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Lebensfehlentscheidung

w)intersoVnne x01


wir kommen gut klar, er mag mich. Punkt

Naja, wenn das deine Art ist deine Liebe zu deinem Sohn auszudrücken...o.k., ich fand es eben nur etwas sehr kühl.

Aber natürlich kann man es nicht an Worten messen, wie sehr jemand sein Kind liebt.

Für mich kam es eben so rüber, als ob du bereust es bekommen zu haben und das fände ich sehr schade...für dich und dein Kind.

Und, dass du quasi schon weist, dass bei einer Trennung das Kind beim Vater bleiben wird ":/ , ja so etwas soll es geben, spricht aber eben nicht von sehr großer emotionaler Nähe, sondern eben nur nach:

wir kommen gut klar, er mag mich. Punkt

BilackC Guxn


ein sehr interessanter und bewegender faden, wenn auch extrem kniffelig. zur eigentlichen problematik kann ich leider nicht viel beitragen, aber dennoch ein paar gedanken:

Aber wenn dann wieder destruktive Kommentare kommen, der Partner fluchtartig das Bad verlässt, um mich nicht nackt sehen zu müssen oder Sonntags um halb sechs morgens aus dem Ausgang kommt und ich weiss, er wird nur auf nachdrückliche Aufforderung für Familienaufgaben zur Verfügung stehen – dann platzt mir der Kragen, dann brauch ich DAS NICHT AUCH NOCH. Dann wünsch ich mich zurück an den Morgen, an dem wir den Test gemacht haben, und frag mich, ob es nicht zwar eine ausserirdische Erfahrung war, diese Kindermacherei und Kriegerei, aber ob ich ohne nicht wirklich besser drangewesen wäre, denn dann könnte ich in diesem Moment aus der Türe gehen und sagen, Danke und noch eine gute Zeit.

wie genau muss man diesen letzten satz verstehen? angenommen du könntest in der zeit zurückreisen und stündest vor den beiden türen zum 'alles-wie-gehabt'-universum und zum 'leben-mit-kind'-universum: wolltest du zum ausdruck bringen, dass du dann die andere tür nehmen würdest und, wegen deiner erinnerungen ans kinder-universum, in zukunft einen großen sicherheitsabstand zur tür in eben dieses universum halten würdest?

oder wolltest du mit diesem satz primär zum ausdruck bringen, dass du dich im wissen um die entwicklung deiner partnerschaft im kinderuniversum trennen würdest? (was ja, da euch kein kind mehr binden würde, problemlos möglich wäre...)

ansonsten stimme ich vor allem danae's beitrag auf der letzten seite zu:

Ich hab den Eindruck das ihr nicht nur eine nicht-symbiotische Beziehung gelebt habt. So wie du es beschreibst war das mehr eine WG mit Sex. Ihr wart komplett unabhängig, aber wenn man ein Kind zuasmmen bekommt wird man abhängig von einander. [...] Upela, könnte es sein das du die negativen Entwicklungen deines Lebens gerade an deinem Kind festmachst weil seine Existenz dir etwas vor Augen führt was schon vorher im Verborgenen schwelte? Manchmal niegt man ja dazu den Überbringer schlechter Botschaft zu strafen auch wenn der Bote ja eigentlich unschuldig ist...

ich zweifle in keinster weise die frustrationen an, die das kind ursächlich verursacht. ich halte aber das kind an sich nicht für das alleinige epizentrum deiner unzufriedenheit mit deiner lebenssituation. vielmehr ist es meiner einschätzung nach der katalysator, der konfliktfelder aufbrechen lässt.

du versuchst, deinen beruflichen weg in der wissenschaft zu finden, die ein enorm kompetitives und forderndes feld ist. sieht man auch an vielen beiträgen hier, z.b. an denen von twilight garden: viele, die nicht selbst mindestens promoviert haben, können einfach nicht nachvollziehen, wie hoch die zeitliche und wie allumfassend die geistige beansprung auf diesem karriereweg ist. ja, 6 stunden kindertagesstätte sind mehr als vielen eltern zur verfügung steht und ja, wenn man sich etwas streckt, kann man damit einen 9-to-5-job mit voller leistungsfähigkeit ausüben. aber wenn man nicht gerade ein jahrhundertgenie ist, kommt man mit 40-45 arbeitsstunden pro woche bei einer habil nicht mal ansatzweise zu rande. die zeit, die das kind zwangsläufig einfordert, aller fremdbetreuung zum trotz, geht einem für die forschung verloren. bei einem normalojob in der wirtschaft wäre das nicht weiter dramatisch, dann wird eben der kollege neuer abteilungsleiter und nicht man selbst. aber wenn ein konkurrierender jungwissenschaftler, der genauso talentiert ist wie upela, pro woche 15-20 stunden mehr investieren kann, dann wird er einfach mehr schaffen. wegen dem von kletterpflanze schon beschriebenen extremen flaschenhals wissenschaftlicher karrieren bei den berufungen auf unbefristete professuren ist das ein erheblicher vorteil für alle kinderlosen, auch dann noch, wenn man mit kindertagesstätten, schwiegereltern und co noch so gut versorgt ist. wegen des wissenschaftszeitvertragsgesetzes ist dieser "flaschenhals professur" aber eine berufliche do-or-die geschichte; um's kurz zu machen kann man sagen: wer mit pi mal daumen 42 noch nicht berufen wurde ist kolossal am arsch.

