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Lebensfehlentscheidung

-dvietOnamesxin-


Es geht nicht darum das man von seinen Kindern im Alter gepflegt werden möchte. Das ist ein Irrtum. Es geht aber teilweise darum nicht alleine zu sein, im Normalfall hat man dann Enkelkinder und hat Beschäftigung, erfreut sich daran (wenn man das allgemein mag) und ja ich bin noch jung, erst 30, aber ich freue mich darauf wenn ich alt bin und meine Kinder einmal Kinder haben werden und ich auf diese aufpassen darf, was unternehmen, Feste feiern etc.

Ich kenne einige Leute-besonders ältere Frauen, die in Rente sind, aber z.b keine Enkelkinder haben, oder überhaupt Kinder und sie sind teilweise sehr traurig-sie geben das auch zu und sagen dann sowas das es ihnen so wehgetan hat, Weihnachten alleine gewesen zu sein und auch generell im Leben. Es fällt etwas. Nicht jeder denkt zwangsweise so, dass ist mir klar. Aber ich weiss das ich ein Familientyp bin und es bereuen werde, wenn ich kein weiteres Kind bekomme, ich weiss das es keine Garantie ist für später, es ist aber zumindest die Chance darauf! Und die möchte ich mir nicht nehmen lassen. Ich würde aber nie erwarten das meine Kinder mich pflegen, dass ginge zu weit, ich würde auch meine Eltern nicht komplett alleine pflegen wollen, aber ich wäre für sie da, egal was ist und ich würde sie auch nicht sitzen lassen. Ja ich würde mir die Zeit für sie nehmen, auch wenn sie im Alter Starrsinnig werden-ich sehe es ja bei meinen Eltern. Viele machen den Fehler das sie Streit anfangen mit den Eltern, keiner denkt dran das sie einfach alt sind und damit anders, man kann nicht mehr soviel Einsicht erwarten, einfach mal locker sehen, drüber weg sehen, einfach mal einen Moment die Luft anhalten. Schwer ist das, aber es geht. Sie wären traurig wenn man sich abwendet.

Man ist selten mit seinen Eltern einer Meinung (gibt es das überhaupt), Eltern kritisieren einen immer, sie wollen das Beste für einen, dass kennt wohl jeder. Mein Vater z.b redet mir sehr in meine Partnerwahl rein, keiner ist gut genug, am liebsten würde er mir einen vorstellen! Und so läuft es doch oft in Familien. Ich hoffe das ich bei meinem Kind wenns gross ist mal anders denke/reagiere. Es ist doch nur wichtig das das Kind glücklich ist, sich nicht in falschen Kreisen bewegt-erst dann sehe ich einen Grund einzugreifen und mich dazu mal zu äussern.

GTibNcichtAxuf


@ sunflower_73

Ich maße mir jetzt bestimmt zu viel an, aber das muss ich mal schreiben. @:)

Du schreibst, dass du es in gewisser Weise bereust während des Studiums (oder sogar davor?) Kinder bekommen zu haben. Dir war der Zeitpunkt nie perfekt genug, hattest Angst davor ein Risiko einzugehen. Dabei wäre es damals wahrscheinlich sogar einfacher gewesen als jetzt (ich hab mal gelesen, dass es beruflich recht bescheiden läuft).

Und jetzt, wo du in den letzten Zügen deiner Fertilität bist und scheust wieder die Risiken.

Nur weil 1 Paar vor Gericht landete? Weil es logistisch schwierig sein könnte?

Du hast körperlich und beruflich viel gekämpft und viel gewonnen, einiges verloren. Bist du damit nicht eine Kämpferin? Du bist -so wirkst du auf mich- intelligent und souverän.

Du solltest dich nicht jetzt schon mit Reue und dem unerfülltem Kinderwunsch beschäftigen, sondern ernsthaft darüber nachdenken das Risiko einzugehen.

