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Lebensfehlentscheidung

uHpexla


Menno, ich hab den viermonatigen Herrn zu einer Konferenz nach Irland mitgeschleift (Vater inklusive), er hat sich durch die Pubs der Insel gepennt. Aber es kostet so viel mehr Kraft, körperlich und psychisch, alles mit Kind zu machen. Tasche, Tasche, 11kg Kind, Wagen, hab ich sein Wasser dabei, und tschuldigung hat der Kindereagen hier noch Platz, huhuhaha gulli wir sind gleich ja ich weiss dir ist langweilig da schau da da da nein den Schnuller hab ich leider vergessen hoppe hoppe. WAAAAAAA!!!!

W=interf9est


ich finde vor allem eines wahnsinnig anstrengend: Wenn ich mich auf meine "Karriere" konzentriere, dann kann ich nicht gleichzeitig die des Kindes planen. Dann besteht ihr Spielerlebnis in gemeinsam-mit-Mama-Staubsaugen und nicht in Spielgruppe mit Nackt-Baden. Denn dafür hab ich dann einfach keine Kraft mehr, nach Studium und Hausarbeit. Dann läuft sie nebenher, auch wenn ich mich natürlich um sie kümmere. Aber es dreht sich nicht alles um ihre Zukunft. Ich hab nicht ständig neue Bücher parat, wir lesen immer die gleichen zehn.

Das war als Baby einfacher, fand ich. (Danae, mit Winterkind meintest du wohl mich)

Upela: ich finde die Idee sehr sehr gut, soweit es dir/euch finanziell möglich ist, alles unangenehme auszulagern. Dann bleiben nachher vielleicht nur noch drei Sachen für zwei Hände und nicht mehr vier.

P<ieff#kRe


Ja, wie geh ich damit um. Gute und berechtigte Frage. Ich schlängel mich so durch und warte auf das Erwachen im Paralleluniversum.

Ich versuche mich auf das Wesentliche zu beschränken.

Fortbildungen nur in der Nähe und nur wirklich wichtige, keine mehrtägigen.

Ausbildung nur noch meiner eigenen Pferde, keine fremden Pferde oder Reiter mehr, Delegieren von Aufgaben an meinen Pferden.

Putzfrau angestellt. Die beste aller Ideen bisher muss ich sagen.

Immer wieder freundlich mit meinen Kollegen sprechen, damit ich möglichst nicht mehr als zwei Wochenenden im Monat arbeiten muss.

Eine große Toleranz entwickeln was die Größenordnung von erträglichem Chaos angeht.

Dem Baby beibringen die Waschmaschine einzuräumen ;-D

Soziale Kontakte leider massiv runtergefahren. Treffen nur selten und meist nur mit engen Freunden. Es läuft viel über kurze Telefonate am Abend und über Mail und SMS. Es bleibt die Hoffnung, daß eine gute Freundschaft das für eine Weile aushält.

Der Zwerg geht täglich 5 Stunden in die KiTa. Ohne würde es gar nicht gehen.

Ich habs auch mal mit Besuch von Mütterzusammenrottungen verschiedener Art probiert. Absolut indiskutabel und unerträglich.

Es bleibt die Hoffnung, daß irgendwann alles gut wird. Zum Glück bin ich uralt und muß mich daher beruflich nicht zwingend weiter etablieren. Da macht ein paar Jahre Stillstand nix aus. Ist halt auch nicht Forschung (hab ich mal bei der Dissertation versucht, überhaupt nicht mein Ding. ugly rat race).

Wie man liest hat sich mein Mann durch chronische Untätigkeit aus meinem Leben selber rausgeplant, er hat einige wenige Aufgaben die er wegen meiner Abwesenheit zwingend erledigen muß, das klappt auch. Ich freue mich über alles was er spontan macht und wo er hilft, plane aber mein eigenes Ding mit Kind. Das spart mir mehrmals täglich Ärger und Enttäuschung und Planungschaos.

uIpexla


Pieffke, und wie erträgst du das mit deinem Mann?

E{hema.liger. Nutzder (#69x928)


Ich habe mich eigentlich von der aktiven Teilnahme am Forum verabschiedet, möchte aber in diesem Fall eine Ausnahme machen, da ich mich von dem Thema persönlich angesprochen fühle.

