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Mein Sohn ist psychisch krank

MSirsa?n&mixr


Vielen Dank für dein Interesse und deine Ratschläge, LovHus, ich hoffe so sehr, dass mein Sohn das alles bewältigt. Meine Kollegin ist Psychologin und sie hat mir auch zugesprochen, dass ich ihn ermuntern soll, diese Arbeit zu beginnen, auch wenn es schwer fällt, aber sollte er es schaffen, würde es für ihn eine Menge Positives bedeuten.

Sie meinte, es kann natürlich sein, dass er abbricht und dann müssen wir ihn auffangen, aber daran will ich momentan nicht denken. Ich warte gerade auf ihn, er müsste bald kommen, dann kriegt er was Gutes zum Essen und ich verwöhne ihn ein wenig. Ich glaube, er ist viel zu wenig gestreichelt worden. Aber dieses Versäumnis kann ich nachholen. :-D

L;ovHNus


Aber dieses Versäumnis kann ich nachholen.

Solange du nicht übertreibst :-) .

Versäumter scheinen mir Vater-Sohn-Aktionen. Vielleicht geht da ja in Zukunft auch mehr :)* .

M5aeT8J2


Ich fürchte ja, das, was in der Kindheit versäumt wurde, kann man nicht wieder nachholen. :-/

Was einen natürlich nicht daran hindern sollte, es hier und heute besser zu machen. :)*

m{ond+stDernxe


Ich habe den Eindruck, Du hast zu einem ganz guten Umgang mit Deinem Sohn gefunden. Du wirkst zunehmend sicher auf Deinem Weg. :)^ @:)

Ihre Reaktion war: "Warum habt ihr das denn nicht früher gemerkt? Er war doch schon immer irgendwie seltsam?"

Ich kann nicht verstehen, wie eine Freundin so etwas sagen kann. >:( Es gehört zu einer psychischen Krankheit immer dazu, dass viel verdrängt wird. Es ist gut, dass Du Dich so offen und ehrlich mit der Problematik auseinandersetzt. Mehr kann man von Dir wirklich nicht erwarten. In anderen Familien läuft das ganz anders ab.

Für Deinen Sohn ist es durchaus gut, dass er erst eine Diagnose bekommt, wenn es wirklich nötig ist. Denn Kinder wollen so geliebt werden, wie sie sind. Wenn man allen Kindern eine psychiatrische Diagnose aufdrücken würde, nur weil sie ein bisschen seltsam sind, das wäre gar nicht gut.

Generell habe ich aber das Gefühl, dass kaum einer hier diesen Zustand wirklich versteht und es eher auf "der muss sich eben mal zusammenreißen und braucht einen Tritt in den A." hinausläuft.

Ich verstehe diesen Zustand. Ich brauche Dir nicht zu sagen, dass das mit dem A* nicht richtig ist. Aber ich erlaube mir mal, Dir zu sagen, was richtig ist. Er braucht jemanden, der ihn an die Hand nimmt.

MhirsaLnmir


Mal wieder ein Update:

Wir haben nun endlich eine Diagnose, Depressionen und Angstzustände.

Also eigentlich die günstigste aller Diagnosen, die Therapie beginnt im September. Ich bin sehr erleichtert, dass es keine schwere psychische Krankheit oder Borderliner ist, die Diagnose ist schlimm genug und unser Sohn braucht natürlich Hilfe, aber ich denke, das ist etwas, das man gut auffangen kann und wo man Unterstützung geben kann.

Es hat sich einiges getan: In der Arbeit wissen sie nun, dass unser Sohn große Probleme hat, aber anstatt ihn rauszuwerfen, wollen sie, dass er die Ausbildung macht, sie sagen, er ist der geborene Altenpfleger und sie möchten so gerne, dass er ihnen erhalten bleibt.

Er hatte riesige Probleme, v.a. weil er nach wie vor dazu tendiert, das Blaue vom Himmel herunterzulügen, es gab bereits Schwierigkeiten mit den Behörden, weil Patienten nicht richtig versorgt wurden und er das nicht zugeben konnte.