all das muss man im hinterkopf haben um verstehen zu können, welch enormen psychologischen druck der spagat zwischen kind und habil erzeugt; erzeugen muss.

ich spekuliere (!) jetzt mal drauf los und sage: an diesem punkt schließt sich der kreis! die erhebliche berufliche belastung konntest du vor krümel stemmen, da du sowohl physisch als auch mental frei und ungebunden warst. du konntest dein ganzes leben auf dich, deine bedürfnisse und die notwendigkeiten deiner forschung ausrichten. deine partnerschaft war sehr 'lose', dadurch war es möglich, aus ihr viel positives zu ziehen ohne viel negatives dafür in kauf nehmen zu müssen. sex und unternehmungen, auf die ihr beide bock hattet, haben dein leben bereichert, aber wann immer es unterschiedliche interessen oder bedürfnisse gab habt ihr euer jeweils eigenes ding gedreht. kompromisse und konflikte wurden dadurch minimiert, zweisamkeit konnte mit maximalem autonomieerhalt kombiniert werden. die "nettokraftbilanz" der beziehung war sehr positiv.

nun da euch das kind enger aneinander bindet ist das aushandeln von kompromissen und das ausfechten von konflikten unvermeidlich geworden. das für sich genommen ist wahrscheinlich schon eine gefühlte verschlechterung der lebenssituation. hinzu kommt noch, dass wohl erst jetzt (wo es sozusagen zu spät ist) hervortritt, wie unerwartet inkompatibel du und dein partner beim "führen eines normal-engen beziehungsalltags" seid. nicht nur die autonomie bei der ausgestaltung des alltags hat also gelitten sondern auch die persönliche, zwischenmenschliche beziehung zwischen dir und deinem partner. dazu kommen die "normalen", aber dennoch sehr hohen anforderungen und belastungen, die ein kleinkind nunmal mit sich bringt sowie der gestiegene druck beim beruflichen, so dass sich gefühlt alles in allem dein leben auf breiter front zum schlechteren entwickelt hat.

dennoch würde ich aber von drei epizentren der krise sprechen, die man ein stückweit getrennt voneinander betrachten sollte. erstens die belastung und unsicherheit einer uni-karriere, zweitens die belastung und die herausforderungen als mutter eines kleinen kindes und drittens das eingetrübte verhältnis zu deinem partner.

diese drei punkte sind dinge, die andere menschen regelmässig, jeder für sich genommen, ans limit bringen oder in eine tiefe krise stürzen können. bei dir kommen sie gleichzeitig auf – und reiben dich auf – kein wunder! :°_ :°_ :)_

wie schon eingangs gesagt möchte ich hier keine konkreten lösungsvorschläge unterbreiten, auch würde ich niemandem die direkte schuld an der situation geben wollen. weder deinem partner noch dir.

einen einwand muss ich aber dennoch bringen: hier im thread wurde mehrmals gefordert, der partner möge doch beruflich zurückstecken. das klingt vor dem hintergrund meiner eigenen argumentation erst mal logisch: es würde dich zeitlich und kräftemässig entlasten und vermeintlich auch das verhältnis zwischen dir und deinem partner wieder verbessern.

allerdings würdet ihr dadurch beruflich/langfristig alles auf eine karte setzen: den erfolg deiner wissenschaftlichen karriere. auch wenn dir dein partner den rücken freihält, so dass du dich mit 98% der alten stärke auf deine forschung stürzen kannst, ist das ein unterfangen mit sehr ungewissem ausgang. auch wenn du in der lage wärst dein bestes zu geben, so als ob es das kind nicht gäbe, besteht das risiko des scheiterns. ebenso wie auch dann noch die gefahr bestünde, dass eure beziehung irgendwann in die brüche geht. in beiden fällen wärt ihr dann alle drei finanziell ziemlich erledigt, falls er wegen des beruflichen zurücksteckens kein brauchbares gehalt mehr hat.