Nicht als Mutter, sondern als Kind einer Frau, die sich vermutlich in Hinblick auf mich sehr ähnlich gefühlt hat, wie du es gerade tust. Ich war zwar nicht ihr erstes Kind, aber jenes, das ihr großer Fehler war. Ich war nicht ihre Idee, mein Vater drängte darauf. Sie gab nach, traf eine Entscheidung, die sich nicht rückgängig machen ließ. Während ich nicht in Frage stelle, dass mein Vater voll elterlicher Liebe war, so steht leider auch außer Frage, dass er keine besonders große Hilfe war. Aus verschiedenen Gründen war es oftmals nicht da, hätte man mein Wohlergehen in seine Hände gelegt, wäre ich wohl nackt herumgelaufen und niemals von der Schulpflicht erfasst worden – ich übertreibe natürlich, aber nicht allzu sehr. Er war, kurz gefasst, unzuverlässig, und obwohl er die treibende Kraft hinter dem Kinderwunsch war, blieb es am Ende an meiner Mutter hängen.

Sie hat natürlich versucht, diese Aufgaben an andere Menschen zu übergeben. An meine Großeltern, an Nachbarn, an meine Lehrer, und das war alles gut und schön, aber nichts konnte daran etwas ändern, dass sie Mutter war, dass sie die Verantwortung für mich hatte und verzweifelt wünschte, sie hätte sie nicht. Sie konnte mich meinen Großeltern überlassen, aber die Mutterschaft war dennoch eine Kette, deren Zug sie nicht abschütteln konnte. Sie musste es organisieren, in ihren Gedanken behalten, sich kümmern, ihr Leben an einen Menschen anpassen, der ihr Leben unwiderruflich verändert hatte, und das trieb sie in die Enge. Ich war der Mühlstein um ihren Hals, den sie nicht abschütteln konnte.

Ich will nicht behaupten, sonderliche Sympathie für meine Mutter zu empfinden, zu unseren besten Zeiten war unser Verhältnis überwiegend indifferent, ich konnte ihre Verzweiflung verstehen. Hätte sie es sich vorher denken können? Vermutlich. War es ihre eigene Schuld? Zweifelsohne. War es eine unkluge Idee? Ich bin sicher, so empfand sie es. Aber was nutzte die Selbstgeißelung jetzt? Geschehen war geschehen, und nichts konnte diese Mutterschaft rückgängig machen. Ich habe den Eindruck, dass du an diesem Punkt stehst: Du hörst die Ratschläge, rede mit deinem Partner, verschaffe dir Freiraum, organisiere einen Babysitter, und das sind gute, konstruktive Ratschläge, aber du willst keine guten, konstruktiven Ratschläge hören. Du willst dein altes Leben zurück, und nicht etwa hören, wie du dein neues Leben besser bewältigen kannst. Du willst es loswerden, jemanden erzählen, dem Frust Luft machen, so mein Eindruck.

Das mag keine sachliche, konstruktive Problembewältigung sein, aber ich halte es dennoch für wichtig. Wenn meine Mutter sich in diese Richtung äußerte, fuhr mein Vater ihr barsch über den Mund. "Bist du blöd, wie kannst du nur?" Das wollte er nicht hören. Mit dem Kind unglücklich zu sein, das war Tabu. Aber dieser Tadel half niemanden, nicht ihr, ganz gewiss auch nicht mir. Es niemanden sagen zu können, das war eine weitere Bürde.

Ich wünschte, ich könnte etwas Tröstlicheres sagen. Ich kann dir keine Lösung für dein Problem anbieten, keinen magischen Ausweg. Niemand kann das, das ist das Dilemma. Sich abfinden zu müssen, und nicht zu wollen. Ich kann dir nur sagen, dass ich glaube, dich zu verstehen – was immer das auch wert sein mag.

T?hCis Twi_light Gxarden


du willst eben ALLES:

karriere, freunde, sozialen und kulturelles (er)leben, freizeit... und dann hast du auch noch ein Baby/kleinkind... selbst wenn du kein kind hättest, ist es schon ziemlich viel, was du alles wuppen willst.

klar, besser wäre, du würdest dich für einige sachen entscheiden und die dann mit vollem einsatz machen.

Du willst dein altes Leben zurück, und nicht etwa hören, wie du dein neues Leben besser bewältigen kannst. Du willst es loswerden, jemanden erzählen, dem Frust Luft machen, so mein Eindruck.

genau den eindruck habe ich auch.

wenn dem wirklich so ist, dann handel!

mal etwas provokativ:

dann verlass deinen freund und das kind bleibt bei ihm. gibt schließlich genug männer, die das so machen. warum nicht auch eine mutter, die eigentlich keine sein wollte? dann bist du wieder frei und zufrieden und, da du ja dennoch mutter bist, wenn du willst, kannst du dein kind regelmäßig sehen und freiwillig zeit mit ihm verbringen.

