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Auf der Brücke stehen

jtunip_er


Aber macht nix. Bestätigt ja nur.

Nur reden ist gut, du sprichst von einer reißenden Leine. Das überfordet viele. Was soll man (ich) dazu sagen? Trage ich dann nicht Mitverantwortung für dein Handeln?

Ich habe dich manchmal gelesen im Forum, ich weiß, dass es oft dunkel ist um dich.

Deine (Bild-)sprache gefällt mir. Aber ist es nicht an mir, über reißende Leinen zu sprechen. Von Hunden weiß ich leider noch weniger.

T4uman


Gut, ich habe deinen anderen Faden nicht gelesen – bitte verzeih. Meine Frage ist: Wenn du jetzt auf der Stelle irgendwo anders, unter ganz anderen Umständen weiterleben könntest, würdest du es tun wollen ? Wenn ja, dann brich aus, ändere dein Leben, geh dorthin, wo sich das Leben noch lohnen kann. Wenn du jetzt aufgibst, wirst du wohl wieder von vorne anfangen müssen.

EVl{la71


@ juniper

Trage ich dann nicht Mitverantwortung für dein Handeln?

Jeder ist für sein konkretes Handeln immer noch selbst verantwortlich, finde ich.

Wenn man den Gedanken fortsetzt und demzufolge in diesem (oder einem ähnlichen) Faden niemand antwortet, haben dann alle diejenigen, die den Beitrag gelesen und nicht beantwortet haben, ebenso eine kollektive Mitverantwortung dafür, dass ein Fadenersteller sich allein gelassen gefühlt und aufgrund dessen – wie auch immer – gehandelt hat?

jUunixper


hm...

Ja. Nein. Vielleicht.

Wegsehen hilft auch nicht.

Das geht dann schnell in die Schuldfrage. Schuldfragen sind immer schwierig, weil es oft die Umstände allgemein sind, die einfach nicht helfen. Wenn niemand da ist, oder niemand hören oder antworten mag oder kann... dann wird es schnell mal dunkler und kälter.

Ohne das jemand konkret Schuld ist. Einfach nur, weil nichts ist.

R>ich_ard6x1


@ Grottig,

ich war selber suizidal durch eine schwere Depression. Man empfindet den Tod in dieser Phase als etwas Erlösendes.

Das kann er sein wenn man z.B. unheilbar krank ist und nur noch Schmerzen hat.

Der Tod bei einer psychischen Erkrankung ist etwas total unnötiges, da man heutzutage sehr gut helfen kann.

Die Gedanken die man hat und die einen dorthin treiben sind keine reale Gedanken sondern sind einer Erkrankung des Hirnstoffwechsels geschuldet. Nachdem ich durch ADs wieder Lust am Leben spürte und spüre erschrecke ich regelrecht darüber, daß ich überhaupt an so etwas gedacht habe. Suizidgedanken widersprechen der Natur aller Lebewesen und sind nichts natürliches sondern einer Krankheit geschuldet.

Nur wenn diese Krankheit nicht beherrschbar ist und zu einem schmerzhaften Tod führt, sind wir als Menschen dazu in der Lage dies zu beenden.

Dein Problem ist behandelbar, dies gilt es für dich einzusehen, du wirst am Ende der Behandlung über diese Suizidgedanken genauso erschrecken wie ich es tat.

S~unfzlowerx_73


Wenn Du auf Urlaub von der Klinik zu Hause bist und hier verklausuliert Dinge schreibst, die auf eindeutige Suizidpläne hinweisen, solltest Du schnellstmöglich in die Klinik zurückkehren.

Was erwartest Du von dem Faden?

Du schreibst nichts Konkretes, wo man argumentativ ansetzen und helfen könntest. Du kündigst lediglich philosophisch-verklausuliert etwas an, von dem Dich HIER niemand abhalten, niemand aktiv eingreifen kann.

Was erwartest Du also? Wenn Du reden willst: Dann rede. Über greifbare Dinge.

