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citalopram oder Sertralin

dtk2est


Ich fühle mich seit 30 Jahren erstmalig gesund und ich möchte nicht noch 20 Jahre Therapie machen um vielleicht irgendwann einmal ohne ssri auszukommen. Ich nutze die Zeit lieber um demnächst an meiner beruflichen Karriere etc. zu arbeiten.

Und wieso um Himmels Willen willst du dann das Präparat wechseln? Das verstehe ich nicht!

Ich denke nicht, dass die einnahme jedes Medikamentes automatisch zu verteufeln ist und immer schlecht ist.

Denke ich auch nicht und habe ich wohl auch nicht angedeutet. Trotzdem leuchtet es mir nicht ein dass du über einen Wechsel des Präparats nachdenkst....

Des weiteren denke ich, dass die Menschheit in Zukunft noch viel mehr am Körper herum manipulieren kann und wird. Viele Krankheiten werden wir dann problemlos behandeln können und ich finde das klasse. Insofern stehe ich dem Fortschritt stets extrem offen gegenüber.

Auch das sehe ich genauso wie du, aber kann auch hier nicht die geringste Verbindung mit deinen Problemen darstellen.

Außerdem lass dir gesagt sein, ich bin praktisch ein gutes Beispiel:

Ich hab auch schon Citalopram genommen, ohne eine wirkliche Indikation dafür zu haben (sozusagen off-label) und kann dir sagen: Der "Nutzen" übersteigt die Nebenwirkungen auf keinen Fall falls nicht eine wirkliche Erkrankung wie bei dir zu Grunde liegt.

Interessant ist deine Aussage trotzdem:

Zumindest in der nahe Zukunft wäre ich mir da nicht sicher, besonders nicht im teilweise fortschrittsfeindlichen Deutschland.

Da geht der Trend eher weg von allem bösen chemischen oder denkst du nicht?

F{rau$ Erdmännachexn


Ich fühle mich seit 30 Jahren erstmalig gesund

Dann spricht alles dafür, das Medikament nicht zu wechseln {:(

S%ynti%a2x22


@ cithaloprahm:

Wie lange nimmst du denn schon das Citalopram? Ich frage nur weil die Wirkung ja auch mit den Jahren abebben kann. Ich persönlich wäre mit dem Umgang und dem Anpreisen von Psychopharmaka hier sehr vorsichtig. Diese Medikamente deckeln Symptome, lösen aber keine Probleme. Bisher ist nichtmal wissenschaftlich erwiesen, wie sie überhaupt in den Hirnstoffwechsel eingreifen. Des Weiteren kann es, wenn man Pech hat, zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen (erhöhte Suizidraten) und Absetzsymptomen kommen. Wenn du es lebenslänglich nehmen möchtest, ist das vielleicht nicht von Bedeutung aber wenn man es nur als Krücke benutzen möchte, sollte man sich dahingehend vorher informieren.

cHithaplopvrahm


Nun ja, oft wird auch gewaltig über trieben. Da bringt sich vielleicht eine Person um oder einer stirbt an verlängertem qtc Intervall schon ist Citalopram gefährlich.

Bei 340 Millionen Tagesdosen muss man immer das Verhältnis wahren.

G(urkenn.asxe


Letztendlich stirbt man bei einem Antidepressiva-Suizid immer noch an den eigenen Depressionen. Wenn diese nicht so heftig sind, dass eine Antriebssteigerung keine ohnehin vorhandenen Impulse freisetzen kann, dann bringt man sich mit Sicherheit auch nicht um.

Nicht jeder Depressive leidet an akuten Suizidgedanken, die er dann sofort in die Tat umsetzen würde.

w#innetouH-deUr-zwUeite


@ cithalopram @ Gurkennase

Sehr vernünftige Beiträge! Suizid ist zunächst eine "Nebenwirkung" der Depression, nicht der Therapie. Ich habe schon auf dem Beipackzettel eines Schlafmedikamentes als Nw. gelesen "Schlafstörungen". Doch eher eine Nichtwirkung als eine Nebenwirkung!

SAyKntixa222


Bitte beschäftigt euch vorher mit den Dingen die ihr euch einschmeißt. Es gibt durchaus Fälle bei denen die Suizidgedanken erst MIT der Einnahme von Antidepressiva aktiviert wurden. Mögliche Nebenwirkungen und das Problem der Absetzsymptomatik (SSRI Discontinuation Syndrome) findet man sogar auf Wikipedia.