Diesmal fuhr mein Mann zum Pflegeheim und sie redeten im großen Kreis, unser Sohn war auch dabei. Man hat einiges ausgemacht, er wird sich nun nicht mehr mit Lügen durchschlängeln können, weil sobald etwas seltsam erscheint, wird er sofort überprüft bzw. man ruft bei uns an. Unser Sohn ist damit einverstanden, er will die Ausbildung machen, er will nicht lügen, er kann nur einfach nicht anders und braucht da Hilfe.

Man wird ihm dort auch zur Seite stehen, wenn er das Pensum einfach nicht schafft, weil es ihm nicht gut geht, auch das wurde vereinbart, er muss also nicht mehr lügen sondern kann sagen, dass er es nicht schafft (nur ob er sich dazu tatsächlich überwinden kann, muss sich langfristig auch erst herausstellen).

Aber seit diesem Gespräch vor drei Wochen scheint es zu laufen, wir haben nichts mehr gehört und unser Sohn ist wieder so gelöst wie zu Beginn der Arbeit und nicht mehr so angespannt. Fragen brauche ich ihn nicht, ich kriege eh nur zur Antwort, dass alles in Ordnung ist.

Ich fahre lieber feine Antennen aus und schaue, wie er sich verhält, ob er angespannt oder locker ist, ob er uns meidet oder unsere Gesellschaft sucht...

Zwei Tage, bevor die Bombe mal wieder platzte und wir den Anruf aus dem Pflegeheim bekamen, dass es große Probleme gäbe und sie ein Gespräch mit uns wünschten, hatte ich zu meinem Mann gesagt, dass ich große Angst hätte, dass es schief gehen würde, dass mir alles zu leicht und zu glatt erschien, irgendwie hatte ich es schon geahnt, also kann ich auf mein Gefühl allmählich doch etwas geben.

Das Verhältnis von Vater und Sohn hat sich so sehr verbessert, sie reden nun fast normal miteinander, also vorher haben sie ja gar nicht geredet, da ist das schon ein unglaublicher Fortschritt.

Viele Leute hier wissen nun Bescheid, wir sind halboffen damit umgegangen, haben es nicht jedem auf die Nase gebunden, nur wenn die Leute nachfragten und echtes Interesse zeigten.

Das waren nun die neusten Infos und wenn ich meinen Eingangsbeitrag lese, ...

Wir sind schon einen langen Weg gegangen und so leicht, wie ich es hier schreibe, war es nicht, diese Entscheidungen waren schwierig, dank euch sind mir ein paar leichter gefallen @:)

Und natürlich ist der Weg noch nicht zu Ende, also die Therapie steht noch aus und wer weiß, was da noch rauskommt, aber ich glaube, dass es nun in die richtige Richtung läuft, laufen kann, die Ausbildung wird sicher noch einmal eine weitere Hürde, aber er ist ja nicht alleine und bekommt Hilfe von allen Seiten, wenn er sie braucht.

Also, Prinzip leise Hoffnung :-)

EFhemalige]r Nutzer )(#1p5x)


mirsanmir

Schon mal gut, dass Ihr eine Diagnose habt, da wird das Ganze "greifbarer" :)^.

Und klar ist der Weg noch nicht zu Ende – aber es ist wenigstens ein klarer und nicht mehr so nebulöser Weg zu sehen.

Ich drücke Euch weiter feste die Daumen @:) :)* :)*

Moirsa3nmixr


Danke schön!!! *:)

Ja, es ist gut, etwas einigermaßen Handfestes zu haben. Nun geht es ans Aufarbeiten und so weit ich verstanden habe, haben auch mein Mann und ich Termine bei der Therapie, schließlich waren wir an dem Ganzen ja nicht unbeteiligt und vor allem müssen wir wissen, wie wir unterstützen können.