Auch nicht zu vergessen:

Neben allen zwischenmenschlichen Aspekten etc. vergisst Du eines: Diese Androhungen sind auch in einen rechtlichen Kontext eingebettet.

C@hajnce3007


Oh, gerade entdeckt. Ich melde mich bei Dir. Heute noch. Versprochen!

SBinnes{tätexr


Das ist jetzt keine Aufforderung, sondern eine ernstgemeinte Frage: Warum tust du es nicht?

E llZay7x1


Was sind "Gutmenschen" und wozu diese Klassifizierung?

Kann man nicht einfach einem jeden Diskussionsteilnehmer zugestehen, dass er/sie grundsätzlich positive Intentionen hat und es nicht die einzig "richtige" Möglichkeit gibt, diese zu kommunizieren?

Wenn es "falscher" ist, sich hier zu beteiligen (wenn auch ggf. nicht ganz genau die Worte getroffen werden, die perfekt hilfreich wären) als sich nicht zu beteiligen – wundert es da noch, wenn Hilfsbereitschaft und Nähe gegenüber Mitmenschen ggf. einfach schon am Mut scheitern?

w.eihnoachtsTstehrnchenx3


Was sind "Gutmenschen" und wozu diese Klassifizierung?

Eine mir bekannte Vokabel aus einschlägigen Foren zu dem Thema, die Menschne beschreibt, die dem Leben immer etwas positives abgewinnen können und wollen und der festen Überzeugung sind, dass eine Therapie oder professionnelle Hilfe immer hilft – was viele Selbstmordgefährdeten aus diesen Foren schlichtweg nicht hören wollen, weil sie sich in ihrem Leid nicht verstanden fühlen. Wie sein "Bestätigt ja nur" irgendwie untermauert.

Ist doch das selbe wie bei Leuten mit Liebeskummer – die wollen in akuten Anfällen auch nicht die Klischeesprüche "Die Zeit heilt alle Wunden/Auch andere Mütter haben schöne Töchter" etc. hören wollen. Und den gewünschten Effekt haben die auch nie.

Evlla7x1


@ weihnachtssternchen

Ja, kann ich durchaus nachvollziehen. Mich nervt es auch, wenn zwanghaft Probleme mit guter Laune, Aktionismus und Pseudo-Ratschlägen übertüncht werden sollen, sehe diesen Fall hier aber nicht so wirklich gegeben.

Ich unterstelle einfach mal, dass jemand, der hier in so einem sensiblen Faden schreibt, gute Intentionen hat, und dann ggf. leider – sei es mangels ausführlicher Vorinformationen seitens des Fadeneröffners oder einfach aufgrund persönlicher Grenzen – scheinbar "falsche" Antworten liefert, was aber (vermutlich) nicht absichtlich passiert.

Man kann den Ratsuchenden nur dann dort abholen, wo er gerade steht, wenn er die dazu nötigen Einblicke auch zulässt.

Ansonsten fragt sich mancher Leser hier vielleicht etwas hilflos, was das Anliegen denn ist – man liest heraus, dass jemand sich in großer seelischer Not befindet, will das nicht einfach so stehen lassen... Und ja, da kann ich es verstehen, dass auch vermeintlich pragmatische Ratschläge kommen wie Telefonseelsorge und/oder Klinik.

Ich sehe halt die Gefahr, dass manchen Leuten irgendwann die Lust vergeht, zu helfen, wenn man sie vorschnell mit dem ja eher negativ besetzten Begriff "Gutmensch" abstempelt.

wDeiUhnac{htsster|n9chexn3


Gut, sehe ich ein. ;-) :)_

G|roUttixg


Was erwartest Du von dem Faden?

Ich wollte einfach nur "reden". Oh man. Wieso hätte ich sonst hier geschrieben? Wer tot ist, schreibt nix mehr.

Danke für hilfreich gemeinte Worte.

Wie ihr seht, ich schreibe, also lebe ich noch. Allerdings ist mir das Reden vergangen. Sorry also für die Belästigung mit meinen inneren Nöten.

