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Gedankenkreisen, keine Konzentration, müde

F\lying w$ithout xwings hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Leute,

ich dachte, ich könnte euch noch mal um einen Rat fragen.

Es ist vielleicht nichts, was viele von euch als besonders problematisch ansehen würden, aber mich treibt das gerade schon ein bisschen in die Verzweiflung.

Ich war immer schon jemand, der viel nachgedacht hat, sich über alles den Kopf zerbrochen hat, aber in den letzten Wochen nimmt das zunehmend Ausmaße an, die irgendwo auch einschränken – und vor allen Dingen: Es führt zu absolut gar nichts. Ich habe das Gefühl, ich drehe mich damit total im Kreis und es geht immer sofort los, sobald es mal eine Minute still ist.

Im Moment neigt sich das Semester dem Ende, das heißt es stehen Klausuren an und das macht es nicht gerade einfacher.

Damit ich zumindest die Sache mit dem Lernen in den Griff bekomme, habe ich jetzt ganz akribische Lernpläne angefertigt, damit mein Handeln irgendwie an Pläne gekoppelt ist und ich mir schon mal eigentlich keine Gedanken mehr machen muss, was ich wann und wo lerne, wie es mit der Zeitverteilung richtig ist, ob ich schneller sein muss, ob ich zu oberflächlich bin und ob ich nichts vergessen habe… Wenn ich mich dran halte, ist ja eigentlich alles gut. Eigentlich…

Ich habe wirklich alles was mich zum nachdenken bringen könnte (Fotos, gerade unwichtiges Lernmaterial …) von meinem Tisch geräumt, damit das irgendwann mal aufhört und ich nicht alle 10 Minuten woanders bin.

Abends schreibe ich im Moment konsequent jeden Abend Tagebuch, weil ich mir denke, dass es hilt, wenn ich das Denken mal bewusst zulasse, weil es eben auch mal irgendwann zu einem Ende kommen muss – aber so wirklich hilft das nicht.

Ich schlafe nachts nur noch ziemlich wenig im Moment, weil es einfach nie still in mir ist und obwohl ich den ganzen Tag müde bin, funktioniert es dann eben doch nicht. Fast den ganzen Januar hindurch begleiten mich jetzt schon Kopfschmerzen und ich merke, dass ich total unkonzentriert bin und Dinge beispielsweise zehn mal lesen muss, damit ich sie einmal verstehe (und dafür reicht die Zeit in einer Klausur natürlich nicht).

Wer von euch kennt so etwas und was tut ihr dagegen? Ich wäre wirklich dankbar für den ein oder anderen Tipp, der dem möglischt schnell erst mal ein Ende setzt, damit ich die nächsten zwei Wochen wieder ein bisschen durchstarten kann.

Ich bedanke mich schon mal!

Antworten
RcicharAd6x1


Gedankenkreisen und unaufhörliches Grübeln ohne Ergebnis sowie Schlaflosigkeit sind ein Anzeichen einer mittelschweren Depression.

Mach doch mal den Goldbergtest , der gibt in etwa Auskunft ob es eine Depression ist und wie schwer diese ausgeprägt ist.

Je nach Ergebnis würde ich dann zu einem Psychiater. Wenn es eine ist dann schnellstmöglich behandeln lassen, man kann sonst richtig tief reinrauschen und dann hilft oft nur noch eine stationäre Behandlung.

A\k'asha7)6x7


Na, an eine Depression würde ich da nicht denken, es sei denn, es kommen noch weitere Beschwerden hinzu. Flying, ist das bei dir der Fall?

Worüber denkst du denn nach? Gibt es da bestimmte Themen? Hast du Sorgen oder bist du eher sehr ablenkbar, hast Probleme dich zu konzentrieren?

