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Monatelange Angst schwul zu sein (m/25)

G*egebn_dieF_Zeixt


Sehr schön geschrieben, Gurkennase!

Um nochmals zu den Zwangsgedanken zurückzukommen: Ich bin entsetzt darüber, dass ich ausgerechnet davor Angst habe, schwul zu sein. Denn das muss ja irgendwie bedeuten, dass es sich dabei um etwas handelt, was ich sehr fürchte. Und das begreife ich oft nicht.

Ich habe mich nie vor Schwulen oder homosexuellem Sex geekelt, wie es viele Heteros beschreiben. Für mich war diese Vorstellung einfach unbedeutend, es hat mich nicht beschäftigt oder irgendwie gereizt, war demgegenüber einfach gleichgültig. Würde auch jetzt, mit dieser Zwangserkrankung, nie für mich ausschliessen, irgendwann mal mit einem Mann Sex zu haben.

Ein wichtiger Punkt dürfte die Verlustangst sein: Wenn man sich plötzlich monatelang rund um die Uhr fragt, ob man nun schwul ist, bei jedem Mann checkt, ob man Verliebtheitsgefühle oder sexuelle Erregung verspürt (und dies auch bei Frauen, das sogenannte, für Zwangsstörungen typische "Checking"), dann hat man vor allem auch Angst, das bisherige Gefühlsleben, mit all diesen Begierden Frauen gegenüber, zu verlieren.

Und wenn man seit der Grundschule immer in Mädels verknallt war, dann würde das bedeuten, einen wesentlichen Aspekt der eigenen Persönlichkeit und diese ganzen Erinnerungen an Liebeskummer, den ersten Kuss, den ersten Sex, die ersten Trennungsschmerzen, plötzlich fundamental in Frage zu stellen.

Im Sinne von: Mein ganzes Leben war eine Lüge, ich habe mir all das nur eingebildet, ich stand eigentlich immer auf Männer und wollte es nicht wahrhaben usw.

Die Idee, sich so tief in sich selbst getäuscht zu haben, wirkt zutiefst erschütternd.

Eines der Hauptmerkmale der Zwangserkrankung ist der Zweifel bezüglich der eigenen Gefühle und Wünsche- wie kann man sicher sein, wirklich das zu wollen, was man will?

Und das Tückische daran: Niemand kann mir eine Garantie geben, dass ich mich eines Tages nicht doch in einen Mann verlieben werde. Auch wenn ich mit 100 Frauen Sex hatte, ich könnte mich vielleicht doch eines Tages in einen Mann verlieben.

Es handelt sich also um einen pathologischen Zweifel, der nicht widerlegt werden kann. Ganz im Gegensatz beispielsweise zu hypochondrischen Befürchtungen, die medizinische doch zumindest zu einem sehr grossen Grad faktisch zerstreut werden können.

Demgegenüber denke ich, dass homosexuelle Männer wissen, dass sie sich zu Männern hingezogen fühlen. Ohne Gedankenspiele, ohne ständiges Grübeln, inneres Aufführen von Beweisen und Gegenbeweisen. Und meistens wissen sie es wahrscheinlich seit dem Erwachen der eigenen Sexualität, also bis zum 20. Lebensjahr. Ob man damit klarkommt und welche innere Haltung man dann dazu entwickelt, ist natürlich eine andere Frage.

Ich habe einen ehemaligen Studienkollegen, der mir eines Tages erzählte, dass er schwul sei. Er war schon Mitte 30 und weder mit einem Mann noch mit einer Frau jemals Sex oder eine Beziehung gehabt, obwohl er schon mehrmals in Männer verliebt war. Vielleicht deshalb, weil er aufgrund seiner familiären Herkunft unzufrieden mit der eigenen Homosexualität ist und sie nicht leben möchte. Er tut mir leid und ich möchte nicht mit ihm tauschen müssen.

GrurkaennaRsxe


Ja, Zwangsstörungen sind eine wirklich ekelhafte Sache.

Dir ist sicherlich klar, dass die gesamte Sache genauso verrückt ist, wie ein Waschzwang, bei dem sich Leute den ganzen Tag die Hände waschen – sich praktisch das Fleisch von den Knochen waschen.