VBevod9kyne


@ Grottig

Ich habe vorhin zufällig in die Diskussion hier geklickt, weil sie am Rand unter den aktuellen Diskussionen auftauchte. Nachdem ich die erste Seite las und auf die Uhrzeit dort blickte, bin ich gleich auf die letzte Seite gesprungen, um zu sehen, ob du gegen Abend nochmal geantwortet hast. Hattest du zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was mir ehrlich Sorgen bereitet hat. Ich saß seitdem über einer PN, die ich an dich adressieren wollte und auch wenn es dir im Grunde egal sein kann, will ich es dir dennoch schreiben:

Ich kannte dich bis dato nicht, aber mir ist gerade ein Stein vom Herzen gefallen, als dein Name unter dem letzten Posting um 20:12 Uhr hier erschien. Ich kann verstehen, dass dir das Reden vergangen ist, deshalb will ich dich auch gar nicht weiter zutexten, sondern dich nur wissen lassen, dass ich froh bin, dich/deinen Namen hier online zu sehen und es tut mir leid für dich, dass dir in deiner Not nicht ein paar wärmere Reaktionen bzw. Worte zuteil wurden. Einige der Antworten haben sich sogar für mich, obwohl ich nicht in deiner Lage bin, wie ein Schlag in die Magengrube angefühlt.

Mir wäre es, auch wenn wir zuvor noch nie ein privates Wort gewechselt haben, nicht egal gewesen, wenn du dir im Laufe des Tages das Leben genommen hättest. Mich hat dein Faden hier sehr berührt. Und ich weiß gar nicht, ob es aus fachlicher Sicht richtig ist, dir das alles gerade zu schreiben, vielleicht schlagen einige gerade die Hände über dem Kopf zusammen. Ich tu es trotzdem, als Mitmensch. Ich weiß nicht, weil du schriebst, du seist nur auf Urlaub zu Hause, ob du überhaupt Zeit und die Möglichkeit hast, hier die nächsten Tage regelmäßig reinzuschauen, aber ich würde mich über das ein oder andere Lebenszeichen von dir freuen, gerne auch per PN.

Ist aber natürlich keine Verpflichtung, Druck ist sicherlich das Letzte, was du aktuell gebrauchen kannst. Deshalb ziehe ich mich jetzt auch wieder zurück und hoffe, dass ich es mit meinem Beitrag nicht noch schlimmer gemacht habe (bin da echt unsicher, wollte dir aber auf jeden Fall schreiben, weil mich deine Situation wie gesagt alles andere als kalt lässt).

G<ro ttig


@ Vevodkyne

ein schlimmer gibt es nicht, wenn man sich mit solchen Gedanken quält. Auch kein richtig oder falsch. Ich war in der Annahme, dass klar ist, wenn ich hier schreibe, das ich auf der Suche nach Austausch und ein paar netten Worten bin. Denn wie ich bereits schrieb, wer auf der Brücke steht und springt, der wird hier wohl kaum schreiben. Vielleicht versteht es auch nur jemand, der diese zermürbende Auseinandersetzung kennt. So what. Ich danke dir für deine Worte. Ein Dank auch an die, die mir eine PN geschrieben haben.

Ich bin derzeit wieder in der Klinik, kann auch von hier zugreifen. Habe einen ehrlichen Wochenendbericht geschrieben, darauf hin kam die Diensthabende Ärztin. Das übliche Bla Bla, sorry so empfinde ich es. Ein Versprechen, bis morgen brav zu sein (ja ich bin zynisch, manchmal nimmt ein solches Versprechen den Druck, manchmal erhöht es ihn aber auch, alles schon dagesessen vergangene Woche). Derzeit ist es mir egal. Hindert mich letztlich wohl doch keinen Meter (schon wieder Polemik, böse Grottig). Ich muss es mit mir selbst ausmachen, da kann einem letztlich niemand helfen. Einzig ein Aufschieben ist drin.

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