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Auf der Brücke stehen

C'o>uga-r7x1


Wenn ich einem Gedanken einen gewissen Fokus verleihe, stellt sich irgendwann auch das Gefühl dazu ein. Aber das funktioniert trotzdem nicht mit netten Blümchen oder dergleichen.

Vielleicht sollte man nicht alles "wörtlich" nehmen, da es ja vielleicht durch die Blume gesprochen wurde ;-)

Letztlich geht es darum, eine Entscheidung zu treffen, etwas was einem schwer depressivem einfach nicht möglich scheint, zumindest erging es mir so. Ich habe mich gestern Abend entschieden. Damit ist der Drop gelutscht. Juchhu juchhe ich bin geheilt. Nein Quatsch. Es braucht nur eine Entscheidung, dann geht es einem um einiges besser. Man darf sie nicht in Zweifel stellen, dann geht es einem wieder elende, merke ich gerade. Deswegen, liebe Grottig bleib bei deiner Entscheidung, ich ermahne mich selbst.

Die ersten zwei Sätze irritieren mich und wirken leicht widersprüchlich, sorry.

Man darf unsd sollte auch ( jenachdem ,welche Entscheidung ) mal in Frage stellen, sobald sie der Vernunft entweichen und nur den vermeintlich, leichteren WEG sugerieren!

Ich hoffe und wünsche Dir, dass Deine " Entscheidung", die richtige ist, was nur Du selber für Dich beantworten kannst.

Von jemanden, der vielleicht nicht gerade freundlich rüber kam, aber es mit Sicherheit auch nicht böse gemeint hat!

Girotxtig


Von jemanden, der vielleicht nicht gerade freundlich rüber kam, aber es mit Sicherheit auch nicht böse gemeint hat!

Das du das nicht böse gemeint hast, ist mir völlig klar. Darum ging es mir auch nicht. Es war deine Art des Versuches, mich in eine andere Richtung zu lenken, das ist auch völlig ok. Schade finde ich nur, dass du mich einfach völlig missverstanden hast. Ich hätte es dir gerne erklärt, dass du es verstehst. Aber das geht wohl nicht, weil entweder ich zu blöd bin oder du es halt einfach nicht verstehst. Ich versuche es noch mal: Das hat nichts, aber auch überhaupt nichts damit zu tun, dass ich mich so gerne in meinem Leid suhle oder nicht bereit bin zu kämpfen. So ist das nicht. Es ist und bleibt ein Kampf, ein Kampf um Leben und Tod. Ich habe versucht, meine Gedanken/Gefühle, dieser Todessehnsucht, zu artikulieren, auch um Abstand dazu zu gewinnen. Aber das ist mittlerweile völlig egal. Ich bin nicht mehr zugänglich und dabei werden wir es belassen.

Warte was der nächste Tag dir schenkt und geh, wie dich die Sehnsucht lenkt.

G[ro5ttig


Aber Grottiks Lyrik ist grandios.

Ich finde sie auch schön, nur ist sie nicht geeignet zu kommunizieren, vor allem, weil sie sie nicht als schön empfinden, sondern sie die Bilder ihrer Qualen und ihres inneren Kampfes sind. Dafür ist eine viel zu große Interpretationsfreiheit vorhanden, die dazu beiträgt, dass niemand feststellen kann, ob die Lyrik nun so ankommt, wie sie gemeint ist.

ist es nicht immer so, dass man nie weiß ob ein geschriebenes oder gesprochenes Wort so ankommt wie es gemeint ist? Klar sind die Worte Bilder ihrer Qualen. Das ist ja das Traurige daran, daß sie ihre Qual so ausdrückt dass man es als schön empfinden kann.

nur ist sie nicht geeignet zu kommunizieren

das finde ich nicht. Sie drückt sehr deutlich ihren Zustand aus. Damit zeigt sie dass sie sehr wohl erkennt wie es um sie steht. Darin sehe ich eine Chance für Grottig da raus zu kommen. Ich wünsche Ihr es von ganzem Herzen.