HNannRahWxe


Das klingt tatsächlich nach beginnender Depression, die Schlafstörungen, Gedankenkreisen, Konzentrationsstörungen. Achtest du darauf, auch in Zeiten der stressigen Klausurenphase etwas für deine psychische Gesundheit zu tun? Gehst du weiter deinen Hobbies nach, triffst du dich mit Freunden, machst du Sport? Sowas ist ganz wichtig, auch wenn es dir jetzt die Zeitverschwendung vorkommt! Wenn du erstmal eine handfeste depressive Episode hast, kannst du das Studium locker 6 Monate auf Eis legen. Sowas hatten mehrere meiner Kommilitonen damals!

Das Studium ist wichtig - klar, aber nichts ist wichtiger als deine Gesundheit. Das ist eine schwere Lektion, die ich auch im Studium noch nicht wahrhaben wollte.

Wer von euch kennt so etwas und was tut ihr dagegen? Ich wäre wirklich dankbar für den ein oder anderen Tipp, der dem möglischt schnell erst mal ein Ende setzt, damit ich die nächsten zwei Wochen wieder ein bisschen durchstarten kann.

Tut mir leid, aber wie willst du durchstarten, wenn du eine Seite 10 mal lesen musst, damit du dir etwas merken kannst? Dein Gehirn ist gerade dabei krank zu werden- du solltest auf den Warnschuss hören.

Geh zum Hausarzt, schildere deine Symptome. Zögere es nicht heraus, sonst wird es immer schlimmer. Hör auf eine, die es auf die harte Tour lernen musste. ;-)

R!ich*ardx61


Flying macht bis auf das Grübeln und Schlafbeschwerden ansonsten auch auf mich nicht den Eindruck depressiv zu sein.

Was man auch testen sollte sind die Schilddrüsenwerte.

HAaTnnaLhWxe


Damit ich zumindest die Sache mit dem Lernen in den Griff bekomme, habe ich jetzt ganz akribische Lernpläne angefertigt, damit mein Handeln irgendwie an Pläne gekoppelt ist und ich mir schon mal eigentlich keine Gedanken mehr machen muss, was ich wann und wo lerne, wie es mit der Zeitverteilung richtig ist, ob ich schneller sein muss, ob ich zu oberflächlich bin und ob ich nichts vergessen habe… Wenn ich mich dran halte, ist ja eigentlich alles gut. Eigentlich…

Beginnende Angststörung?

R/icharrd6x1


@ Hannaweh,

ich habs auch nicht wahrhaben wollen, daß ich sowas bekomme.

Wenn man zu lange wartet sind wirklich 6 Monate weg. 3 Monate Klinik 3 weitere Monate bis das Hirn wieder einigermassen funktioniert.

Nach einer Depression ist man unglaublich vergesslich und hat Konzentrationsstörungen.

Je früher man da eingreift desto besser.

HnannBawhWe


Richard, ich hatte alle von der TE beschriebene Symptome im Rahmen eines Burnouts nach jahrelangem Stress bei der Arbeit. 2 Monate Klinik, 3 Monate Wiedereingliederung. Waren 5 Monate meines Lebens, in denen ich keinerlei "Leistung" bringen konnte, und die mir keiner zurückgibt.

Die Konzentrationsstörungen und die Vergesslichkeit im Rahmen einer Depression gehen ja wieder weg, wenn die Depression behandelt wird und abklingt.

Das heißt natürlich nicht, das wir wissen, was die TE hat. Aber ICH wäre nach der Erfahrung die ich machen musste bei den Symptome die die TE hat, SOFORT beim Arzt. Viel zu groß wäre die Angst bei mir, nochmal 5 Monate meines Lebens zu "verlieren".

A-kasZha?767


Ich denke, wir müssen einfach die Antwort der TE abwarten.

Momentan wissen wir nur, dass sie sehr unter ihren kreisenden Gedanken leidet. Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten können durch eben dieses Gedankenkreisen ausgelöst sein – nachvollziehbar, wenn einen die Gedanken nicht schlafen lassen. Zu einer Depression oder auch einem Burnoutsyndrom gehört viel mehr. Ob weitere Symptome vorhanden sind, kann uns nur die TE verraten.

