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Mein Sohn ist psychisch krank

d"anaxe87


mirsanmir

Ich hab auch mit meiner Ma brechen müssen um gesund zu werden oder zumindest um mit meinen Besonderheiten soweit klarzukommen, dass ich gut leben kann. Sie flog raus, ich schrie ich will sie zehn Jahre nicht sehen und ein Jahr war Funkstille.

Ich bin abgestürzt, total und komplett, aber ich brauchte das. Und nun bin ich glücklich, erwachsen und habe ein wirklich gutes Verhältnis zu meiner Ma. Da brauchte es viel kritisches aufarbeiten meinerseits und ihrerseits, aber erstmal musste ich mich finden, vorher ging das nicht.

Lass ihn ziehen, halt dich raus undzwar ganz. Wenn du nun was sagst wegen der Therapeuten wird er schon aus zickigem Trotz nichts machen. Lass ihn machen und wenn du etwas sagst dann etwas in Richtung von:"Du machst das, ich bin mir sicher." und gut. Da ist noch alles drinne, später nur jetzt gerade nicht. @:) @:)

M>irsapnmir


@ mond und sterne

Meine Frage war am Ende eines langen Gesprächs, in dem er immer wieder sagte, er hält es hier nicht mehr aus und je schneller er wegkommt, desto besser.

Und vorher fiel auch die Aussage, dass er nie wieder nach Hause will.

Man kann hier immer nur bruchstückhaft alles wieder geben.

Mein Mann hat sich das letzte halbe Jahr sehr für seinen Sohn eingesetzt. So weit es ging, erfolgte tatsächlich eine Annäherung. Er nahm sich frei, um bei einer der Krisen mit dem Altenheim zu sprechen, er telefonierte mit der Schule, das nahm er mir alles ab, er fuhr mit zum Psychiater, als das mit dem Schuleschwänzen war, er umarmte seinen Sohn, er versuchte, mit ihm zu reden.

Aber die Gräben sind so tief, das kann man nicht in einem halben Jahr aufarbeiten.

Wie gesagt, würde ich alles aufschreiben, bräuchte ich Jahre.

Ja, vielleicht habe ich diese Bestätigung gewollt und gebraucht um wirklich loslassen zu können.

Ich glaube auch nicht, dass er damit uns speziell meint, er meint die Situation hier, er meint unsere Einmischungen in sein Leben, die Überwachung, die Anforderungen, ...

@ danae

Danke für diesen Hinweis, ich werde mich zurückhalten, ich glaube zwar nicht, dass er trotzig ist, dazu reden wir viel zu normal miteinander, er fragt mich ja gerade noch ständig um Hilfe bei diesem und jenem, der Satz "du machst das, ich bin mir sicher!" wird fallen. Versprochen.

Er war immer zu gutmütig, hat immer geduldet, hat immer versucht, zu gefallen, es jedem recht zu machen, ich glaube einfach, dass dieser Ausbruch am Freitag ein erstes Zeichen ist, dass er erwachsen wird und wenn es auch ein wenig hilflos klang, es klang zum ersten Mal seit langer Zeit ehrlich.

d>anaex87


Das kenne ich, so war ich auch. Daher brauchte es auch unbedingt Abstand, damit ich mich mal fühlen konnte. Vorher fühlte ich immer nur was die anderen wollen und hab mich selbst kaum gemerkt. Es kann sein, dass er sich nun erstmal an jemand anderen hängt und sich da Orientierung sucht, weil es ziemlich erschreckend ist alleine da zustehen wenn man kein inneres Gerüst an eigenen Vorstellungen zu haben, aber dann wird er auch verstehen, dass er etwas an sich ändern muss damit ihm das nicht mehr passiert und dann ist er auch in der Lage bei euch wieder weniger wegstoßend zu sein.

Gerade liebe, angepasste Kinder erleben oft eine heftige Loslösungsphase. Nur Mut, es wird werden. @:)

M?irsHanHmir


In der Stadt, in die er ziehen will, kennt er zumindest ein paar Leute, ich weiß aber nicht, wer das ist.

Ich glaube, ein Mädchen ist so etwas wie eine Sexbeziehung, er sagte mir das nicht, auch wenn ich neugierig war |-o

War für mich aber in Ordnung, ich war froh, dass er manche Wochenenden dort verbrachte und unter Menschen kam.

Danke euch allen @:) @:) @:)

L1ovrHus


@:) :)* :)* :)*

MZirsanxmir


Er muss jetzt seinen Ausbildungsvertrag bis Ende Februar noch erfüllen, das verschafft uns noch ein wenig Zeit.

Dann sehen wir weiter...

M}irs/anxmir


Es wurde alles ein wenig leichter. Die Erwartung, bald hier wegzuziehen, hat meinem Sohn Auftrieb gegeben, wir kamen fast auf ein normales Verhältnis, wir haben auch ein paar Mal miteinander gelacht und Witze gemacht. Mein Sohn hat die Zimmer tatsächlich entmüllt, die Suche nach Arbeit allerdings anfangs etwas lau betrieben, weil er aus Versehen fast einer Zeitarbeitsfirma zugesagt hätte. Wir haben ihm dringend davon abgeraten und tatsächlich, wir lagen richtig, es herrscht:

Pflegenotstand in Deutschland...