so, das war jetzt doch ne ganze menge; hoffentlich war wenigstens ein bischen was davon hilfreich. lass dich nicht unterkriegen *:)

SvunfNlowerx_73


@ Black Gun:

:)^

ubpe"lxa


Ganz genau. Dafür war ich gestern zu müde zum tippen: Es ist ein Va banque Spiel. Ich könnte alles getan haben, was in meiner Möglichkeit steht, dann scheitern UND meinen Partner vergrault haben UND mein Kind kaum kennen. Ich habe immer gesagt, entweder es funktioniert ohne "alles andere unterordnen" (so gehts halt ziemlich sicher, aber die Leute, die da rauskommen, sind gelinde gesagt sozial gechallenged), oder es funktioniert halt nicht. Aber ich sehe langsam, dass es SO, wie es jetzt läuft – mit 9 to 5 Engagement plus ab und zu zwei Stunden nach der Kindsschlafenszeit, wenn ich noch denken kann – GANZ SICHER nicht funktioniert.

u1peloa


denn dann könnte ich in diesem Moment aus der Türe gehen und sagen, Danke und noch eine gute Zeit.

Ja, im Alternativuniversum könnte ich, wenns mir in der Beziehung mal wieder reicht, wirklich die Reissleine ziehen bzw. hätte die Möglichkeit immer im Hinterkopf. Das macht frei (mich jedenfalls). Im Jetzt weiss ich: wir müssen das noch eine Zeit gemeinsam schaukeln. Bzw. Beziehung hinschmeissen hiesse ganz bestimmt noch mehr Arbeit (Kindskoordination, zweite Wohnung, Zeitorganisation) und würde sich auf meine Beziehung zum Kind und auf meine Arbeit noch negativer auswirkungen. Ich bin nicht sicher, ob ich raus will, aber wenn ich wollte, wüsst ich nicht wie ich das stemmen soll. Es ist nicht so schlimm, dass ich bereit bin, die Auswirkungen einer Trennung in Kauf zu nehmen.

TXhis T)wiilight ?Gar dexn


:|N

na super. und weil du nicht weisst, wie du das stemmen sollst, bleibst du eben mit deinem partner zusammen. beste gründe für eine beziehung.

ich sehe, das du nicht bereit bist, zu akzeptieren, das du nun mal auch zurückstecken musst, wenn du dein kind erziehen willst.

du gehst nicht auf vorschläge ein, wie z.b. eine längere fremdbetreuung deines kindes oder das das kind beim vater bleibt. das stößt dir moralisch auf und treibt dir tränenin die augen.

hier haben schon viele geschrieben, das man nun mal nicht ALLES haben kann. meinst du, das gilt nicht für dich?

T<his Twzili<ght6 Garrdexn


deine postings lesen sich so, als wärst du ein absoluter verstandesmensch. nun stößt du mit aller macht gegen mauern und merkst, dass es SO nicht weitergeht.

deswegen nochmal die frage

lösung: kind mehr/länger fremdbetreuen lassen.

realität: kind wird täglich bereits 5 stunden fremdbetreut und kann (wie oft?) auch noch von den schwiegereltern betreut werden. reicht nicht?

B4lac5k Guxn


Ja, im Alternativuniversum könnte ich, wenns mir in der Beziehung mal wieder reicht, wirklich die Reissleine ziehen bzw. hätte die Möglichkeit immer im Hinterkopf. Das macht frei (mich jedenfalls). Im Jetzt weiss ich: wir müssen das noch eine Zeit gemeinsam schaukeln. Bzw. Beziehung hinschmeissen hiesse ganz bestimmt noch mehr Arbeit (Kindskoordination, zweite Wohnung, Zeitorganisation) und würde sich auf meine Beziehung zum Kind und auf meine Arbeit noch negativer auswirkungen. Ich bin nicht sicher, ob ich raus will, aber wenn ich wollte, wüsst ich nicht wie ich das stemmen soll. Es ist nicht so schlimm, dass ich bereit bin, die Auswirkungen einer Trennung in Kauf zu nehmen.

