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Lebensfehlentscheidung

SdunEflow/er_7x3


@ Shojo:

Klasse!

Ergänzung:

Es gibt sogar wissenschaftliche Befunde, dass die Leute, die offen Zweifel und Frust äußern ("bereue das Kind", "könnte es an die Wand klatschen") signifikant GERINGER tatsächlich ihre Kinder misshandeln. Gut, hier geht's nicht um Misshandlung, aber um diese völlig entsetzte "huch, da äußert jemand Zweifel am Kinderhaben". Das ehrlich zuzugeben passt sicherlich nicht in die heititeiti-Kinderliebhaberwelt, aber entspricht oft der Realität. Und es entlastet, das rauslassen zu können.

Was danach kommt, ob Äpfel, Birne, Steine oder keine Veränderung: Das muss dann jeder FÜR SICH sehen.

Und wenn man gerade völlig fertig und entnervt ist und kein Land mehr sieht, warum soll man dann die Kraft aufbringen, das auch noch zu verstecken?

I^ngefaexra


Ich habe nun leider nur bis Seite 6 gelesen, aber ich möchte mal einen zugegebenermaßen sehr krassen Vorschlag machen, der moralisch sicher nicht einwandfrei ist.

Wären deine oder seine Eltern bereit, das Kind zu sich zu nehmen? Wahrscheinlich wohnen sie nicht nahe genug bei euch, als dass sie das Kind einfach mal nachmittageweise nehmen könnten. In Finnland gibt es 24-Stunden-Kindergärten und ich denke aber, bei den Großeltern hätte es das Kind besser als in einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

Und dann möchte ich dir aber als kleinen Trost sagen, dass, wenn man Kinder bekommen hat, im Normalfall im Alter jemand da ist, der einen regelmäßig besucht usw. Andere Bezugspersonen, die in der Regel ähnlich alt sind wie man selbst, verliert man eher, da sie entweder körperlich nicht mehr in der Lage sind, einen zu besuchen, oder schon gestorben.

SQhorj@o


Es gibt sogar wissenschaftliche Befunde, dass die Leute, die offen Zweifel und Frust äußern ("bereue das Kind", "könnte es an die Wand klatschen") signifikant GERINGER tatsächlich ihre Kinder misshandeln.

Ich glaube, neben tatsächlicher und vergleichsweise leicht erfassbarer körperlicher Misshandlung ist da auch noch die psychische Komponente wichtig. Ich bin nicht dafür, jedem Impuls augenblicklich nachzugeben, und auch nicht für unproduktives Jammern – aber wenn das, was jemand empfindet, klar auf dem Tisch liegt, dann kann man damit arbeiten. Wenn es aber immer hübsch beschönigt und versteckt wird, dann hat das für Kinder die fatale Auswirkung, dass der Boden, auf dem sie gehen, nicht sicher ist, dass ständig ihre Wahrnehmung und das, was ihnen gesagt wird, sich stark unterscheidet. Sie müssen also, wenn sie größer werden, entweder klar sagen und begreifen, dass die Eltern lügen (und das tut ein Kind halt nicht, es MUSS ja glauben, was die Großen sagen), oder sie ziehen ihre eigene Wahrnehmung in Zweifel. Ich halte das für sehr schlimm und fatal für die Entwicklung. Wenn ich das lese, was Lancis geschrieben hat (Lancis, es ist so schön zu sehen, dass Du immerhin noch mitliest, auch wenn Du leider nur noch sehr wenig bis gar nicht mehr schreibst), denke ich, puh, da ist so ein klarer, gerader Mensch mit einer so schwierigen Beziehung zur Mutter – aber was wäre, wenn diese Mutter ihre Gefühle verschleiert hätte, statt offen damit umzugehen? So war es scheiße, ja, aber es war etwas, mit dem man arbeiten konnte – wie wäre es denn gewesen, wenn sie distanziert, aber eideidei gewesen wäre, dürfte die Welt dann eine manchmal traurige, aber so wunderbar klare und kluge Lancis genießen? Ich glaube, dass Kinder schief wachsen, wenn die Eltern ihre Wahrnehmung mit Füßen treten und ihnen etwas vorspielen, was in starker Diskrepanz zu den tatsächlichen Gefühlen steht. Da geht das Selbstvertrauen verloren, da wächst Misstrauen der Welt gegenüber, das nicht mehr heilbar ist.