Aber ganz egal, was die Gedankenkreise auslöst, denke ich, dass es sinnvoll ist, einmal bei einem Psychotherapeuten (wäre eher meine Wahl als Arzt) vorstellig zu werden – schon alleine, weil die TE unter dieser Situation sehr leidet – es sei denn, es gibt hier jemanden, der einen wirkungsvollen Rat gegen diese Gedanken hat. Mir wäre auch nur "Aufschreiben" eingefallen, aber das hat die TE offensichtlich schon versucht.

RjicMhardx61


@ Hannaweh

ich habe auch zu lange gewartet und mich hat es dann gleich bitterböse erwischt.

Die sehr schwere Depression habe ich in den Griff bekommen, bin dann aber 3 Jahre später in eine ausgewachsene Manie reingeraten. So schlimm, daß ich in eine geschlossene Abteilung musste. Die Manie kann man mit Medis stoppen, man rauscht dann aber senkrecht runter in eine schwere Depression. Die Mittel die seither dagegen geholfen haben schlagen dann oftmals nicht mehr richtig an. Seitdem geht es in 3 Monatszyklen rauf und runter mit einer langsamen Besserung.

Meine Krankheit ist nicht mehr heilbar und heißt Bipolar I .

Um diese Krankheit zu bekommen braucht man genetische Veranlagungen.

Ausbrechen tut sie trotz dieser Veranlagung nur durch eine schwere Depression oder Manie.

Hätte ich mich rechtzeitig in Behandlung begeben bei der ersten Depression, dann wäre die Bipolarität nicht ausgebrochen.

FYlyiFng wit5hout xwings


Hallo Leute *:) ,

na, hier war ja einiges los. Danke für die Beiträge!

Schon mal vorab: Ich hoffe, ich gehe hier auf jeden genügend ein.

Mach doch mal den Goldbergtest , der gibt in etwa Auskunft ob es eine Depression ist und wie schwer diese ausgeprägt ist.

Muss ich mir bei Gelegenheit mal anschauen… :)z

Worüber denkst du denn nach? Gibt es da bestimmte Themen? Hast du Sorgen oder bist du eher sehr ablenkbar, hast Probleme dich zu konzentrieren?

Einerseits denke ich im Moment natürlich schon darüber nach, wie ich die ganzen Klausuren bestmöglich schaffen kann – ich bin da so ein kleiner Perfektionist und mir reicht bestanden meistens nicht so wirklich. Das klingt jetzt bestimmt irgendwie blöd, ist aber so.

Meistens denke ich aber auch ganz viel über die Familie nach (das läuft im Moment nicht so rund), ich bin da sehr viel in der Vergangenheit und jedes Foto reißt mich dahin zurück und manchmal einfach auch nur eine gurrende Taube…

Achtest du darauf, auch in Zeiten der stressigen Klausurenphase etwas für deine psychische Gesundheit zu tun? Gehst du weiter deinen Hobbies nach, triffst du dich mit Freunden, machst du Sport? Sowas ist ganz wichtig, auch wenn es dir jetzt die Zeitverschwendung vorkommt!

Naja, der Punkt ist glaube ich nicht erfüllt. Es gibt in meinem Leben – das klingt jetzt sicher auch sehr blöd – nur noch wenige Freunde und sehr wenige Hobbies. Das heißt nicht, dass es immer so war. Ich hatte mal Freunde und ich hatte mal Hobbies, aber irgendwann kam halt eine Zeit, in der das alles verloren gegangen ist. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich alles dafür tun muss, um gut genug zu sein und da passten dann Freunde und Hobbies für mich nicht mehr hinein. Ich hatte in meiner Freizeit immer das Gefühl: Das darf ich doch jetzt eigentlich gar nicht, das ist unproduktiv und weil mich das so unter Druck gesetzt hat, habe ich es irgendwann gelassen.

Heute finde ich es schon total anstrengend einkaufen zu gehen, da rattert es schon in meinem Kopf los, wie ich denn so viel Zeit damit verbringen kann, unproduktiv zu sein – obwohl man das ja irgendwann tun muss.

