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Lebensfehlentscheidung

S*unflHowxer_73


Warum wird hier die ganze Zeit ausgeblendet, dass Upela beim Gedanken, den Kleinen bei einer Trennung komplett beim Vater zu lassen, Tränen kommen? Hier wird selektiv ein TEIL ihrer Aussage rausgepickt und auf ihrer nüchternen Liebeserklärung rumgehackt.

Das schon zum wiederholten Male, irgendwie dreht man sich mit DEM Aspekt aber im Kreis.

Kklxeio


Das ist genau das, was ich nur wissenschaftlich-theoretisch ausdrücken konnte. Angesichts der Stärke Deines Beitrags bin ich... sprachlos. Gerührt.

Dem kann ich nur zustimmen. Vor allem zeigt es, dass Shojo die Problematik der TE nachvollziehen kann. :)=

I(n-Kog+ NiVtxo


Als er wenige Wochen alt war, habe ich irgendwann zu meinem Mann gesagt, ich denke manchmal sehr schlimme Sachen, er sagte ganz bedrückt, er auch, und dann brach es aus ihm raus – dass er manchmal denke, der plötzliche Kindstod sei gar nicht so schlimm, wir würden trauern, vergessen, unser altes Leben wiederhaben.

das ist jetzt der Punkt, wo ich mich hier abverschiede :)z

Wahrscheinlich bin ich von anderen Stern, aber ich krieg das kotzen, wenn sowas hier (und andere gefühlslose Aussagen.....ein Fuck hier aufs Kind und ein Fuck da aufs Kind :-/ ":/ ) hier dauernd als "völlig normal" und "Hey Fuck Klasse" hingestellt werden.

dito.

ich bin wiss. mitarbeiter an einer uni,

ich habe drei kinder, die alle nicht leicht sind (u.a. autismus).

ich WEISS, dass ich schon wenigstens habilitiert wäre, wenn die kids nicht wären. aber ist halt so, dass es nicht so ist.

@ upela

im moment geht nicht beides.

akzeptiere es so.

und nachdem das kind nicht mehr weggeht, MUSS das andere leiden.

das ist so und kann nicht mehr diskutiert

werden. blöd gelaufen.

Bqlac9k Guxn


Also, das ist doch bitte mehr als lieben. Liebe ist blind, Liebe ist bedingungslos, Liebe ist oft abgekoppelt von tatsächlichem Verhalten – das liest man hier häufig: "Er schlägt mich, er betrügt mich, er .... – aber ich liebe ihn so!". Aufrichtige tiefe Sympathie dagegen stellt das Gegenüber auf eine höhere Stufe – das ist nicht nur die grundsätzliche Eltern-Kind-Zuneigung, die mir zwar einige hier absprechen, aber doch, ich liebe mein Kind – das ist "berechtigte" Zuneigung, ja Respekt.

ich verstehe was du meinst. mir scheint aber, dass sich diese kluft zwischen verstandsmenschen und gefühlsmenschen nicht wird überwinden lassen, so rein kommunikationstechnisch.

als reaktion auf den zitierten beitrag kommt jetzt bestimmt gleich ein entrüstetes "ha, hab ichs doch gleich gewusst. du hasst dein leben und akzeptierst das kind nur, weil es pflegeleicht ist. wenn du ein schreibaby hättest, würdest du dein kind ebenfalls hassen. wie kannst du nur!" :-/ %-|

ukpe.la


@ flamechen

Was ist an einem Gedanken grausam? Grausamkeit bedingt für mich Aktivität, Handlung, Aussagen gegenüber dem Wesen, um das es geht, und sie bedingt, dass das Wesen darunter leidet. Grausamkeit kann nur zwischen zwei Wesen stattfinden, nicht in den leeren Raum.

ainn ch8eon2


upela, ich wollte immer kinder und habe mich jahrelang darauf gefreut, endlich eine familie zu gründen. dann war ich kaputt, hatte eine postnatale depression, konnte nicht mehr schlafen, war dick, hatte schmerzen und fühlte mich permanent überfordert. ich dachte auch, ich hätte eine falsche entscheidung getroffen. ich konnte das gar nicht verstehen, hab mich vorwürfe gemacht und hatte 2 sehr harte jahre. aber jetzt, 5 jahre später, hab ich 2 kinder und bin trotz aller probleme sehr glücklich mit ihnen.

es kann sein, dass du in wenigen jahren total froh über dein kind bist und dein leben wieder viel mehr genießen kannst. wie viele andere hier rate ich dir dazu, deinen mann möglichst mehr einzubeziehen. er ist verpflichtet, dir mehr zu helfen.

aber ich finde, die erste babyzeit ist die anstrengendste im ganzen leben und da kann man auch mal verzweifelt sein und denken, dass es eine falsche entscheidung war. was es auf die nächsten 40 jahre gesehen sicher nicht ist.

