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Schwierige Schwangerschaft, quälende Angst und Panik!

M2aejaxa hat die Diskussion gestartet


Ich bin leider völlig fertig mit den Nerven und oft schrecklich verzweifelt.

In der 27ssw wurde bei mir eine Gebärmutterhalsverkürzung festgestellt. Das heißt strenge Bettruhe! Das Ziel war bis zur 34+0 Tage durchzuhalten. Und das zu eine Zeitpunkt an dem ich endlich mal keine Beschwerden hatte und keine Angst vor dem Arzttermin da ich mein Kind gut spürte und mir sicher war, dass es ihm gut geht.

Ich war schon vor der SS ein ängstlicher Mensch der sich schnell runterreißen ließ. Während der Schwangerschaft litt ich dann immer mehr unter Panikzuständen die teils wochenlang anhielten, und sich dann duch andere Änste ablösten. Zum Teil normale Ängste wie Fehlgeburt o. Toxoplasmose aber auch völlig abgedrehte Dinge wie Todesangst vor bestimmten (in meinen Augen gefährlichen) Personen oder giftiger Abluft aus Druckern usw...Manchmal habe ich mich da so reingesteigert, dass ich nur noch am heulen war und keine Luft mehr bekam.

In der 28ssw kam ich dann ins Krankenhaus mit Neugeborenen Intensiv für 2,5 Wochen. Mein Befund wurde immer schlechter. Trotzdem wurde ich noch einmal entlassen. Es war eine stressige Zeit da das KH soweit entfernt war. Mein Partner hatte erst vor kurzem seinen neuen Job begonnen (ich wollte ihn eigentlich extrem entlasten und alles stressige wie Hausarbeit von ihm fernhalten) und musste nun immer einen weiten Weg zurücklegen und den Haushalte schmeißen und den neuen Job meistern. Er sagt immer, das würde ihm alles nicht schwer fallen, aber was sonst soll er mir auch sagen? Auch das war und ist für mich sehr schlimm. Außerdem hatte ich nun all die grausamen Geschichten über Frühgeburten im Kopf die man in dem KH so zu hören bekommt.

Nach 2 Wochen zu Hause in denen ich auch extreme Angst hatte bin ich wieder ins KH mit Wehen und bekam einen Wehenhemmer für 1 Woche. Da leider wusste, dass diese Infusion Herzrasen auslöst, hatte ich die ganze Zeit Angst mein Herz könnte stehenbleiben oder das Baby schaden nehmen.

Gestern wurde ich bei 34+0 entlassen, die Ärzte würden eine Geburt nicht mehr aufhalten.

Leider fühle ich mich überhaupt nicht bereit ein Kind zu bekommen. Ich will nicht schon wieder ins KH. Habe Angst das was schief geht, das Baby doch zu schwach ist. Ich fühle mich schäbig da ich dieses so Kind liebe, aber ich denke immer ich würde nach der Geburt lieber einfach ohne Kind nach Hause gehen. Das Baby müsste ja ohnehin noch ein paar Wochen da bleiben. Ich würde zu gerne einfach zu Hause etwas Putzen oder mir die Haare waschen oder ähnlich alltägliche Dinge. Und das obwohl doch eigentlich jede Mutter keine Sekunde vom Baby getrennt sein möchte ??? :°(

Ich dürfte theoretisch aufstehen, möchte aber nicht, dass das Kind schon kommt. Ich liege nun schon 8 Wochen und kann fast nicht mehr mir tut alles weh aber ich kann ja ums des Babys willen nicht aufstehen. Gleichzeitig habe ich ständig Angst durch das Liegen eine Thrombose zu bekommen obwohl ich Clexane 20 hier habe.Aber 20 ist glaube ich nicht genug...? Naja, wenn nicht vor Thrombose dann hätte ich sicherlich vor was anderem Angst..

