» »

Monatelange Angst schwul zu sein (m/25)

F-romSHoelxl


@ Gegen_die_Zeit:

Danke, du hast die Beschreibung abgeliefert, die auch auf mich 1:1 zutrifft. %-|

@ Apfelkuchen007:

Ich empfinde es als eine Frechheit, wenn psychische Erkrankungen von psychisch Gesunden herabgespielt werden, genauso ist es aber eine Frechheit, wenn ein psychisch Kranker sich versucht Vorteile durch die Krankheit zu erhaschen.

PS: Wenn es denn so einfach wäre, sich "mal eben" einen Ruck zu geben, einen Arschtritt, warum gibt es dann so viele Suizide? Diese Menschen sind/waren zutiefst verzweifelt und die haben bestimmt nicht einfach "nur keinen Arschtritt" erhalten.

Frrom(Hexll


Die gesamte Situation ist auf gut Deutsch gesagt so zu umschreiben:

Ich habe Angst, nach dem Beziehungs-Fiasko sowieso noch mehr, dass ich mich nie mehr in eine Frau verlieben werde/verlieben kann, weil ich ja vielleicht schwul bin und daher fortan Männer ficken muss, Männer küssen muss, Männer daten muss.

Sorry für die Gossensprache, aber dieser eine Satz beschreibt es sehr gut.

m>ond+s$ternxe


Ich habe Angst, nach dem Beziehungs-Fiasko sowieso noch mehr, dass ich mich nie mehr in eine Frau verlieben werde/verlieben kann, weil ich ja vielleicht schwul bin und daher fortan Männer ficken muss, Männer küssen muss, Männer daten muss.

Das musst Du nicht. Manche Männer tun es, weil sie es so wollen. Du nicht. Das ist der Stand heute. Wie es sich in Zukunft weiterentwickelt, kann niemand voraussehen.

Was würdest Du davon halten, wenn Du Dich mit Deinem "Beziehungs-Fiasko" beschäftigst, und nicht mit Deinen Zwangsgedanken?

Wie steht es um die zerbrochene Beziehung? Darf man die Frau schon als Deine Ex-Freundin bezeichnen?

G@egenn_Idiex_Zeit


@ mond+sterne

Ich glaube, FromHell meint nicht, dass ihn jemand dazu zwingen könnte, Sex/Beziehungen mit Männern zu haben.

Er scheint eher zu denken, früher oder später wird dies ohnehin geschehen, weil es seiner tatsächlichen sexuellen Orientierung, die er bisher nicht wahrhaben wollte, entspricht.

Und dieser Gedanke macht ihm Angst – genauso wie mir. Denn ich war seit meiner Jugend immer in Frauen verliebt. Mit einigen war ich dann auch zusammen und hatte Sex, und es war eine wunderschöne Erfahrung. Die Angst, schwul zu sein, ist eine enorme Verlustangst, all diese schönen Dinge nachträglich als aufgesetzte Lüge zu erkennen und nie mehr auf diese Weise mit einer Frau zusammensein zu können...

Ich war gestern abend in der Kneipe mit einem Freund. Als der Barkeeper, ein freundlicher und gutaussehender Mann in meinem Alter, die Bestellung aufnahm, überkam mich plötzlich eine unglaubliche Panik: Fand ich ihn hübsch? Zum verlieben schön? War ich verlegen, wie sonst immer bei schönen Frauen? Hatte ich weiche Knie?

Dann später, als er die Biergläser von unserem Tisch räumte und "Prost" zu mir sagte und mich dabei anlächelte: War er vielleicht schwul? Ich auch? Eben doch – und keine Zwangserkrankung, sondern nur Selbstverleugnung? Sollte ich zurücklächeln? Hatte ich bereits zurückgelächelt? War ich nur zu feige, um mir selbst einzugestehen, dass ich mich sofort in diesen Mann verlieben würde, wenn ich ihn besser kennenlernen würde?

So geht das jeden Tag, seit über einem Jahr. Mein Psychiater hat eine Zwangsstörung diagnostiziert und eine medikamentöse Behandlung empfohlen, was ich aus Angst vor Nebenwirkungen bisher ablehnte. Ich hoffe, das ganze Problem durch aussitzen und abwarten zu lösen. Einen gewissen Grundoptimismus habe ich mir bewahrt :-) , trotz allen negativen Gefühlen.

Ich habe einfach Angst davor, mich nie mehr in eine Frau verlieben zu können, mit einer Frau zusammen sein und Sex haben zu können...

FQr0omHxell


@ mond+sterne:

Ja, diese Frau ist meine Ex-Freundin. Sie kommt heute Nachmittag um ihre Sachen abzuholen und noch mit mir zu reden. Unschöne Momente, vor denen ich mich liebend gerne drücken würde. %:|

Es gibt ja auch die Möglichkeit, dass ich ein besonders harter Fall bin im Nicht-Akzeptieren und mich wie ein Löwe gegen meine eigentliche Orientierung wehre. Wer weiss das schon. Nur weil mir mein Therapeut, mein gesamtes Umfeld sagt, dass ich nicht schwul bin, muss das ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein. :°(

Zudem vermisse ich meine Grossmutter wirklich sehr. Meine Grosseltern waren für mich wie ein Anker in der Brandung, an den ich mich festhalten konnte, wenn es mir nicht gut ging. Dieser Anker ist nun unwiederbringlich zerstört. Mein Grossvater ist auch nur noch ein Schatten seiner Selbst, und er ist für mich mein Vater (nicht biologisch). Sehr traurig. Ich bin oft einfach traurig, depremiert und hoffnungslos. Die Therapie scheint auch nicht zu greifen, obwohl der Therapeut herausgefunden hat, weswegen meine Probleme da sind.

