschlagen wie eine Bombe. Ich verfiel zusehends in grosse Verzweiflung, quälende Gedankenkreise, sich selbst testen, jeder Mann auf der Strasse ist plötzlich "attraktiv" und muss (ist wie ein Zwang) überprüft werden, ob ich mir vorstellen könnte mit dem Sex zu haben. JEDEN! Ich konnte nicht mal bei der Beisetzung meiner Oma aufhören Leute zu mustern und mich zu testen, in der Kirche!

Ich kann nicht abstreiten, dass ich seit der Geschlechtsreife durchaus mal neugierig gewesen bin und geschaut habe, was denn so auf der anderen Seite läuft, hab auch mal mit einem guten Freund masturbiert zu einem Pornofilm. Hab vor Jahren mal ein schwules Erlebnis mit jmd, der mir einen runtergeholt hat. Ich habs aber nicht gemocht und für mich als Erfahrung abgehakt.

Ich war immer in Frauen verliebt (und nein ich hab mir das nicht vorgemacht). Ich hab auch nichts verdrängt, beim besten Willen nicht, zudem hab ich so ein gutes Verhältnis zu meiner Familie und besonders zur Mutter, dass ich ihr/ihnen längst gesagt hätte, wenn ich tatsächlich schwul wäre. Ich habe mich aber zu keinem Zeitpunkt als schwul empfunden, das war gar kein Thema für mich. Ich hab auch nie Männern hinterhergeschaut in der Stadt oder im Ausgang, im Zug, etc. Jetzt tue ich das, aber nicht weil ich's gerne tue, sondern weil es ein ganz quälender Zwang geworden ist. Immerzu muss ich mich testen. Das macht mich fertig. Dazu kommt, dass ich in den letzten Tagen/Wochen plötzlich noch das Gefühl habe, dass schwuler Sex und männliche Genitalien mich tatsächlich erregen. Ich muss dann immer masturbieren um zu testen und mit jedem Orgasmus bin ich weiter in der Spirale drin. Ich bin jetzt bald drei Monate im Hamsterrad und möchte nach wie vor keine schwule Beziehung und habe auch kein Verlangen nach schwulem Sex. Die Fantasie jedoch scheint mich immer mehr zu erregen und das raubt mir den letzten Funken Realität. Sind das jetzt die Ängste oder mein wahres Ich das rauskommt? Ich habe keine Ahnung mehr... :°( Seit ich meine tote Oma gesehen habe denke ich immer öfters, dass ich nur noch sterben möchte. Ich kann nicht mehr. :°(

Die aktuelle Beziehung zu meiner Freundin ist schön und manchmal aber auch anstrengend für mich, da ich unter Depressionen, Angstzuständen, Panikattacken und ADHS leide. Grundsätzlich empfinde ich es aber als schön und sie kann mich auch erregen (wenn ich denn mal den Kopf ausschalten kann). Hatte schon x-mal Erektionen mit/bei ihr.

Blöde Frage und doch muss ich sie stellen: Bin ich schwul?

Antworten
bmlacikheaRrtedq{ueen


Bekommst du denn bei Männern eine Erektion? Also wenn du an Sex mit einem Mann denkst?

Mein Freund zum Beispiel hat einen allerbesten Freund. Die zwei lieben sich auch, wie Brüder und geben sich auch manchmal Bussis. Trotzdem sagt mein Freund, dass er bei einem Mann niemals einen Harten bekommen würde.

Und selbst wenn.. ist ja nichts schlimmes oder verwerfliches schwul zu sein. Mal ganz davon abgesehen, dass ich glaube dass kaum ein Mensch rein "hetero" oder rein "schwul/lesbisch" ist. Dazwischen gibt es doch unendlich viele Graustufen..

Ich selbst finde manche Frauen sehr attraktiv und könnte mir auch Sex mit ihnen vorstellen, verliebt war ich aber bisher ausschliesslich in Männer. Und ich schaue gerne Schwulenpornos mit Männern :-D


Bist du denn wegen deinen Problemen (Zwangsverhalten, Depressionen, Angstzuständen, Panikattacken, ADHS) schon in psychotherapeutischer/psychiatrischer Behandlung?

Gcunvther_G$antDhexr


Ich schaue gerne Pornos mit Männern und Transen. Hatte auch schon Sex mit einer Trans.