Ich denke darüber nah wie schlimm es für meinen Partner wäre mich und das Kind zu verlieren, und dass obwohl noch rein gar nichts passiert ist. Es ist beängstigend für mich das Babybett im Raum stehen zu sehen und überlege wie ich es schnell wegschaffen könnte wenn was passiert... und habe gleichzeitig Angst, dass ich mit diesen Gedanken erst recht etwas heraufbeschwören könnte.

Ich habe so Panik diese Ängste nie mehr loszuwerden, da sie ja eigentlich erst nach der Geburt richtig losgehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich nach der Geburt so glücklich bin, dass ich alles vergesse.

Hat irgendwer ähnliches erlebt oder Rat wie ich mit dieser Situation umgehen kann?

Ich bin leider nicht stark genug stark zu bleiben.

Antworten
f)lutteTrbxy


Hallo Majaa!

Ich habe gestern noch an dich gedacht, ob du wohl noch liegen musst und ob du es bis 34+0 geschafft hast.

Erstmal ist das doch richtig klasse :)^ Das war das Etappenziel und das hast du gemeistert. Bei deiner schwierigen Schwangerschaft und dem doofen Rumgeliege ist das doch echt ne Leistung! Und jetzt könnte dein Baby auf die Welt kommen, ohne dass es Schaden nehmen würde. Das solltest du, bei allem Verständnis, auch nicht außer Acht lassen.

Trotzdem verstehe ich dich. Du hast in den letzten Wochen dein Leben ja quasi einzig dem Baby in deinem Bauch gewidmet. Da bist du selbst wohl schlicht weg zu kurz gekommen! :)_ Du konntest ja vermutlich nie was für dich machen (shoppen, Freunde treffen, Essen gehen, ...) sondern warst immer an dein oder ein Krankenhausbett gebunden. Das nervt sicher gewaltig! Dass einem da die merkwürdigsten Gedanken kommen können, verstehe ich durchaus.

Zum einen glaube ich führt das dazu, dass du lieber jetzt auch mal wieder was für dich tun würdest. Das hast du ja lange genug entbehren müssen. Es wäre sicher schön, wenn du mal wieder du sein könntest, und nicht nur die werdende Mama von dem Baby. Das Baby war und ist die ganze Zeit im Zentrum und das kann bestimmt nerven und zu so Gedanken führen, dass du nach der Geburt auch erstmal gerne wieder nur du und für dich wärst.

Außerdem hat man, meiner Erfahrung nach, wenn man so rumliegt und die meiste Zeit des Tages alleine verbringt, irrsinnig viel Zeit sich Gedanken um alles mögliche zu machen. Dabei kommt dann auch so ein "Quatsch" raus, wie du ihn beschreibst. Du schreibst ja selbst, dass deine Ängste im Grunde unbegründet sind. Dein Kopf hat ja im Moment gar nichts anderes zu tun und bekommt vermutlich auch nicht besonders viel anderen Input, wie man ihn sonst bei der Arbeit oder mit Freunden, Familie usw bekäme. Dann gerät man leicht in eine Spirale aus Angst und Panik und das Gedankenkarussell lässt sich dann nicht so leicht anhalten.

Wie du ja weißt, darf ich auch nicht mehr arbeiten. Und obwohl ich nicht nur Liegen muss, sondern mich auch in Maßen bewegen darf, stelle ich fest, dass mein Kopf sich verselbstständigt. Wenn man nichts zu tun hat, außer Denken, dann kommt dabei meist nichts Gutes raus. Ich suche mir also hier zu Hause entsprechend Beschäftigung und ordne Papierkram und so, nur damit mein Kopf ab und zu auch mal was richtiges zu tun bekommt.

Was ich aber ganz sicher glaube: wenn dein Baby auf der Welt ist, wirst du es ganz sicher sehr lieben. Vielleicht wird im ersten Moment die Erleichterung überwiegen, dass du jetzt nicht mehr die alleinige Verantwortung tragen musst. Vielleicht wirst du auch erstmal etwas brauchen, um die unschöne Schwangerschaft zu verdauen, aber am Ende wirst du ganz sicher eine gute Mutter sein und dein Kind lieben, egal was war.

