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Lebensfehlentscheidung

SbunflFoweZr_73


Und: Man ist ja quasi "selber schuld" an dem Schmerz. Es ist ja kein medizinischer Grund, den man als Schicksalsschlag verarbeiten muss. Sondern eine krasse eigene Fehlentscheidung, ein zu langes Aufschieben, der immer "falsche" Zeitpunkt. Die eigenen Ansprüche (Wohnungsgröße,... Freundin von mir hat es mit Mitte 30 riskiert und momentan haben sie und ihr Partner, obwohl beide Akademiker und sie promoviert, hier nicht mal das Geld für eine Wohnung mit Kinderzimmer. Die Kleine ist jetzt 8 Monate und irgendwann wird es eng! Aber sie sind glücklich, es gemacht zu haben. Auch wenn die Entscheidung meine Freundin den Job gekostet hat, weil der x-te befristete Vertrag nicht verlängert wird (trotz fester Zusage vor der Schwangerschaft, weil ihr Chef (Kinder- & Jugendpsychiatrie) keine Mütter im Team haben will...).

Das ist ein verdammt hoher Preis für ein Kind, den viele nicht zu zahlen bereit sind. Ich erlebe daher auch viele Mütter im Bekanntenkreis sehr ambivalent, weil das Kind NIE nur Bereicherung ist (mit den üblichen Problemchen), sondern in 80% der Fälle einen massiven Verlust in einem anderen Lebensbereich mit sich bringt. Aber hinterher kinderlos zu sein, weil man sich nicht getraut hat, tut halt auch weh.

-Evie{tnamesrin-


Hm nö kann ich so nicht verstehen, für mich ist mein Kind das schönste Geschenk, ich bereue es nicht. Ich würde bereuen keine weiteren Kinder zu bekommen, dass wurmt mich persönlich schon sehr. Ich denke sogar darüber nach mit einem Menschen Kinder zu bekommen-zumindest ein weiteres, ohne das wir eine Partnerschaft haben. Da draussen gibt es bestimmt Männer die gerne Vater werden wollen, aber denen auch die passende Frau fehlt, warum nicht? Ich weiss nur noch nicht wie ich das anstellen soll, es scheint eine Community zu geben, aber wohl eher für Homosexuelle, dass wäre aber nicht so mein Ding. Muss mal schauen wie ich das mache. Hätte kein Problem damit.

SCunflzowerO_73


@ vietnamesin:

Bei ähnlichen Gedankengängen habe ich mich auch schon ertappt. Inkl. Recherche bzgl. Samenbanken für Singles... |-o Aber insgesamt schreckt mich die Logistik (ein lesbisches Pärchen im Kollegenkreis hat mit dem Spender arge Probleme bekommen und es ging bis vor's Gericht...) und überhaupt.

-ovi;etnam5esinx-


Sunflower, schön das ich mit diesen Gedanken nicht alleine bin. Manch einer mag es für verrückt halten, nun gut.

Am einfachsten wäre wohl sich von irgendeinem Schwängern zu lassen..aber das ist auch nicht ehrlich, da ich eigentlich jemand ehrliches bin, kann ich das auch irgendwie nicht. Es wäre nicht gerecht und geht zu weit, so crazy bin ich dann noch nicht:).

Es muss andere Wege geben, aufgeben will ich nicht, auf eine Partnerschaft warten auch nicht-weil das dauert mir persönlich zu lange. Ja es kann bei dem genannten Weg mit der Co Elternschaft zu Problemen kommen, dass wäre auch meine Angst, nachher klagt derjenige sich das Kind "ein" und dann wars das, wäre nun die schlimmste Sache.

dBana-e8x7


Hier an der Uni ist es das selbe Bild. Sehr ekelig weil zumindest iene der Professorinnen es daher sämtlichen Müttern unter ihr schwer macht. %-|

Garantien gibt es halt keine. Mir hat es sehr geholfen klar zu machen das nicht mein Kind verantwortlich ist für die Schweirigkeiten (also jedenfalls nicht für berufliche) sondern die Gesellschaft in der ich lebe, mein Partner aufgrund seiner Defizite, ich aufgrund der Wahl meines Partners... Nachdem ich all diesen Frust sortiert habe und jeweils den Haufen zugeordent habe zu denen er wirklich gehört stellte ich fest: Ich bin gerne Mutter, ich bin auch gerne Mutter dieses manchmal verdammt anspruchsvollen Kindes, aber es ist verdammt hart Mutter zu sein unter den Umständen.

