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Durch Borderline-Beziehung geprägt, wie fange ich neu an?

Alias 673674 hat die Diskussion gestartet


Ich weiß, dass die vielen Alias-Beiträge langsam nerven.

Bitte seht es mir trotzdem nach; ich möchte mit diversen für mich sensiblen Details einfach unerkannt bleiben.

Erst zur Vorgeschichte:

Ich bin von Jugend an nie eine gewesen, für die Männer sich sonderlich interessiert haben, was mir zeitweise sehr weh getan hat und mich zunehmend verunsichert hat. Evtl. hat gerade das dann mit dazu beigetragen, dass ich Mitte der 20er Jahre so gut wie unerfahren dann in eine von emotionaler Gewalt ("Zuckerbrot und Peitsche") geprägte Beziehung und schließlich Ehe gerutscht bin, aus der ich letztlich viele Jahre nicht den Absprung schaffte.

Ich weiß, dass es nicht den "typischen" Borderliner gibt, habe dazu auch keine Vorurteile, kann nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen.

Im Laufe der Jahre hatte ich zunehmend gesundheitliche Probleme, insbesondere kam eine schwere Angststörung hinzu.

Trotz schlimmer Drohungen schaffte ich zum Schluss mit letzter Kraft die Trennung, musste dann aber in den Jahren bis zur Scheidung noch manche traurige Höhepunkte bzgl. Psychoterror durchmachen.

Mir ist bewusst, dass an solchen Beziehungsstrukturen immer zwei beteiligt sind – das alles also so nur passieren konnte, weil auch ich irgendwie die Muster mit nährte.

Ab dem Tag der Scheidung war der Spuk komplett vorbei; mein Ex hat in meiner Gegenwart nie mehr die früher hingegen häufig und extrem aufgetretenen "Borderline-Symptome" gezeigt. (Wir sind aufgrund gemeinsamem Kind sporadisch in Kontakt.)

Dies veranlasst mich zur Überlegung, ob er evtl. nur in Kombination mit mir "so" sein konnte, ob also womöglich doch ich die vornehmlich "Gestörte" war (so wie er es mir ohnehin all die Jahre immer einzureden versuchte).

Heute bin ich Anfang 40, inzwischen seit ein paar Jahren getrennt, hatte seitdem keine Beziehung mehr. Ein paar wenige erste diesbezügliche "Gehversuche" habe ich hinter mir, dazu dann evtl. in Folgebeiträgen mehr.

Was mich hemmt, sind zusammengefasst: Komplexe, insbesondere bzgl. Äußerem (einfach weil ich so gut wie nie von Männern positive Resonanz bekommen habe) und vor allem Ängste (die meist verschüttet sind, aber ggf. schon durch Kleinigkeiten wieder getriggert werden).

Ich habe bereits eine intensive Therapie hinter mir, die ist auch echt gut gelaufen; und ich bin mit positiver Bilanz "entlassen" worden.

Meist komm' ich schon irgendwie klar – aber manchmal tut es mir dann doch weh, dass ich noch nie eine erfüllte Beziehung erleben konnte und das auch nicht in Sicht zu sein scheint.

Jetzt schick' ich das erst mal weg und schaue, ob/welche Impulse evtl. von Euch kommen; vielen Dank schon mal!

Antworten
pKh@oeb'e


Dies veranlasst mich zur Überlegung, ob er evtl. nur in Kombination mit mir "so" sein konnte, ob also womöglich doch ich die vornehmlich "Gestörte" war (so wie er es mir ohnehin all die Jahre immer einzureden versuchte).

ich kann dir da nur aus meiner eigenen sicht und erfahrung schreiben. Meist lassen sch borderliner nur von menschen verletzen die sie lieben und zu denen sie eine beziehung haben. Da nun am tag der scheidung diese liebe offiziell erloschen war und die beziehung offiziell beendet war, wsr kein grund mehr da mit symptomen in deiner gegenwart zu trumpfen...mit fällt gerade nichts besseres in der wortwahl ein, hoffe du verstehst was ich meine?!