Am Montag hat er sich beworben, mit einem Zeugnis des Realschulabschlusses (der ja schon eine Weile zurückliegt), die Zeugnisse der FOS hat er nicht mitgeschickt und eventuelle Arbeitszeugnisse hat er gar nicht, im Bewerbungsbrief waren zwei Formfehler, die wir im Moment des Abschickens bemerkten.

Am Mittwoch versuchte man, meinen Sohn zu erreichen, am Donnerstag rief er zurück und am Freitag, also gestern, begann er mit der Arbeit und hat gleich Wochenendschicht.

Sie wollten ihn nicht einmal sehen, nicht einmal wissen, was da für ein seltsamer Lebenslauf mit lauter Schulabbrüchen ist, sie wollten nur, dass er gleich anfängt.

Der Einwand, er würde ja gerne, aber er hat noch keine Wohnung, führte dazu, dass sie ihn vorläufig im Heim unterbrachten, bis er etwas Passendes gefunden hat.

Also haben wir am Donnerstag hektisch einen Hausstand zusammengepackt, ein paar Grundnahrungsmittel, Wäsche, was eben schon gerade fertig war, den Rest wasche ich noch (ein letztes Mal..) und am Freitag um 4 Uhr ist er losgefahren um um 6 Uhr seinen Dienst anzutreten. Aufgeregt, stolz und glücklich wie nur was,...

Und ich bin zum letzten Mal um diese Zeit aufgestanden, um zu kontrollieren, ob er auch wirklich gefahren ist und nicht verschlafen hat. (Was ich nicht immer getan habe, nicht falsch verstehen, er hat oft genug verschlafen, aber gestern wollte ich einfach auf Nummer Sicher gehen, schließlich war es der erste Arbeitstag)

Und nun? Hier ist eine Leere, ich gehe an seinem Zimmer vorbei, aber er ist nicht mehr da. :-( Jetzt merke ich erst so richtig, wie sehr er Teil meines Lebens war, er war doch immer da für mich, wenn ich etwas brauchte, wenn ich einfach reden wollte, aber gut, das sind egoistische Gedanken.

Und ich bin einfach auch nur eine Mutter, deren Baby nun ausgezogen ist und die zum zweiten Mal die Nabelschnur durchgeschnitten kriegte.

Es ist sicher alles zum besten so, er hat sich gestern sogar noch gemeldet, was ich nicht erwartet hatte. Der Abstand wird uns gut tun, auch wenn ich ihn jetzt noch furchtbar vermisse. :°(

Er hat versprochen, einen neuen Psychiater zu suchen, ob er es tut, weiß ich nicht. Jetzt muss er erst einmal dort ankommen und vor allem eine Wohnung finden.

dHanaae87


Klingt gut, also die letzte Zeit bei euch. :)_ :)_

Weißt du schon was du mit seinem Zimmer machen willst? Gerade nach so einer wahnsinnig intensiven Zeit fände ich es wichtig wenn du da nun gestalterisch-konstruktiv mit umgehst damit du nicht als nächstes total absackst. @:) @:)

MLirsaAnmir


Wir werden unser Haus sowieso verkaufen. Es ist zu groß für uns drei Verbleibenden, wir werden hier wegziehen und neu anfangen.

Daher lassen wir jetzt erst einmal alles, wie es ist, vielleicht kommt er ja noch einmal, man weiß nicht, was passiert.

Es ist gut, wenn man hier alles aufschreiben kann,vielen Dank, dass ihr immer noch mitlest, manchmal lese ich mir alles noch einmal durch, schaue mir den Weg an, den wir gegangen sind.

Ich hoffe so sehr, dass für ihn nun alles in die richtige Richtung läuft, er meinte, falls sie ihm eine Ausbildung anbieten, wird er es vielleicht noch einmal versuchen, so in einem Jahr oder zwei. Er ist nun bei einer großen deutschlandweiten Gruppe angestellt, also kein kleines Pflegeheim, sondern so was übergeordnetes.

L=ian@-Jilxl


Ich lese auch noch mit :)* .

MCirs,anmi1r


@:)

IYsabexll


Ich auch ;-) @:)

Und ich drücke feste die Daumen, dass er es schafft seinen Weg zu finden :)*

m{ond+s=te,rne


Ich wünsche Dir und Deinem Sohn viel Glück. :)* :)*

M\irsan_mxir


Vielen Dank @:) @:) @:) , ich melde mich mal in einiger Zeit, wie es läuft - oder gelaufen ist.

Gestern wollte ich ein paar alte Spielsachen zum Verkauf zusammenpacken, aber als ich in den Schubläden kramte, kamen mir so viele Erinnerungen, wie oft habe ich das Zeug in seinen kleinen Patschhändchen gesehen, ich konnte nicht weiter machen.