Das hat den Frust zumdienst vom Kind genommen und so kann ich die Zeit nun viel viel besser genießen und mein Kind bekommt nur noch den "Sie hat das Wohnzimmer in ein rauchendes Trümmerfeld verwandelt" Frust ab und den hat sie sich selbst hart erarbeitet. ]:D ]:D

upela

Wie gehts dir? Was machen die Schmerzen? @:)

Dver k1leiene Pxrinz


Genau so wie Lian-Jill es schildert, ist es.

Jenseits der 50 kommt bei Frauen das Gefühl auf, dass da evtl. eine Entscheidung falsch war. Spätenstens dann, wenn diese Frauen die Pflege ihrer Eltern oder Schwiegereltern erleben, verfestigt sich dieses Gefühl in Richtung Sicherheit. Dann merken viele, dass da in zwanzig Jahren niemand ist, der für sie da ist.

Klar, kein Mensch bekommt Kinder aus der Perspektive heraus, damit später jemand für sie da ist, zumindest nicht bei uns (in anderen Gesellschaften ist das jedoch eine starke Triebfeder). Aber dieser Umstand, dass später dann niemand für sie da sein wird, macht den Menschen, Frauen wie auch Männern, sehr klar, dass es im Leben eine Stelle gab, an der man falsch abgebogen ist.

Btw: auch mir.

S>unfl_omwe}r_73


@ Prinz:

Stimmt, der Aspekt ist auch noch da. Und die Sichtweise, dass man sich doch seine "Ersatzfamilie" mit Freunden zusammengestellt hat, bröckelt, wenn diese Kinder bekommen.

M>iOlk,y_eS77


Aber ich denke dass es halt nicht für jeden möglich ist, Kinder zu bekommen. Wenn Partnerschaft, gutes Einkommen, Betreuungsmöglichkeiten, genügend Wohnraum etc. nicht ausreichend vorhanden sind, dann ist es auch kein pures Vergnügen, Kind(er) zu haben.

Dann grübelt man eben wieder andersherum (so wie die TE), dass es ohne Kinder vielleicht besser gewesen wäre.

Man ist erst im nachhinein schlauer - leider.....

C%a.telyxn


Genauso kann man abgeschoben in der Wohnung vergammeln weil die eigenen Kinder sich einen Sch*** um einen kümmern. Woher soll man das vorher wissen?

Ich habe mir auch immer wieder Gedanken darum gemacht was ich mache wenn ich alt bin und keine Kinder habe... aber Kinder zeugen damit sie mich im Alter pflegen? Ich denke, über diesen Gedanken muss ich gar nicht weiter schreiben. ;-)

m,inc<epDie


Aber ich denke dass es halt nicht für jeden möglich ist, Kinder zu bekommen. Wenn Partnerschaft, gutes Einkommen, Betreuungsmöglichkeiten, genügend Wohnraum etc. nicht ausreichend vorhanden sind, dann ist es auch kein pures Vergnügen, Kind(er) zu haben.

Es ist nie ein reines Vergnügen, Kinder zu haben. Auch die vermeintlichen Übermütter würden ihren Nachwuchs manchmal gerne an die Wand nageln. Das weiß man als halbwegs reflektierter Mensch aber vor einer Entscheidung für oder gegen Kinder. Beides hat Vor- und Nachteile.

MFilkKy_e7f7


Bin ganz der selben Meinung wie Catelyn.

Kinder sind keine Garantie für Liebe/Pflege im Alter.

Wer weiß, vielleicht wandern die Kinder in ein anderes Land aus....

Oder der Kontakt ist grundsätzlich nicht gut....

Darauf kann man sich absolut nicht verlassen und sollte keinesfalls ein Grund sein um auf Biegen und Brechen Kinder zu bekommen, auch wenn die Rahmenbedingungen überhaupt nicht passen (kein Partner, zu wenig Geld, zu kleine Wohnung....)