Ich kann keinen Einfluss nehmen, wie meine Worte ankommen. Eine Interpretation ist immer subjektiv, das ist auch gut so, wäre sonst langweilig. Es ist auch letztlich nicht so wichtig, da ich sie selbst als unzulänglich empfinde. Es ist wie ein physisches auskotzen und wer liest schon gerne in fremder oder gar eigener Kotze.

Eine Kommunikation mit mir ist beidseitig möglich, je nach dem wer vorherrscht.

Rhicha2rd6x1


@ Grottig,

es ist schwer in der Welt der Depression in Kontakt zu treten und noch schwerer ist jemand zu finden der diese Welt versteht.

Für meinen Teil muss ich feststellen, daß Gespräche mit Menschen die diese Krankheit nicht hatten und haben, fast nicht möglich sind. Es sind 2 Welten die nicht kompatibel sind. Das Einzige was man bekommt ist manchmal Verständnis, ein Verstehen leider nicht.

GGrogttig


es ist schwer in der Welt der Depression in Kontakt zu treten und noch schwerer ist jemand zu finden der diese Welt versteht.

Für meinen Teil muss ich feststellen, daß Gespräche mit Menschen die diese Krankheit nicht hatten und haben, fast nicht möglich sind. Es sind 2 Welten die nicht kompatibel sind. Das Einzige was man bekommt ist manchmal Verständnis, ein Verstehen leider nicht.

Da hast du sicher recht. Allerdings gehe ich mal davon aus, dass die, die es nicht verstehen per se eine böse Absicht haben.

RKich&arrd61


Allerdings gehe ich mal davon aus, dass die, die es nicht verstehen per se eine böse Absicht haben

.

Vielleicht keine böse Absicht, es ist für mich allerdings immer ein Schlag ins Gesicht, wenn Menschen einem erklären, daß man eine Depression durch seine Willenskraft überwinden kann. Man in deren Augen ein Schwächling ist. In meinen fiesesten Gedanken wünsche ich mir dann manchmal, daß sie diese Krankheit für ein paar Tage bekommen.

Bei meinem letzten Klinikaufenthalt waren vermeintlich extrem starke Menschen drunter.

Einen 4 Sterne General , Gymnasiallehrer, Chef eines Softwarehauses mit 350 Angestellten, Karosseriebaumeister, Trainer 2 Bundesliga etc. etc.

Alles Leute die stark sein müssen sonst hätten sie es Beruflich nicht soweit gebracht.

Sie alle konnten nichts mit ihrem noch so starken Willen gegen diese Krankheit ausrichten.

bOrud/erjakoxb


Tu es nicht. Wer sein Leben aufgibt, hat verloren. Wer es weiter versucht, kann immer noch gewinnen. Immer.

g7p56


Es ist auch letztlich nicht so wichtig, da ich sie selbst als unzulänglich empfinde. Es ist wie ein physisches auskotzen und wer liest schon gerne in fremder oder gar eigener Kotze.

;-D OK aber so gesehen finde ich du kotzt nicht schlecht.

s>ensEib*eleman


Sie alle konnten nichts mit ihrem noch so starken Willen gegen diese Krankheit ausrichten.

Doch, sonst wären sie im Leben nicht soweit gekommen- das sind sie nicht wegen, sondern trotz ihrer Krankheit.

gqelb fund xgut


Doch, sonst wären sie im Leben nicht soweit gekommen- das sind sie nicht wegen, sondern trotz ihrer Krankheit.

es soll Leute geben, die werden erst im Laufe des Lebens depressiv und krank. Dass man davor stark und erfolgreich ist schließt doch nicht aus, dass man mal krank (depressiv) wird %-|

gqp546


Doch, sonst wären sie im Leben nicht soweit gekommen- das sind sie nicht wegen, sondern trotz ihrer Krankheit.

meinst du damit eine Depression bekommt man bei der Geburt mit?