Natürlich führt das komplett zu sozialer Isolation – ich fühle mich ganz gefangen in mir selbst – ich in meinem eigenen Gefängnis. Ich kann im wahrsten Sinne des Wortes keinen Fuß vor die Tür setzen, ohne dass es in mir Vorwürfe hagelt.

In manchen Zeiten kann ich damit ganz gut leben, manchmal fühle ich mich aber auch sehr einsam und hätte gern ein paar Menschen um mich herum, obwohl ich das ja gleichzeitig nicht ertragen kann und manchmal denke ich mir: Was willst du eigentlich – wenn ich von den Menschen wieder höre: Ich wäre gern so fleißig wie du…

…es sei denn, es kommen noch weitere Beschwerden hinzu. Flying, ist das bei dir der Fall?

So rein körperlich erst mal nicht. Manchmal komme ich mir nur unglaublich leer vor, wie eine Hülle, die ihr ganzes Innenleben irgendwo verloren hat.

Ich sprühe nun nicht gerade vor Energie – ich bewundere immer die Menschen, die das tun.

Ich weiß nicht, ob man das jetzt alles pathologisieren muss. Ich komme ja schon jahrelang ganz gut damit zurecht, normalerweise ist es aber in der Klausurenphase auch immer still in mir, weil ich da so beschäftigt bin, dass ich da gar nicht zum Nachdenken komme – nur dieses mal kommen die Gedanken immer wieder durch und halten mich ab.

S;ynbtiaX22x2


Hallo ihr Lieben,

ich habe mich heute seit langem mal wieder im Forum eingeklinkt und diesen Beitrag entdeckt. Kann viele Parallelen zu mir erkennen.

Ich bin gerade krank geschrieben, nachdem mein Arzt eine Depression diagnostiziert hat. Bei mir fing es mit einer sehr stressigen Vorzeit an, hab auf Arbeit teilweise keine Luft zum Atmen gehabt und keine Ruhepausen mehr reinbekommen. Irgendwann hat mein Kopf angefangen zu versagen, es fing an mit Konzentrationsstörungen und Gedächtnislücken. Später saß ich dann wie ein Geist an meinem Arbeitsplatz und in meinem Kopf war Leere, ich hab nur noch auf den Bildschirm gestarrt und gewartet bis Feierabend war.

Bin dann zum Arzt und wurde erstmal krank geschrieben. Nun gehts los, stehe am Anfang einer Therapie. Habe mich entschieden in eine Tagesklinik zu gehen. Ich erhoffe mir davon etwas mehr Hilfe als von einer ambulanten Psychotherapie, bei der man nur eine Sitzung in der Woche hat (und darauf mehrere Monate warten muss). Ich habe angefangen Antidepressiva zu nehmen, in der Hoffnung dass sich das "klebrige" Gefühl in meinem Kopf auflöst. Bin auch hier noch am experimentieren und hoffe, dass die Nebenwirkungen nicht zu heftig werden.

@ Flying without wings:

Ich kann dir nur raten in dich rein zu hören und vielleicht schonmal rein vorsichtshalber einen Psychologen aufzusuchen. Ich hab jahrelang die Zustände gehabt die du beschreibst, auch damals im Studium. Bin immerwieder alleine raus gekommen indem ich mich einfach "zusammengerissen" habe. Habe mir Selbsthilfebücher vorgenommen (inneres Kind, usw.) und viel geredet. Wenn man anfällig ist, kommt es dennoch wieder. Gerade in Situationen wo man viel alleine ist, oder eine ereignisreiche/ereignisarme Zeit bevor steht.

Einen Psychologen zu suchen wäre erstmal mit keinen dramatischen Folgen verbunden (anders als bei Klinikbesuch oder Medikamenteneinnahme). Erstmal anrufen schadet vielleicht nicht.