Im Zweifelsfall würde ich therapeutische und/oder ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Vielleicht sogar eine Selbsthilfegruppe für Leute mit Zwangsstörungen besuchen. Jede Hilfe mitnehmen, die man irgendwo bekommen kann, damit sich der Prozess nicht immer weiter verstärkt und zum totalen Selbstläufer wird.

Ein Schwuler muss nicht ständig prüfen, ob er schwul ist. Er erkennt es daran, dass Frauen sexuell völlig reizlos sind – auch (und gerade) in den Augenblicken, in denen man nicht grübelt. Wenn einem intuitiv zwischendurch eine Frau ins Auge springt und man sich dadurch praktisch ganz automatisch sexuell angeregt oder aufgegeilt fühlt, dann ist man nicht schwul. Punkt!

Ich kann mir teilweise schon vorstellen, welche Mechanismen da im Kopf ablaufen.

Ein Freund von mir hat mal mit dem Gedanken gerungen, ob er mit mir rumknutscht (was er sehr genossen hat) und ob er das will. Er fand nicht wirklich heraus, ob er – sofern er einen bestimmten Punkt nicht überschreitet – diese Grenze in seinem Inneren entdeckt hat – oder künstlich gezogen hat, obwohl er sich damit nur selber eingeengt hätte.

Er hätte einfach sagen können: "Du, mehr will ich nicht. Da bin ich doch eher heterosexuell."

Hätte ich ihn überreden wollen (nur als Beispiel), dann hätte er es so aussehen lassen können, als wenn ich seine Grenze nicht akzeptiere und schlichtweg zu weit gehe.

Erwachsene ziehen willürlich Grenzen und tun dann gerne mal so, als wäre ihre Existenz ein Naturgesetz und unberwindbares Hindernis.

Kinder sagen:"Das mach ich nicht. Das kann ich nicht. Das will ich nicht." Andere Kinder nerven dann rum und nennen das Kind "Feigling". Und schlussendlich macht das Kind es doch, springt über seinen Schatten und entdeckt vielleicht etwas, was Spaß macht – worum es auch immer geht.

Viele Menschen haben eine bisexuelle Ader – und wenn Erwachsene wie Kinder wären, bestünden solche Grenzen oft nur so lange, bis ein Überredungskünstler einem nahelegt, doch mal herauszufinden, ob man es vielleicht nicht doch mag.

Ich habe meinen Freund nicht überredet. Er hatte augenscheinlich viel Spaß dabei gehabt, mit mir rumzumachen – aber irgendwie ist ihm bewusst geworden, dass unsere ganzen inneren Grenzen oftmals nur gedachte Linien sind. Das hat ihn offenbar ziemlich verunsichert. Ohne homosexuelle Tendenzen (zusätzlich zu heterosexuellen) hätte er dieses Problem nicht gehabt. Sein strikt heterosexuelles Leben basiert nämlich tatsächlich auf einer künstlichen Grenze, weil er genauso bisexuell leben könnte.

Als Schwuler – genauso wie als 100% Heterosexueller – fühlt man da aber tatsächlich einen unüberwindbar scheinenden Widerstand. Da ist es nicht nur ein Gedankenspiel, ob man nun das eine oder das andere ist.

Ich würde mal tippen, dass du – wie ein Großteil der Menschen eine mehr oder weniger starke bisexuelle Ader hast. Die muss keine 50 % ausmachen, sondern kann viel niedriger sein – und sie muss auch nicht immer spürbar sein.

Wenn all deine Beziehungen, dein bisheriger Sex und und alle erotischen Gefühle nicht zum Zeitpunkt ihres Erlebens falsch und erzwungen anfühlten – und vor allem weniger erregend als bei anderen Männern, dann bist du mit Sicherheit nicht schwul.

Ein Schwuler muss sich seine schwulen Gefühle und Gedanken nicht künstlich machen und durch irgendwelche Psychofragen provozieren. Das kommt völlig eigenständig – und was anderes als homosexuelle Gefühle u. Gedanken gibt es da nicht – also nichts Heterosexuelles.

Eriinnert mich ein wenig an den Tausendfüßler, der seine Füße zählt und dadurch ständig fällt.

Konzentriere dich auf deine normalen Gedanken, dein Gegenüber, aufs Gespräch usw. – und wenn dich eine Person erregt, passiert das von alleine – oder auch nicht.