RNichaMrdx61


Doch, sonst wären sie im Leben nicht soweit gekommen- das sind sie nicht wegen, sondern trotz ihrer Krankheit.

Den Satz verstehe ich überhaupt nicht ???

Leute die unheimlich stark und erfolgreich in ihrem Leben waren, bekommen eine Depression und müssen zur Behandlung in eine psychiatrische Klinik.

Sie gehen also wegen einer Depression in die psychiatrische Klinik und nicht trotz einer Depression ???

Ich gehe z.B. trotz einer Grippe ins Geschäft und nicht wegen einer Grippe.

s$eunsaibelOman


meinst du damit eine Depression bekommt man bei der Geburt mit?

Ich behaupte, das sie die Depression mitunter schon länger und öfter mit sich herumschleppen.

Leute die unheimlich stark und erfolgreich in ihrem Leben waren, bekommen eine Depression

Woher nimmst du die Gewissheit, dass sie die Depression erst nach ihrem Erfolg im Leben bekommen haben. Warum schließt du erfolgreiches Leben und Depression aus? Weil es sich bequemer anfühlt?

b|lue h'erxon


Sensibelmann,

Ich habe eure Diskussion hier verfolgt und verstehe deinen Gedankengang, aber ich verstehe auch Richard und versuche mal das Problem aus meiner Sicht zu erklären (falls es euch interessiert, aber ich habe mich tatsächlich extra für diesen Faden angemeldet, und es kostet mich gerade echt ein bisschen Mut hier zu schreiben :-)).

Das Schlimme an dieser Krankheit ist, dass man sich zusätzlich pausenlos schuldig fühlt, dass man denkt man ist nur zu schwach, nur nicht willensstark genug. Man hat ja nichts.... dachte ich und fühlte mich als hätte ich über Wochen 40 Grad Fieber (und das war sicherlich nicht mal im Ansatz eine so schwer Depression, wie sie bei Grottig wahrscheinlich vorliegt). Quälte mich zur Arbeit, "denn ich hatte ja nichts" Selbst für Betroffene ist es teilweise schwer zu verstehen, dass man selbst krank ist. Dass die Handlungsfähigkeit, auch die mentale, stark eingeschränkt ist und dass das nicht nur Willensschwäche ist. Teile der nächsten Bezugspersonen können das nicht akzeptieren. Teile schon. Letztere helfen in schlechten Phasen so sehr, dass es immer irgendwie weiter geht.

Trotzdem leben wir in einer Leistungsgesellschaft, und als Depressiver kann ich nicht voll leisten. Und fühle mich schuldig, dass ich nicht verlässlich funktionieren kann. Es hat mich wahnsinnige Arbeit an mir selbst gekostet, ansatzweise zu akzeptieren, dass es eine Krankheit ist und nicht Willensschwäche. Und es funktioniert nur zum Teil. Jedes Mal, wenn jemand andeutungsweise in den Raum stellt, dass es eine Frage der Einstellung, des mangelnden Willens ist, falle ich wieder zurück in meine Schuldgefühle.

Dasselbe gilt übrigens für die Dinge des Lebens, die man genießt. Ich fühle mich schuldig, dass ich die Sonne, die Natur nicht genießen kann, ich fühle mich schuldig, dass die Wärme der zwischenmenschlichen Beziehungen nicht bei mir ankommt. Natürlich arbeite ich hart an mir, aber das Gefühl nicht zu genügen ist ein schlimmes. Wenn Richard nur ansatzweise so tickt wie ich, dann verstehe ich, warum es ihn so trifft, wenn jemand auch nur andeutungsweise in den Raum stellt, wir hätten die Wahl bzw. es wäre nur eine Willensanstrengung.

