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Lebensfehlentscheidung

S,unflo5wer_73


Twilight,

trotz allen Verständnisses für die Jobsituation von Upela habe ich denselben Gedanken auch schon gehabt: Kind in der KiTa seit 6 Monaten. Klar fällt zu Hause mit Kind Arbeit an und ja, die verdrängt dann sicherlich frühere Aktivitäten. Aber die Position ist schon relativ komfortabel. Bis auf den Fakt, dass ein Kind weniger planbar ist ein seinen Bedürfnissen.

Schwierig... ich denke auch, dass – neben realem Jobstress und Zeit, die unwiderruflich für's Kind draufgeht – der Knackpunkt wohl eher in der Partnerschaft bzw. dem Verhalten des Partners. ER wollte v.a. das Kind, scheint jetzt aber die Erwartungen von Upela an ihn nicht gerecht zu werden. Und die Beziehung wohl auch irgendwie gelitten haben (der Badkommentar... ohne Worte).

Vermutlich verstehen wir alle das Problem nicht so recht, weil Upela selber nicht klar hat, was eigentlich das Problem ist. Außer "Kind" ganz pauschal.

BEarcselon3eta


es gibt halt Entscheidungen im Leben, die kann man leicht abändern/rückgängig machen und es gibt Entscheidungen, die sind gar nicht rückgängig zumachen.

Klar, das verstehe ich ja auch. Nur sehe ich eben überhaupt keinen Ahaltspunkt, weshalb jetzt ausgerechnet sie deswegen zurückstecken sollte. Zwei Menschen haben sich entschieden – einer davon hat es sich sehr gewünscht. Da sehe ich es auch nicht als "ätsch, das badest du jetzt alleine aus!" wenn er jetzt dafür beruflich runterfahren sollte, um ihr den Stress rauszunehmen. Er hat es sich ja gewünscht, also sollte es für ihn eigentlich schön sein, Zeit mit dem Kind verbringen zu können. Wenn sich hier ein Kompromiss finden lässt, ist die Habil und damit eben, beide wünsche zum Erfolg zu führen, doch bei weitem keine Utopie mehr. Ich sehe also gar nicht die Notwendigkeit, weshalb einer unbedingt verzichten muss. Klar ist das für ihn erstmal unbequem, aber Schwangerschaft und Co. waren für upela ja auch kein Spaziergang. Das bietet ja auch Chancen: Wenn der Druck von upela genommen wird und die Angst wegfällt, nach gescheiterter habil mit leeren Händen dazustehen, kann das auch die Einstellung zum neuen Leben mit Kind entscheidend verbessern. Im Gegensatz dazu habe ich während eines Aufenthaltes in der Psychosomatischen ein paar Leute kennengelernt, die unter dem Druck gelitten hatten, die gescheiterten Karriereziele ihrer Mütter erreichen zu müssen. Nach dem Motto ich habe alles für dich aufgegeben, jetzt musst du mir auch zeigen, dass du das wert warst. So muss es natürlich nicht kommen, aber warum sollte man überhaupt so eine Situation riskieren, wenn sie sich vermeiden lässt? Noch könnten alle gewinnen.

d]acnae8x7


Ich hab den Eindruck das ihr nicht nur eine nicht-symbiotische Beziehung gelebt habt. So wie du es beschreibst war das mehr eine WG mit Sex. Ihr wart komplett unabhängig, aber wenn man ein Kind zuasmmen bekommt wird man abhängig von einander. Bei Unabhängig/Abhängig gehts eben nicht nur ums Geld sondern um viel viel mehr.

Aber wenn dann wieder destruktive Kommentare kommen, der Partner fluchtartig das Bad verlässt, um mich nicht nackt sehen zu müssen oder Sonntags um halb sechs morgens aus dem Ausgang kommt und ich weiss, er wird nur auf nachdrückliche Aufforderung für Familienaufgaben zur Verfügung stehen – dann platzt mir der Kragen, dann brauch ich DAS NICHT AUCH NOCH. Dann wünsch ich mich zurück an den Morgen, an dem wir den Test gemacht haben, und frag mich, ob es nicht zwar eine ausserirdische Erfahrung war, diese Kindermacherei und Kriegerei, aber ob ich ohne nicht wirklich besser drangewesen wäre, denn dann könnte ich in diesem Moment aus der Türe gehen und sagen, Danke und noch eine gute Zeit.

Er scheint sich reichlich daneben zu benehmen und außerdem nicht damit klar zukommen das die super starke unabhängige Frau an seiner Seite nun auch Bedürfnisse hat. Ist er nicht gewohnt und vielleicht auch nicht gewillt zu bedienen.

Ich finde den Vorschlag gut mit ihm darüber zu reden das er vom Job mehr abgibt, du mehr machst, zumindest für die Dauer der habil und dann ergo mehr zu Hause macht. Nach der Habil kann man neu verhandeln, erstmal geht es um einen begrenzten Zeitraum mit einer nicht aufschiebbaren Herausforderung. Muss er natürlich auch bereit zu sein und das Notwendige wie Tagesstrucktur und Grund im Haushalt einhalten.

