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Massiv mit Tabletten zugebombt

A:ndroOidlxer


Je nach Antrieb, Unruhe ist ein antriebssteigerndes oder sedierendes Antidepressivum sinnvoll. Oder ein eher neutrales. Das eine macht mehr müde (Opipramol, Mirtazapin, Benzodiazepine...), das andere unruhig (Venlafaxin, duloxetin, fluoxetin) und schlaflos und unter Umständen Bluthochdruck und mehr Nebenwirkungen (Venlafaxin, duloxetin) als eher "neutrale" mittel wie citalopram.

Ich habs selber nicht getestet, aber laut Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und KVB sind Venlafaxin und duloxetin am Ende nicht wirksamer als SSRI wie citalopram, aber haben vermehrt Nebenwirkungen wie eben z.b. Bluthochdruck, Unruhe etc.

Z0wack-44


Ich habs selber nicht getestet .... aber sind Venlafaxin und duloxetin am Ende nicht wirksamer als SSRI wie citalopram

Aber ICH habe sie getestet: Weder mit Escitalopram noch mit Venlafaxin konnte ich meine Depression zuverlässig in den Griff bekommen. Für mich war das Ei des Kolumbus Duloxetin. Manchmal führt reines Schubladendenken auch etwas an der Realität vorbei; ich werde immer mißtrauisch, wenn man alle ADs einer Gruppe in einen Topf wirft.

Z_wac3k44


Venlafaxin ist ein SNRI ein selektiver Serotonin und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer. Venlafaxin deckt daher beide Botenstoffe ab, sodaß ein SSRI eigentlich nicht zusätzlich genommen werden muss.

Richard 61, das könnte ein Denkfehler sein: Wenn ein AD auf zwei verschiedene Botenstoffe wirkt, dann stehen diese beiden Einzelwirkungen in einem bestimmten Verhältnis. Angenommen, für den einen Botenstoff reicht eine bestimmte Dosis davon aus, für den zweiten aber nicht, könnte es sinnvoll sein, einen Wiederaufnahmehemmer für den zweiten Botenstoff zusätzlich zu nehmen.

ZYwac@kt4x4


SSRI SNRI und NDRI sind sogenannte selektive Botenstoffwiederaufnahmehemmer. Sie wirken organisch nicht psychisch deshalb sind dies keine Psychopharmaka.

Das ist der alte Streit wie mit dem Ei und dem Huhn. Ist Depression eine psychische Krankheit ?? Oder hat eine organische Krankheit die psychische Folgeerkrankung ausgelöst ?? Vielleicht stimmt die Bezeichnung Psychische Erkrankung ausgelöst durch eine organische Krankheit am Besten (Dickdruck zugefügt).

Ja, Richard61, das ist ein Streit um des Kaisers Bart, aber weil nun Brummbaerchi schon meint, sie habe etwas falsch gelernt, möchte ich doch die Gegenposition etwas ausbauen. Wenn man zwischen Körper und Seele (Psyche) unterscheidet, gibt es viele Krankheiten, die sich ziemlich eindeutig zuordnen lassen: Einen Knochenbruch, eine Eiterbeule oder eine Embolie wird man als körperlich betrachten, während man eine Depression, ein Angstsyndrom oder eine Demenz aufgrund des Verhaltens der Patienten der Psyche zuordnen wird. Aus flexikon.doccheck.com:

1 Definition

Als Psychopharmaka bezeichnet man Medikamente zur Therapie psychischer Störungen.

2 Medikamentengruppen

Die Psychopharmaka weisen als gemeinsames Merkmal eine agonistische oder antagonistische Wirkung auf den zentralnervösen Neurotransmitter-Stoffwechsel (u.a. Synthese, Exozytose, Metabolisierung) bzw. deren Rezeptoren auf.

Wie Du siehst, wird hier trotz der Kenntnis von der derzeitigen Hypothese des Hirnstoffwechsels in Bezug auf die augenscheinlich Wirkung definiert. Das ist mit dem Vorzug verbunden, dass man den Wirkungsmechanismus gar nicht kennen muß, und wenn Du Dich in der Literatur darüber informierst, welche Wirkungszusammenhänge diskutiert und geprüft werden, wirst Du wohl auch zu der Auffassung kommen, dass alles viel komplizierter sein mag als von Dir dargestellt.