Besser selbst finanziell fürs Alter vorsorgen, um später gute Pflege zu bekommen bzw. einen guten Platz im Altersheim!

Das ist OHNE Kinder auch viel leichter möglich, denn man spart sich ohne Kinder viel Geld. ;-)

S}unfplowebr_73


aber Kinder zeugen damit sie mich im Alter pflegen?

Ich glaube, so krass war das nicht gemeint. Und klar weiß man nie, wie es sich entwickelt. Aber das Gefühl, dass jemand DA ist, das ist nicht unwichtig.

Meine Eltern erwarten gar nicht, dass ich sie jemals pflege (sind 69 und 70 und gesundheitlich angeschlagen und das Verhältnis zu meinem Vater ist mies.). Aber dennoch bin ich auch für SIE da, irgendwie. Computerfragen, div. andere Themen, wo ich einfach meinen Beitrag leiste.

Aber wer ist dann mal für mich da eines Tages? Darum geht's wohl, nicht die Pflegegarantie.

TMexasx79


aber Kinder zeugen damit sie mich im Alter pflegen?

diesen Gedanken und noch viele andere mache ich mir auch immer wieder, vorallem seit mein Bruder vor 3 Wochen gestorben ist.

Mein Vater wird mit seiner Frau dieses Jahr nach Frankreich auswandern, somit werde ich ihn nur noch wenige Male im Jahr sehen und nicht da sein für ihn, wenn er mal pflegebedürftig ist.

Aber ich habe absolut keinen Kinderwunsch (obwohl hier im Büro 2 Schwangere rumlaufen) und nehme halt in Kauf im Alter alleine zu sein.

Ich kann mir nicht vorstellen und möchte auch nicht mein jetziges Leben, meine Freiheiten, meine Spontanität für Kinder aufgeben, zudem müsste ich mir noch einen anderen Partner suchen, da mein Mann ebenfalls keine Kinder möchte.

Leider kann man/frau nicht mal schauen wie es ist Kinder zu haben, ich kann mein Auto wenn es mir nicht gefällt wieder verkaufen oder die Wohnung/Job wechseln wenn es mir nicht passt, aber ein Kind hat man dann und das Leben wird nie mehr so sein wie vorher.

Es gibt sicher Frauen die es bereuen, keine Kinder bekommen zu haben. Aber es gibt sicher Frauen die es nicht bereuen. Mein Ex sagt zB, dass wenn er vorher gewusst hätte wie es mit Kindern ist und wie sich das Leben verändert, er keine auf die Welt gestellt hätte. (Er liebt seine Töchter und möchte sie nicht missen)

bfelltagixa


Ich glaube was beim späten Bereuen eine Rolle spielt ist die Tatsache, dass es keinen Weg zurück gibt.

Man bereut es, weil man sich im Nachhinein vorstellt, wie schön es gewesen wäre, wenn....

Ich persönlich habe immer nur Dinge bereut, die ich NICHT getan habe.

Etwas tun und scheitern hinterlässt eine schlechte Erfahrung.

Etwas nicht tun hinterlässt eine Fantasie.

Kein Mensch kann sagen, ob er glücklicher geworden wäre, wenn er

- sein Kind/seine Kinder nicht bekommen hätte.

- Doch Kind/ Kinder bekommen hätte.

Man kennt eben nur den Weg, den man auch geht. Und da muss man über Steine und Gräben, ohne zu wissen, wo diese auf dem anderen Weg gelauert hätten.

cNlairxet


Dass Kinder die Eltern pflegen (sollen) ist doch irgendwie ein Klischee aus der Vergangenheit. Das wollen höchstens noch sehr alte Leute so, die aus anderen Zeiten kommen. Leute aus der Generation meiner Eltern (um die 60) bevorzugen einen professionellen Pflegedienst und erhoffen sich von den Kindern bloß emotionale bzw. organisatorische Unterstützung. Abwegig ist das nicht, denn die allermeisten Leute in meinem Alter haben ein gutes Verhältnis zu den Eltern.

Ich hab den Faden ganz durchgelesen, aber wirklich Nützliches beitragen kann ich nicht... Aber er rüttelt an einer ziemlichen Angst bei mir, nämlich beim Kinderkriegen die falsche Entscheidung zu treffen und dann gefangen zu sein. {:(

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