M9L'2x1


ich möchte dazu noch anmerken, dass das problem des Threadöffners, genauso wie meines wirklich wirklich absolut garnichts mit einer aggressiven oder verachtenden haltung gegenüber homosexuellen personen zu tun haben, wie es hin und wieder behauptet wird.

m?ondD+sterxne


ich möchte dazu noch anmerken, dass das problem des Threadöffners, genauso wie meines wirklich wirklich absolut garnichts mit einer aggressiven oder verachtenden haltung gegenüber homosexuellen personen zu tun haben, wie es hin und wieder behauptet wird.

Ja, das stimmt.

Leider gehört ihr zu einer kleinen Minderheit. Eure Probleme werden von der großen Mehrheit der Menschen nicht verstanden. Deshalb müsst ihr damit rechnen, dass Euch unberechtigte Vorwürfe gemacht werden. Dagegen hilft nur Aufklärung. Das ist ein mühseliger und langwieriger Weg. Wenn man da überhaupt jemals ans Ziel kommen wird, wird es zumindest noch lange dauern.

Bis dahin werdet ihr Euch noch damit abfinden müssen, dass Euch unberechtigte Vorwürfe gemacht werden. Deshalb wünsche ich Euch viel Selbstbewusstsein und ein dickes Fell. :)* :)*

cProzssxie


FromHell

ich habe den Faden mehr oder weniger nur überflogen. Wenn Du Angstzustände und Panikattacken etc. hast müssen die ja auch eine Ursache haben, vermutlich eine aus deiner Kindheit. Von deinem Vater hast du schon geschrieben.

Du hast auch von Kirche geschrieben, bist du sehr gläubig? Welcher Religionsgemeinschaft gehörst du an?

Ich möchte gar nicht soweit Ausholen um dich nicht noch mehr zu verunsichern, aber Psychiater ist nicht gleich Psychiater, ich würde dir empfehlen mal über ein schwules Netzwerk einen zu suchen der/die sich mit so einem Verhalten wirklich auskennt. Der redet dir dann nicht ein Schwul zu sein, aber die stellen zum Thema die richtigen Fragen.

G*uDrk&ennaxse


Der TE kann ja einfach mal "entscheiden", schwul zu leben. Ein halbes oder ganzes Jahr nur noch Sex mit Männern. Absolutes Frauenverbot! Keine Küsse, kein Flirten, keine Nähe zu Frauen.

Natürlich ist hier Offenheit erforderlich. Kein Versteckspielen.

Vielleicht wird er damit ja glücklich. Dann könnte diese Angst womöglich auch verschwinden.

Andererseits kann es sehr gut sein, dass irgendwann etwas fehlt. Das wäre dann der Beweis, dass er nicht schwul ist.

Ich weiss nicht allzuviel über Zwangsstörungen. Möglicherweise ist es aber ganz egal, was sie ausgelöst hat. Die Ursache könnte sonstwo liegen und sich einfach in diesen Bereich verlagert haben.

Zum Lösen solcher Störungen ist nicht zwangsläufig Ursachenforschung nötig. Ich würde mir im Zweifelsfall therapeutische Hilfe suchen. Zwänge können völlig absurde Formen annehmen, während die Betroffenen ihrem eigenen bekloppten Verhalten hilflos zusehen müssen – meistens sogar wissend, dass sie von völlig blödsinnigen Ideen auf Trab gehalten werden. Und Zwänge können sich ausweiten und das halbe Leben einnehmen.

Auf Youtube gibts übrigens auch einiges an Dokumentationen über Zwangserkrankungen. Einfach mal reinschauen.

m2ond+0stvernxe


@ Gurkennase

Der TE kann ja einfach mal "entscheiden", schwul zu leben. Ein halbes oder ganzes Jahr nur noch Sex mit Männern. Absolutes Frauenverbot! Keine Küsse, kein Flirten, keine Nähe zu Frauen.

Das würde Dir gefallen!?

Ich halte es für ein zynisches Experiment zu der Frage "kann man sich seine Wünsche, Träume und Lebenspläne durch bescheuertes Verhalten kaputt machen?"

Meiner persönlichen Erfahrung nach ist die Antwort auf diese Frage "ja".

FtromQHexll


@ Gurkennase:

Das ist aber eine sehr merkwürdige Idee, die ich beim ersten Durchlesen spontan und ohne nachzudenken mit einem komischen Gefühl in der Bauchgegend, mit einem spontanen inneren Widerstand als keine durchzuführende Idee für mich quittiert habe. Es passt einfach nicht für mich. Ich fühle mich nicht zu dieser Idee hingezogen. Es reizt mich auch nicht, habe demzufolge auch keine Motivation das zu tun. Warum sollte ich quasi erzwungen homosexuell leben? Das macht überhaupt keinen Sinn und wird von meineren inneren Stimme ohne nachzudenken oder inne zu halten als Quatsch abgestempelt, da dadurch mein Leben ad absurdum geführt werden würde. ???

Ich verstehe wohl den Ansatz dieser reichlich gewagten "selbsttherapeutischen Methode", wohl aber nicht wieso ICH das tun sollte. Das leuchtet mir gar nicht ein. Ich habe mich noch nie in einen Mann verliebt und habe demzufolge auch kein Verlangen mit einem Mann intim zu werden oder ihn gar zu lieben. Folgerichtig sehe ich also keinen Grund ein anderes Leben zu leben als ich es bislang getan habe und tue. ???

Ich habe mir übrigens in den letzten 20 Stunden 5x einen runtergeholt, aus Lust an der Sache, nicht aus Zwang. Jedes Mal kam heterosexuelles pornografisches Material zum Einsatz, das mich auch angeregt/erregt hat. ]:D Ego sum qui sum, ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass wir uns hier zwanghaft etwas einreden wollen, anreden wollen, das uns gefallen sollte. Warum weiss ich nicht, möglicherweise ein Ausdruck gewaltiger innerer Spannungen, die sich so Platz und vor allem Gehör verschaffen wollen. Möglicherweise aber auch um von anderen inneren Konflikten/Problemstellungen abzulenken. Davon gibt es einige in meinem Leben.

Ich habe überdies gewaltig unter meinem Vater, Erzeuger, gelitten. Ich wollte ihn auf kindliche Art und Weise lieben, ich wollte von ihm geliebt werden als Kind, einfach so wie ich war. Ich wollte nie mehr von ihm, kein Geld, keine teuren Spielsachen, keine Süssigkeiten oder was auch immer. Er hat mich nie akzeptiert und geliebt so wie ich war. Er war auch nicht hier als ich ihn am meisten gebraucht hätte, nämlich in meiner späteren Schulzeit und Pubertät. Ich hatte unter Mobbing, Ausgrenzung und Depressionen gelitten. Er hat stattdessen fiese Psychospielchen mit mir gespielt, um seine Machtposition zu statuieren und folglich auszunutzen. Er hat mich auch physisch misshandelt, geschlagen, am meisten aber psychisch. Mit 12, 13 Jahren wollte er mich eiskalt in ein Kinderheim für schwererziehbare Kinder abgeben, es sei besser für mich. Nur einem glücklichen Umstand, "Zufall", verdanke ich es, dass ich dort nicht eintreten konnte. Wer weiss, was sonst aus mir geworden wäre. Vor allem aber hat er meinen engsten Bezugspersonen (Mutter & Grosseltern, Eltern der Mutter) massivst geschadet. Das habe ich ihm nie verziehen. Meine Grosseltern haben nur Gutes getan, haben ihm finanziell aus der Patsche geholfen mit immensen Beträgen und Bürgschaften. Ohne sie hätte er in den frühen Neunzigerjahren Privatkonkurs anmelden müssen. Als Dank dafür hat er insbesondere meinen Grossvater, ein herzensguter Mensch, aufs Primitivste und moralisch Bedenklichste behandelt. Das habe ich ihm nie verziehen. Ich wollte ihn mehrmals töten und hätte auch heute, mit über 25, keine Mühe eiskalt an seiner Türe zu klingeln, wortlos ein Sturmgewehr auf ihn zu richten und ein ganzes Magazin abzufeuern. :=o Er hat so vielen Menschen Leid zugefügt und er wurde nie zur Rechenschaft gezogen, bis heute nicht. :|N

Um auf eine deiner Fragen zurückzukommen; ja, ich bin gläubig. Ich bin in einem römisch-katholischen Umfeld aufgewachsen und durch meine Leiden dem Glauben viel näher geblieben als meine Brüder oder Freunde und Bekannte. Ich lebe meinen Glauben aber nicht dogmatisch, ich gehe z. B. sonntags oder an Feiertagen nie in die Kirche. Ich lehne übrigens die altbackenen und menschenverachtenden Ansichten betreffend Homosexualität strikte ab, ebenso den Kindsmissbrauch durch Personen in kirchlichen (tlw. hohen) Ämtern! Ich glaube, dass deine Frage in diese Richtung gedeutet hat, richtig? Nein, da kann ich nicht dem Glaubensklischee entsprechen, dass ich eine eigene sexuelle Orientierung nicht dulden könnte wegen dem Glauben. Selbst wenn ich stockschwul wäre, würde ich meinen Glauben weiterleben, denn vor Gott sind wir alle gleich. Im Umkehrschluss wäre alles Andere ja absurd, denn wenn Gott uns als Mensch und sexuelles Wesen erschaffen hat, dann auch alles an uns, sprich auch unsere sexuelle Orientierung, richtig? Warum also sollte ich also wegen meinem Glauben etwas verdrängen wollen? Dieser Punkt dürfte damit relativiert sein.

Also Gurkennase, denkst du weiterhin, dass ich obiges Experiment mitmachen sollte? Ich denke nicht.

@ Gegen_die_Zeit:

Danke für deine Beiträge. Denkst du, dass ich trotz der spärlichen homosexuellen Gedanken und dem einen homosexuellen Erlebnis anno 2007, an HOCD leiden könnte? HOCD definiert sich ja über 100%-ige Gedanklichkeit, sprich typische HOCD kennzeichnet sich dadurch, dass keinerlei erotische Fantasien und schon gar nicht persönliche Encounters dabei sind. Ach und nochmals, ich habe mir damals von jmd. einen runterholen lassen und dessen Zungenküsse, die er mir aufgedrängt hat, habe ich nicht gemocht und als widerlich empfunden.

G/urkenxnase


@ FromHell:

Ich bin mir nicht sicher, ob du den Gedanken hinter meiner "merkwürdigen Idee" wirklich verstanden hast. Ich halte dich nicht für schwul. Das würdest du auch durch das Umsetzen dieser Idee nicht sein oder werden.

Du würdest dabei allerdings – und es muss gar nicht in die Praxis gehen – zunehmend und mit aller Deutlichkeit feststellen, dass du eben nicht schwul bist.

Mir ging es nicht darum, dass du dich doch – wie man so schön sagt – erstmal in Ruhe ausprobieren sollst. Mir ging es darum, dass du dadurch durch und durch spüren würdest, dass jede Angst vor dem Schwulsein völlig aus der Luft gegriffen ist. Du würdest dich nämlich meine Meinung nach in einer schwulen Rolle extrem unwohl fühlen – zu Recht. Nach diesem "Experiment" wirst du überglücklich sein, wieder du selber sein zu können – mit deiner heterosexuellen Identität.

Das war nicht so ernst gemeint, dass du dich nun durch die praktische Umsetzung selber foltern sollst. Ein geistiger Ansatz reicht da wohl schon. Was ernster gemeint war, ist der therapeutische Hinweis, da Zwänge sich ausweiten und einem das Leben versauen können.

Den Glauben hat übrigens Crossie erwähnt, nicht ich. Den hielte ich in diesem speziellen Fall für relativ irrelevant, da du in meinen Augen eben nicht homosexuell bist.

Ikn-Kowg Nixto


wäre es denn nicht möglich,

dass dich die Erregung an sich erregt und nicht der mann?

ich kenne das von stock-heterosexuellen männern,

dass sie von einem erigierten penis trotzdem angemacht sind, weil sie das eben mit sex verbinden, dazu kopfkino und dann sind sie selbst erregt.

würden aber einen mann nicht ienmal mit der Kneifzange anfassen.

und mir als weibliches wesen geht es ähnlich. ich habe keine homosexuellen Tendenzen,

ich finde Frauen weder ästhetisch noch kann ich gar den Geschlechtsorganen was abgewinnen. die Vorstellung ist für mich persönlich einfach ziemlich abstrus.

trotzdem steckt mich die Erregung einer frau in einem Porno an, weil da dann kopfkino läuft, was da außenrum eben noch dazu gehört.

c}rosasie


Hallo FromHell

wenn man als Kind/Jugendlicher durch sein Umfeld für bestimmte Gefühle keinen Platz hat kann es passieren das man diese Gefühle wie eine Datei beim PC irgendwo auf der Festplatte ablegt, dann kommen immer mehr Dateien dazu die sich davor setzen und das Gefühl ist versteckt.