Wir kämpfen ums Überleben...und schaffen mit größtmöglicher Anstrengung Dinge, die von außen betrachtet kleine Babyschritte sind. Das trifft, wie Richard sagte, alle möglichen Menschen. Und auch der Manager oder Fußballprofi werden aus dieser Situation versehrt herausgehen und nicht mehr die selben sein wie vorher.

Lieber Sensibelmann, bis vor einigen Jahren hatte ich keine Vorstellung davon, was es bedeutet, durch solch Abgründe zu gehen und hätte alles was du sagst kritiklos unterschrieben. Aber der Verstand schafft es in manchen Phasen gerade mal einen am Leben zu halten. Mit dieser Empfindlichkeit auf unserer Seite, dass wir uns unzulänglich fühlen und auch oft genug vermittelt bekommen es zu sein, kannst du vielleicht verstehen, warum einige hier manchmal etwas empfindlich bzw. verletzt auf deine Aussagen reagieren.

Es gibt ein ganz gutes Buch von einer Engländerin namens Sally Brampton. Shoot the damn dog heißt es glaube ich. Ich finde sie beschreibt das ganze ganz anschaulich und auch sachlich. Besser als Webseiten. Wenn du Lust hast, lies mal rein.

In diesem Sinne Grottig, habe ich großen Respekt für deinen Kampf. Und auch für deine Art zu schreiben übrigens. Ich hoffe du bleibst deiner Entscheidung treu. Ich wünsche dir viel Mut und Kraft, den Weg zurück ins Licht durchzuhalten.

RWichairxd61


@ Blue Heron,

es ist geradezu witzig für mich wie schnell ich deinen Beitrag gelesen und verstanden habe. Du entspringst dieser Welt in der ich auch war und in die ich immer wieder zurückgeschleudert werde, da ich bipolar bin. Es ist eine Welt die so schrecklich ist, daß ich wenn ich wieder abgleite in diese Welt heule wie ein kleines Kind und ich strenge meinen ganzen Willen an und sage du willst da nicht hin. Es geht leider nicht und ich muss diese Phasen mit einer Aufdosierung meiner ADs und manchmal Tranquilizer oder Klinik versuchen zu überwinden. Da ich es bislang jedesmal geschafft habe ist etwas , daß mich am Leben gehalten hat. Ohne Pharmaindustrie bin ich mir sicher nicht mehr zu leben. Ich habe keinen Grund Depressiv zu sein, ich habe fast alles in meinem Leben gemeistert, ich bin seit über 25 Jahren selbstständig habe Haus , Ferienhaus 3 Kinder und eine Frau die mich liebt. Trotzdem wurde ich vor 5 Jahren Depressiv, ich habe mich geschämt dafür, daß ich nicht mehr Leistungsfähig bin, habe mich geschämt, daß mich meine Frau und Kinder nicht mehr interessieren. Das Leben brach in meinem Kopf zusammen wie ein Kartenhaus und es gab keinen äußeren Grund.

In dieser Situation ist es ein Schlag ins Gesicht, wenn dir jemand sagt reiss dich doch zusammen.

Und wenn Unsensibelmann behauptet, daß jemand evtl. diese Depression schon immer hatte, dann ist das ein Schlag der noch härter trifft.

Ein Depressiver ist zu annähernd Nichts in der Lage. Es gibt nur die Ausnahme der manisch-depressiven die in der manischen Phase Höchstleistungen vollbringen die kein Nrmalsterblicher vollbringt, die sich dann aber in der depressiven Phase das Ohr abschneiden und sich in die Brust schiessen wie es van Gogh gemacht hat.

Depression ist ein tiefes kaltes dunkles Loch in dem man zu Nichts fähig ist. Das Wenige was man zu Stande bringt kostet eine unmenschliche Überwindung. Bei mir war es am Schluss der schwersten Depression ein Grundbedürfniss aller Lebewesen. Meine Frau musste mich unter Zwang füttern, weil ich fast 10 Kilo Untergewicht hatte. Das Essen dieser frischen Brezel war etwas fürchterlich ekeliges für mich.

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