Kil=eixo


This Twilight Garden

dann verlass deinen freund und das kind bleibt bei ihm. gibt schließlich genug männer, die das so machen. warum nicht auch eine mutter, die eigentlich keine sein wollte? dann bist du wieder frei und zufrieden und, da du ja dennoch mutter bist, wenn du willst, kannst du dein kind regelmäßig sehen und freiwillig zeit mit ihm verbringen.

Aus welchen Beiträgen der TE liest Du solche Wünsche heraus?

Tuhis T3wi?light }Gardexn


hm, dein eingangsposting liest sich so, als wärst du 24std. mit eurem kind zusammen und unausgelastet... aber hier [[http://www.med1.de/Forum/Kinderwunsch/671068/20467614/]] lese ich, das du VZ arbeitst. dann kannst du doch gar nicht so vom kind aufgefressen werden?

Aus welchen Beiträgen der TE liest Du solche Wünsche heraus?

naja, wenn die TE schreibt, dass sie nicht die treibende kraft war und eigentlich keinen kinderwunsch hatte, sich permanent fremdbestimmt fühlt...?

K&lCeixo


This Twilight Garden

hm, dein eingangsposting liest sich so, als wärst du 24std. mit eurem kind zusammen und unausgelastet... aber hier [[http://www.med1.de/Forum/Kinderwunsch/671068/20467614/]] lese ich, das du VZ arbeitst. dann kannst du doch gar nicht so vom kind aufgefressen werden?

Hat sie so aus meiner Sicht auch nicht geschrieben - sie wird von allem generell aufgefressen, so dass sie eben alles nur halb machen kann.

naja, wenn die TE schreibt, dass sie nicht die treibende kraft war und eigentlich keinen kinderwunsch hatte, sich permanent fremdbestimmt fühlt...?

Klar, sie hat explicit nichts von der Gefühlslage zu ihrem Kind geschrieben - allerdings auch nichts Gegenteiliges. Aber warum nicht einfach nachfragen, anstatt gleich davon auszugehen, dass es ihr leid tut, dass sie das Kind nun bekommen hat und solche provokanten Thesen aufstellen. Aus meiner Sicht geht es hier um ihr subjektives Gefühlsleben, ihre Vorstellungen, die nicht so gekommen sind, wie sie es sich vorgestellt hatte. Das schließt doch nicht aus, dass sie weder Kind noch Partner missen möchte.

T@his Twvili=ght Garxden


ihr größtes problem

es fehlt die Zeit.

ihr fehlt nicht die zeit fürs kind, sondern für

Ich komme beruflich nicht mehr recht weiter, weil die Zeit fehlt. Ich kann privat nicht mehr machen, was ich gerne tu – für alle Hobbys ausser für etwas Sport, ohne den ich gar nicht kann, fehlt die Zeit. Sozialkontakte – es fehlt die Zeit.

ich lese sonst eher von müttern, die so schnell wieder arbeiten gehen, dass sie eher darunter leiden, nur noch wenig zeit mit ihrem kind zu verbringen. das kind der TE ist ja in der krippe, wird gebracht, geholt und da sie ja wieder VZ arbeitet, gehe ich davon aus, das sie ihr kind vlt morgens kurz sieht und dann wieder ab spätem nachmittag. die zeit MIT ihrem kind fehlt ihr aber nicht und deswegen vermute ich mal, dass es ihr ohne besser gehen könnte

Ich bin ziemlich am Sand, momentan. Psychisch, körperlich, beruflich, in der Beziehung.

und ich finde es etwas schwer, bei der TE nun deutlich rauslesen zu können, was sie nun eigentlich will...was verändern? dampf ablassen?

TLhis ^Thwilixght; Gardexn


anstatt gleich davon auszugehen, dass es ihr leid tut, dass sie das Kind nun bekommen hat

ich denke nicht, dass ich die einzige bin,das so etwas hier rausgelesen hat.

aber was spricht denn dagegen sich mal den gedanken durch den kopf gehen zu lassen, sich zu trennen und das kind beim mann zu lassen? so abstrus ist der gedanke doch nun nicht...

R=al_ph_HxH


Im Interesse des Kindes ist der Ratschlag ja wohl das letzte. Was soll das Kind bei einem unfähigen, sich nicht kümmernden Vater?

Das Leben vor dem Kind gibt es nicht zurück. Wohl dem, der vor dem Kinderkriegen ein erfülltes Leben gelebt hat, an daß er sich erinnern kann. Mit dem Kind ändert sich alles. Das alte Leben ist vorbei. Aus. Es gibt reichlich Momente, in denen wir die Entscheidung "Kinder" ... mir fällt kein passendes Wort ein.... nicht bereuen oder verteufeln, aber manchmal wünscht man sich einfach, alles wäre wie früher. Das, obwohl wir uns die Arbeit mit den Kindern gut aufteilen.

