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Schädliche Neuroleptika

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"therapieresistenten, nicht lebensbedrohlichen Katatonien und anderen akut exazerbierten schizophrenen Psychosen nach erfolgloser Neuroleptika-Behandlung"

Genau. Denn das Risiko selbst der "alten" Neuroleptika (Stichwort Spätdyskinesien) gilt als geringer als das der EKT. Und man sollte sich mal vor Augen führen, was eine Katatonie ist und was eine "akut exazerbierte schizophrene Psychose". Ich hab' in 7 Jahren in dem Job nicht eine Katatonie gesehen...

Es gibt Zwangsmedikationen? Ist zwar jetzt auch Off-Topic, aber: was wären denn Gründe für eine Zwangsmedikation? Fremd- und/oder Eigengefährdung? Aber das wäre ja zu "einfach", weil ja im Grunde viele schwer Depressive eine Gefahr für sich sind, wenn sie in die Psychiatrie eingeliefert werden. (nur als Beispiel)

Ja, es gibt Zwangsmedikation. Die muss seit noch gar nicht so langer Zeit (einige Jahre erst) ZUSÄTZLICH vom Richter angeordnet werden. Reine Zwangsunterbringung reicht nicht aus. Und auch die "harmlose" Eigengefährdung bei Depressionen reicht nicht aus.

Wir reden hier von wirklich akuten Psychosen, wo jemand mit dem Messer durch die Gegend läut oder vor lauter Wahn gar nicht mehr zur Ruhe kommt. Wo Betroffene mit 4-6 Polizisten gebracht werden müssen. Wo selbst die 5-Punkt-Fixierung nicht ausreicht. Wo Menschen selber so massiv mit dem Kopf vor die Wand schlagen, weil sie die Stimmen nicht mehr aushalten. Ich habe mal eine Patienten erlebt, der war so panisch wg. der Wahnvorstellungen, dass er 2 Polizisten verletzt hat, 2 Personen vom Pflegepersonal (u.a. ein Schlüsselbeinbruch). Und all das nur, weil man ihn davon abhalten wollte, weiter mit dem Kopf vor die Wand zu schlagen. Weil er sich nämlich innerhalb weniger Minuten so verletzt hatte, dass der blanke Schädelknochen zu sehen war. Der wurde dann erst fixiert und vom Richter auch eine Zwangsmedikation angeordnet. Weil der Zustand so desolat und der Patient selber so gefährdet war und man NULL mit ihm über Medikamente sprechen konnte. In drei Jahren Akutpsychiatrie habe ich unzähliche Zwangseinweisungen erlebt, eigentlich täglich mehrere. Zwangsmedikationen aber nur 3x. Plus einige Fälle, wo ebenfalls sehr chronisch psychotische Menschen aufgrund einer Betreuung ihre Medikamente auch nehmen mussten, allerdings meist als Depot-Spritzen. Eine Spritze alle 14 Tage ist halt einfacher als mehrfach am Tag die Diskussion um die Medikamente.

Immer wieder aufschlussreich (und das habe ich im letzen Job erlebt, in einer Institutsambulanz, wo halt regelmäßig Spritzentge waren) war auch die Reaktion auf Dosisveränderungen. Wir haben oft die Dosis reduziert bei der Spritze, wenn jemand stabil schien. Ganz vorsichtig. Ganz oft erlebte man dann aber, dass jemand 2 Wochen später schon wieder nebensich stand. Höhere Dosis = die Betroffenen waren wieder arbeitsfähig und konnten normal mit Menschen zusammenleben. Da entschieden manchmal mg über "Top oder Flop".

p%e"b)bxy


Ja, so ist es leider. Es lullt einen ein wie ein Baby, das in ein flauschiges Kuscheltuch gepackt wird.

ja und das auf einen Schlag. Doch, daran könnte man sich schon gewöhnen :=o

Wir reden hier von wirklich akuten Psychosen, wo jemand mit dem Messer durch die Gegend läut oder vor lauter Wahn gar nicht mehr zur Ruhe kommt.

huch, da hab ich ja Glück gehabt. – aber wie soll das gehen? Also gut. Gehen wir davon aus, ich laufe mit dem Messer durch die Gegend, die Polizei packt mich ein und in der Klinik krieg ich dann erstmal ne Ladung Haldol verpasst. Aber damit wäre doch die Zwangsmedikation schon vorbei, oder? (Einschub: warum dürfen die mir überhaupt einfach so Haldol spritzen, bevor ein Gericht das genehmigt hat? Das ist ja im Grunde Zwangsmedikation ohne Anordnung vom Richter) – ok, weiter, ich hab das Haldol intus und in der Klinik bzw. schon von der Polizei wird mir ja ohnehin das Messer abgenommen. Also kann ich keinem mehr was tun und sie dürften eine Zwangsmedikation nicht weiter durchsetzen können, oder nicht?

Das Beispiel mit "Kopf an die Wand" kann ich nachvollziehen, danke! :-)

Eine Spritze alle 14 Tage ist halt einfacher als mehrfach am Tag die Diskussion um die Medikamente.

ja, ist vor allem auch bei uneinsichtigen Patienten sehr viel einfacher. :)z

Da entschieden manchmal mg über "Top oder Flop".

ja, das ist leider so. Möglich ist ein Rückfall sogar bei gleichbleibender Dosis aber psychosozialem Stress. Da hat man dann aber als Patient eben auch Eigenverantwortung. Mit der Zeit sollte man Frühwarnzeichen erkennen und dann entsprechend handeln.

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