E.hemalIigejr Nutzer x(#15)


Ja, die Mitarbeit der Eltern ist unglaublich wichtig.

Eben weil der Alltag ja noch so sehr miteinander verstrickt ist, die Abnabelung noch nicht beendet ist (oder noch gar nicht angefangen hat – oder sogar das Problem ist....wie auch immer).

L)oJvHuxs


Danke, Mirsanmir, für das Update. Und ich freue mich über die Unterstützung, die ihr erfahrt :)^ , und besonders, dass das es wieder eine Vater-Sohn-Beziehung gibt. Das ist gut zu lesen :)z !

Eine Frage: Was darf ich mir unter der im September beginnenden Therapie vorstellen? Es gibt ja so viele Richtungen, dass ich da als Laie kaum einen Durchblick habe und manchmal den Eindruck bekomme, dass sich die Experten auch nicht recht einig werden. Wie auch immer, ich wünsche euch eine gute Entwicklung und dafür sind die Voraussetzungen nun ungleich besser als zu Beginne des Fadens :)* .

MsirsWanm!iyr


Danke LovHus, ich habe leider auch keine Ahnung, wie das aussehen wird, aber ich vermute eine tiefenpsychologische Therapie. Alles andere würde für mich wenig Sinn machen.

Als mein Mann vor kurzem bei diesem Gespräch im Pflegeheim war, kam er heim und meinte, diese Mobbing Sache, die in der Schule passiert ist, muss damals um einiges schlimmer gewesen sein, als wir uns jemals gedacht hatten. Er glaubt, dass da ein Gutteil der Probleme entstanden. Naja, meiner Meinung nach eher verstärkt wurden, aber gut, da ist zumindest ein Ansatzpunkt und würde ein paar Sachen erklären.

Sei es wie es ist, wir können das jetzt nicht mehr ändern, wir müssen nach vorne schauen.

Es ist ja momentan auch noch so, dass ohne zwei Citalophram am Tag nichts gehen würde, es wäre ja schön, wenn er sie eines Tages tatsächlich nicht mehr brauchen würde, aber das sind Zukunftsträume. Diese Tabletten helfen ihm, ein einigermaßen stabiles Leben zu führen und geritzt hat er sich meines Wissens, seit ich ihn blutüberströmt in seinem Zimmer fand, nicht mehr.

L"ovHuxs


ich habe leider auch keine Ahnung, wie das aussehen wird, aber ich vermute eine tiefenpsychologische Therapie.

Nanu, wenn die Therapie im September losgeht, hätte ich gedacht, dass der Therapeut bekannt ist, bzw. im Anschluss an die Diagnose identifiziert wurde, um eine bestimmte Therapie durchzuführen. Ich meine, ich hätte hier sogar gelernt, dass die Diagnose selber Teil der Therapie sei.

Das klingt, als kümmerten sich gerade andere um die Therapie und du und dein Sohn ihr lasst euch überraschen, was da rauskommt.

MUirsa(nxmir


Mein Sohn weiß sicher Bescheid, nur ich nicht, er macht das ziemlich alleine und will momentan nicht, dass ich mich zu viel einmische.

LiovHAubs


Mein Sohn weiß sicher Bescheid

Ah ja, natürlich |-o . :)^

Mii!rsaPnmixr


Er wird demnächst 20, verdient jetzt sein eigenes Geld und ist erwachsen, ich vergesse das leider auch ab und zu gerne... |-o

ERhemgalig2erz Nutze?r (#1x5)


mirsanmir

....ich vergesse das leider auch ab und zu gerne... |-o....

Naja, er lässt es Dich aber auch ab und zu gerne vergessen, oder? ;-)

Ich will damit sagen: Es fällt Einem auch schwer jemanden als erwachsen, bzw. reif genug anzuerkennen, der sich die meiste Zeit nicht so verhält (sei es nun gewollt oder ungewollt/krankheitsbedingt). Wenn es dann noch das eigene Kind ist.... :-/

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