KSlwetterpHflanzex80


Ich finde den jungen Mann sehr sympathisch. Wir kommen gut klar. Er mag mich.

– Also, das ist doch bitte mehr als lieben. Liebe ist blind, Liebe ist bedingungslos, Liebe ist oft abgekoppelt von tatsächlichem Verhalten

Öh da muss ich aber jetzt doch mal widersprechen, Liebe ist doch nicht automatisch bedingungslos, klar es mag bedingungslose liebe geben, aber das ist doch nicht die regel, also man liebt doch jemanden wegen seinem charakter, seinem verhalten, seinem aussehen etc. Also da mag es überschneidungen geben aber liebe ist nicht identisch mit bedingungsloser liebe. Und das scheinst du ja dann doch jetzt zuzugeben, weil du dann doch schreibst, dass du ihn liebst.

Achja by the way ich wiederhole meine frage, was müsste sich ändern, damit du zufriedne bist und mit der situation klar kämst, also realistisch gesehen. Also würde es reichen, wenn dein freund mehr machen würde? Wenn dein kind mehr fremdbetreut werden würde (oder würdest du das emotional nicht aushalten?)

M6oyxi


Außerdem unabhängig von Gefühls und Verstandsmenschen ist es auch nicht unbedingt leicht, in einer Lebensphase, in der man eben nicht in süßem Zuckerwasser schwimmt, mehr als eine nüchterne Liebeserklärung zu machen.

Liebe ist zwar immer da, aber so richtig spüren kann man sie nicht immer. Ehrlich gesagt, ich spüre diese brennende Liebe zu meinen Kindern eigentlich immer nur in bestimmten Situationen, manchmal auch lange nicht.

KCleixo


upela

Dass es so einiges gibt, auf das ich verzichte, steht – glaube ich – ausser Frage. Und dass ich die Zeit mit dem Mini meistens geniesse und mich an ihm erfreue, auch. Aber muss man gern verzichten? Ist das nicht ein inhärenter Widerspruch? Es wäre doch nicht "verzichten", wenn es einfach und voller Freude wäre? Darf man nicht vermissen, manchmal schmerzlichst, worauf man eben verzichtet, und das auch aussprechen?

Natürlich darfst Du das. Aus meiner Sicht gehört das zu einem authentisch reflektierenden Menschen, der auch seine "Dämonen" zulässt. Wie schon geschrieben wurde - wie sollst Du eine Lösung für Dich finden, wenn Du Dir Deiner Gefühle und Gedanken nicht bewusst bist. Shojo hat es ja sehr schön beschrieben. Mittlerweile lese ich manche Beiträge und denke, dass sie gar nichts mit dem Thema zu tun haben, da sie überhaupt nicht auf Deine Denkzusammenhänge eingehen. Tja, so ist es halt, die einen können ein Problem nachvollziehen, andere nicht. Ich muss sagen, ich lerne sehr viel hier und meine Mutter hat mir auch erzählt, dass sie die ersten Monate keine Muttergefühle in dem Sinn für mich hatte. Sie hat mich umsorgt, mir gegeben, was ich brauchte, aber diese typische Mutterliebe, von der hier manche schwärmen, kam erst durch ein Schlüsselerlebnis.

WbintAerfes)t


Ich würde sogar noch weitergehen: Mutterliebe kann da sein und trotzdem wünscht man sich das Leben anders. Eben genau in diesem Zwiespalt: Es geht um genau dieses Kind X, das man liebt und nicht eintauschen würde.