und wenn das kind nach einer trennung bei ihm bleibt? ich weiss, du hast geschrieben, alleine bei diesem gedanken kämen dir die tränen. vielleicht ist das eine vorgehensweise, für die du im moment noch nicht bereit bist, so rein emotional. aber ich könnte mir nichtsdestotrotz vorstellen, dass das rational gesehen die sinnvollste lösung wäre, falls es euch tatsächlich nicht gelingt, den status quo eures alltags auf ein für dich akzeptables level zu heben.

uwpelAa


Twilight garden, was heisst, ich gehe nicht auf Vorschläge ein? Soll ich jetzt innerhalb von 36h mein Leben komplett umorganisiert haben oder was erwartest du? Anfang Februar bekommen wir einen vierten Krippentag, damit ich wieder fünf Tage arbeiten kann. Um diesen Platz hab ich in der Krippe und daheim (kostet ja) ein halbes Jahr gekämpft.

T8his TZwil@ight Garxden


Soll ich jetzt innerhalb von 36h mein Leben komplett umorganisiert haben oder was erwartest du?

quatsch, aber äußern könntest du dich dazu.

wenn also scheinbar keine VZ betreuung für euer kind gewollt wird und auch keine trennung vom vater und das kind bei ihm bleibt , musst du wohl woanders schrauben...

S9hojxo


na super. und weil du nicht weisst, wie du das stemmen sollst, bleibst du eben mit deinem partner zusammen. beste gründe für eine beziehung.

Das geht Dich doch nichts an? Und von außen weiß man eh nicht, wie es tatsächlich in einer Beziehung aussieht. Wenn ich mich immer getrennt hätte, wenn andere fanden, dass es das Beste wäre, hätte nix mehr als fünf Minuten gedauert.

hier haben schon viele geschrieben, das man nun mal nicht ALLES haben kann. meinst du, das gilt nicht für dich?

Das klingt ein bisschen nach "Ich kann nicht alles haben, du also auch nicht, ätsch". Natürlich geht nicht alles, aber es neu auszubalancieren, Prioritäten zu sortieren, Abschied von ganzen Lebenskonzepten zu nehmen und sich auf neue einzulassen, das dauert mitunter eine Weile, und das nicht nur in der Umsetzung, sondern auch schon in der reinen Theorie. Es ist eine unlösbare Situation. Das ist es wirklich. Es gibt Wege, sie zu ändern, aber sie alle sind mit Verlust verbunden und mit Trauer. Und auch damit, sich selbst neu zu erfinden. Das Selbstbild eines Menschen ist sein wichtigstes Gut, seine wichtigste Ressource, sie macht sein gesamtes Lebensgefühl aus. Und sowohl die Frage, wo man beruflich steht und wie man sich entwickelt, als auch die Frage, was für eine Mutter oder ein Vater man ist, als auch die eigene Beziehung zum Partner – sie alle sind dafür essenziell. Upela steht also gerade vor der Frage, wie sie diese drei Säulen der Frage, wer sie eigentlich ist, neu arrangieren soll. Das ist mit "ein bisschen schrauben" einfach nicht getan, das erfordert Entscheidungen, die magenumstülpend weitreichend sind und viel Mut und Entschlossenheit erfordern – und auch erst einmal eine ganz grundsätzliche Vorstellung davon, wo man eigentlich hinwill.

TBhis eTwiligh0t G8ardexn


Das klingt ein bisschen nach "Ich kann nicht alles haben, du also auch nicht, ätsch".

nee, so meine ich das nicht. ich habe nur nicht die zeit immer all meine gedanken so schön auzuformulieren wie du ;-) hier wackelt ja auch noch ein baby von 8 monaten um mich herum :)z . da muss mein geschriebenes auch mal pragmatisch schnell auf den punkt bringen, was ich mitteilen möchte. das liest sich dann manchmal etwas schroff, ist aber nicht so gemeint.

T^his Tw_iligoht GNardexn


Das geht Dich doch nichts an?

wenn die TE das hier im forum genau so schreibt, kann ich ja meine meinung mitteilen. oder darf man nur schreiben, wenn man dem fadeneröffner nach dem mund schreibt?

KAleixo


upela

Ja, im Alternativuniversum könnte ich, wenns mir in der Beziehung mal wieder reicht, wirklich die Reissleine ziehen bzw. hätte die Möglichkeit immer im Hinterkopf. Das macht frei (mich jedenfalls).

Was ist, wenn Du Dir tatsächlich eine Auszeit nimmst und Abstand zu allem gewinnst? 1 Woche? Vielleicht spürst Du dann besser, was Dir wie wichtig ist.

T"h9is Twil=i`ght %Garxden


gute idee. stimmt, abstand kann manchmal sehr hilfreich sein!

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