Ich glaube nicht das du schwul bist, scheint aber so als würdest du dir das unbedingt einreden. Erektionsprobleme haben bestimmt nix damit zu tun. Ich hätte solche Probleme gar nicht, weil ich weiß das ich ja nicht auf Männer stehe. Von der Seite betrachtet... ist es schon seltsam bei dir.

F,ro1mHelxl


Hallo blackheartedqueen,

Vielen Dank für deine Antwort. Ja ich bin in Therapie bezüglich verschiedener Themen.

Sagen wir mal so, bis vor einigen Wochen hatte ich keine Chance eine Erektion zu bekommen, wenn ich mir Sex mit einem Mann vorgestellt habe. Das ist auch jetzt in der kompletten Verwirrung eher schwer, aber so glaube ich zumindest nicht unmöglich. Das ganze läuft nur in der Fantasie. Ich hab auch bei der Selbstbefriedigung selten bis nie homosexuelle Fantasien (wenn ich ohne Porno befriedige).

Ich hab in der Präsenz eines Mannes noch nie eine Erektion bekommen. Bei Frauen schon zig mal. Musste zwei mal in den letzten Jahren umgehend masturbieren, nachdem ich Kontakt zu einer Frau gehabt habe (eine davon war meine damalige Freundin). Verliebt war ich ausschliesslich in Frauen, da gab es noch nicht mal Herzklopfen oder mehr als normale Zuneigung zu einem männlichen Wesen.

F8romxHell


Hallo Gunther,

Was meinst du mit "ich hätte diese Probleme gar nicht, da ich weiss, dass ich nicht auf Männer stehe"?

Ne Trans ist doch ein Mann in aller Regel...?

AYpfelkVuchexn007


Die aktuelle Beziehung zu meiner Freundin ist schön und manchmal aber auch anstrengend für mich, da ich unter Depressionen, Angstzuständen, Panikattacken und ADHS leide.

Ich denke mal, das ist der Punkt. Wenn du eh schon an Angstgedanken und Angstzuständen leidest, dann würde ich dort an erster Stelle schauen. Klingt eher nach einer Beschreibung von "Zwangsgedanken", also ein Gedanke, der dich Tag und Nacht beschäftigt und beschäftigt und dich quält und du diesen nicht loswirst. Ist nicht so selten bei Angstpatienten...sprich das Thema doch bei deinem Therapeuten an, vielleicht verbirgt sich dahinter ein anderes Problem.

F3r'omHelxl


@ Apfelkuchen:

Ich habe das Problem schon mehrfach angesprochen bei meinem Therapeuten. Er hatte vergangenen Dienstag geschmunzelt und gemeint, dass sich hier ein Heterosexueller zum Homosexuellen deklariert. Das Problem sei viel weniger ob ich schwul sei oder nicht, sondern vielmehr Angst. Angst vor Nähe, Angst vor dem Versagen (so auch im sex. Bereich), Angst verletzt zu werden, geliebt zu werden, whatsoever. Eine lange Liste.

Ich verstehe nur nicht, weshalb ich Dinge zu "fühlen" beginne, die ich noch nie gefühlt habe. Werde ich langsam wahnsinnig? Spielt mir mein Inneres einen bösen Streich durch das monatelange Grübeln? :-o

tLuffaxrmi


Spielt mir mein Inneres einen bösen Streich durch das monatelange Grübeln?

schon möglich.

A.pfel(kuchexn007


Angst vor Nähe, Angst vor dem Versagen (so auch im sex. Bereich), Angst verletzt zu werden, geliebt zu werden, whatsoever. Eine lange Liste.

Du wirst nicht wahnsinnig, aber die Probleme in deinem Inneren belasten dich und deine Psyche drückt sich dann eben in deinen "komischen" Gedanken aus. Das, was dich so stark belastet, will sich sozusagen Gehör verschaffen. Deshalb ist es auch so wichtig, dich deinen Problemen zu stellen, sprich die Therapie zu machen... . Und ja Nähe, Liebe, einfach so sein wie man ist, zu versagen – das alles kann Angst machen. Ich finde, du bohrst gerade an der falschen Stelle. Frag dich lieber, was dich wirklich quält. Ich kenne sowas auch, meistens kommen solche Dinge/Gedanken dann, wenn man sich vor etwas drücken will oder Angst hat, sich einem Problem zu stellen.

