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Zwangsgedanken

k'erten_keHl=e


Bei mir hat die Zeit irgendwie die Zwangsgedanken verschwinden lassen. Etwa 2 Jahre hat es gedauert. Jetzt hab ich das manchmal immernoch, mess dem aber nicht mehr wirklich Beachtung zu. Wie sich das mit Psychotherapie verhält kann ich nicht sagen. Hab nie eine bekommen.mir hat bei allem am meisten Sport geholfen.

Jnanx74


Doch, das Kaffeebeispiel passt sehr gut. Geht ja um Kaffee spät abends von dem man genau weiss das er einem eine komplett schlaflose Nacht bescheren wird, völlige Unvernunft.

Sport gegen Zwangsgedanken hab ich noch nie gehört, aber wenns hilft, ist ja gut :-).

S;kara(baPeus9x4


Ich hielt es nur deswegen für unpassend, weil ich z. B. wenn ich nicht schlafen kann nachts 3 Uhr aufstehen kann, mir einen Kaffee kochen, langsam austrinken, wieder hinlegen, weiter schlafen bis um 10. Mir macht das überhaupt nichts aus. Manchmal dagegen, vor allem morgens, werde ich aber hibbelig.

Wenn das bei dir immer so aufputschend wirkt ist das Bsp aber natürlich passend. ;-)

Ryeal sEstEate


Jan, in gewisser Weise kenne ich das.. Mir fälllt nur grad kein Beispiel ein. Hm, mal überlegen..

M?ollie4nchren


@ Jan74

Ich kenn sowas mit dem Kaffee auch. Z.B. vor dem Sport. Ich weiß genau, wenn ich 1-2 Stunden vorher noch Kaffee trinke, kriege ich beim Sport die hammerrote Birne und Herzklabaster und mir wird schwindelig. Trotzdem denke ich manchmal "scheißegal, runter damit". Beim Sport bereue ich es dann und kann mich dann wieder ein paar Wochen beherrschen. Früher oder später passiert es dann aber wieder...

JzanI74


Aber warum tut man das? Wie einige hier wissen haben derartige Verhaltensweisen mich z.B. meinen Führerschein gekostet.

Worauf ich aber eigentlich hinauswill: Mir ist aufgefallen, dass diese Zwangsgedanken ähnlichkeiten haben mit sowohl dem Tourette-Syndrom (wo anfallsartig Beleidigungen und Obszönitäten ausgesprochen werden, die der Situation völlig unangemessen sind), als auch besagtem "zwanghaften selbstschädigendem Verhalten", und das ist:

Es gibt offenbar einen Impuls in einem, der, entweder als Gedanke, Tic oder konkrete Handlung genau das Gegenteil dessen ist, was für einen eigentlich gut und richtig wäre.

Zwangsgedanken beinhalten oft eine in einer Situation mögliche, heftige, aber völlig unsinnige Brutalität (z.B. jemanden den man liebt, oder auch sich selber, zu töten), sozusagen die "in dieser Situation schlimmstmögliche oder moralisch abartigste Handlung"; Tourette-Tics beinhalten heftige Beleidigungen und religiös/moralisch absolut unangemessen Äusserungen (ebenfalls wieder das "situativ schlimmstmögliche"), besagte selbstschädigende Handlungen sind ebenfalls genau das Gegenteil von dem, was eigentlich gut für einen wäre.

Es ist also offenbar etwas in einem, was gegen einen selber gerichtet ist und Impulse erzeugt, die uns dazu bringen können/sollen, uns zu schaden. Fragt sich nur, was ist das, und wie kommt es. Denkbar sind sowohl organische/neurologische Ursachen, denke ich, als auch psychologische, als auch Kombinationen davon.

Neurologisch gesehen sind es wohl Gehirnteile, die ein "Eigenleben" entwickelt haben und unter zuviel Dompamineinfluss etwas verrückt spielen. Psychologisch ist die Aussage dieser Dinge "Du tust dann das Richtige, wenn Du das tust, was Dir schadet. Wenn Du Dir schadest, bist Du gut und wertvoll. Wenn Du leidest, bist Du ein wertvoller Mensch", und das ist es, denke ich, oft, was betroffenen Personen (unbewusst) von psychisch selber derangierten Elternteilen vermittelt wird (die die Kinder als Ventil für ihre eigene kranke Psyche missbrauchen). Das tief verinnerlichte "Du bist gut, wenns Dir schlecht geht, also sorge dafür dass das der Fall ist" dürfte zumindest bei den Zwangsgedanken als auch dem selbstschädigenden Verhalten ein wichtiger Einfluss sein (ob das auch was mit Tourette zu tun haben kann ist sicherlich eine andere Sache). Ich finds aber interessant, wenn man das mal aus diesem Blickwinkel betrachtet. Zumindest eine Erklärung, die aber natürlich keine Heilung mit sich bringt.

mqon{d+stoerne


Gibt es vielleicht schon ein Faden zu dem Thema?