Ab wann wirkt Venlafaxin eigentlich? Nehme es seit Dienstag und abgesehen von Übelkeit und starkem Schwitzen merke ich keinen stimmungsaufhellenden Effekt. >:(

F6romHexll


@ Gegen_die_Zeit:

Die Angst, schwul zu sein, ist eine enorme Verlustangst, all diese schönen Dinge nachträglich als aufgesetzte Lüge zu erkennen und nie mehr auf diese Weise mit einer Frau zusammen sein zu können.

Das ist genau der Punkt. Ich habe riesige Angst davor, dass meine ganze Welt, meine ganze Identifikation, von der ich glaubte, dass sie echt ist, in sich zusammenfällt und etwas ganz Anderes zum Vorschein kommt. Es gibt Hunderte von homosexuellen Männern im Showbiz oder auch privat, die sind glücklich, die leben ihr Leben, aber es ist nicht das Leben, das ICH leben will. Ich will das nicht. Ich kann es mir nur beschränkt vorstellen und das nach 5 Monaten dauergrübeln.

Ich habe/hatte andere Vorstellungen von meinem Leben. Mir wurde so viel genommen im Leben, ich wurde praktisch noch nirgendwo einfach so akzeptiert oder Willkommen geheissen. Mir wurde immer alles genommen, meist auch noch meine Würde. Ich wurde ständig ausgelacht, verstossen und wegen meines Anderssein belächelt. Und jetzt scheint mir mein eigenes Leben/Schicksal auch noch die letzte Hoffnung wegnehmen zu wollen.

Leben, du hast es geschafft, bald hast du mich auch noch der letzten Hoffnung an ein bisschen Normalität und Wunsch nach Familie beraubt.

Gpegenn_diev_Zqeixt


@ FromHell

Ob du es glaubst oder nicht, ich kann absolut nachvollziehen, was du empfindest.

Zudem macht die "Schwulangst" (so nenne ich es für mich) die Beziehungsanbahnung mit Frauen bestimmt nicht gerade leichter. Ich frage mich, ab welchem Punkt ich das einer Frau erzählen könnte: Beim ersten Date? Nach dem ersten Kuss? Vor oder nach dem ersten Sex? Nie?

Dass die meisten Menschen noch nie was von homosexuellen Zwangsgedanken gehört haben, macht es auch nicht einfacher...

"Leben, du hast es geschafft, bald hast du mich auch noch der letzten Hoffnung an ein bisschen Normalität und Wunsch nach Familie beraubt."

Tja, diesen Gedanken habe ich unzählige Male gehabt in den vergangenen Monaten. Mit einer lieben Frau zusammen zu sein und eine Familie zu gründen, ist auch ein grosser Wunsch von mir. Andererseits versuche ich, nicht in Resignation zu verfallen. Ich bin jetzt Ende 20, da bleiben noch locker 15 Jahre um Frauen kennenzulernen und vielleicht Vater zu werden.

@ FromHell

Wenn ich deine Sachen so lese hier, würde ich dir übrigens 100-prozentig und schriftlich bestätigen, dass du NICHT schwul bist. Du bist es einfach nicht. Aber ich weiss, das hilft vermutlich nur wenig.

m4a:txhmd


Hallo!

ich habe mich total in euren Antworten gefunden, mir geht es genau wie euch, allerdings erst seit ein paar Tagen. Ich hab hier im Forum auch schon was dazu gepostet:

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/680144/]]

Wie geht es euch heute, mit ein paar Monaten abstand zu den Beiträgen? Wie gesagt, bei mir tritt das erst seit ein paar Tagen auf und ich bin schon völlig am Ende. Vielleicht mag ja der ein oder andere von euch den Beitrag durchlesen.. ist aber sehr lang geworden..!

Grüße

Ein Gefangener seiner wirren Gedankenwelt %:|

H0omel[essyGipsxy


@ FromHell

Kein Mensch der Welt, auch nicht Dein Psychiater, werden Dir die Antwort auf diese Frage geben können. Das kannst nur Du. Du mußt doch wissen, was Du fühlst ??? ?

Wenn Du keine Erregung bei einem Mann bekommt, bist Du nicht schwul, wenn doch, dann ja, oder zumindest bi. Nur Deine Gefühle können Dir die Antwort geben. Stockschwul bist Du schonmal nicht, da Du mit Frauen schläfst und Frauen Dich scharf machen.

Somit kannst Du auf jeden Fall eine Familie gründen, wenn Du das unbedingt willst. Es könnte halt nur sein, dass Du nebenher eben auch noch Männer scharf findest. Deswegen mußt Du aber nicht komplett in die Schwulenwelt wechseln, dann kämen ja auch die Frauen zu kurz. ;-)

Wenn Du unbedingt und wirklich eine Familie gründen willst, dann kannst Du das auf jeden Fall. Nichts steht Dir im Wege. :)*

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH