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Schädliche Neuroleptika

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EKT wäre wirklich das aller- allerletzte was ich machen würde. Eine Freundin von mir hat seitdem massive Gedächtnisstörungen – das ist nicht lustig :|N

Mein Antidepressivum kostet ein Bruchteil von meinem Quietapin. Da kosten 60 Tabletten in einer niedrigen Dosierung 200 Euro, das AD kostet etwa 8 Euro für den gleichen Zeitraum. Für mich sind Neuroleptika ein Segen – sie haben mir mein Leben wieder zurückgegeben. Und ich bin massivst froh, dass ich ruhiggestellt bin, dass meine Gefühle soweit herunter reguliert sind, dass ich leben kann.

Ich rauche – das kann mich töten. Ich bin übergewichtig – das kann mich töten. Ich fahre Auto – das kann mich töten. Und meine psychische Krankheit kann (und wird) mich auch töten, wenn ich meine Medis nicht nehme. Übrigens habe ich von den Neuroleptika keine Nebenwirkungen und auch ein Absetzen war problemlos möglich. Das habe ich bei ADs anders erlebt.

S;ilb5er.mo}nda=uge


die "Trefferqouten" bei der EKT sind deutlich höher

geht es da um Fälle in denen nichts anderes wirkte so dass die EKT als letzte Möglichkeit genommen wurde oder wurde die EKT STATT Neuroleptika genommen ?

S0unfllowHerx_73


@ Schildkröte:

Man sollte dann bitteschön auch zwischen strukturellen und funktionellen Hirnschäden unterscheiden. Strukturelle entstehen sicherlich keine durch die EKT. Aber gar nicht so selten sind die Gedächtnisprobleme, von denen Schnecke auch berichtet.

Und was den Kosten betrifft: Einige der modernen Neuroleptika sind so teuer, dass niedergelassene Ärzte Kliniken dafür verfluchen, dass der Patient darauf eingestellt wurde; dass diese Patienten doe Rezepte oft nur in Institutsamnbulanzen von Kliniken bekommen, da die Niedergelassenen sich weigern, die aus Beudgetgründen zu verordnen.

Die gängigen SSRI haben (mittlerweile) läppische Preise, da ist nix mehr teuer!

Und nochwas:

Wenn HIER schon beklagt wird, dass Pillen wie Bonbons verschrieben werden:

1. Dann schaut Euch die Zahlen in den USA an.

2. Wie viele der verordneten Medikamenten werden denn letztlich auch genommen? Wie viele werden ängstlich angeguckt oder im Rahmen der Suche nach einem passenden Medikament verordnet und nicht genommen?

3. Es gehören immer zwei dazu: Arzt und Patient. Es gibt viele Patienten, die lieber Pillen schlucken, als an sich zu arbeiten. Liest man hier oft genug. Lieber medikamentös ruhigstellen, als mal Panik auszuhalten oder auch nur normale Nervosität in best. Situationen.

4. Gibt es ebenfalls nicht gerade wenig Patienten, die sich weigern, Medikamente zu nehmen, obwohl sie ihnen gut helfen könnten.

5. Bei manchen Erkrankungen gibt es praktisch keine Alternativen zu Medikamenten (alles Schizophrene & psychotische). Die EKT gilt als deutlich invasiver als eine Medikamentengabe. Und ist auch nix, was man bei einem akutpsychotischen Notfallpatienten mal eben so machen kann.

Ich empfehle wirklich mal ein Praktikum auf einer Geschlossenen Station. Bitte auch am Wochenende und in der Nacht. DANN kann man gerne Vorgehensweisen kritisieren.

gibt es sehr hilfreiche Artikel zu bei Google.

Schon mal auf die Idee gekommen, dass einfach googlebare Artikel vielleicht NICHT so ideal sind? Vielleicht nicht grundlos so einfach googlebar sind?

Klare Aussagen erfordern wohl eher eine umfassende Datenbankrecherche in Fachdatenbanken. Oder einfach mal nach Metaanalysen suchen. Aber sich bitte nicht an einzelnen, bei Google auffindbaren Artikeln aufhängen. Da werden nämlich oft die Dinge platziert, die in Fachkreisen als reichlich querulatorisch gelten.

Und Rückfälle DURCH Neuroleptika: Da hätte ich wirklich gerne Beweise für. Ich erlebe immer nur Rückfälle, wenn Patienten Medikamente nicht nehmen, nicht zur Depot-Spritze kommen. Da kann man manchmal fast wetten, wie lange es dauert, bis Patient x nach verpasstem Termin in der Notaufnahme landet. Psychiatriealltag.

A!ndroUidler


Mm, irgendwie läuft da etwas tierisch verkehrt in unserem Land und in den USA etc. erst recht. Die meisten hier sind eh kurz vorm Burn-out oder sie sind arbeitslos und schwer depressiv. Irgendwas läuft da falsch. ]:D

IVne-Kog' Nito


Diese Frage kann man auch ohne ]:D beantworten, das sprengt aber den rahmen.

Hpermans_th"e_Gerxman


Meine damalige Hausärztin hat mir auch mal wegen Depressionen/Angst IMAP verordnet, ich hab das mehrere Wochen lang gespritzt bekommen. Als ich später mal einen anderen Arzt gefragt habe, ob er mir das wieder verschreiben kann, hat der sich ziemlich darüber aufgeregt, dass seine Kollegin bei meiner relativ harmlosen Symptomatik ich mit einem NL behandelt hat. Hoffentlich muss ich keine Spätfolgen in Kauf nehmen.

Ijn-dKogr Nitxo


naja,

aber welcher mediziner hat nun recht?

dir hat es doch geholfen, anscheinend. medis haben immer neben- oder spätwirkungen.....

oft hat man die wahl zwishen pest und cholera.

S!unfl7ow%er_x73


@ Herman:

Oh ja, die tolle IMAP-Spritze... Gerne von hilflosen Hausärzten gespritzt.

Mach' Dir keinen Kopf wg. Spätfolgen: Es ändert nix und Du hast es ja nicht jahrelang bekommen.

p{efbbxy


Oh ja, die tolle IMAP-Spritze... Gerne von hilflosen Hausärzten gespritzt.

Nicht nur von denen. Kenne leider auch einen Neurologen/Psychiater, der das gerne bei seelischen Krisen spritzt.

Wobei ich aber sagen muss, dass ich die Wirkung von Fluspi durchaus angenehm fand. :)z

SDunfldowjer_x73


Darum wird's ja gerne gemacht: Es ist so angenehm und man muss nicht jeden Tag selber Tabletten schlucken. ;-)

pXebbxy


ich habs immer zusätzlich zu Psychopharmaka bekommen. Musste also trotzdem weiterschlucken ;-D – wüsste aber auch nicht, was man mir stattdessen hätte geben können. Evtl. Tavor, aber ich weiß jetzt nicht, was besser ist.. Tavor oder Fluspi. (Aber: natürlich beides nur in Ausnahmesituationen)

Sach9ildkrötxe007


geht es da um Fälle in denen nichts anderes wirkte so dass die EKT als letzte Möglichkeit genommen wurde oder wurde die EKT STATT Neuroleptika genommen ?

Bevor es Neuroleptika gab natürlich statt dessen, die Methode ist ja weitaus älter als man denkt. Aktuell kommen nur Leute in Frage, bei denen die Medikamente nicht wirken, was ja laut Forschungsergebnissen wahrscheinlich bei fast jedem zweiten Menschen der Fall sein soll. Oder es dauert einfach zu lange:

[...] In diesen Situationen ist die Symptomatik für die Betroffenen so schwerwiegend, dass nicht gewartet werden kann, bis die medikamentöse Behandlung Wirkung zeigt. Eine der Vorteile der Elektrokrampftherapie ist, dass sie sofort wirksam ist.

[[http://www.medizinfo.de/kopfundseele/bipolar/elektrokrampftherapie.shtml]]

Von daher ist es sinnvoll, dass man versucht diesen Menschen durch andere Wege zu helfen.

SMunf3lowe8r_x73


Aber: natürlich beides nur in Ausnahmesituationen

Dafür sind Notfallmedikamente letztlich da. Was ein Notfall ist, den man ohne weitere Medikamente nicht übersteht, muss jeder selber wissen. Womit man wieder beim Punkt "es wird zu viel verordnet" sind. Der Patient entscheidet aber in den allermeisten Situationen aktiv mit.

Und in denen, in denen er es nicht tut (richterlich angeordnete Zwangsmedikation) reden wir über so schwerkranke Menschen, wo keine Alternativen mehr bestehen. Außer komplette Fixierung im Bett, mit Sitzwache.

Darum sage ich ja: Meckern und pauschalisieren darf man gerne, wenn man mal in der Situation gesteckt hat. Als Betroffener oder eben jemand aus dem Behandlungsteam.

Und:

ALLE Medikamente haben Risiken. Selbst die harmlosen Kopfschmerzmittel wie Aspirin und Paracetamol. Warum wird immer so auf Psychopharmaka rumgehackt? Ja, die wirken nicht immer genauso, wie man es gerne hätte, es gibt mehr Spielraum und man muss mehr experimentieren. Aber das war's dann auch.

pQebxby


Dafür sind Notfallmedikamente letztlich da. Was ein Notfall ist, den man ohne weitere Medikamente nicht übersteht, muss jeder selber wissen. Womit man wieder beim Punkt "es wird zu viel verordnet" sind. Der Patient entscheidet aber in den allermeisten Situationen aktiv mit.

jap. Eine Bekannte von mir bekam Fluspi wegen Depressionen (oder depressiven Verstimmungen). Ich bekam sie damals als ich psychotisch war. Wegen etwas anderem würde ich sie auch nicht nehmen, die möglichen Nebenwirkungen (Stichwort: Spätdyskinesien) sind dann doch zu krass.

Und in denen, in denen er es nicht tut (richterlich angeordnete Zwangsmedikation) reden wir über so schwerkranke Menschen, wo keine Alternativen mehr bestehen. Außer komplette Fixierung im Bett, mit Sitzwache.

Es gibt Zwangsmedikationen? Ist zwar jetzt auch Off-Topic, aber: was wären denn Gründe für eine Zwangsmedikation? Fremd- und/oder Eigengefährdung? Aber das wäre ja zu "einfach", weil ja im Grunde viele schwer Depressive eine Gefahr für sich sind, wenn sie in die Psychiatrie eingeliefert werden. (nur als Beispiel) ":/

Darum sage ich ja: Meckern und pauschalisieren darf man gerne, wenn man mal in der Situation gesteckt hat. Als Betroffener oder eben jemand aus dem Behandlungsteam.

ja. Ich bin froh, dass es Neuroleptika gibt. Glaube nicht, dass ich ohne arbeitsfähig wäre. Naja und EKT: soweit ich weiß wird die nicht ambulant gemacht. Und wie ich grad in dem Link der Bundesärztekammer gelesen habe, wird sie bei "meiner" Form der Schizophrenie ohnehin nur angewendet bei:

"therapieresistenten, nicht lebensbedrohlichen Katatonien und anderen akut exazerbierten schizophrenen Psychosen nach erfolgloser Neuroleptika-Behandlung"

ALLE Medikamente haben Risiken. Selbst die harmlosen Kopfschmerzmittel wie Aspirin und Paracetamol. Warum wird immer so auf Psychopharmaka rumgehackt? Ja, die wirken nicht immer genauso, wie man es gerne hätte, es gibt mehr Spielraum und man muss mehr experimentieren. Aber das war's dann auch.

Sehe ich auch so. Wie gesagt... die Medis bzw. deren Nebenwirkungen sind nicht ohne, aber manchmal hat man halt keine Wahl.

H]erm-an_thwe_Ger|man


Wobei ich aber sagen muss, dass ich die Wirkung von Fluspi durchaus angenehm fand.

Ja, so ist es leider. Es lullt einen ein wie ein Baby, das in ein flauschiges Kuscheltuch gepackt wird.

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