Ich möchte tausendmal lieber eine Mutter, die sagt: "Ich liebe dich, aber ich habe mich auch oft gefragt, wie mein Leben ohne Kind verlaufen wäre, es war oft schwierig für mich, deine und meine so unterschiedlichen Bedürfnisse unter einen Hut zu kriegen", als eine, die sagt: "Du bist das Beste, was mir je passiert ist" ... dabei aber, ohne zu merken, dass ich es merke, wohl auch ohne es selbst recht zu merken, in einem ihrer gelegentlichen Anfälle unerklärlicher Melancholie abwesend aus dem Fenster schaut.

Das, was man empfindet, das ist eben so, wie man es empfindet. Es ist möglich, dass man sein Kind nicht so liebt, wie man es sich vorgestellt und auch gewünscht hat. Das kann man vorher nicht wissen. Es kann sein, dass man es sehr liebt, dass das Zusammensein mit dem Kind aber alles andere als erfüllend ist – auch das kann man vorher nicht wissen. Ich sitze im Moment abends bei unserem Kind, streichle ihm den Rücken, bis es einschläft, und wenn er dann schläft, sitze ich noch minutenlang neben ihm, während alles in mir vor Glück summt ... es wäre problemlos möglich, es innerhalb weniger Tage wieder zu "ändern", sodass ich einfach gehen kann, wenn ich wirklich wollte, aber ich will gar nicht – sehr bald wird er Hörspiele zum Einschlafen hören und mich rauswerfen, das ist dann auch prima, aber ich genieße es im Moment wirklich sehr, dass wir uns beide so aneinander freuen. Mein Mann und ich bringen ihn abwechselnd ins Bett – manchmal frage ich, ob ich heute darf, weil ich es gern möchte. Hätte ich das vor zweieinhalb Jahren auch nur ansatzweise für möglich gehalten? Never. Damals habe ich auch gesagt: Wir hätten kein Kind bekommen sollen. Als er wenige Wochen alt war, habe ich irgendwann zu meinem Mann gesagt, ich denke manchmal sehr schlimme Sachen, er sagte ganz bedrückt, er auch, und dann brach es aus ihm raus – dass er manchmal denke, der plötzliche Kindstod sei gar nicht so schlimm, wir würden trauern, vergessen, unser altes Leben wiederhaben. Und ich schrie fast: Genau das denke ich auch. Ich bin so froh, dass wir das offen aussprechen konnten, dass wir darüber reden konnten und können, ohne dass einer sagt: "Das darfst du nicht sagen!" Meine Mutter hat, wenn ich sie anrief und schrie: "Ich hasse dieses verdammte Scheißbaby, er heult schon wieder, ich bringe ihn um, ich erwürge ihn mit meinen eigenen Händen, ich will nur, dass er still ist, er soll die Fresse halten, er soll tot sein oder weg, ich gebe ihn weg, ich lasse ihn auf der Straße liegen, ich schmeiße ihn jetzt gleich raus, ich schmeiße ihn weg, ich schmeiße ihn in den Müll!" – da hat sie gesagt, pschscht, ich bin gleich da, und du ruhst dich ein bisschen aus, oder sie hat gefragt, wann denn mein Mann zu Hause ist, und gesagt, gut, dann steh jetzt die eine Stunde noch durch, ohne ihn umzubringen, das schaffst du. Niemals hat mir jemand, ob Familie oder Freunde, gesagt: "So darfst du nicht reden!", was ja gleichbedeutend ist mit "So darfst du nicht empfinden" oder mit "Wenn du so empfindest, will ich nichts davon wissen."