Ja, [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/668251/20387454/ hier]] zum Beispiel. Dort geht es um den Zwangsgedanken, homosexuell zu sein.

RleaYl E{statxe


Dass Teile im Gehirn sich verselbstständigen, davor ich Angst. Und das dem wahrscheinlich resultierenden Kontrollverlust.

Keine Ahnung ob es sowas gibt...

Ja und dieses "dir geht es gut und du bist wertvoll, wenn es die schlecht geht" Welch Ironie! ;-)) Das kenne ich zu gut...

Gestern hatte ich nen ganz leichten Kater. Hab aber so wenig getrunken, 3 Sekt und 3 Diesel. Also echt nen gaaanz leichten Kater. Hab mich gestern bis nachmittags im Bett rumgequält, weil ich nur ZG hatte :-//

hab dann Alpraz. eingenommen und darauf 3 Stunden volles Brett gepennt. Danach aufgewacht und irgendwie total depri gewesen.

Ich wünsche eine normales und gesundes frohes neues Jahr! ;-)

MYolluiepnchben


Ich könnte mir vorstellen, dass hinter einem Zwangsgedanken, z. B. einer geliebten Person etwas schlechtes anzutun, so etwas steckt wie sich selbst "beweisen" bzw. bestätigen, dass man so schlecht ist wie es einem eingetrichtert wurde und sogar noch viel schlimmer. Bei selbstschädigenden Gedanken eigentlich auch. Es steckt sozusagen dahinter "ich muss so sein wie man mich eh sieht, alles andere nimmt man mir eh nicht ab". Oder auch: "Du denkst ich bin schlecht? Bitte, nun siehst Du WIE schlecht ich bin."

m2ond+osteIrnxe


"dir geht es gut und du bist wertvoll, wenn es die schlecht geht"

Ich finde das Quatsch. Du?


Ich wünsche Dir ein gelassenes, neues Jahr. @:)

@ Jan74

das ist es, denke ich, oft, was betroffenen Personen (unbewusst) von psychisch selber derangierten Elternteilen vermittelt wird ... Das tief verinnerlichte "Du bist gut, wenns Dir schlecht geht, also sorge dafür dass das der Fall ist" dürfte zumindest bei den Zwangsgedanken als auch dem selbstschädigenden Verhalten ein wichtiger Einfluss sein ... Ich finds aber interessant, wenn man das mal aus diesem Blickwinkel betrachtet. Zumindest eine Erklärung, die aber natürlich keine Heilung mit sich bringt.

Eine Erklärung, die ein guter Ansatzpunkt für eine Heilung sein könnte, würde ich mal behaupten. Denn das was da von den Eltern "vermittelt" wurde, wurde sicherlich niemals so gesagt. Eine Heilung könnte also so aussehen, dass man dieses kommunikative Missverständnis auflöst: Wie wurde diese Botschaft vermittelt? Warum haben die Eltern sich so verhalten?

Aber was theoretisch einfach wäre, scheitert vermutlich in der Praxis. Denn wer seit zig Jahren in einem kommunikativen Beißkrampf ist, wird sich nicht so leicht lösen. Was meinst Du?

a|nncxhen2


ursachenforschung führt meiner meinung nach zu nichts. zwangsgedanken sind eine krankheit. es gibt eine gut wirksame verhaltenstherapie dagegen. aber man muss den richtigen therapeuten finden und man muss sich trauen, sich dem therapeuten zu öffnen.

J}anx74


Nee, das ist kein kommunikatives Mißverständnis. Das wurde (und wird) so gesagt, mehr oder weniger wortwörtlich. Direkt und auch indirekt mir immer wieder vermittelt von klein auf.

Sicher bringt Ursachenforschung per se noch keine Heilung (was ja auch der Haken an Psychoanalyse ist, soweit ich weiss). Aber die Erkenntnis, was mit einem los ist, und zwangsläufig auch, warum es das ist, ist für mich immer der erste Schritt auf dem Weg der Besserung.

Für mich sieht das z.B. so aus, dass einem kein Vertrauen (in sich selber, den eigenen Wert, die Welt an sich..) vermittelt wurde, weswegen "Kontrolle" die Devise ist, und Zwänge sind ja nix anderes als eine irrationale Art von Kontrollversuchen. Dann gilt es quasi, umzulernen.. sowohl der eigene Wert ist "an sich, so wie er ist" gut (auch ohne besondere Anstrenungen und Kontrollmaßnahmen), als auch die Welt an sich, man kann ihr vertrauen. Vertrauen vs Kontrolle ist ja das Gegensatzpaar, um das es im größeren Kontext dabei geht. Stichwort Urvertrauen.