Aber schau mal: wenn du jetzt die 34+0 erreicht hast und dein Baby theoretisch kommen dürfte, spricht doch eigentlich nichts dagegen, dass du dich jetzt wieder ein bisschen um dich kümmerst. Wenn du nun nicht mehr strikt liegen musst, mach dir einen Friseurtermin oder verabrede dich mit einer Freundin zum Kaffee. Tu DIR jetzt was Gutes, wozu du Lust hast und wozu du in den letzten Wochen nicht gekommen bist. Ich persönlich würde dann zwar nicht den Staubsauger schwingen ;-) sondern lieber was "Schönes" unternehmen, aber wenn du damit ein besseres Gefühl gegenüber deinem Partner hast und dir das am Herzen liegt, tu das. Du musst es ja nicht direkt übertreiben und eine stundenlange Shopping-Tour planen, aber schaffe dir kleine Freiheiten und Freiräume, das wird deinem Gedankenkarussell und auch deiner Gesundheit sicher gut tun. :)_

MZaj[aa


Danke liebe flutterby für deine Antwort! Ich musste das irgendwie auch mal alles loswerden. :°(

Und ich weiß auch, dass ich mich freuen sollte die 34+0 erreicht zu haben. Ich dachte auch, dass es mir ab diesen Tag schlagartig wieder gut gehen würde aber irgendwie hat das wohl nicht funktioniert. Ich hoffe wirklich, dass nach der Geburt alles "Gut" sein wird. Das denken komplikationslose Schwangere ja schließlich auch. Ich befürchte nur, dass ich da "Draußen" gar nicht mehr zurrecht kommte. Ich habe das schon im KH gemerkt wenn ich aufs CTG warten musste und da einige Familien mitglieder auf eine Schwangere warteten. Das war mir viel zu laut und zu voll %:| und ich war von jetzt auf gleich bis ans Limit gestresst.

Du hast auch vollkommen Recht mit dieser Spirale aus Angst und Grübeln, aber wer schafft es das nicht zu tun? Aber ich glaube ich werde wirklich etwas brauchen um das zu verarbeiten. Blöd gesagt eigentlich, denn mir ist ja irgendwie eigentlich nichts passiert ":/

Ich bin nur froh, dass es bald vorbei ist!

wUom,a>n8x8


Hallo Majaa,

erstmal Glückwunsch und Respekt, dass du es soweit und so gut bisher geschafft hast. Dennoch würde ich mich an deiner Stelle mit meinen Ängsten und Sorgen mal an deinen Gynäkologen, die Hebamme oder Hausarzt wenden, denn was du beschreibst hört sich für mich nach Schwangerschaftsdepression an! Such dir da auf jeden Fall einen kompetenten Ansprechpartner bzw. einfach Unterstützung. Selbst wenn du nicht die offizielle "Diagnose" Schwangerschaftdepression bekommst, kannst du ja mal schauen, ob es in deinem Ort sowas wie psychosoziale Beratungsstellen gibt, die in solchen Lebenslagen helfen. z.B. von Caritas und Diakonie. Ich würde versuchen professionelle Unterstützung zu finden, denn sonst kann sich die Situation mit der Geburt noch verschärfen und zur Wochenbettdepression werden ... :)_

liyBkke


Liebe Majaa,

Tolle Leistung wirklich! Du hast alles für euer Kind gemacht was du machen könntest.

Dass dir nun die Umwelt zu laut und zu stressig ist kann ich gut verstehen. Ich war bzw bin während der Schwangerschaft auch immer extrem was das betrifft. Puh, allein wenn ich an Weihnachten denke drehe ich durch. Ich will niemanden sehen, nicht diesen Stress ertragen müssen.

Über lege dir doch mal was dich jetzt freien würde und nehme dir Zeit dafür und sei ganz entspannt. Dein Baby wird kommen wenn es kommt, es ist ja nicht in 5 Minuten da.Das schaffst du alles! Hast ja schon extrem viel starke bewiesen.

