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Migräne, Depressionen, Familie, Studium: Überforderung

Q%uoxoxs


Nur mal so eine Überlegung: Wäre ein Antidepressivum nicht sinnvoller als Triptane oder hilft das in diesem Fall nicht ???

tUhe-xcaver


AD sind medikamente der zweiten Wahl in der migräneprophylaxe. Erste Wahl sind z.B. Betablocker und Topiramat.

Qkuox3os


Mm, aber es ist ja nicht nur Migräne, die sie plagt, sondern psyche und Überforderung. ???

TWalijxa


Ich würde dir raten, die Überforderung mal zurück zu schrauben.

Aber das ist jetzt nur meine Meinung!

Ich würde an deiner Stelle erstmall sehen, dass du zur Ruhe kommst. D.h. leg ein Freisemester ein, kümmer dich mal mehr um dich, um deine Freundschaften, Freizeit, Bücher, Badewannen, wasweißich... Und natürlich um deine Kinder, da kann man halt kein Freisemester einlegen. ]:D

Also auf gut deutsch: Schau erstmal, dass du mit Kinder, Haushalt und dir selbst klarkommst, und zwar wirklich klar kommst, bevor du dir selbst auch noch ein Studium aufhalst. Studieren kann man heutzutage auch später noch...

Ob du das machst oder nicht, ist natürlich deine Entscheidung. Aber du wirst an der Überforderung was machen müssen. Ob du willst oder nicht.

Qmu)oxxos


Das wäre natürlich das klügste. Aber man gibt ja meist weder kinder noch Tiere weg oder sein Haus. Und geld muss man auch oft verdienen. Da frag ich mich, ob sie wirklich zur ruhe kommen wird.

MUissImfpossixble


the caver: Ja das klingt nach mir ,diese Erfahrungswerte ;-)

Migräne Prophylaxe mit Betablockern und auch Topiramat habe ich bereits hinter mir und dabei eine meiner schlimmsten depressiven Episoden erlebt, ich war sogar suizidgefährdet und verbrachte freiwillig ein paar Tage in einer Klinik. Mit Topiramat war ich auch ganz schnell wieder untergewichtig (1,74m und 55kg).

Das möchte ich nie wieder erleben! Allein schon wegen der Kinder nicht! Die Schwiegereltern waren wie immer zur Stelle, aber Schuldgefühle blieben da bei mir natürlich nicht aus.

Die letzten Wochen waren extrem, aber ich passe schon auf, dass es nicht mehr als 10 Triptaneinnahmen werden.

Mich wunderts nicht mehr, dass kein Arzt, nicht mal meine Therapeutin, die mich seit 2,5 Jahren behandelt, fast wöchentlich eine Stunde mit mir geredet hat und kennen müsste, gesehen hat, dass ich überfordert bin und sich nicht getraut hat, mir das zu sagen.

Heute war ich wieder bei dem tollen Arzt und er hat mir die Erklärung geliefert. Die meisten Ärzte denken, ihre Aufgabe wäre es, dass sie ihre Patienten wieder zum "funktionieren" kriegen, dass sie der Gesellschaft einen Nutzen bringen, sie "verkleistern" eigentlich nur Symptome, anstatt nach der Ursache, der Entstehung der Krankheit zu suchen und mit ihrem Patienten daran zu arbeiten.

Er nahm sich wieder extra viel Zeit für mich, seine Arzthelferinnen sind dann schon nachhause gegangen.

Er hält nichts von Antidepressiva in meinem Fall. Er glaubt, dass mein Selbstbewusstsein, mein Bild von mir selbst, die Liebe/der Respekt zu mir selbst, ganz einfach zu wenig ausgeprägt sind.

Er hat es an einem ganz wunderschönen Beispiel erklärt: Der Rasen eines Fußballfeldes im Stadium ist perfekt, alle Grashalme gleich lang – er bringt einen Nutzen, ist einfach funktional, aber hässlich einfältig. Wir sind aber Blumen und Halme auf eine wilden Blumenwiese und ich bin eine Diestel und ich muss lernen, dass ich genauso wie ich bin, wunderschön, einzigartig und liebenswert bin und auf dieser Welt meinen Platz habe.

Er sagt, er will mich nicht verändern und auch ich soll mich so akzeptieren, respektieren und lieben wie ich bin.

Ihr könnt euch vorstellen, ich hab Rotz und Wasser geheult.

Trotzdem weiß ich immer noch nicht, was ich mit dem Studium machen soll.

Angehende Förderlehrer wie ich studieren in Bayern am sogenannten Staatsinstitut und das läuft eigentlich wie eine Ausbildung innerhalb von 3 Schuljahren mit Praktika ab. Das schließt man mit der 1. Staatsexamensprüfung ab. Danach kommen 2 Jahre Referendariat und dann das 2. Staatsexamen.