Aber das sind jetzt glaube ich typische Reaktionen einer typischen Mutter, die zum ersten Mal erleben muss, dass ihr Kind aus dem Haus ist. Ich denke, mit diesen Gefühlen bin ich wahrlich nicht alleine. *:)

Aber wirklich komisch ist, dass mein Mann, der in letzter Zeit eigentlich wirklich wollte, dass unser Sohn aus dem Haus ist (was jetzt schlimm klingt, aber anders gemeint ist, wir wollten einfach diesen schwebenden Zustand beenden), ständig von unserem Sohn redet, irgenwie warten wir jeden Abend auf den nicht erfolgenden Angriff auf den Kühlschrank, wir schauen die Wurst an, die nun übrig ist und die wir nun selbst essen können, anstatt leere Tüten vorzufinden... Wir sprechen über nichts anderes mehr, als über das, was jetzt anders ist.

Wir vermissen ihn beide...

MCirsa|nmixr


Ok, hier nun das kleine update.

Bis jetzt läuft alles prima, eigentlich sogar mehr als das. Er meldet sich selten, aber anscheinend hat er alles im Griff.

Letzte Woche um 21:30 über Facebook die Nachricht: "Kann ich noch vorbeikommen?" Na klar konnte er, es stellte sich heraus, dass er eine Woche Urlaub hatte und er ist sogar bis Sonntag geblieben und er hat die Zeit zuhause richtig genossen. Wobei wir nicht viel Kontakt hatten, er war ständig bei seinem Bruder und hat es ausgenützt, mal wieder internet zu haben.

Aber dann kam die wirklich erstaunliche Nachricht: Ich fragte ihn, ob er nun endlich eine Wohnung habe (er wohnt immer noch im Heim) und er sagte, sobald er den unterschriebenen Ausbildungsvertrag vorlegt, bekommt er eine am Stadtrand.

Ich glaubte nicht recht zu hören. Ausbildung?

Ja, er packt es noch einmal an im September, er sagt, er hat so viel Zeit und wird es schaffen. Und er nimmt keine Medikamente mehr, es geht ihm gut.

Dann berichtete er noch, dass er schon einen Antrag im Arbeitsamt gestellt hatte, dass die Differenz vom Ausbildungsgehalt zu seinem jetzigen als Pflegehelfer gezahlt wird, ...

Mein Kind ist erwachsen geworden, er kümmert sich um sein ganzes Leben allein, so kann es wirklich weiter gehen.

Er hat auch Pläne, dass er sich nach der Ausbildung spezialisieren will auf Demenzkranke, er hat von April bis Mai in einem anderen Heim (von dieser übergeordneten Gruppe) aushilfsweise gearbeitet (die wollten ihn dort sofort übernehmen, aber er ist lieber an die ursprüngliche Arbeitsstelle zurückgekehrt). Die Arbeit mit den Demenzkranken hat ihn fasziniert, er war da auf der geschlossenen Abteilung und hatte so viel Zeit für die Patienten, das möchte er machen. Aber erst muss die Ausbildung geschafft werden, hoffentlich packt er das mit der Lernerei und den Abgabeterminen für Arbeiten diesmal. :-/

Sein Auszug war wohl das beste, was ihm je passiert ist und ich habe ihm mehr als einmal gesagt, wenn es Probleme gibt, wenn er Geld (für Kaution, Küchenablöse o.ä.) braucht, er soll heimkommen, wir unterstützen ihn und wir sind stolz auf ihn. :)^

Was mir ein wenig Gedanken macht, er hat die Medikamente abgesetzt, er sagt, er fühlt sich wohl und glücklich und er geht nicht in Therapie. Hoffentlich verdrängt und verschiebt er nicht seine grundlegenden Probleme, leider kann ich ihn nicht überzeugen. Aber so wie er diese Woche wirkte, war er sehr ausgeglichen und lange nicht mehr so wirr und chaotisch und wenn ich mir so anhörte, wie er alles regelt und wie sehr ihn das Bügeln nervt ]:D , er klang so normal. Nun gut, ich kann nicht mehr als ihm das raten, wenn er der Meinung ist, keine Therapie zu brauchen, kann ich nur hoffen, dass er das richtig einschätzen kann. :-/

Dennoch finde ich, dass die Geschichte mittlerweile einen guten Verlauf nimmt und nachdem auch nun mein zweites Sorgenkind (der große Bruder) im September eine schulische Ausbildung beginnt, könnte bei uns nun auch endlich so etwas wie Normalität einkehren. :-D

Viele haben mir übrigens geraten, selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen. In der schlimmsten Zeit hatte ich euch :)^ und jetzt schaue ich mal, wie es mir weiter geht mit meinen Schuldvorwürfen. Ich kenne nun einige Familien, die ähnliche Erlebnisse mit ihren Kindern haben und habe regen Austausch. Da ist unsere Geschichte zur Zeit sowieso eine der positiven, aber ich behalte eine Therapie im Hinterkopf.

Ich habe wohl im Dezember eine schwere OP vor mir da kann ich dann wirklich wieder Hilfe gebrauchen nur zur Zeit sind so viele andere Dinge wichtig, dass ich gar nicht so zum Nachdenken komme und gar nicht wüsste, wie ich eine Therapie zeitlich unterbringen könnte. Ich muss immer weit fahren, hier in der Gegend ist niemand.

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