Ich wünsche dir alles alles Gute und eine entspannte Zeit!

f:lutzt<erbxy


Vielleicht erwartest du da auch zu viel von dir selbst :)_

Dass es nicht auf Schlag anders wird und du von jetzt auf gleich alle dunklen Gedanken abschütteln kannst, ist ja total verständlich! Lass dir selbst da auch ein bisschen Zeit um dich wieder an den neuen Abschnitt jetzt zu gewöhnen. Wie ich schon schrieb, du musst ja nicht gleich morgen losdüsen und alles auf einmal nachholen. Aber vielleicht hilft es dir ja, wenn du dir für die kommende Woche oder das Wochenende etwas schönes vornimmst, was du jetzt lange nicht machen konntest. Ein positiver Ausblick sozusagen.

Das mit den vielen Menschen kenne ich aber auch, eine lange Schlange im Supermarkt oder Trubel im Wartezimmer stressen mich auch sehr. Das mag ich im Moment gar nicht. Dabei ist mein Beruf mit jeder Menge (kleiner) Menschen und Stress verbunden ]:D also ist es vielleicht ganz gut, dass ich da schon nicht mehr hin muss...

Am Wochenende wollte ich mit meiner Mutter in ein Stoffgeschäft um die Ecke, um den Stubenwagen hübsch zu machen. Das Geschäft hatte zu, alle anderen in der Nähe, die ich vorsichtshalber ergoogled hatte, waren nicht existent oder zu. Das hat mich dermaßen gestresst, obwohl meine Mutter gefahren ist, dass ich mehrmals dachte, ich steig aus den Schuhen. Offenbar scheinen sich Schwangerschaft und Stress generell nicht gut zu vertragen.

Du solltest dir aber tatsächlich die Zeit geben, das zu verarbeiten. Auch wenn dir in dem Sinne "nichts passiert" ist, du hattest sicher komplett andere Erwartungen an deine Schwangerschaft. Dass es dann ganz anders kommt und du anstatt vor Glückseligkeit über sämtliche Backen grinsend, grübelnd und voller Sorge das Bett hüten musst, konntest du nicht absehen und auch so etwas kann ja in gewisser Weise "traumatisieren", auch wenn das jetzt sehr dramatisch klingt. Deshalb stimme ich auch woman zu, wenn du aus den dunklen Gedanken so gar nicht mehr raus findest und auch an der Zeit nach der Geburt im Moment absolut nichts Schönes oder Positives finden kannst, solltest du dich jemandem anvertrauen. Wenn das Baby erstmal da ist, wirst du deine ganze Kraft brauchen. Außerdem glaube ich, dass es vielen Frauen so geht, gerade wenn die Schwangerschaft so überschattet ist und man im Grunde kaum Gelegenheit hat, sie zu genießen und sich darüber zu freuen.

Mzajaia


Vielen Dank für eure Beiträge! @:)

Die Idee mir einen Ansprechpartner zu suchen finde ich im Grunde ganz toll. Ich müsste mich da mal informieren, da es für mich natürlich sehr schwer ist überhaupt irgendwo hinzukommen. Obwohl ich muss ja irgendwann wieder anfangen mich zu bewegen. Ich denke neben dem Muskelverlust spielt auch meine Angst da eine ganz große Rolle. Aber die Wehen die ich habe, habe ich ja auch im Liegen.

Ich fühle mich meinem Körper nur einfach so ausgeliefert. Das einzige was hilft ist eigentlich einigermaßen entspannt zu bleiben und ich weiß ja auch, dass alles andere nichts bringt. Und wenn jetzt ein paar mehr Schritte als nötig die Geburt auslösen würden, hätte es ja so oder so nicht mehr lange gehalten %:| Ansonsten sollte ich mir vielleicht Jemanden für nach der Geburt organisieren, falls es mir dann immer noch so schecht gehen sollte.

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