All das waren Momentaufnahmen – ich habe sehr viele Mails aus dieser Zeit noch mal gelesen und erwartet, ein Abbild reinen Elends vorzufinden, aber tatsächlich sind so krasse Empfindungen recht selten. Meistens habe ich freundlich über ihn geschrieben, zunehmend immer liebevoller. Ich weiß nicht, was gewesen wäre, wenn mir jemand verboten hätte, zu sagen, wie schrecklich es manchmal in mir aussah. Wenn gar alle es mir verboten hätten. ich weiß nicht, ob ich und das Kind heute noch leben würden. Ob es noch bei mir wäre. Ob ich noch hier wäre, verbunden mit meiner Familie und meinen Freunden, oder ob ich mich losgesagt hätte von denen, die mich nicht wollen und die es bevorzugen, dass ich lüge, weil sie es nicht aushalten können, wenn meine Gefühle auch schwarz und blutrot sind und furchtbar und verzweifelt und grauenhaft. Menschen, die nicht unterscheiden zwischen dem, was ich empfinde und entsprechend auch sage, und dem, was ich auch wirklich tue. Menschen, die mich im Stich lassen, wenn ich gerade am dringendsten Hilfe brauche. Menschen, die ihre eigene augenblickliche Seelenruhe wichtiger finden, als jemandem die Hand zu reichen, der gerade tief im Bodensatz lebensgefährlichen Elends kriecht und nicht weiß, ob er das überleben kann. Solche Menschen haben mich nie interessiert, und ich umgebe mich nicht mit ihnen. Und ich empfinde sie als Heuchler, wenn sie vorgeben, aus Liebe zu handeln – aus Liebe zum Leben, zum Menschen, zur Kreatur, vielleicht auch zum Kind. Ich empfinde das als Ego-Pflege, als Selbstbetrug, als Unverschämtheit.

S'hoxjo


Das, was da fett ist, sollte kursiv sein. Öh. Und Upela, das driftet jetzt stark ab, sorry.

u?pNel=a


Man sollte nicht aus einem "Gefallen" oder einer "Laune" heraus ein Kind in die Welt setzen und dann glauben dass man sein vorheriges Leben einfach weiterleben kann und die Erziehung und das Umsorgen des Kindes mal so "nebenbei" geht.

Glauben kann man, erst mal, alles. Andere glauben an Dinge, für die es noch viel weniger Beweise gibt als dafür, dass man ein Kind haben kann und trotzdem weitermachen kann wie vorher. Ich kenne einige Leute, die jedenfalls dem Anschein nach ziemlich weitermachen wie vorher, und finde die "nebenbei"-Kinder meist selbständiger, verständiger, vernünftiger und smarter als die der Erfüllungslebensmittelpunktskinder.

@ Ingefaera

Die Betreuungsfrage wurde nach Seite 6 noch diskutiert *g* tut mir leid. Wir können auf einiges an Betreuung zurückgreifen. Du hast recht – ich freue mich auf mein Kind als eigenständiges Wesen, ich freue mich darauf, wenn er mal 16 ist und hoffentlich frech und lustig, und mit mir diskutiert. Ich betrachte ihn aber definitiv nicht als Altersvorsorge, in dem Bereich habe ich viel zu viel "Schuld und Sühne"-Argumentation und Handeln erlebt. Ich suche mir definitiv mit 50 das Pflegeheim meiner Wahl aus und werde darauf hin sparen.

Sih*ojxo


Ich kenne einige Leute, die jedenfalls dem Anschein nach ziemlich weitermachen wie vorher, und finde die "nebenbei"-Kinder meist selbständiger, verständiger, vernünftiger und smarter als die der Erfüllungslebensmittelpunktskinder.

Es ist emotionaler Missbrauch, sein Kind zum Lebensmittelpunkt zu machen. Just my two billion dollars.

PjeeKJljee


Ein bewegender Faden, finde ich. Jetzt musste ich gerade mal kurz heulen

Ich glaube, dass Kinder schief wachsen, wenn die Eltern ihre Wahrnehmung mit Füßen treten und ihnen etwas vorspielen, was in starker Diskrepanz zu den tatsächlichen Gefühlen steht. Da geht das Selbstvertrauen verloren, da wächst Misstrauen der Welt gegenüber, das nicht mehr heilbar ist.

Kann ich nur so unterschreiben. Ich bin Kind aus einem finanziell abgesichterten Elternhaus wo beide Eltern immer so getan haben als wäre alles normal. Dabei hatten sie beide feste Partner ausserhalb der Familie, haben uns Kinder belogen wenn sie weggingen und haben ansonsten eigentlich immer nur gesagt: ist doch alles in Ordnung hier, was biste denn so aufsässig? Transparez musste ich wirklich vermissen in meiner Jugend und kann Shojos Beitrag eigentlich nur unterstreichen. Danke an euch die ihr so schöne Beiträge über das Eltern-Sein schreibt. Bin gerade ganz gerührt.

uZpeLl:a


Shojo, deine Abdriftungen sind immer lesenswert. Drifte soviel du willst. Ich habe heute erstmals wirksame Schmerzmittel bekommen, bin wunderbar high und habe Arbeit zugunsten Gesundheit erst mal weit weggeschoben. Pharma hat auch nette Jobs. Und Consulting wollt ich immer mal probieren... Habil go home.

