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Mein Sohn ist psychisch krank

H#imme~lgrxün


Liebe Mirsanmir

meine Gedanken sind immer wieder bei dir / bei euch.

:)* :)* :)*

Mtirs=anmxir


Wir waren heute in der Klinik, Eindruck: sehr positiv.

Aber wenn man ihn sofort aufgenommen hätte, wäre er das sechste Bett im Gang auf der Geschlossenen gewesen.

Er hat eine private Zusatzversicherung, daher kommt er am Freitag auf die Privatstation. Solange soll er noch durchhalten und er musste versprechen, keinen Blödsinn zu machen.

Die Ärztin, die ihn kurz befragte, sagte, da sei einiges im Argen und wir haben die richtige Entscheidung getroffen. So kann es ja auch nicht weitergehen.

Am Freitag werden wir uns noch beim Arbeitsamt melden und nachfragen.

Für heute reicht es, ich liege auf der Couch und mache mir ein Bier auf. Ich bin nur froh, dass anscheinend alle jetzt an einem Strick ziehen.

L,ovHuxs


:)* :)* :)* . Und genieß das Bier!

M^irsawnmxir


Tu ich!!! :)o

wIaldla[eufexr


Liebe Mirsanmir,

ich habe aus der Sicht der anderen Seite ein paar Seiten dieses Fadens gelesen. Hoffentlich ist es nicht taktlos, Dir zu Deinen Gefühlen als Mutter eine Frage zu stellen.

Ich habe rückblickend seit der Grundschule psychische Probleme, die sich nach und nach immer weiter aufgebauscht haben. Nun ist es so, dass ich immer alles mit mir selbst ausgemacht habe, weil ich meine Familie nicht belasten wollte. Mittlerweile würde ich doch so langsam mit meiner Mutter sprechen wollen, müsste ihr dann nur direkt so einen Batzen angesammelter Probleme und sichtbarer Narben zeigen. Vor Allem habe ich dabei Angst, dass sie sich selbst die Schuld geben würde und ihre Erziehung in Frage stellt. Ich möchte nicht, dass sie sich schlecht fühlt, nur weil ich meine Gefühle nicht auf die Reihe bekomme.

Wie war das bei Dir? Hast Du Dich schuldig gefühlt und Gründe in deiner Erziehung gesucht? Wie hättest Du gern von den Problemen deines Sohns erfahren? Hast Du einen Tipp für mich, wie ich behutsam erzählen kann?

Ich wünsche Euch und Dir alles Gute! :)_

MMirisanmnir


Ich kann dir leider so gar keinen Tipp geben.

Jedes Gespräch in dieser Richtung könnte für deine Mutter einen Schock bedeuten, aber nur, wenn sie völlig ahnungslos ist.

Denkst du nicht, dass deine Mutter mehr ahnt als du weißt? Vielleicht ist sie froh, wenn du das mal formulierst, vielleicht macht sie auch lieber weiter die Augen zu.

An deiner Stelle würde ich mir eher überlegen, was es für dich bringt, mit ihr zu reden, möchtest du etwas aufarbeiten, damit es dir besser geht oder möchtest du etwas loswerden,... fühlst du dich dann besser, wenn du geredet hast?

Ich habe schon immer gewusst, dass es meinem Sohn nicht gut geht, wie tief das Ganze ging, das habe ich erst mit seinen Ritzereien erfahren und da war es ein Schock.

Vielleicht solltest du erst einmal Hilfe von außerhalb annehmen? Also einen Psychiater oder eine Beratungsstelle aufsuchen und dort sortieren, was nicht passt? Ich weiß nicht, wie alt du bist, wenn du noch minderjährig bist, könntest du ganz einfach das Gespräch mit deiner Mutter auch so beginnen, nämlich dass du das Gefühl hast, allein nicht mehr fertig zu werden und einen Psychiater aufsuchen möchtest. Dann kommt die Frage nach dem Warum von ganz alleine.

Ansonsten kannst du einfach einmal beiläufig sagen, dass du zu einen Psychiater gehts (oder gehen möchtest) und abwarten, wie die Mutter reagiert.

Viel Glück! :)*

MoirsaQnmixr


Mein Sohn ist jetzt in der Klinik.

Er war heute kaum ansprechbar, dieser Schritt war schon lange notwendig. Er liegt auf einer Privatstation und hat jeden erdenklichen Komfort, es ist wie in einem Hotel.

