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Mutter plötzlich wieder Schizophren? Eine schöne Bescherung!

M]anixac hat die Diskussion gestartet


Hallo,

da ich momentan nicht mehr weiter weiss und auf der Suche nach Hilfe bin, möchte ich mich an dieses Forum wenden. Ich versuche mit kurz zu fassen.

Kurze Vorgeschichte:

Es geht um meine Mutter, 55 Jahre, selbstständig.

Meine Mutter kann man ohne weiteres als absoluten Workaholic beschreiben. Sie betreibt ein kleines Geschäft für Auftragsarbeiten. Die Arbeitszeiten betragen gewöhnlich +60h die Woche. Bis in die Nacht arbeiten ist selbstverständlich, Samsags und Sonntags ebenso.

Dazu noch der Haushalt und mehrere! Haustiere. Um es kurz zu machen – ihr Leben besteht aus Arbeiten und Schlafen. Urlaub hat Sie glaube ich das letzte Mal 1990 gemacht.

Dazu kommt, dass Sie sich alles und allem annimmt. Sie ist sehr beliebt, kennt ewig viel Leute und wird dementsprechend auch viel "vollgequasselt".

Vor 11 Jahren hatte meine Mutter eine Schizophrenie oder Psychose – das kam quasi von einen Tag auf den Anderen und ging ca. 6 Monate. Sie baut sich dann Konstrukte zusammen, redet wirres Zeug, u.s.w. meistens geht es richtig Verschwörung.

Das jetzt alles zu beschreiben führt zu weit.

Das Ganze hat sich dann gebessert und war auch vollständig weg – bis letzten Freitag!

Als ich am Freitag zu Hause war (also Sie wohnt mit meinem Vater zusammen, ich habe eine eigene Wohnung) habe ich gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Nachmittag meinen Vater angerufen – ja, es ist wieder so weit sage er, das selbe wie vor 11 Jahren.

Heute dann Weihnachten, ich kam um 17:00 Uhr vorbei, mit Geschenken und Wein. Im Hof dann meinen Vater gesehen und Ihn gefragt wie der Zustand ist. Er meinte dann ich könne wieder heim – der Baum ist nicht geschmückt, Essen gibt es keins. Sie sitzt seit 14:00 Uhr nur auf der Couch und grübelt vor sich hin.

Vormittag war er noch beim Arzt (Internist – an Weihnachten muss man erstmal jemanden finden!). Der hat Tabletten verschieben. Die wollte mein Vater Ihr auch geben, aber meine Mutter meinte wohl, dass die besser im Ofen aufgehoben sind.

Ich bin dann noch bis 20:30 Uhr geblieben. Na ja könnt Ihr Euch ja denken, war ein tollstes Weihnachtsfest.

Wobei mir das nicht so viel ausmacht, denn ändern kann man es halt nunmal auch nicht.

Gedanken mache ich mir um meinen Vater, er kommt nicht mehr damit klar ("ein 2.Mal schaffe ich das nicht") und es hat gerade erst angefangen.

Er hat mir dann auch noch erzählt, dass es am Samstag ein Telefonat mit einer "Bekannten" gab, danach ist dann die "Stimmung" extrem gekippt. Die "Bekannte" hat Ihr dann auch eine Karte geschrieben die heute angekommen ist, darauf stand nur ein wirres Gefasel von einem "lebendigen" Telefongespräch am 21.12.

Ich bin kein Psychologe und man sollte auch keine Diagnosen stellen. Dummerweise wundert mich Ihr Zustand nicht. Meine Mutter kennt kein Limit, Arbeit bis es nicht mehr geht, nimmt sich alles und allem an. Das Telefonat scheint dann der Auslöser gewesen zu sein.

Ich bin nun völlig hilflos. Dazu kommt noch, dass ich ab dem 02. Januar das Land verlasse und für 2,5Jahre beruflich ins Ausland gehe – der Zeitpunkt könnte nicht besser sein!

Ich habe mich ein wenig belesen hier im Forum und von Sozialpsychologischen Dienst gelesen. Sollte ich da mal anrufen? Wie gehe ich mit Ihr um? Wie verhalte ich mich richtig?

Ich bin eigentlich zuversichtlich, dass es wieder wird mit Ihr. Allerdings mache ich mir mehr Sorgen wie es danach weiter geht...

Meine Mutter ist auch der liebste Mensch der Welt, Sie macht alles für mich und liebt mich über alles, ich sie natürlich auch.

Vielleicht hat jemand Tipps oder schon ein ähnliches Problem gehabt.

Viele Grüße und ein frohes Fest Euch allen!

Manuac

Antworten
SBu+pernanxny


Hallo Maniac,

es hört sich für mich eher nach einem Burnout an als nach einer Psychose.

Gibt es diese Bekannte wirklich oder war das ein visionäres Gespräch?

Es kam ja nach deiner Beschreibung eine Karte an und dessen Inhalt muss man nicht unbedingt verstehen.

Das diese Bekannte dann schreibt es war ein lebendiges Gespräch finde ich nicht ungewöhnlich, vielleicht meint sie damit ein lebhaftes Gespräch.

Mein Mann hatte vor 10 Jahren auch eine Psychose und er nimmt bis heute zur Vorbeugung sein Medikament.

Nimmt deine Mutter noch Medikamente?

Solltest du das Gefühl haben das es doch eine Psychose ist kannst du den sozialpsychologischen Dienst kontaktieren, jedoch können die auch nicht wirklich etwas tun, ausser deine Mutter erst einmal begutachten.

M(an>iaxc


Hallo Supernanny,

vielen Dank für Deine Antwort.

Also diese Frau gibt es wirklich, mein Vater kennt sie auch. Wobei das im Moment nicht wirklich weiter hilft.

Bei der Analyse bin ich mir natürlich auch nicht sicher, da ich kein Psychologe bin.

Burnout ist sicherlich ein guter Indiz, zumal das bei Ihrem Arbeitspensum nicht verwunderlich ist.

Es ist halt so, dass es mich absolut nicht wundert, was jetzt gerade passiert. Ehrlich gesagt hatte ich auch schon viel früher damit gerechnet.

Die Situation ist ja auch nichts neues, das Ganze hatten wir schon einmal.

Medikamente nimmt meine Mutter schon lange nicht mehr. Ich persönlich bin kein Freund von Medikamenten, allerdings bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob ich da richtig liege.

Viel mehr Sorgen mach mir mittlerweile wie es weitergeht, wenn meine Mutter wieder gesund ist. Ich befürchte, dass Sie sich auf Dauer im warsten Sinne des Wortes tot arbeiten wird...

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