-dvietnUames"in-


*Es fehlt etwas* Gott was habe ich da wieder verzapft.

-"vietn,amesixn-


@ gibnichtauf

Das hast du toll geschrieben, so sehe ich es auch, es gibt immer Gründe die einen hindern, weil dies oder jenes nicht stimmig ist. Einfach mal machen :)

MEil>ky_^e7x7


ja, Clairet, diese Angst habe ich auch.

Mein Partner hätte sehr gerne ein Kind, aber ich habe Angst.

Angst es nicht zu schaffen, vor allem Angst vor der Doppelbelastung Kind + Job, gefangen zu sein, gar keine Zeit mehr für sich....

Ohne Kind verpasst man aber sicher viele schöne Momente.

Ich denke das ist die schwierigste Entscheidung im Leben, denn Job/Auto/Wohnort/Partner/Haus kann man eben alles wieder ändern (auch wenn es manchmal natürlich auch nicht sehr leicht ist....), aber ein Kind kann man nicht rückgängig machen.

So schade dass man keinen Blick in ein Paralleluniversum werfen kann, ob man anders glücklicher wäre....

DJeOr kuleinZe Prinxz


Und die Sichtweise, dass man sich doch seine "Ersatzfamilie" mit Freunden zusammengestellt hat, bröckelt, wenn diese Kinder bekommen.

Der Glaube an eine Ersatzfamilie ist ein Irrglaube. Eine Ersatzfamilie könnte höchstens im Alter dann eine Art Scheintoten-WG sein, nur, wenn die alle scheintot sind, hängen alle gleichermaßen in den Seilen. Also das ist auch keine Lösung.

Kinder sind keine Garantie für Liebe/Pflege im Alter.

Das ist völlig richtig. Aber keine Kinder haben, das ist die Garantie für keine Liebe/Pflege im Alter.

Leute aus der Generation meiner Eltern (um die 60) bevorzugen einen professionellen Pflegedienst und erhoffen sich von den Kindern bloß emotionale bzw. organisatorische Unterstützung.

Ich kann nur hoffen, dass Du weißt, wie der von Dir so bezeichnete "professionelle Pflegedienst" arbeitet. Dass Du so leben willst, glaubst nicht mal Du selbst ;-)

T.his Tw0ilight GWardexn


Mir hat es sehr geholfen klar zu machen das nicht mein Kind verantwortlich ist für die Schweirigkeiten (also jedenfalls nicht für berufliche) sondern die Gesellschaft in der ich lebe, mein Partner aufgrund seiner Defizite, ich aufgrund der Wahl meines Partners...

:)^ :)=

zum glück können wir alle nicht hellsehen und müssen mit unseren getroffenen entscheidungen lernen zu leben. genau DARUM geht es doch.

die einen bekommen kinder und müssen im zuge dessen lernen, sich mal eine zeitlang zurückzunehmen, ihr ego hinten anzustellen. sie müssen dinge lernen, wie verantwortung tragen, für andere mitdenken, planen, sich engagieren etc. was noch so alles an lernerfahrung als eltern anfällt.

andere, die keine kinder haben, müssen anderes lernen.

es hat immer alles seine 2 seiten.

bge llagxia


Wenn man dann ein Kind hat, dann macht man sich Gedanken darüber, dass man das seinem Kind nicht "aufhalsen" will.

Ich möchte zumindest nicht, dass mein Kind mit meiner Pflege und der seines Partners belastet wird.