Ich persönlich kenne Leute die jahrelang Psychopharmaka genommen haben und durch die Absetzsymptome nicht mehr davon loskommen. Am Ende muss das aber wohl jeder für sich selbst entscheiden und der aktuellen Situation gegenrechnen. Wenn die Denkweisen und der Antrieb durch Depressionen & Co. absolut eingeschränkt sind, sind AD's wohl das geringere Übel.

wQinne%tou-d2er-z8wTeite


Bin sehr wohl mit diesem Thema vertraut, sowohl beruflich wie als Betroffener. Die Suizidgefahr durch anfängliches Überwiegen der antriebssteigernden gegenüber der stimmungsaufhellenden Wirkung ist seit Jahrzehnten bekannt, betrifft aber eher ältere Antidepressiva als moderne SSRI.

Natürlich kann man, im Bild gesprochen, sich mit einem scharfen Werkzeug verletzen, in erster Linie aber besser damit arbeiten. Grundsätzlich gibt es dieses Phänomen, es wird aber unnötigerweise zu sehr in den Vordergrund gerückt. Das betrifft auch die Absetzsymptomatik, von der hier gar nicht die Rede war. Auch hier ist wohl eher die dann wieder fehlende Wirkung bei weiterbestehendem Bedarf das Problem. Es spricht übrigens nichts dagegen, ein SSRI auf Dauer zu nehmen.

Am Rande: Nur weil etwas "sogar" bei Wikipedia steht, ist es keine absolute Wahrheit. Und: Es ist nicht schön, andere Diskussionsteilnehmer überheblich abzuqualifizieren. Dies ist auch kein Expertenforum!

S6ynqtiax222


Es war kein abqualifizieren, ich meinte damit nur dass man sich vorher informieren muss. Dass Wikipedia nicht als oberste Quelle zu erwähnen ist, ist mir klar. Man kann das auch mal so bei Google eingeben und wird genug fündig. Am Ende muss es wiegesagt ja auch jeder selbst entscheiden, ich kann mit der geringsten Wahrscheinlichkeit solcher Symptome nicht leben, egal ob es einen milliardensten Teil der Menschheit betrifft. Ist aber am Ende abhängig davon wie es einem geht, mir ging es dafür wohl noch nie schlecht genug.

Zyw[ack4x4


mir ging es dafür wohl noch nie schlecht genug.

Wohl wahr.

c;ith|alopIraxhm


Ich hab derart viele Studien zu Citalopram gelesen....

Suizid, qtc Intervall etc. werden gnadenlos gehypt . jede fahrt mit dem auto, jeder gang vor die Tür, Unfälle im Haushalt etc. sind viel gefährlicher. Damit muss man auch leben.

100% sicher ist nur der Tod. Und bis dahin hab ich lieber ein schönes leben.

wHinnetou-de~r-zxweite


... und eine unbehandelte Depression ist viel gefährlicher, gerade bezüglich des Suizidrisikos.

Jede (wirksame) Therapie ist, wie alles im Leben, mit Risiken behaftet. Es kommt auf das richtige Abwägen an. Dagegen verstößt, wer einen banalen Schnupfen mit einem Antibiotikum behandelt genauso wie der, der Krebs nur mit Mistelpräparaten behandelt.

@ zwack

Danke für den Willkommensgruß! War monatelang nur mit mir selbst beschäftigt, mir ging es "wohl schlecht genug". *:)

woinnetVou-eder-zYweOixte


Bisher ist nichtmal wissenschaftlich erwiesen, wie sie überhaupt in den Hirnstoffwechsel eingreifen.

Es gibt aber schon recht gute Vorstellungen darüber.

Und außerdem ist das auch gar nicht in erster Linie relevant.

Seitdem in der Medizin seit den Neunzigerjahren die Evidenzbasiertheit Einzug gehalten hat, wird die Wirksamkeit von Therapien an klinischen Studien gemessen. Wenn es auf pharmakodynamische Modelle ankäme, müsste man wohl die Hälfte aller Medikamente verzichten.

Diese neue Denken bedeutet einen gewaltigen Fortschritt!

Zow:ack4x4


:)^

RBi!charzd61


Bisher ist nichtmal wissenschaftlich erwiesen, wie sie überhaupt in den Hirnstoffwechsel eingreifen. Des Weiteren kann es, wenn man Pech hat, zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen (erhöhte Suizidraten) und Absetzsymptomen kommen.

Bewiesen ist aber, daß sie eingreifen und das sie helfen. Wenn man wie ich monatelang in der Klinik war und Mitpatienten gesehen hat die einen Suizid überlebt haben und von diesen Mitteln dann geheilt wurden, dann hat man Respekt vor diesen Mitteln die ein freudvolles Überleben sichern können. 30 % können nicht mehr ausschleichen, aber das ist immer besser als der Tod.

Jeder gute Psychiater versucht die Suizidgedanken seines Patienten einzuordnen. Bei starken Suizidgedanken weist er stationär ein oder er verschreibt die ersten 2-3 Wochen einen Tranquilizer zu den ADs um die zunächst Antriebsteigernde Wirkung zu mildern.

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