p5hoe>bxe


Was mich hemmt, sind zusammengefasst: Komplexe, insbesondere bzgl. Äußerem (einfach weil ich so gut wie nie von Männern positive Resonanz bekommen habe) und vor allem Ängste (die meist verschüttet sind, aber ggf. schon durch Kleinigkeiten wieder getriggert werden).

manchmal bekommt man so etwas auch nicht wenn man sehr gut aussieht. Ich habe eine freundin die sehr gut aussieht die aber mit dem selben zu kämpfen hatte...sie dachte sie sehe nicht gut aus...dabei sieht sie hammer aus! Wie würdest du dich denn einschätzen?

Alias 673674


Danke Dir, phoebe!

Ich kann mir gut vorstellen, dass das mit reinspielt.

Andererseits hatte ich noch lange nach der Scheidung unterschwellig das Gefühl, dass er innerlich nach wie vor die Trennung leugnet und in einer eigenen Welt lebt. So gesellte sich lange die Angst hinzu, dass sein altes Verhalten wieder hochkommen könnte, falls ich einen neuen Partner hätte.

Diese Angst habe ich inzwischen aber hinter mir lassen können.

Alias 673674


Bzgl. Aussehen:

Also wenn ich mir Fotos aus der Anfangszeit meiner Ex-Beziehung (viele Jahre her) ansehe, so empfinde ich mich da durchaus als passabel.

Hingegen gibt es Fotos von kurz vor der Trennung, da wirke ich einfach nur grauenhaft. Zugleich habe ich gesundheitliche Probleme bekommen, die mit optischer Beeinträchtigung einhergegangen sind (mag das nicht genau schildern, man kann es z.B. mit einem Hautausschlag vergleichen). Meine Unsicherheit strahlte ich entsprechend auch aus.

Inzwischen habe ich mich einigermaßen erholt und würde sagen, dass ich heute deutlich besser aussehe als noch vor 2 Jahren.

Aber mehr als Durchschnitt eher nicht, habe schon die einen oder anderen Schönheitsfehler; und ich mag mich auch nicht groß "aufstylen", käme mir da eher seltsam vor.

JPan7x4


Also die Annahme, dass er nur in Deiner Gegenwart "so" war, ohne Dein Zutun also quasi gesund, ist völliger Quatsch. Er ist wie er ist und Du wie Du bist und in bestimmten Konstellationen blühen bestimmte Strukturen und Verhaltensweisen halt auf, aber vorhanden sind sie unabhängig davon.

Alias 673674


Danke Dir, Jan!

Mir geht es natürlich in erster Linie darum, wie ich bin.

Ich möchte mich kritisch mit mir selber auseinandersetzen und auch dort hinschauen, wo es ans Eingemachte geht. Z.B. herausfinden:

- Warum bin ich bzgl. Männer tendenziell ein Ladenhüter; und habe ich es in der Hand, das zu ändern, ggf. wie?

- Würde ich auch in einer neuen Beziehung wieder Gefahr laufen, in destruktive Strukturen zu geraten?

Jtann74


– Warum bin ich bzgl. Männer tendenziell ein Ladenhüter; und habe ich es in der Hand, das zu ändern, ggf. wie?

Das dürfte einzig und alleine eine Frage des Selbstwertgefühls und der daraus resultierenden Ausstrahlung sei.

– Würde ich auch in einer neuen Beziehung wieder Gefahr laufen, in destruktive Strukturen zu geraten?

Zweifellos, wobei eine Behandlung oder gar "Heilung" des erstgenannten Punktes auch das zweite Problem gleich mit erledigt.

Finde heraus, was Deine wirklichen Probleme und Defizite sind und geh da offen und konstruktiv ran, würde ich sagen.

Alias 673674


Das mit dem Selbstwertproblem stimmt auf alle Fälle.