F!romXHelxl


Hallo Apfelkuchen,

Danke vielmals. Du denkst also nicht, dass ich plötzlich schwul bin? Es irritiert mich einfach unglaublich, dass ich plötzlich (scheinbar?) erregt werde wenn ich die Fantasie anwerfe und mir sexuelle Handlungen mit einem Mann vorstelle. Das kenne ich so gar nicht und das ist erst in den letzten Wochen gekommen, dass mir das ins Bewusstsein gekommen ist. Die Frauen kriege ich gar nicht mehr in die Fantasie, das wurde alles von den Gedanken "gefressen". :°(

Wenns einen erregt dann muss es einen doch gefallen, ich weiss echt nicht mehr weiter. Ich bin 25 und keine 15 mehr!!? {:(

AvpNfel*kuche!n007


Ich bin keine Expertin .... aber deine Schreibweise erinnert mich mehr an einen Angstpatienten, der alle möglichen Schreckens-Gedanken hat und dann total in der Panik aufgeht. Dass dir das alles so viel Angst macht, es sich immer dreht und dreht und immer um das gleiche Thema... . Und wenn es schon dein Therapeut sagt, dass das Problem wo anders liegt, solltest du ihm glauben und das Ganze als Angstattacke oder Angstgedanken einordnen.

F)romHxell


Und das tatsächlich vorgefallene schwule Erlebnis hat keine Bedeutung? ":/ Ich war damals so einsam und dachte ich kriegte nie eine Frau....

Es ist schon krass, alle sagen da sei nix worüber ich ernsthaft nachdenken müsste und ich schlage alle diese Ratschläge in den Wind und beharre regelrecht darauf, dass ich ja wohl stockschwul sein müsse und ich WILL es noch nicht mal. Manchmal wünschte ich mir ein Gehirn-Reset.

AHpfelKkuchen0x07


Eigentlich kannst du gar nicht schwul sein, wenn du dich zu Frauen hingezogen fühlst. Dann wärst du keine Ahnung bisexuell oder wie nennt man das ?

Ja, eben, dein Gehirn schiebt Panik...du bist irgendwie krass im Panik-Modus gerade, du musst dort raus....am besten mit viiel Bewegung und Sport. Geh ein paar Runden laufen, werde aktiv, lenk dich ab.

F.romZHell


Das Problem ist man liest in diesem Scheiss Internet zuviel. Da gibt's Hunderte Stories wo Männer erst Beziehungen zu Frauen hatten, dann das ganze irgendwie nicht so prickelnd fanden, zack auf die andere Seite wechselten und da fanden sie ihre Erfüllung. Das geht mir weder im Kopf noch in der Logik noch in meiner Lebensphilosophie auf. Ich war x-mal verliebt oder verknallt in Frauen, hatte Schwärmereien für Frauen, an die ich nicht ran kam, da war nicht ein einziges männliches Geschöpf in das ich mich auch nur ansatzweise verguckt hätte....

SGunfl>ower_7x3


Das klingt schon sehr nach Zwangssymptomatik (gehört auch zu den Angststörungen). Man mag sich ja durchaus Sorgen/Gedanken drüber machen und es irgendwie nicht sein wollen, aber selbst dann wäre man nicht dermaßen fixiert, dass man selbst auf einer Beerdigung an nichts anderes denken kann.

Interessant finde ich auch den Auslöser bzw. die Entwicklung: Simple Erektionsschwierigkeiten (kommen häufiger vor als Mann denkt, v.a. bei Aufregung etc.; sagt eigentlich NIX aus!). Dann die extreme Beschäftigung damit (via Internet) und dann die Angst, schwul zu sein.

Sorry, aber das klingt alles andere als schwul, dafür aber sehr zwanghaft.

Und: Die wenigsten Menschen sind komplett & 100% hetero. Es gibt nicht nur schwul und hetero (und bi), es gibt gerade in der Fantasie viele Grauzonen.

Kritisch wird es nur, wenn Du im Hetero-Bereich Schwierigkeiten hattest (Erektionsprobleme) – und Dich jetzt quasi in die Schwulen-Ecke "flüchtest".

Die klugen Fragen Deines Therapeuten möchte ergänzen: Und wenn Du schwul wärst, was wäre daran so schlimm? Oder wenn Du bi wärst und wirklich beides magst?

Würdest Du DAS in der Realität zulassen, stündest Du aber wieder vor Punkten wie "Angst vor Nähe". Sich panisch für schwul zu halten und es zu verteufeln, führt immerhin dazu, dass Du es nicht real ausleben muss/kannst/darfst. Hmmm.... Wird deutlich, was ich meine?

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