Irgendwann im Leben kommt man in Stresssituationen, dann ist bildlich die Festplatte voll und man Defragmentiert sie, sortiert die Dateien und dabei taucht dann das Gefühl auf von dem man gar nicht wußte das es existiert.

Die Sätze entstammen nicht meiner Fantasie, ich bin Schwul und war 7 Jahre mit einem Mann zusammen der bereits mit Frau verheiratet war, ein Kind hat und erst mit 28 besagtes Gefühl bei sich entdeckte, er war deswegen bei einem Psychologen der ihm das so erklärte.

Ich kann gefühlt sagen des es zwischen seiner Geschichte und dem was du hier bisher von dir geschrieben hast parallelen gibt, aber ich bin kein Psychologe der dir fundiert sagen könnte das es so oder so ist.

Deshalb war mein Gedanke du solltest dir einen suchen der sich damit beschäftigt und anhand deiner Geschichte und den richtigen Fragen Klarheit in dein jetziges durcheinander bringen kann.

Mehr fällt mir dazu nicht ein @:)

FRrjomFHe<lxl


@ crossie:

Hmm, was du schreibst leuchtet mir ein, auf der anderen Seite muss ich auch sagen, dass das nach aktivem Verdrängen klingt. Es ist nicht möglich, dass dein Freund, Ex-Freund oder was auch immer erst mit 28 im Stile der unbefleckten Jungfrau zur untrüglichen Erkenntnis kam, dass er von nun an schwul sei. Das ist nicht möglich. Möglich jedoch ist, dass man aufkeimende Gefühle homosexueller Natur so weit verdrängen und in den Hintergrund verfrachten kann, dass diese allmählich als nicht mehr vorhanden erscheinen und den naiven Mann im Glauben lassen, er sei tatsächlich heterosexuell. Hierbei kommt viel heteronormatives Denken hinzu.

Glaube mir, ich bin ein extrem sensibler und überaus selbstkritischer Mensch. Wäre ich schwul, hätte ich das längst gemerkt oder für mich als eine Möglichkeit herangezogen. Es geht nicht an, dass mir jemand sagt, ich wäre wohl auch schwul und wüsste nur nicht darob. Ich merke bei anderen Menschen ohne Worte was ihnen fehlt, wenn es ihnen nicht gut geht, dann hätte ich wohl auch bei mir bemerkt, dass was in Richtung schwul läuft. Ich hatte ja mal ein Erlebnis, das ich nicht gemocht habe. Seine Zungenküsse waren für mich ekelhaft und ich wollte das Erlebnis nicht wiederholen.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass gewisse Leute versuchen aus Heteros Homos zu machen. :[] Sorry, ich bin etwas angesäuert.

m<ond+rst?erCnxe


Du brauchst Gurkennase doch gar nicht zu überzeugen. Wenn Dir der Vorschlag nicht gefällt, dann machst Du es halt nicht. Ich würd's auch nicht machen. Wenn Gurkennase seinen Vorschlag gut findet, na und? Es ist sein Vorschlag.

Bcenenxice


Mond + Sterne

Nun ja, immer mehr homosexuelle Paare erfüllen sich ja auch den Kinderwunsch. Ich denke deshalb, auch das ist immer weniger ein Grund, sich nicht homosexuell zu wünschen. Es sei denn, du meinst, dass hier für das Kind die klassische Vater-Mutter-Situation als wünschenswerter angesehen wird …… ":/

FDro_mHexll


Sagt mal, drück' ich mich so unklar aus? Es geht nicht darum, was ich mir wünsche, es geht auch nicht darum, ob und was ich mir herbeiwünsche, es geht um absolut zwanghafte Gedankenmuster, die mich komplett zur Bahn rausgeworfen haben! Ist das jetzt klar? :-X

Meine Güte, es geht nicht darum Wunschkonzert zu veranstalten und ebenso wenig geht es darum, wie vorteilhaft Homosexualität heutzutage ja sei etc. blabla. Ich weiss, schwul zu sein ist in und jeder möchte speziell sein, aber Hergott nochmal, es geht NICHT darum! Ihr verfehlt den Punkt!

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