Leider ist das ein Teufelskreis, der seit vielen Jahren besteht. In punkto Männer praktisch "schon immer".

Ich bin es gewöhnt, als Frau bzw. sexuelles Wesen praktisch nicht wahrgenommen zu werden und kann mir die diesbezügliche Ausstrahlung irgendwie nicht so ohne Weiteres aus dem Nichts herbeizaubern.... %:|

J~aBn74


Das ist wohl wahr. Die aus sowas resultierenden Probleme (soziale Ablehnung) verstärken das Problem sogar noch. Ich kenn das alles selber zur Genüge.

Man braucht wohl irgendeinen das Selbstwertgefühl stabilisierenden Faktor.. hab auch mal den Begriff "Mentor" in dem Zusammenhang gelesen. Aber das Zauberrezept hab ich da auch nicht. Ist ja auch ein komplexes Thema.. und ich nehme an, das wurde in Deiner Therapie auch alles ausreichend behandelt, oder?

Alias 673674


Klar kam das in der Therapie alles auf den Tisch und wurde intensiv behandelt.

Generell kann ich auch gar nicht mal von "sozialer Ablehnung" sprechen. Ich komme mit Menschen jeden Alters und beiderlei Geschlechts sehr gut aus und werde alles in allem auch meist wertgeschätzt. Nur als Frau scheine ich durchsichtig zu sein.

Was meinst Du mit "stabilisierendem Faktor"?

J&an7x4


Ich denk dabei z.B. an ein Erlebnis das ich hatte.. auch arg von Minderwertigkeitskomplexe geprägt, zu den Kollegen im beruflichen Umfeld aufschauend, denken, "was die können, kann ich nie..", dann hatte ich einen neuen Chef, der mich gefördert und mir gezeigt hat, ich kann nicht nur auch was die können, sondern noch viel mehr. Der hat bei mir eine Aufwärtsspirale in Gang gesetzt. Sowas in der Art meine ich.

Alias 673674


Naja, männertechnisch könnte ja so ein stabiler Faktor quasi nur einer sein, mit dem man (besser frau) dann auch zusammen ist/kommt (genau an diesem Punkt bin ich aber ja nicht).

Denn würde mir über längeren Zeitraum hinweg jemand entsprechende Rückmeldungen geben, von dem ich selber ggf. nichts will, wäre das auch nicht wirklich gut (für alle Beteiligten).

Jtanx74


Du bist auch irgendwie viel zu sehr auf das Thema fixiert. Sinnvoller fände ich einen Ansatz wie "ich bin auch ohne Partner ein vollwertiger, wertvoller Mensch" und versuchen, auch alleine klarzukommen oder optimalerweise sogar glücklich und zufrieden zu werden.

Leute, die sehr "suchend" sind, wirken oft wenig anziehend, weil sie sich billig verkaufen.. und was nix kostet, ist auch nix wert. Wer gar nicht sucht, weil er keinen hohen Druck in der Hinsicht hat, sondern mit sich selber halbwegs klarkommt und zufrieden ist, strahlt aus, einen "höheren Marktwert" zu haben.

Alias 673674


Oh, das kam dann wohl eher missverständlich rüber...

Nein, suchend bin und wirke ich nicht. (Das ist etwas, das mir in der Therapie sogar angekreidet wurde... also dass ich mich auf diesem Gebiet viel zu neutral gebe und Männer mich daher nur als Kumpel wahrnehmen).

Und ja, ich fühle mich schon seit Jahren auch ohne Partner vollwertig und wertvoll. :)z

Das Leben besteht ja auch nicht nur aus diesem einzigen Aspekt (und naturgemäß schreibt man hier eben den Bereich rein, in dem es hapert).

Manchmal ist es halt schlicht und einfach sch...., unfreiwillig wie ne Nonne zu leben, auch wenn man ansonsten ein gutes Sozialleben hat.

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