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Monatelange Angst schwul zu sein (m/25)

FFunk<el$augexn


Du machst dir ganz schön Panik. Warum nur? Wo man hin schaut sind heute selbstbewusste Schwule und leben ihr Leben und machen ihr Ding. Mach das Fernsehn an uns schon siehst Du sie. Die halbe Jury vom Supertalent ist schwul, es gibt schwule Politiker und Modemacher und zig bekannte Leute die es sind. Da kräht doch heute kein Hahn mehr nach. Bei Dir klingt es als hättest Du Pest, Cholera und Pocken am Leib.

Du liebst Frauen, schaust aber auch auf Männer und hast Erlebnisse und Gefühle gehabt die dich irritieren. Schüttel mal die Angst an. Du bist normal, absolut normal. Es ist nämlich gar nicht so das die Mehrzahl der Menschen Heterosexuell ist. Die Mehrzahl der Menschen ist laut Studie Bisexuell und Du gehörst wohl dazu. Viele verdrängen es und probieren es nicht aus, andere weichen öfter mal ab ins andere Lager. Was ist dabei?

"Ein bisschen BI schadet nie" sagt man häufig und wenn es um Frauen geht stört Euch Männer das nicht. Ihr findet das sogar höchst erregend wenn zwei Mädels anfangen sich zu berühren und zu knutschen oder mehr. Wenn es aber um Euch geht bricht gleich die Hölle los. Warum nur?

Es wird meiner Meinung nach immer mal wieder Momente oder Phasen geben in denen dir die BI Ader bewußt wird. Du wirst lernen damit umzugehen und wie viele andere Männer auch vielleicht mal in Gedanken oder auch Taten darauf zurück kommen.

Fürchte Dich nicht und nimm Dich an wie Du bist. Etwas zu unterdrücken macht es nur noch schwerer. Es gibt keinen Grund sich Sorgen zu machen.

Alles Liebe für Dich ;-)

Mtarrye-ti>nxi


Mir kommt das sehr bekannt vor. Ein Bekannter von mir wurde so lange von (damals noch) Schulkameraden als schwul bezeichnet bis er es selbst wirklich nicht mehr wusste. Er hat es dann auch ausprobiert. Hat ihm aber nicht gefallen und es war abgehakt. Du selbst probierst aber so lange, bis es dir gefällt, vielleicht konditionierst du dich sogar darauf-quasi wie einen Hund mit einem Leckerli (eben nur deinen Penis mit einem Orgasmus)

Du bist nicht schwul, so wie ich das sehe, etwas seltsam finde ich deine extreme Angst davor

F@rom`Hexll


@ Marry-tini:

Wie meinst du das mit dem Konditionieren wie ein Hund mit Leckerli ???

@ Funkelaugen:

Mit "bi" könnte ich leben, da wäre kein Problem dabei, wobei ich mich auch nicht "bi" fühle, ganz ehrlich gesagt... :-X Mein Therapeut sagte heute, ich solle die Frage endlich vergessen, ich würde mit dem Gedankenkarrussell "bin-ich-schwul-oder-nicht" wichtigere Themen in meinem Leben verdrängen, damit ich mich nicht mit diesen Themen befassen müsse. Es sei sehr unwahrschleinlich, dass ich tatsächlich homosexeulell bin.

B9ene2nicxe


Steht schon irgendwo dein Alter?

Früher galt es mal als ganz normal, dass man in der Pubertät oder auch als junger Erwachsener so eine Bi-Phase durchlief; anscheinend waren unsere Altvorderen da moderner als wir.

Ich rate dir, es als "Durchlaufposten" zu sehen und dich von der Angst zu befreien. Warte einfach ab. Und panische Angst braucht doch heute niemand mehr vorm Schwul- oder Lesbischsein zu haben.

FdromHxell


@ Benenice:

Ich bin etwas über 25 Jahre alt, also mind. 5, 6 Jahre raus aus der Pubertät. Ich war ein Spätzünder.