Dann stehen "wahre Mutterliebe" und Sehnsucht nach einem anderen Leben genau gegenüber und es hilft gar nichts, darüber nachzudenken, dass es eben nun mal so ist. Das löst das blöde Gefühl nicht auf. Denn ich wünsche mir kein Leben ohne dieses Kind, ich wünsche mir dieses Kind in einem anderen Leben. Aber kein ganz anderes Leben, nur mein Leben anders. Und dann mit diesem Kind...also bitte alles genauso, aber anders.

So geht es mir zumindest teilweise. Mir persönlich hilft es nur, nicht darüber nachzudenken, sonst werde ich panisch.

E%hemnalig(er Noutzer }(#458.8x71)


upela

Ich habe die bessere Ausbildung, verdiene mehr, habe theoretisch die besseren Karriereaussichten – aber mein Partner kümmert sich nicht um Spielzeug, nicht um Bücher, nicht um Kleider, nicht um einen irgendwie geregelten Familienalltag mit gemeinsamem Abendessen, hält mir nicht den Rücken frei.

Hm, ich finde nicht, dass er Dir den Ruecken freihalten muss, weil Du die bessere Ausbildung hast, mehr verdienst (solange es nicht um Existenzielles geht) und theoretisch die besseren Karriereaussichten hast. Man hat mit einer schlechteren Ausbildung ja genauso das "Recht" darauf, Karriere machen zu wollen. Der Punkt ist doch, was ist wichtig fuer Dich im Leben, und was ist wichtig fuer Deinen Mann? Soll ja durchaus Situationen geben, wo der Mann als Besserverdiener gern einen Grossteil (>50%) der Kinderbetreuung uebernimmt, oder wo die Frau als Besserverdienerin gern mit dem Kind zu Hause bleibt oder dauerhaft kuerzer tritt.

Es geht nicht um ein "vernuenftiges" Modell, sondern darum, wie Ihr Euch Euer gemeinsames Leben am besten vorstellen koennt. Und von einer optimalen Loesung bist v.a. DU momentan anscheinend meilenweit entfernt. Dann fallen so Saetze wie "Versagen an allen Fronten" - und ich hoffe, dass Du dieses Gefuehl so schnell wie moeglich loswirst. Das kannst Du aber nur in Zusammenarbeit mit Deinem Mann.

Meine Frage an Dich waere: Woher der Wunsch nach Karriere - ist das ein tiefer, ehrlicher Wunsch, weil Dir der Job so Spass macht und weil Du Bestaetigung ueber den Job suchst (was ich nicht verwerflich finde), oder ist das der von der Gesellschaft gepraegte "normale" Weg, dass man mit abgeschlossenem Studium bitteschoen Karriere zu machen hat - so "normal", dass man sich als faul empfindet, wenn man einen anderen Weg geht?

Da Du schreibst, dass Ihr im Ausland wohnt, ist es ja auch nicht zwingend so wie heute (noch) in den meisten deutschen Unternehmen, dass Teilzeitarbeit gleich einen Karriereknick bedeutet.

Ich habe uebrigens grosses Verstaendnis fuer Deine Unzufriedenheit - aber ich denke, schon kleine Aenderungen (ggf. einzelne Menschen) koennen da schnell helfen. Kontakt zu Gleichgesinnten ist wohl fuer einen Grossteil aller Menschen irre wichtig. "Gleichgesinnt" kann sich da auf mehrere Lebensbereiche beziehen - Dir fehlt ja nicht die Spielplatzmuettertruppe ;-) Fuer mich (ich lebe auch im Ausland) ist es essentiell, dass ich weiterhin Kontakte nach Deutschland habe, fuer mich als chronisch Kranke ist es hilfreich, mich mit anderen chronisch Kranken auszutauschen, und ohne Gleichgesinnte, mit denen ich mich uebers Internet stundenlang ausgek**** habe, waere meine Diss niemals fertig geworden.. Solche Gleichgesinnte kann man finden, wenn man nur sucht.

Ich wuensche Dir viel Glueck!

E.hemaligVer N3utzePr (#4x58871)


Aber muss man gern verzichten? Ist das nicht ein inhärenter Widerspruch? Es wäre doch nicht "verzichten", wenn es einfach und voller Freude wäre?