G$ucky0x68


Ich habe hier jetzt nicht alles gelesen.

Aber so Gedanken, ich tue gerade Jemanden, den ich sehr mag, etwas an hatte ich auch schon. Und der Gedanke, einer Mutter ihr Kind zu töten .. ist wohl auch nicht so selten.

Jedenfalls, hat eine Therapeutin gesagt, das diese Zwangsgedanken so gut wie nie umgesetzt werden. Im Gegenteil, Menschen die diese Gedanken haben, sind deutlich gewaltloser, als der Durchschnitt.

k!erte!nkexle


Also ich glaube die Zwangsgedanken loszuwerden ist sehr individuell. Bei theoretischen Menschenn hilft nunmal Ursachenforschung und das Verständnis für die Problematik zu entwickeln. Bei praktischen Menschen werden es wohl eher die Beschäftigung bzw. bestimmte Verhaltensweisen, Übungen sein die wirksam sind.

Zu der Ursache. Mir wurde es damals so erklärt.

Zwänge im Allgemeinen, also auch Zwangsgedanken sind aus dem neurotischem Formenkreis, es ist also keine Form von Schizophrenie oder andere psychotische Störungen z.B. wo durch Wahn die eigene Zurechnungsfähigkeit beinträchtigt ist, und somit irgendetwas fremdartiges unangepasstes durch den Kopf fährt.

Mit anderen Worten man ist voll da. Neurosen an sich sollen wohl hauptsächlich von Fehlanpassungen an bestimmte stressige Situationen herrühren.

Zwangsgedanken wurden mir als eine Art Fehlanpassung und Angst vor Kontrollverlust beschrieben. In schwierigen Lebenssituationen stellt man sich innerlich die Frage, was wohl am schlimmsten für einen währe. (Z.b. für eine liebende Mutter der von ihr selbst hergeführte Tod ihres Kindes) Der Kopf gleicht das mit seinen Moralvorstellungen ab. Man denkt sich "bitte nicht" und der Kopf der keine Negationen kennt ruft genau diese Gedanken hervor. Demnach malt man sich im Kopf ausgererechnet das aus, was man nie im Leben tun oder sogar denken möchte. Die innere Frage "verliere ich die Kontrolle" "werde ich verrückt" ist ein jetzt weiterer Stressor und man rutscht tiefer ins Grundproblem herein (Angst-Panikstörung, Depressionen etc.)

Ich glaube der Kopf tut einem den Gefallen, wenn man denkt "hoffentlich werde ich nicht irre" suggeriert er eben "Wahnsinn". Dieser Satz "Der Kopf kennt keine Negationen" von einem Psychiater ist mir irgendwie hängengeblieben.

Das ist wohl auch das Prinzip negativer Selbstbeeinflussung...

Zwangsgedanken sind auch soweit ich gehört hab nie eine eigene Störung sondern eher ein Symptom.

Keine Ahnung, ob es ein Patentrezept gibt bloß die meisten die ich kenne sind es losgeworden indem sie irgendwie die Angst davor verloren haben. ob auf dem theoretischen oder praktischen Weg ist im Grunde egal. Bei mir kam eher der prsktische Weg in Frage, da durch meine Hypochondrie durch intensive Beschäftigung amit einer Thematik alles nur noch schlimmer wurde. Bei mir war es durch unglaublich viel Sport. Bin trotz eines zwölfstundentages in der Woche um die 50 Kilometer gelaufen.

Irgendwann habe ich die Zwangsgedanken einfach vergessen

Jetzt wenn sie ab und zu mal da sind stören sie mich nicht wirklich. Passiert auch nur noch ziemlich selten.

Zu meinen Quelle(n) ich war nie in einer Therapie hab aber im Rahmen meiner Depersonalisation die für mich am allerschlimmsten war in meiner Freizeit an Studien teilgenommen die sich hauptsächlich mit dem Thema Depersonalisation, Derealisation beschäftigten. Musste ein Tagebuch führen mit dem Schweregrad der Zwangsgedanken, der Tiefe der Depersonalisation usw. Stehe immernoch in Kontakt mit denen. Außerdemmhabe ich als Externer Vorlesungen besucht..

Wie dem auch sei. Allen alles gute

AlndroYidlexr


Wirklich geholfen hat mir citalopram/fluoxetin und opipramol und das Wissen, dass ich nicht so leicht durchdrehen kann und ich im schlimmsten Fall einfach immer noch in eine Klinik gehen könnte.

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