Bnen=epnicxe


Als Spätzünder "darfst" du jedenfalls auch noch diese "Bi-Phase" durchlaufen. Mach dir doch nicht so viele Sorgen. :)_

A-pfel=kuchxen0x07


Mein Therapeut sagte heute, ich solle die Frage endlich vergessen, ich würde mit dem Gedankenkarrussell "bin-ich-schwul-oder-nicht" wichtigere Themen in meinem Leben verdrängen, damit ich mich nicht mit diesen Themen befassen müsse.

Das sagt doch schon alles!! Du drückst dich mit deinen "Angst-Mache-Gedanken" vor einem oder mehreren sehr ernsten Themen, die dich so belasten und dir so viel Angst machen, dass du dich lieber mit "Bin ich schwul oder bi oder was auch immer" beschäftigst und ablenkst.

Jedes weitere Lesen in diesem Thread stachelt dein Karussel dieser Gedanken nur noch mehr an. Jetzt gar ernsthaft, lasse den Thread sperren oder schalte dein Internet ab. Dein Therapeut hat recht.

Moarry-txini


Mit der Konditionierung meine ich, dass du eigentlich – so wie du es zumindest schilderst – ja gar keine Erregung bei homosexuellen Gedanken verspürst. Nur betreibst du das ganze so lange, bis es eben mittlerweile sogar Erregung erzielt.

Der Vergleich mit dem Hund: Wenn du einem Hund immer wieder ein Leckerli gibst, wenn er sich hinsetzt, dann merkt er sich das und wird sich dann immer hinsetzen, weil er es mit einer Belohnung verbindet. Du findest Homosexualität eigentlich nicht erotisch, belohnst dich aber immer mit Lust, dass du es – wie beim Hund – geschafft hast, dass du mit Erregung reagierst.

Das Ganze ist jetzt natürlich nur eine Hypothese.

Ich wiederhole die Frage: Wieso macht dir das so Angst? Eine Neigung zum gleichen Geschlecht ist doch nichts ungewöhnliches oder schlechtes.

FJro?mHe.lxl


Warum kann ich die Gedanken denn nicht endlich mal abstellen und die Dinge so auf mich zukommen lassen wie sie eben kommen? Das ist ja das Quälende an der ganzen Geschichte! Ich möchte ja an etwas anderes denken, möchte ja aufhören überhaupt an das zu denken, ich meine ich bin in einer Beziehung und gut ist!?

Die Sache ist die, dass ich ja versuche nicht mehr daran zu denken, aber es geht einfach nicht. Ich kann nicht aufhören daran herumzugrübeln und das macht mich ja auch fertig. Deswegen bin ich ja so aufgebracht. Weil ich nicht mehr aufhören KANN. Es geht einfach nicht. Sogar wenn ich mitten in der Nacht wach werde, ist der erste Gedanke mal eben daran. DAS ist quälend und nicht der Umstand, dass ich eventuell bi sein könnte.

Hab jetzt vom Arzt Seroquel 50 mg (Retard), nach 4 Tagen 100 mg (Retard) erhalten. Ich hoffe es wird wirken.

SOunfl;ower_x73


Weil das schon verdächtig das Ausmaß von Zwangsgedanken angenommen hat. Weil Du Deine GESAMTE Wahrnehmung (innerlich und nach außen gerichtet) DANACH regelrecht filterst. Alternativerklärungen kommen bei den Scheuklappen gar nicht mehr durch.

Und weil Du der theoretischen (!) Tatsache, schwul zu sein, viel zu ungelassen begegnest. Wenn Du sagen könntest "tja, dann ist's halt notfalls so", würden die Gedanken ihre Macht komplett verlieren.

Was bringt Dein Therapeut Dir zum Umgang mit diesen Gedanken denn bei?

Die Sache ist die, dass ich ja versuche nicht mehr daran zu denken, aber es geht einfach nicht.

Funktioniert eh nicht. Der eindeutigste Effekt von Gedankenunterdrückung ist, dass sie umso stärker durchkommen. Gibt es lustige Experimente zu, die man prima mit Patienten machen kann.

Nachlassen der Relevanz dieser Gedanken geht nur über bewusste Auseinandersetzung damit, Entwicklung realistischer Gedanken/Argumente – und Akzeptanz, dass sie da sind.