Die Verantwortung gut vorzusorgen wiegt für mich nicht weniger schwer, als hätte ich kein Kind.

bFell.agxia


"seines Partners"- seines Vaters wollte ich natürlich schreiben.

c+laipr!ext


Ich kann nur hoffen, dass Du weißt, wie der von Dir so bezeichnete "professionelle Pflegedienst" arbeitet. Dass Du so leben willst, glaubst nicht mal Du selbst ;-)

Was meinst du damit? Es gibt natürlich gute und schlechte Pflegedienste. Ein Vorteil, wenn man Kinder hat ist, dass die ein Auge drauf haben können. Mein Großvater wurde in seinen letzten Wochen daheim vom Pflegedienst mehrmals am Tag versorgt zuletzt kam er dann ins Hospiz und das funktionierte sehr gut und war eine Erleichterung für alle Beteiligten. Dass die Pflege durch Angehörige immer besser ist glaube ich nicht.

d=anae=87


Bellagia

Wie wahr. Dann will man dem Kind nicht zur Last fallen. :-)

Darauf kann man sich absolut nicht verlassen und sollte keinesfalls ein Grund sein um auf Biegen und Brechen Kinder zu bekommen, auch wenn die Rahmenbedingungen überhaupt nicht passen (kein Partner, zu wenig Geld, zu kleine Wohnung....)

Ach die schönen Rahmenbedingungen... Mal im Ernst, das ist doch alles Deko.

1. Partner: Also kein Partner kann einfacher sein als der falsche Partner. Erlebe ich gerade in meinem Bekanntenkreis. Keine schöne Bilanz, aber treffend, die Frau sieht hundertmal gesünder aus seit sie geschieden und alleinerziehend ist. Und ob der Partner passt? Das ist vorher auch nur bedingt absehbar. Man weiß vorher nicht wie es ist und wie man selber ist und fühlt. Ist also schon ein stückweit Lotto.

2. Geld: Verhungern muss in diesem Land ja zum Glück niemand und ich hab festgestellt das es zwar ganz nett ist wenn man was über hat, man aber auch mit sehr wenig zusammen glücklich sein kann. In der Klinik in der ich war hat die eine Frau sogar gesagt das am Ende das viele Geld aus ihrem super Job die Familie ruiniert hat. Mit wenig Geld in der winzigen WOhnung waren sie unterm Strich glücklicher. Lag sicherlich an ihrem sehr vereinnahmenden Job, aber irgendwoher muss Geld ja auch kommen und manchmal hab ich das Gefühl das mehr Zeit am Ende einen Mehrwert hätte, gegenüber der größeren Wohnung oder dem teureren Urlaub.

3. Wohnung: Siehe Geld.

Ich mein, diese tollen Rahmenbedingungen sind doch nichts fixes nur weil sie gerade in dem Moment der Zeugung passen muss das doch schon bei der Geburt nicht mehr so sein. Die Wohnung wegen Eigenbedarfs gekündigt, den Job verloren, der Partner weg oder schwer erkrankt... Wieso warten soviele darauf das diese Parameter gerade zufällig alle mal zusammen passen wenn einem doch klar sein muss wie wenig man sich auf sowas verlassen kann?

-zv*ietnam'esxin-


Da sprichst du etwas wichtiges an clairet, Kinder sind dann da und haben ein Auge auf eventuell schlechte Zustände, sie haben dann noch die Macht zu sprechen, wenn man es selbst nicht mehr so kann. Ein ganz wichtiger Punkt, da nützt es auch nichts wenn ich etwas zu Papier bringe und festhalte, dass dann ganz fremde für mich öffnen und lesen was und wie. Die eigene Familie kennt einen besser, man hat vielleicht schon drüber gesprochen, man weiss mehr, ganz einfach. Ich hab neulich eine Reportage gesehen über Pflegeheime, schrecklich sage ich nur, da zu sitzen und es kommt niemand mehr, ich würde dann lieber von meinem Kind durch den Garten des Pflegeheimes geschoben, als vom Personal, dass mit mir über irgendwas spricht, da spreche ich lieber mit meinen Verwandten z.b.