Als er wenige Wochen alt war, habe ich irgendwann zu meinem Mann gesagt, ich denke manchmal sehr schlimme Sachen, er sagte ganz bedrückt, er auch, und dann brach es aus ihm raus – dass er manchmal denke, der plötzliche Kindstod sei gar nicht so schlimm, wir würden trauern, vergessen, unser altes Leben wiederhaben.

Den Mutorden erster Klasse dafür, dass du das hinschreibst. Ich habe auch schon drüber nachgedacht, wie das wäre, wenn ein Wahnsinniger in den Fahrradanhänger knallen würde. Mir wird so schlecht beim Gedanken. Aber gleichzeitig dieses Gedankenspiel, sozusagen "unschuldig" auf einmal wieder frei zu sein – ja, das hab ich von Zeit zu Zeit. Ich halte solche Fantasien für normal. Jedes Kind stellt sich manchmal vor, wie es wäre, tot zu sein – oder wie es wäre, wenn Mama oder Papa tot wären – ich denke, derartige Katastrophenszenarien sind wichtig als mentale Vorbereitung für die Lebensrealität, und keinesfalls als "krank" oder "abartig" einzustufen und bedeuten vor allem ganz sicher nicht, dass man sich das wirklich wünscht.

- Shojo, du siehst, ich drifte mit, auf fluffigen medikamentösen Wölkchen.

SXhojxo


Gib mir bloß nix davon ab, ich muss gleich dringend endlich mal arbeiten. ;-D

Stimmt, ja, Kinder phantasieren auch so. Man denkt sich als Erwachsener halt gleich alles Mögliche dazu noch mit, wie es wirklich wäre, wie gemein das doch ist, dem anderen etwas Schreckliches zu wünschen – dabei spielt man nur mit einer anderen Realität, wünscht sich die Hälfte davon herbei und die andere auf keinen Fall, balanciert Unmöglichkeiten aus.

Den Mutorden erster Klasse dafür, dass du das hinschreibst.

Ach, pffft. Ich interessier mich halt nicht so für das, was Leute über mich denken, die sich über so etwas empören. Ich mag nur Leute, die so etwas abkönnen, die anderen sind mir wirklich, was ihre meinung über mich betrifft, herzlich und sogar rapide zunehmend egal. Hätte ich Angst, würde es Mut erfordern – hab ich aber nicht. Da, wo ich wirklich Angst habe, kneife ich durchaus gern mal. |-o

Seunf$loweAr_7x3


@ Shojo:

:)^ :)= Respekt!

Das ist genau das, was ich nur wissenschaftlich-theoretisch ausdrücken konnte. Angesichts der Stärke Deines Beitrags bin ich... sprachlos. Gerührt.

Bzgl. der klaren Ansage, damit man mit etwas arbeiten kann (vgl. Bsp. von Lancis):

Puuh... Bitte kindgerecht. Wenn's geht. Ich hab' da eine eigene seelische Narbe (mein nach Schlaganfall mit 39 sehr wesensveränderter Vater meinte, mir angesichts der ersten pubertären Abnabelungsversuche mitteilen zu müssen, dass er ja nie eine Tochter gewollt habe. DAS war mehr, als man mit 11, 12 Jahren handeln kann. Das hat bis heute Spuren hinterlassen. Anders meine Mutter, die mich definitiv wollte, aber durchaus auch an Grenzen stieß. Der nehme ich bis heute keinen Klapps übel und keine sonstige Strafe etc., weil trotz allem immer diese Grundwärme spürbar war.)

B2la_ck xGun


um diese ganze "unschuldig plötzlich wieder frei"-gedanken moralisch einzuordnen: was meint ihr, wie oft pubertierende kinder nach einem streit ihren eltern den tod wünschen und das im augenblick dieses gedankens auch wirklich ernst meinen? trotzdem würde niemand daran zweifeln, dass diese kinder später im leben, wenn diese schwierigste aller phasen vorüber ist, wieder aufrichtige liebe für ihre eltern empfinden.

warum sollte es moralisch anders zu bewerten sein, wenn die situation mit umgekehrten rollen eintritt und eltern temporär an den zwängen und emotionalen belastungen verzweifeln, die ihr kleines kind ihnen auferlegt? entscheidend ist in beiden fällen das temporär – wenn das verhältnis zwischen kind und eltern dauerhaft in diesen bahnen läuft, ist das natürlich irgendwann ein problem.