Und: Gedanken sind NUR Gedanken.

MSau2ri\ghxa


Das bestätigt meine Theorie, dass Doc Google ein wirklich mieser Arzt ist. Alles, wirklich alles, ist auf einmal pathologisch.

m~ond^+stQern\e


Du hast hier im Faden schon große Fortschritte gemacht. Denn am Anfang hattest Du noch Fragen gestellt, auf die Du unbedingt eine Antwort wolltest. Inzwischen hast Du eingesehen, dass es sinnlose Grübelei ist oder von mir aus auch Zwangsgedanken.

Der nächste Schritt ist, diese Gedanken gelassen hinzunehmen (weil Du sie eh nicht abstellen kannst), aber sie nicht mehr wichtig zu nehmen.

@ Benenice

panische Angst braucht doch heute niemand mehr vorm Schwul- oder Lesbischsein zu haben.

Ich habe den Eindruck, die Angst nimmt eher zu. Früher hat man sich da wenig Gedanken darüber gemacht. Heute sind die Medien voll davon. Homosexualität ist in.

Ich weiß nicht, ob diese Angst begründet ist. Aber sie ist da.

B!ene6nixce


Ich habe den Eindruck, die Angst nimmt eher zu. Früher hat man sich da wenig Gedanken darüber gemacht. Heute sind die Medien voll davon. Homosexualität ist in.

Ja, eben, sie ist in. Niemand muss sich mehr schämen oder verstecken, auch wenn es immer noch etwas Mut kostet, sich zu outen, das will ich auch nicht herunterspielen.

Aber Angst? Das hätte ich jetzt nicht gedacht …..

SAunfloHwe`r_7x3


Doch, es gibt genug Leute, die Angst haben vor dem Outing. Nur weil es in den Medien "in" ist, heißt es nicht, dass die eigene Familie es begeistert aufnimmt oder es am Arbeitsplatz gut ankommt.

Eine Freundin von mir ist seit 15 Jahren in einer lesbischen Beziehung, die Familie weiß es – aber am Arbeitsplatz weiß man es nicht. Könnte bei einer Sportlehrerin ja durchaus negativ beäugt werden. Aber man MUSS es ja auch nicht auf der Stirn tätowiert ggü. allen publik machen.

m7ondB+]sternxe


@ Benenice

Ja, eben, sie ist in. Niemand muss sich mehr schämen oder verstecken, auch wenn es immer noch etwas Mut kostet, sich zu outen, das will ich auch nicht herunterspielen.

Ich finde, man braucht Mut für etwas anderes.

Man braucht Mut dazu, öffentlich zu sagen, wenn man nicht schwul sein möchte und das mit ein paar klaren Sätzen zu untermauern. FromHell muss das natürlich nicht in der Öffentlichkeit sagen. Aber er braucht Selbstbewusstsein um sich seiner persönlichen Meinung zum Thema Homosexualität sicher zu sein.

Ich glaube schon, dass sich viele mit Meinungsäußerungen zum Thema Homosexualität zurückhalten, weil man wegen jeder Kleinigkeit in die Diskriminierungsschublade gesteckt wird.

Aber Angst?

Es geht nicht um Angst vorm Outing. Es geht um Angst davor, schwul zu werden. Wenn man nicht schwul werden möchte, muss man sich dem medial vermittelten Trend widersetzen.

@ Sunflower_73

Es ist doch einfach nur unprofessionell, wenn man am Arbeitsplatz über seine sexuellen Praktiken redet. Ich finde es bedauerlich, dass derlei Unprofessionalität immer mehr zunimmt.

Wenn Menschen privat zusammen wohnen, weiß ich in der Regel auch nichts darüber, ob oder was da sexuell läuft. Warum sollte ich auch? Ich finde Sexualität sollte Privatsache sein.

Ich weiß nicht woher dieser Irrglaube kommt, Homosexuelle müssten dem Rest der Welt von ihrer Homosexualität erzählen. Ich finde, das müssen sie nicht.

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