Verzichten zu muessen kann unheimlich weh tun. Ein guter Freund, der Ehe und Kinder wohl auch als "Lebensfehlentscheidung" bezeichnen wuerde (und seine Kinder abgoettisch liebt), ist am Verzicht zugrunde gegangen.

Mich selbst macht Verzicht auch oft sehr fertig - und das ohne Kinder. Einer der Gruende, warum ich (noch) keine habe, ist die Angst vor ebenjener Situation, in der man sich vor lauter Verzichtsschmerz (temporaer) nicht mehr ueber sein eigenes Kind (das man doch lieben "sollte") freuen kann.

F`lameochxen


upela

die Frage möcht ich dir noch beantworten, bevor ich hier ganz raus bin

Was ist an einem Gedanken grausam? Grausamkeit bedingt für mich Aktivität, Handlung, Aussagen gegenüber dem Wesen,

ja du hast recht, 1.die Gedanken sind frei und 2. sie werden erst strafbar, wenn sie real umgesetzt werden. Punkt! Man wird dir also strafrechtlich nix aber auch gar nichts vorwerfen können.

Du willst mir also sagen, dass du einen Menschen (nicht bezogen auf dein Kind!!!) auch dann bedingungslos lieben könntest, wenn du innerlich tagtäglich denkst "ich hasse dich, ich könnte dich töten"

Das ist natürlich total übertrieben...aber hey, die Gedanken sind frei....sie sind doch völlig OK...ich töte ihn ja nicht.Ich denke es ja nur. Ich liebe ihn trotzdem. ??? ??? ??? ??? ???

Dass du die Gedanken hast (oder andere hier...) ist nicht verboten, nein...und wenn ihr die Gedanken wirklich habt, dann kann man die nicht einfach abstellen, aber dann noch von bedingungsloser Liebe zu sprechen, ist lächerlich (und zugleich unsagbar traurig dem Kind gegenüber).

Ich bin war kein geplantes Kind, aber ich habe die Liebe bekommen, die ich brauchte und noch viel mehr.

Und zu "Wir kommen klar, er mag mich. Punkt" kann ich nur noch sagen, dass mir meine Kinder täglich sagen, dass sie mich lieben und ich ihnen darauf mit "ich liebe dich auch" antworte.Es würde mir das Herz zerreißen, wenn ich ihnen antworten würde "Wir kommen klar. Du magst mich. Punkt"

So und nun bin ich wirklich weg.

FRlame*chen


Man wird dir also strafrechtlich nix aber auch gar nichts vorwerfen können.

satzteil verschwunden:

....verboten sind solche Gedanken nicht, aber moralisch verwerflich und unnormal Finde ich .

J:aqueeliVne_cO


@ Flamechen:

Da schließe ich mich an!

"Grausame" Dinge müssen übrigens nicht immer ausgesprochen oder getan werden. Wenn man seinem Kind nicht sagt dass man es liebt, wenn man es nie in den Arm nimmt, nie tröstet wenn es sich weh tut, wenn dem Kind wenig Interesse gegenüber gebracht wird, dann ist das durchaus auch eine Form von Ablehnung. Und auch das kann grausam sein!

Meine Eltern waren meinen Geschwistern und mir gegenüber nie "herzlich" oder liebevoll - Umarmungen gab es nie (höchstens mal ein Hände schütteln), das Interesse an Hobbies, Schule, Freunden der Kinder usw. hielt sich sehr in Grenzen, mir wurde nie gesagt dass sie mich lieben usw. Meine Eltern haben nie wirklich was gesagt oder getan was man als grausam bezeichnen könnte - sie haben uns nicht misshandelt, geschlagen, beschimpft o.ä. Trotzdem haben meine Geschwister und ich und nie wirklich geliebt gefühlt, weil wir nie bzw. nur ganz, ganz selten so etwas wie Zuneigung von den Eltern bekommen haben. Und so etwas empfindet ein Kind als grausam. Ein Kind merkt wenn die Eltern nicht zufrieden sind, wenn sie einen nicht "wollen", wenn man ihnen egal ist, wenn man abgelehnt wird - und das schon sehr früh. Selbst wenn die Eltern die Vorwürfe und Gedanken nicht laut aussprechen beeinflussen solche Dinge (wenn sie ständig sind) doch das Verhalten gegenüber dem Kind. Nicht bewusst, aber unbewusst.

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