Den Partner kann man in Punkto Kindertauglichkeit vorher leider nicht testen. Ich kenne auch einen Fall, wo sie gerade an seiner Unfähigkeit verzweifelt. Ist beschi****, aber leider nicht zu ändern.

Du kannst dem Vater nur immer wieder Pflichten übertragen. "Wasch mal die Wäsche", "Wickel mal", "geh mal einkaufen" und dann entweder ausflippen oder ihn links liegen lassen oder ihn vernachlässigen, wenn er nicht mit macht. Erzwingen kann man das leider nicht.

Sei beruhigt, es wird besser. Das erste Jahr ist schilmm, aber schnell vergessen. Irgendwann ziehen die sich alleien an, essen alleine, sie sind ein paar Stunden ausser Haus, im Kindergarten oder Schule, sie spielen alleine, sie schlafen durch, sie gehen auf die Toilette. Was nicht heisst, daß man viel mehr Freiräume hat, aber der körperliche Stress wird weniger.

Wir sind beide berufstätig und haben das bei uns so organisiert, daß ich die Kinder morgens fertig mache und weg bringe, die Mutter übernimmt das Abholen, einkaufen, den Nachmittag. Da kann sich keiner drücken. Im Schlafanzug ohne Brot in die Kita bringen läuft wohl auch bei Deinem Mann nicht.

BOarcel3omnetxa


aber was spricht denn dagegen sich mal den gedanken durch den kopf gehen zu lassen, sich zu trennen und das kind beim mann zu lassen? so abstrus ist der gedanke doch nun nicht...

Z.B. dass ich aus jeder Zeile rauslese, dass sie ihre Familie trotzdem liebt? Weglaufen ist da keine Option, denn ungeschehen wird es dadurch nicht. Ich verstehe die TE so, dass sie mit der Situation kreuzunglücklich ist und hätte sie damals gewusst, was sie heute weiß, hätte sie wohl damals anders entschieden. Im hier und jetzt geht das aber nicht, daher ist der Fall bedeutungslos. Ihr Problem ist ja auch nicht das Kind, sondern ihre Lebensrealität.

und ich finde es etwas schwer, bei der TE nun deutlich rauslesen zu können, was sie nun eigentlich will...was verändern? dampf ablassen?

Vielleicht von allem etwa, vielleicht weiß sie es auch selbst noch nicht. Ist doch auch überhaupt nicht schlimm. Viele nutzen einen Faden hier erstmal als Brecheimer und später als Sparringspartner nur Selbstreflexion. Vor dem Hintergrund, dass eine offene Kommunikation mit dem Kindsvater nicht möglich ist, ist es ein legitimer Wunsch, das ganze einfach Mal rauskotzen zu können, bevor es weiter in einem drin sein Unwesen treibt und dabei schlimmer wird.

KHle?i.o


und ich finde es etwas schwer, bei der TE nun deutlich rauslesen zu können, was sie nun eigentlich will...was verändern? dampf ablassen?

Ich denke alles zusammen. Sie hat ja gestern auch geschrieben, dass sie die Beiträge liest, aber eben auch nachdenkt. Oft fängt ein Prozess doch überhaupt damit an, das Problem überhaupt zu formulieren. Erst wenn sie es dann auch formulieren kann, kann sie den nächsten und übernächsten Schritt machen. Ich sehe auch, dass sie sehr wohl dann auf Beiträge eingeht. Das geht oft nicht so schnell. Man wird sich doch auch noch Gedanken machen können (ohne davon gleich ans Kreuz genagelt zu werden), wie was ist, wie was wäre, wenn.... Auch das kann einfach einmal nur Spannung und Druck abbauen.

KSletstertpflan7zEe80


Ihr Problem ist ja auch nicht das Kind, sondern ihre Lebensrealität.

Naja wenn da skind aber nicht wäre, wäre ihre lebensrealität eine andere bzw. durch das kind hat sich ihre Lebensrealität geändert. Wenn er alleinerziehend wäre und sie das kind einmal die woche oder alle 2 wochen am wochenende sehen würde wäre ihre lebensrealität eine ganz andere und nahe an der damaligen dran oder wenn sie das kind anders abgeben würde (ja es gibt sowas wie heime oder adoption etc) vorrausgesetzt antürlich sie könnte das emotional, aber ersteres ist für viele männer realität.

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