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe dass es dir bald wieder gut geht :)*

FLlyiJng wiQthout wixngs


Danke Synthia222, ich werde mal nachdenken, aber manchmal habe ich echt das Gefühl, ich bin noch nicht so weit. Irgendwie möchte ich es ja doch alles unbedingt schaffen. Ich möchte nicht aufgeben – dann war der lange Weg ja für umsonst. Oder die Menschen sagen dann: "War ja klar, was hinten bei raus kommt. Erzählen wir ja schon seit Jahren".

Hatte das eigentlich auch irgendjemand, dass er so absolut entscheidungsunfähig war? Eigentlich habe ich ja meine Pläne an die ich mich halten muss, aber die kleinsten Dinge sind eine absolute Tortour. Heute konnte ich nicht mal entscheiden, wann ich etwas essen möchte. Das ist doch irgendwie... bekloppt?!

Scynt:ia2x22


Das ist auch ein Symptom einer Depression, dass man sich nicht entscheiden kann :). Gleicht meiner 1:1. Und ich hab auch immer gedacht das geht schon irgendwie. Manchmal brauch es aber Anstöße von außen damit man nicht in seinem Hamsterrad festhängt. Ich hab ständig im Kopf "Verdammt, wenn du das jetzt machst dann musst du dran bleiben und es wird dich in die Tiefen deiner Seele führen.". Ich glaub ich hatte auch lange Angst mich meinen wirklichen Bedürfnissen und "Macken" zu stellen. Es ist schnell einfach "weiter gemacht". Das verlangt auch die heutige Zeit von uns. Was die anderen sagen sollte dabei in jedem Fall egal sein. Hab keine Angst!

H{a&nnafhW>e


Hatte das eigentlich auch irgendjemand, dass er so absolut entscheidungsunfähig war? Eigentlich habe ich ja meine Pläne an die ich mich halten muss, aber die kleinsten Dinge sind eine absolute Tortour. Heute konnte ich nicht mal entscheiden, wann ich etwas essen möchte. Das ist doch irgendwie... bekloppt?!

Ja hatte ich auch, allerdings erst in der Endphase meines Burnouts. Entscheidungen waren nichtmehr möglich.

Danke Synthia222, ich werde mal nachdenken, aber manchmal habe ich echt das Gefühl, ich bin noch nicht so weit. Irgendwie möchte ich es ja doch alles unbedingt schaffen. Ich möchte nicht aufgeben – dann war der lange Weg ja für umsonst. Oder die Menschen sagen dann: "War ja klar, was hinten bei raus kommt. Erzählen wir ja schon seit Jahren".

Also erstmal: Wieso aufgeben? Glaubst du ein Arzt oder Psychologe würde dir dazu raten dein Studium hinzuschmeißen? Die sollen dir doch nicht deine Pläne kaputtmachen - im Gegenteil, sie sollen durch Medikamente bzw. entlastende Gespräche wieder dafür sorgen dass dein Gehirn so funktioniert wie es soll damit du dein Studium schaffen kannst. Das hat mit aufgeben nichts zu tun- aufgeben würde bedeuten, dein Studium hinzuschmeißen ohne deine körperlichen Symptome checken zu lassen.

Das hier:

Einerseits denke ich im Moment natürlich schon darüber nach, wie ich die ganzen Klausuren bestmöglich schaffen kann – ich bin da so ein kleiner Perfektionist und mir reicht bestanden meistens nicht so wirklich. Das klingt jetzt bestimmt irgendwie blöd, ist aber so.

klingt nach perfektionistischer Persönlichkeit, und damit ist man prädestiniert dafür sich zu viel Druck zu machen bis das Gehirn nachgibt.

Naja, der Punkt ist glaube ich nicht erfüllt. Es gibt in meinem Leben – das klingt jetzt sicher auch sehr blöd – nur noch wenige Freunde und sehr wenige Hobbies. Das heißt nicht, dass es immer so war. Ich hatte mal Freunde und ich hatte mal Hobbies, aber irgendwann kam halt eine Zeit, in der das alles verloren gegangen ist. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich alles dafür tun muss, um gut genug zu sein und da passten dann Freunde und Hobbies für mich nicht mehr hinein. Ich hatte in meiner Freizeit immer das Gefühl: Das darf ich doch jetzt eigentlich gar nicht, das ist unproduktiv und weil mich das so unter Druck gesetzt hat, habe ich es irgendwann gelassen.