Schließlich und endlich finde ich im Benkert/Hippius, "Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie", ADs, Medikamente gegen bipolare Störungen, Antipsychotika (früher: Neuroleptika), Anxiolytika, Medikamente gegen Schlafstörungen, Antidementiva u.a. einträchtig nebeneinander - wohl im generellen Sinne von "Psychopharmaka". Ergo: Es hat wenig Sinn, sich seine eigene Definition zu basteln, wenn die Fachwelt dem nicht folgt. Solltest Du anderer Ansicht sein, wäre noch die Frage von Brummbaerchi zur Definition/Einordnung von Neuroleptika offen.

s&chne=ckex1985


Nur ganz kurz: Bei mir kam das extreme Schwitzen vom Venlafaxin und alleine deshalb war in meinem Fall der Umstieg auf ein anderes AD ein Segen. Ich bin wirklich im Winter kurzärmelig rumgelaufen, im Sommer liefen mir Schweißbäche über das Gesicht. Kann also sein, dass bei dir auch das Venlafaxin das Schwitzen auslöst.

Rwichagrdx61


@ Schnecke,

leider ist Venlafaxin das einzige Mittel das mir hilft aber ich habe damit das gleiche Problem wie du ich schwitze wie ein Tier und muss manchmal den Schlafanzug und das Bettzeug wechseln. Ich wäre froh es helfe mir ein anderes aber ich habe alle durchprobiert. Sei froh das dir ein anderes hilft.

R7ichazrTd61


Wenn man zwischen Körper und Seele (Psyche) unterscheidet, gibt es viele Krankheiten, die sich ziemlich eindeutig zuordnen lassen: Einen Knochenbruch, eine Eiterbeule oder eine Embolie wird man als körperlich betrachten, während man eine Depression, ein Angstsyndrom oder eine Demenz aufgrund des Verhaltens der Patienten der Psyche zuordnen wird. Aus flexikon.doccheck.com:

Ich habe so ziemlich alles gelesen was Depression betrifft und es gibt diese oder jene Meinung darüber.

Machen wirs doch einfach an einer Diabetes fest. Ist das Psychisch oder organisch ???

Wenn sich einer auf 140 Kilo hochfrisst und dann eine Diabetes bekommt ist das psychisch oder organisch ??? Bin mal gespannt auf deine Antwort.

Zkw1acLk44


Richard61, eine Diskussion über Diabetes kann niemals Richtschnur für eine Definition von Psychopharmaka sein. Im übrigen ist die Entscheidung in der Fachwelt gefallen; s. mein obiger Beitrag.

ZAwacvk4x4


Richard61, eine Diskussion über Diabetes kann niemals Richtschnur für eine Definition von Psychopharmaka sein. Im übrigen ist die Entscheidung in der Fachwelt gefallen; s. mein obiger Beitrag.

B"ru$mmbeaerc!hi


Im übrigen ist die Entscheidung in der Fachwelt gefallen; s. mein obiger Beitrag

Ich bin ja schon einigermaßen beruhigt. Ich habe in meiner Fachliteratur nachgesehen und da stehen die genannten Medikamente (also SSRI, SNRI & co.) auch unter Psychopharmaka. Ich muss allerdings zugeben, dass die Literatur von 2006-2011 ist (genauso wie meine Weiterbildung aus dem Jahr 2011), deswegen war ich schon verunsichert, weil gleich 2x die Ansicht hier geäußert wurde, dass es keine Psychopharmaka seien. Wie dem auch sei... es ist im Prinzip egal, WIE man den "Überbegriff" nun nennt. Ich nenne es weiterhin – wie meine Lehrbücher und Fachärzte an meiner Arbeitsstelle – Psychopharmaka und werde sie nicht eines besseren belehren ;-D

Zum Thema Diabetes: Auf diese Diskussion wäre ich nie gekommen.

Und und nun ab vor die Glotze, Mikrowellenpopcorn wartet auf mich :-q

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