J(aqueAlinxe_O


@ upela:

Ich habe auch nicht geschrieben dass Kinder die totale Erfüllung sein sollen/müssen und man das eigene Leben vollständig um die Kinder rum planen muss. Ich bin der Meinung, dass man - wenn man Kinder haben möchte - auch bereit sein muss zumindest für einige Zeit auf manch andere Dinge zu verzichten. Dies könnte sein dass man im Beruf vielleicht etwas weniger Einsatz zeigen kann und damit länger auf eine Beförderung warten muss oder es können auch ganz andere Dinge sein (z.B. weniger Zeit für Freunde). Das heißt ja nicht dass man sich selbst vollständig aufgeben muss - nur ist ein kleines Kind eben noch nicht so selbstständig und muss ver- und umsorgt werden. Und dafür braucht man halt Zeit.

Ich bin außerdem etwas erstaunt dass so viele Leute verstehen können wenn jemand "bereut" ein Kind bekommen zu haben und seinem angeblich nicht mehr vorhandenen eigenen Leben nachtrauert und dies wieder haben mag.

Habe nämlich einen anderen Beitrag gelesen wo es darum ging, dass eine Frau Anfang/Mitte 30 überlegt ein Kind per Samenspende zu bekommen. Sie schrieb sie habe dies lange überlegt (auch finanzielle und berufliche Aspekte) und wäre bereit für das Kind auch eine ganze Weile auf Urlaub, schnellere Karriere o.ä. zu verzichten. Diese Frau hatte auf mich den Eindruck gemacht, dass sie sich mit dem Kinderwunsch und den mögl. "Folgen" (Erziehung, Arbeit und was man halt mit Kind alles regeln muss) sehr auseinander gesetzt hat und es sich genau überlegt hat. Trotzdem gab es viele Leute die sich direkt oder indirekt als egoistisch bezeichnet haben.

FElamecBhxen


Es gibt sogar wissenschaftliche Befunde, dass die Leute, die offen Zweifel und Frust äußern ("bereue das Kind", "könnte es an die Wand klatschen") signifikant GERINGER tatsächlich ihre Kinder misshandeln.

wenn es ein Momentgedanke ist, ja, da geh ich mit. Wenn man DAS für einen Bruchteil einer Sekunde denkt, wenn das Baby mal wieder 3h am Stück schreit und man mit den Nerven am Ende ist...ja, dann kann ich da mitgehen. Wenn diese Gedanken, zum Lebensmotto werden...hust, also ehrlich...

Keiner kann mir erzählen, dass er dem Kind, wenn er sowas dauerhaft denkt, auch nur ein Stück emotionale Liebe gibt. Und ein Kind dauernd zurspüen zu lassen "ey FUCK, ich bereue dich, ich könnt dich an die Wand klatschen"...das ist auch Misshandlung, wenn auch keine körperliche.

Ich möchte tausendmal lieber eine Mutter, die sagt: "Ich liebe dich, aber ich habe mich auch oft gefragt, wie mein Leben ohne Kind verlaufen wäre, es war oft schwierig für mich, deine und meine so unterschiedlichen Bedürfnisse unter einen Hut zu kriegen", als eine, die sagt: "Du bist das Beste, was mir je passiert ist" ... dabei aber, ohne zu merken, dass ich es merke, wohl auch ohne es selbst recht zu merken, in einem ihrer gelegentlichen Anfälle unerklärlicher Melancholie abwesend aus dem Fenster schaut.

ja das ist mir auch lieber, viel lieber, denn du hast das wichtigste, gleich an den Anfang gestellt

"Ich liebe dich,

ich denke, wenn man einen Menschen nicht liebt, kann man auch keine Liebe geben.

Das was Upela sagte

Wir kommen klar. Er mag mich. Punkt.