Was das Kind mitnehmen angeht: Muss man auch das Kind zu haben... mit meiner ginge das nicht weil die so sehr an ihrem Rythmus hängt das mein Korsett auf 15 MInuten genau getaktet ist. Die muss um 19 Uhr im Bett liegen ansonsten schläft sie die ganze Nacht nicht richtig und der nächste Tag ist auch im Eimer und mit ein bisschen Pech zieht sich das dann gleich lässig durch die nächste Woche bis da der Rythmus wieder läuft. Hatte sie auch mit in Vorlesungen und Seminaren, aber mitbekommen habe ich da kaum was.

Was den impliziten vorwurf angeht sie würde ihr Kind nicht liebe: Wenn ihr die Tränen kommen, allein bei dem Gedanken ihren Sohn zu verlassen, kann das nicht das Problem sein. Upela, könnte es sein das du die negativen Entwicklungen deines Lebens gerade an deinem Kind festmachst weil seine Existenz dir etwas vor Augen führt was schon vorher im Verborgenen schwelte? Manchmal niegt man ja dazu den Überbringer schlechter Botschaft zu strafen auch wenn der Bote ja eigentlich unschuldig ist...

W/inte\rfexst


upela

Hilft es nicht ein wenig, dass die Habil irgendwann abgeschlossen sein wird? In deinem Fall hat ja der Job noch gar nicht wirklich angefangen, du bist ja immer noch auf dem unglaublich anstrengenden Weg dorthin. Solltest du eine Berufung anstreben, wird deine Situation danach ja von der heutigen extrem unterschiedlich sein. Zumindest was deine Möglichkeiten angeht.

Das Babyalter ist vorbei, das Kleinkindalter scheint für dich (und wie gesagt für mich) nicht die erhoffte Entlastung zu bringen – aber das Posthabilzeitalter hast du noch nicht erreicht. Das geht wirklich und ehrlich irgendwann ganz und gar vorbei. Und man darf diese Zeit sch*** finden, auch wenn es eine tolle Chance ist. Und das schon ohne Kind :)

KCletter6pfla"nxze80


Hilft es nicht ein wenig, dass die Habil irgendwann abgeschlossen sein wird? In deinem Fall hat ja der Job noch gar nicht wirklich angefangen, du bist ja immer noch auf dem unglaublich anstrengenden Weg dorthin. Solltest du eine Berufung anstreben, wird deine Situation danach ja von der heutigen extrem unterschiedlich sein. Zumindest was deine Möglichkeiten angeht.

Das Babyalter ist vorbei, das Kleinkindalter scheint für dich (und wie gesagt für mich) nicht die erhoffte Entlastung zu bringen – aber das Posthabilzeitalter hast du noch nicht erreicht. Das geht wirklich und ehrlich irgendwann ganz und gar vorbei. Und man darf diese Zeit sch*** finden, auch wenn es eine tolle Chance ist. Und das schon ohne Kind :)

Wobei man hier zwei dinge auseinander halten sollte nämlich die posthabilzeit und die zeit ab der berufung. Die sind nämlich lange nicht identisch, klar es gibt jene die direkt nach der habil berufen werden, dass ist aber lange nicht bei allen der fall. gerade nach der habil wird es für viele nochmal richtig stressig, da beginnt nämlich dann die zeit als privatdozent, wo man kostenlos lehren muss um die habil nicht zu verlieren und man von vertretungsprofessur zu vertretungsprofessur hetzt , was bedeuten kann das man jedes halbe jahr oder jahr an ner anderen uni lehrt in der Hoffnung irgendwann berufen zu werden. Und wenn das nicht passiert hat man ein dickes problem. Und die weichen für ne berufung werden eben schon spätestens in der habilzeit gelegt, also man die wahrscheinlichkeit erhöhen kann, dass man früher bzw. überhaupt berufen wird, aber ne garantie gibts darauf eigentlich nie.

W-inkter"fesxt


ich weiß schon. Aber ne Qualifikationszeit ist ja doch irgendwie noch was besonderes... Wie es danach aussieht ist aber sicher auch von Fach zu Fach anders. Bei uns z.B. sind die Stellen danach auf drei Jahre befristet, also etwas mehr als nur halbe Jahre. Bleibt blöd, hilft aber etwas zur Ruhe zu kommen. Und dann muss man auch ehrlicherweise sagen, dass "Berufung" nie ein einfacher Berufswunsch ist. Wahrscheinlich ist es sowieso sinnvoll, sich auch selbst Grenzen zu stecken a la "ich ziehe zwei mal um und dann muss klar sein, ob ne realistische Chance besteht" oder so. Aber auch hier: ich bin Geisteswissenschaftlerin, bei uns ist es sicher anders.

gielb1 und sgut


gerade nach der habil wird es für viele nochmal richtig stressig, da beginnt nämlich dann die zeit als privatdozent, wo man kostenlos lehren muss um die habil nicht zu verlieren und man von vertretungsprofessur zu vertretungsprofessur hetzt , was bedeuten kann das man jedes halbe jahr oder jahr an ner anderen uni lehrt in der Hoffnung irgendwann berufen zu werden. Und wenn das nicht passiert hat man ein dickes problem.

das kann man aber so auch nicht verallgemeinern...

das hängt auch sehr von der Fachrichtung ab. Ich kenne Privatdozenten, die verdienen zwar nicht so gut wie Profs, können aber trotzdem gut leben – an einem Ort.