Heute finde ich es schon total anstrengend einkaufen zu gehen, da rattert es schon in meinem Kopf los, wie ich denn so viel Zeit damit verbringen kann, unproduktiv zu sein – obwohl man das ja irgendwann tun muss.

Natürlich führt das komplett zu sozialer Isolation – ich fühle mich ganz gefangen in mir selbst – ich in meinem eigenen Gefängnis. Ich kann im wahrsten Sinne des Wortes keinen Fuß vor die Tür setzen, ohne dass es in mir Vorwürfe hagelt.

In manchen Zeiten kann ich damit ganz gut leben, manchmal fühle ich mich aber auch sehr einsam und hätte gern ein paar Menschen um mich herum, obwohl ich das ja gleichzeitig nicht ertragen kann und manchmal denke ich mir: Was willst du eigentlich – wenn ich von den Menschen wieder höre: Ich wäre gern so fleißig wie du…

Das klingt sehr bitter, du hast kaum noch Freunde und Hobbies weil du sie dir selbst nicht gönnst, weil du so viel fürs Studium tun musst. Du setzt dich viel zu sehr unter Druck und hast keinerlei Quellen mehr wo du seelisch "auftanken" kannst. Und mittlerweile ist sogar einkaufen anstrengend? Wach auf bevor es richtig schlimm wird und du keine Treppe mehr hochkommst!

Wenn du berufstätig wärst und so ein Leben führen würdest, ein Leben fast ohne Ausgleich zum ständigen "Funktionieren" und "Leistung erbringen" dann bräuchte nur ein dummer Chef zu kommen, nur ein mies laufendes Projekt, und deine psychische Gesundheit geht so weit runter das du dir die Zeiten zurückwünschst, in denen dein größtes Problem war, dass du dich nicht entscheiden kannst.

Kennst du die 4 Säulen psychischer Gesundheit? Sie sind:

1.Gesundheit und Wohlbefinden

2.Arbeit und Leistung

3.Familie und Partnerschaft

4.Freunde und Freizeit

Diese 4 Säulen müssen auf lange Sicht ausgeglichen sein, geichstark sein, sonst kippt das Boot und du wirst depressiv. Auf kurze Dauer kann man 3 Säulen weglassen, und sich, wie du gerade, nur auf eine Säule stützen, bei dir ist es gerade "Arbeit und Leistung". Stell es dir vor wie ein Haus das auf 4 Pfeilern steht. Wenn du deine psychische Gesundheit auf nur 1 Säule aufbaut, braucht es nicht viel (zum Beispiel eine versaute Prüfung im Studium!) um das ganze Haus (deine Psyche) zum einstürzen zu bringen. Du brauchst mindestens 3 stabile Säulen, damit das Haus hält. Tu etwas für deine anderen 3 Säulen!

Wenn dich die 4 Säulen interessieren lies dich mal hier ein: [[http://prof-stark.de/burnout-erkennen-handeln/energiefassmodell-nach-prof-dr-stark/]]

Ich kann nur nochmal sagen: Ich war im Studium genauso wie du. Ich war auch noch nicht "so weit" es einzusehen, dass ich nen Gang zurückschalten muss. Und im Studium hast du "nur" deinen eigenen Druck, den du dir machst, denn du könntest ja auch ein Semester länger studieren, aber dafür langsamer. Wenn du mit deinem aktuellen Lebenssstil später einen Job hast, und der Druck dann noch von außen kommt, wenn Chef, Kunden, Kollegen alle Druck machen, must du dich noch viel mehr Abgrenzen vom Leistungsdruck als jetzt. Daher fang nicht zu spät an damit, es zu lernen, gönn dir was, geh raus, ruf alte Freunde an, lass nicht zu das dein übersteigerter Leistungsanspruch dein Gehirn kaputt macht! Alles Gute dir! :)*

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