Unterbrechen in dem Sinne geht da nicht, ich müsste von vorne anfangen.

Und ich weiß einfach, dass das nicht meins ist. Klar, der Beruf, den man hinterher hat, ist klasse, das hab ich ja schon austesten können. Aber der Weg dahin, meine sozialen Phobien (Referate, Spiele mit Erwachsenen) stehen dem im Weg.

Wieso soll ich so wenig Respekt vor mir haben und mich derart verbiegen, mich durchzwingen, versuchen mich zu verändern? So sehr dass ich körperlich und psychisch krank werde?

Nein, verdammt! Ich bin eben so, ich habe Angst und mag nicht vor anderen Erwachsenen sprechen und mit ihnen Spiele spielen, wo man u.a. auch Körperkontakt hat. Ich halte das keine 3 Jahre aus!

Ich weiß noch nicht wie, aber ich werde etwas finden, was MEINS ist, ich werde einfach auf mich achten, mich lieben, akzeptieren, respektieren und nehmen, so wie ich bin.

So einfach ist das oder? ;-)

QLu%oxxos


Ich weiß es nicht.

Medikamente gehen keine Ursachen an, aber ich weiß nicht, wie mein Leben ohne sie laufen würde. Ich war mal Gegner von Psychopharmaka, jetzt bin ich ihnen dankbar. Vielleicht hätte ich meine Probleme gelöst. Vielleicht wäre ich Stammgast in der Klinik. Vielleicht hätte ich mich umgebracht. Wer weiß das schon. ":/

Du wirst eine passende Lösung für dich finden.

MiissZImdposszibxle


Ja Quoxos, in manchen Fällen geht es nicht anders und es ist gut, dass man die Möglichkeit hat auf AD zurückzugreifen.

Bei meiner Schwiegermama ist es so, dass sie seit 25 Jahren ein AD nimmt (die kleine Schwester meines Mannes ist direkt nach der Geburt verstorben), jedesmal wenn sie versuchte es abzusetzen, hatte sie einen Zusammenbruch. Da stimmt dann einfach was nicht mit dem Gehirnstoffwechsel und wird nicht von allein.

Bei jemandem, der Insulin braucht, ist es ja nicht anders.

Ich möchte es nur für mich nicht mehr. Die, die ich versucht hab, haben mir nichts gebracht außer Nebenwirkungen.

Q+uoxo}s


Schwierig zu sagen

Wobei Amitriptylin, Imipramin und teilweise auch Fluoxetin nicht unbedingt die neusten Präparate sind mit den geringsten Nebenwirkungen.

Aber was das Beste für dich ist, kannst du natürlich letztendlich nur selber herausfinden.

M^is/sICmposTsible


So jetzt geht's mir richtig schlecht.

Im wahrsten Sinne des Wortes, seit gestern kann ich nichts mehr bei mir behalten.

Ich bin innerlich zerrissen und handle auch so. Ich hab versucht, das Referat fertig zu machen. Ich dachte, ich muss es mir jetzt doch beweisen. Zumindest hätte ich die Möglichkeit gehabt, es überhaupt halten zu können.

Aber dadurch gehts mir jetzt noch beschissener. Weil ich es nicht hinkrieg. Ich steh nicht hinter dem, was ich da vortragen würde. Es ist so mies, ich würde mich zu Tode schämen für diesen Vortrag. Die anderen sind zwar auch nervös, aber sie haben ihr Referat wenigstens richtig gut vorbereitet. Nicht mal das krieg ich hin.

Ich kann noch nicht loslassen. Hab meiner Dozentin einen E-Mail geschrieben und reinen Tisch gemacht. Ob es eine Möglichkeit gibt, eine Ersatzleistung zu erbringen, hab ich gefragt. Mal wieder 'ne Extrawurst für die zweifache Mutter. Ich hasse mich so dermaßen und bereue meine Ehrlichkeit völlig fremden Menschen gegenüber. Wieso muss ich mich überhaupt rechtfertigen? Warum bin ich so dermaßen bescheuert ???

Warum erspar ich mir das nicht und melde mich einfach ab?!

HnannachxWe


Die anderen sind zwar auch nervös, aber sie haben ihr Referat wenigstens richtig gut vorbereitet. Nicht mal das krieg ich hin.