Da spricht ganz sicher keine Misshandlung heraus, aber dafür sehr viel "NICHTS" an Liebe oder Gefühl. Beschreibt man so Mutterliebe? Auch, wenn man sich das Leben etwas oder gar sehr anders vorgestellt hat? Da krieg ich Gänsehaut., ehrlich! :-/

Irgendwie dachte ich tatsächlich, dass jeder Mutter, auch der, die nicht zum Muttersein gemacht wurde, eine grundlegende Mutterliebe für ihr Kind in die Wiege gelegt wird. So nach dem Motto: ich find das alles scheiße, wie es jetzt läuft und wenn ich gewusst hätte, wie das alles wird mit Kind, hätte ich keins gewollt, aber ich liebe dich

Als er wenige Wochen alt war, habe ich irgendwann zu meinem Mann gesagt, ich denke manchmal sehr schlimme Sachen, er sagte ganz bedrückt, er auch, und dann brach es aus ihm raus – dass er manchmal denke, der plötzliche Kindstod sei gar nicht so schlimm, wir würden trauern, vergessen, unser altes Leben wiederhaben.

das ist jetzt der Punkt, wo ich mich hier abverschiede :)z

Wahrscheinlich bin ich von anderen Stern, aber ich krieg das kotzen, wenn sowas hier (und andere gefühlslose Aussagen.....ein Fuck hier aufs Kind und ein Fuck da aufs Kind :-/ ":/ ) hier dauernd als "völlig normal" und "Hey Fuck Klasse" hingestellt werden.

Ich bin mit Sicherheit keine Übermutter, bin nach einem Jahr wieder Vollzeit im 3 Schichtsystem arbeiten gegangen. Ich bin kein Muttitreff-besucher und habe meine Kinder sehr früh an Fremdbetreuung gewöhnt und mich FÜR den Beruf und gegen Hausfrau-Mama entschieden. Das alleine mag für andere als Rabenmutter gelten, aber was jetzt hier so geäußert wird, übersteigt mein Verständnis. {:( %:|

Nein, ich finde solche Gedanken nicht normal!

C

Ich habe 2 Kinder, die mich sehr oft an den Rande des Wahnsinns brachten (die mich über Monate – eigentlich Jahre, nicht schlafen ließen und ich hatte nachts oft Heulanfälle und ja, ich habe manchmal gedacht "verdammte Scheiße, mach die Glotzen zu und schlaf!!" aber nie nie niemals hätte ich mir auch nur für eine Sekunde vorstellen oder denken können – ach ein plötzlicher Kindstot wäre ja gar nicht so schlimm")

Wenn DAS normal sein soll, bin ich völlig falsch gestrickt. So was ist einfach nur grausam und übersteigt mein Verständnis.

Ich kann verstehen, wenn jemand man enttäuscht ist, wie das Leben mit Kind ist. Ich kann verstehen,dass sich jemand seinem alten Leben hinterhertrauert, aber mit soviel Gefühlskälte dem eigenen Kind gegenüber, komm ich nicht klar.

Am Anfang dacht ich echt noch "OK, ich messe den Worten nicht so viel wert bei" Das sind Momentgedanken...aber es scheint ja nicht so sein und es wird jetzt teilweise auch noch applaudiert. Davon möcht ich mich wirklich ganz schnell distanzieren. Da tut mir das Kind wirklich einfach nur leid.

In dem Sinne, machts gut *:)

J/aquCelinex_O


@ Flamechen:

Super Beitrag! :)= :)= :)=

u7pelxa


Ich bin der Meinung, dass man – wenn man Kinder haben möchte – auch bereit sein muss zumindest für einige Zeit auf manch andere Dinge zu verzichten

Dass es so einiges gibt, auf das ich verzichte, steht – glaube ich – ausser Frage. Und dass ich die Zeit mit dem Mini meistens geniesse und mich an ihm erfreue, auch. Aber muss man gern verzichten? Ist das nicht ein inhärenter Widerspruch? Es wäre doch nicht "verzichten", wenn es einfach und voller Freude wäre? Darf man nicht vermissen, manchmal schmerzlichst, worauf man eben verzichtet, und das auch aussprechen?

Und das unvollständige Zitat lautet:

Ich finde den jungen Mann sehr sympathisch. Wir kommen gut klar. Er mag mich.

– Also, das ist doch bitte mehr als lieben. Liebe ist blind, Liebe ist bedingungslos, Liebe ist oft abgekoppelt von tatsächlichem Verhalten – das liest man hier häufig: "Er schlägt mich, er betrügt mich, er .... – aber ich liebe ihn so!". Aufrichtige tiefe Sympathie dagegen stellt das Gegenüber auf eine höhere Stufe – das ist nicht nur die grundsätzliche Eltern-Kind-Zuneigung, die mir zwar einige hier absprechen, aber doch, ich liebe mein Kind – das ist "berechtigte" Zuneigung, ja Respekt.

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