-Ovietnamensinx-


@ danae

Super Beitrag @:) :)^ , absolut, genauso! Die perfekten Rahmenbedingungen, dass ist ne Märchenvorstellung, wie die eines perfekten Partners, die viele ewig suchen, darum ja die hohe Zahl an Singlehaushalten, da backt sich jeder im Hirn den perfekten zusammen und wenn sie dann mal einen kennengelernt haben, wird dieser bei der kleinsten negativ Situation verlassen. Heute sind viele auch einfach nur unfähig kompromisse einzugehen. Eine Partnerschaft setzt das aber vorraus, das perfekte Dreamteam wo der Partner alles in einer Person vereint und man zusammen passt wie Zwillinge aus einem Ei, ist reine Wunschvorstellung.

S*unfKlower%_7x3


@ danae:

Vorab: Stimme Dir durchaus zu!

Aber: ;-)

Zwischen der Tatsache, dass letztlicht NICHTS garantiert ist (Wohnung, Geld, Partnerschaft) und sich auf das Abenteuer Kind einzulassen, OHNE wenigstens IN der Situation diese "Grundbasis" zu haben: Das finde ich nochmals schwieriger.

Und auch ohne perfektionistische Eltern- & Lebensträume: So ein bisschen Basis braucht man schon. Außer man ist völlig naive Teenie-Mutti.

Wenn ich mein Leben anschaue: Es war NIE der Moment da, wo EIN Aspekt stimmte. Kredit um Lebensunterhalt zu finanzieren, Partner der kein Kind will (und noch so einige andere Dinge), 25qm-Wohnung. Es passte nie irgendwas.

Plus der Stolz, eben nicht zum dauerhaften Sozialfall werden zu wollen. Würde ich mich jetzt für ein Kind entscheiden, liefe es auf Hartz IV hinaus. Das macht eine Entscheidung PRO Kind, wenn man eigentlich ein bisschen mehr vom Leben erwartet, doch verdammt schwer. Dabei habe ich mich nach div. Gesundheitsproblemen und Rückschlägen von den Zielen & Träumen, die meine Freunde/Ex-Kommilitonen sich erfüllen, eh schon verabschiedet und bin arg bescheiden geworden (das ist jetzt weniger depressiv gemeint als vielmehr, dass es erleichternd war, einen gewissen Druck rauszunehmen). Aber NOCH mehr Verzicht?! Bei mir dann doch lieber ein großer Verzicht auf Kind als ein Verzicht auf viele andere Dinge. Wobei ich bei der nächsten Beziehung für nichts garantieren würde bzgl. penibler Verhütung.

@ vietnamesin:

Mich versteht zum Glück eine Freundin (mit Mann und 2 Kindern). Und der Austausch mit besagtem Pärchen war auch interessant. Aber dennoch gut zu wissen, dass ich nicht völlig allein mit solchen Gedanken bin.

M$ilkyx_e77


@ Danae:

Es ist halt eine Frage des eigenen Sicherheitsdenkens bzw. WIE stark der Kinderwunsch ist.

Wenn jemand UNBEDINGT ein Kind möchte, schon immer diesen Wunsch hatte, der wird alles dransetzen um ein Kind zu bekommen, egal wie die äußeren Umstände sind. Egal ob Ausbildung oder nicht, Partner oder nicht, schlechte Betreuungsmöglichkeiten, zu wenig Wohnraum oder kaum Geld --> hauptsache ein Kind, irgendwie wirds schon gehen....

Wenn man aber auf Sicherheit bedacht ist bzw. eher rational ist, dann würde man kein Kind auf die Welt setzen ohne dass die (für einen selbst wichtigen) äußeren Bedingungen zumindest großteils erfüllt sind.

Und deshalb warten viele wohl sehr lange oder sogar ZU lange....

Aber als sicherheitsbedachter Mensch hätte man wohl wenig Freude am Kind, weil man dann unter den unsicheren Verhältnissen leidet bzw. an den "verpassten Karrierechancen". Das muss eben jeder für sich persönlich entscheiden, welche Prioriäten er setzt bzw. was man bereit ist zurückzustecken.

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