Ich kann noch nicht loslassen. Hab meiner Dozentin einen E-Mail geschrieben und reinen Tisch gemacht. Ob es eine Möglichkeit gibt, eine Ersatzleistung zu erbringen, hab ich gefragt. Mal wieder 'ne Extrawurst für die zweifache Mutter. Ich hasse mich so dermaßen und bereue meine Ehrlichkeit völlig fremden Menschen gegenüber. Wieso muss ich mich überhaupt rechtfertigen? Warum bin ich so dermaßen bescheuert

Warum erspar ich mir das nicht und melde mich einfach ab?!

MissImpossible, ganz ehrlich, ohne dir zu nahe treten zu wollen: Ich bin mir gerade auch nichtmehr sicher ob du das Studium durchziehen solltest. Du stellst dich gerade bei einem Referat so an, und dabei sagt man, das Studium sei noch das leichteste am Lehrerberuf.

Während des Referendariats bist du ständigen Lehrprüfungen ausgesetzt, über Monate sitzt ein erfahrener Lehrer/Prüfer hinten in deinen Unterrichtsstunden und prüft deine Leistung als Lehrerin.

Du sagst, mit Kindern zu arbeiten ist nicht das Problem, aber wenn du kein Referat halten kannst, glaubst du du wirst das Referendariat schaffen?

Glaubst du du kannst an dieser "Erwachsenen-Phobie" therapeutisch arbeiten? @:)

QWuoxoxs


Bei mir haben Citalopram, opipramol und Betablocker große Verbesserung der Ängste und Belastbarkeit etc. bewirkt.

Aber unter diesen Umständen dürfte der Lehrerberuf wirklich nicht das Richtige sein.

MVissIQmpoxssible


Ihr habt recht. Erst war ich mir meiner sozialen Phobien nicht bewusst, ich fühlte mich einfach sauunwohl am Institut.

Und nun bin ich mir dieser mehr als bewusst, blendete aber völlig aus, dass sich tatsächlich noch durch das gesamte Studium so ziehen wird. Und ja, im Seminar/Referendariat geht es genauso, wenn nicht noch schlimmer weiter.

Während des 3-wöchigen Praktikums waren zwar in einer "Vorführstunde", die eine Mitstudierende und ich vorbereitet hatten, 2 Lehrer dabei, aber da ging es nicht im mich als Person, sondern um den Unterricht, um die Kinder. Da war ich kaum aufgeregt.

Das Studium stehe ich momentan einfach nicht durch.

Bis jetzt hat sich noch kein Dozent zurückgemeldet und ehrlich gesagt hoffe ich auch, dass sie zumindest nicht anrufen. Ich hasse telefonieren.

Q5uoxxos


??? Also meine eltern sind Lehrer. Telefonate mit eltern, Eltern Abende, Gespräche über schwierige kinder, stress, Konferenzen ohne Ende sind standard. Burnout bei Lehrern ist auch nicht selten.

H_aAnnahWxe


Also um mal zusammenzufassen: Referate halten geht nicht ohne vorherigen Nervenzusammenbruch, telefonieren geht auch nicht. Das sind aber beides ganz wichtige Dinge in leider mittlerweile fast jedem Job. Selbst wenn du im Büro ohne Kundenkontakt arbeiten würdest, müsstest du sicher häufig telefonieren und ab und zu mal eine Präsentation vor Erwachsenen halten.

Ganz ehrlich, wenn ich du wäre, würde ich mich jetzt drauf konzentrieren meinen Kindern eine gute und nicht permanent am Rande des Nervenzusammenbruchs stehende Mutter zu sein, und währenddessen in einer neuen Therapie (vielleicht auch mit einer neuen Therapeutin, wenn deine jetzige sich nichtmehr meldet) deine Depressionen/Panikstörung/soziale Ängste zu behandeln. Und wenn die Kinder groß genug sind das du mehr Zeit hast, mit deinen bis dahin hoffentlich erreichten Erfolgen und in Absprache mit einem Psychologen erarbeiten, welche Berufe für dich aufrund deiner Einschränkungen in Frage kommen.

Kommentare deiner Mutter oder anderen "Klugscheißern", weil du dann in näherer Zukunft kein eigenes Geld verdienst musst du leider ertragen lernen.

Ich will dir keine Angst machen, aber ich war im letzten Jahr selbst wegen einer psychischen Erkrankung einige Wochen in einer psychosomatischen Klinik (stationär), und da gab es einige Mütter, die ihrer psychischen Erkankungen wegen ihre Kinder nurnoch jedes 2. Wochenende auf "Heimaturlaub" gesehen haben, weil sie die Depressionen und anderen Störungen so lange ignoriert und sich gleichzeitig übernommen haben, bis nichts mehr ging und sie ins Krankenhaus mussten. Wenn du dauerhaft nichts essen kannst (so fängt es ja bereits an bei dir!) dann bleibt am Ende nurnoch die Klinik. Lass es soweit nicht kommen. :)*

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