K,letterpfllanFzex80


@ winterfest

ich weiß schon. Aber ne Qualifikationszeit ist ja doch irgendwie noch was besonderes... Wie es danach aussieht ist aber sicher auch von Fach zu Fach anders. Bei uns z.B. sind die Stellen danach auf drei Jahre befristet, also etwas mehr als nur halbe Jahre.

Da muss man wohl wieder differenzieren, also ich kenne geiwi fächer, wo zumindest ein jahr vertretungsprofessuren sehr üblich sind.

@ gelb und gut

das kann man aber so auch nicht verallgemeinern...

das hängt auch sehr von der Fachrichtung ab. Ich kenne Privatdozenten, die verdienen zwar nicht so gut wie Profs, können aber trotzdem gut leben – an einem Ort.

In Deutschland? Das find ich interessant, in welchem anstellungsverhältnis befinden die sich? Also befristete stellen gehen ja nur 6 jahre und ich dachte bisher, dass die wenigen unbefristeten wimi stellen nicht an leute mit habils gehen. Hm lektorenstellen vielleicht?

N8aidJee


Ich würde alles an Ordnung, Kleidung, Waschen, Putzen usw. weglassen, solange es dem Kind nicht schadet. Freiräume einfach nehmen. Dein Partner schafft das ja auch. Ich bin mir ganz sicher, dass Väter ihre Kinder genauso wenig verhungern, vermüllen, erfrieren oder verdrecken lassen. Sie haben oft eine andere Toleranzschwelle. Aber das ist oft nicht schlechter fürs Baby sondern nur besser für sie selbst. Dem Baby ist es egal, ob Spielzeug rumliegt, die Kleidung niedlich ist oder das Bad geputzt ist.

Ansonsten finde ich auch allerhand, was bei Dir neben Baby noch alles geht. Dass Du es schaffst zu arbeiten, Sport zu machen und manchmal auszugehen. Ist doch toll.

IZn-Ko$g N}iPto


aus sicht eines elternteiles weiß ich glaube ich,

was die te so stört:

dass sie nach hause kommt und nicht mehr machen kann, was sie will. überhaupt dieses fremdbestimmtsein ist für viele eine harte nuss.

man kann nicht aufstehen, wann man will, nicht essen... muß, wenn man nach hause kommt, erst kind ausziehen, versorgen, evtl. parken, um sich selbst schnell nen kaffee zu klauen...

abhilfe ist eigentlich nur ein zweites kind oder immer viel besuch von kindern, hat man beides nicht, geht die phase bis in die schulzeit, in der das kind dann selbstständig anfängt sich zu verabreden.

N5aixdee


Einerseits kann ich es auch verstehen. Andererseits – was hat sie denn erwartet? Ist doch klar, dass ein Kind das Leben verändert und oft auch Stress bedeutet.

I{n-gKog xNito


war es nicht piaget, der über seine kinder habilitiert hat? ]:D

wahrscheinlich das geheimnis, warum seine forschung heute noch genannt wird....

I1na-Ko*g Nitxo


aus der erfahrung heraus kann ich auch sagen,

dass akademisches arbeiten mit kleinkind unglaublich zehrend ist. man beschäftigt sich sonst den ganzen tag gedanklich mit der materie, das läuft so nebenher und irgendwann sitzt man dann am pc /über dem buch und macht was produktives draus.

das ist mit kind nicht möglich, weil man nicht auf knopfdruck denken kann und das kind kognitiv, emotional und affektiv ( ]:D ) so viel raum einnimmt, dass für das andere nicht mehr viel übrig bleibt. das stresst und nervt. ist ja kein nine to five-job.... und das kind eben auch nicht, das beisst sich.

N&aide>e


Ich habe meine Tochter auch während meines Studiums bekommen. Ich fand es manchmal auch ganz schön heftig. Ständig ein schlechtes Gewissen – entweder dem Kind oder dem Studium gegenüber. Zu wenig Schlaf, chaotischer Haushalt, wenig Zeit für mich – aber auch viel Schönes. Aber überrascht hat es mich nicht.

K?leio


Aber überrascht hat es mich nicht.

Wohl der Grund, warum sie den Faden eröffnet hat und für sich jetzt eine Lösung sucht.

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