Je nachdem was der Arzt sagt, kann er sogar raus und in die Stadt und ab und zu nach Hause, wenn er das will.

Die Sozialarbeiter werden sich um das Problem Arbeitsamt kümmern, da bin ich auch froh!

w al[dlwaeu fer


Liebe Mirsanmir,

danke für Deine Antwort. Ich möchte Dir gern eine Umarmung schicken. :)_

Ich bin grade auf der Suche nach Hilfe von außen, das ist auch der Grund, weshalb ich gern endlich mit meiner Mutter sprechen würde. Ich bin schon lange volljährig und wohne allein, ich glaube auch nicht, dass sie etwas ahnt. Ich bin ziemlich gut im verstecken spielen.

Was es für mich bringen würde, weiß ich selber nicht genau. Wir sind uns ansonsten sehr nah, telefonieren häufig und erzählen uns viel. Ich habe das Gefühl, dass dieser Bereich meines Lebens aus der Beziehung ausgeklammert ist. Das fühlt sich für mich wie Lügen oder Unterschlagen von Wahrheit an, was ich eigentlich nicht möchte. Tatsächlich führt dieses nicht darüber reden auch manchmal zu tatsächlichen Lügen. Dies jedoch weniger häufig, seitdem ich nicht mehr zu Haus wohne. Wahrscheinlich habe ich einfach das Gefühl, eine Aussprache würde in einer so nahen Beziehung irgendwann dazu gehören. Dabei hemmt mich eben nur, dass ich sie nicht verletzten oder enttäuschen möchte.

L9opvxHus


Dabei hemmt mich eben nur, dass ich sie nicht verletzten oder enttäuschen möchte.

Vor allem würdest du sie überfordern.

Kümmere dich um deine Angelegenheit ohne Rückgriff auf Mama. Suche dir Hilfe, die zu dir passt. Und es wird sicher die Zeit kommen, wenn auch deine Mutter Wahrheiten zur Kenntnis nehmen muss, auf die sie nicht vorbereitet ist. Aber weder ist sie dein noch du ihr Therapeut.

LyovHuxs


Hmm, was habe ich denn da geschrieben ":/ ? So grob wie es sich jetzt liest wollte ich gar nicht schreiben.

Eigentlich wollte ich dich, liebe waldlaeufer, bestärken, Hilfe von außen zu suchen und erst im zweiten Schritt und in Abstimmung mit dem Therapeuten deine Mutter mit einzubeziehen. Damit gehst du ja schon weg vom "Lügen".

Jetzt zu reden könnte sehr kuddelmuddelig werden: Sie wird dir helfen wollen noch bevor du fertig bist, ihr zu helfen, dich zu verstehen. Da könnt ihr leicht beide überfordert sein mit der Schere zwischen eurem jeweiligen Hilfewunsch und Hilfemöglichkeiten/-fähigkeiten.

Da passiert es leicht, dass du wieder in die Rolle des Kindes und sie in die Rolle der zuständigen Mutter fällt. Und ich meine, das wäre nicht hilfreich.

:)* :)* :)* @:)

MJivrsaanmixr


Mütter können ihren Kindern da nicht helfen, sie sind zu sehr involviert und beziehen gerne alles auf sich.

Man kann reden über Sachen, die falsch gelaufen sind, man kann sich für Manches entschuldigen oder einiges erklären, aber bringt das wirklich etwas?

Ausmachen muss das jeder mit sich selbst. Ich habe das in den letzten Gesprächen mit meinem Sohn gemerkt, ich habe versucht zu erklären, zu entschuldigen, meine Schuld abzuschieben, abzumildern, dabei ist es passiert und ich kann es nicht mehr ändern.

Wie das alles bei meinem Sohn damals ankam, was es bei ihm anrichtete, das kann nur er einschätzen und er ist derjenige, der sich damit auseinandersetzen muss. Ich bin diejenige, die das Beste damals wollte und gemeint hat, richtig zu handeln. Hätte ich das meiner damaligen Meinung nach Falsche für ihn tun sollen? Weil mir eine Glaskugel sagte, ich würde mich auf einem Irrweg befinden? Ich hatte keine Glaskugel,...

Und immer wenn ich mir dann sage, ich bin an allem Schuld, entmündige ich meinen Sohn, er war als Person ja auch vorhanden und hat das Seine dazu beigetragen.

Diese Gedanken sind für mich sehr wichtig. Ich muss wirklich aufhören, immer bei mir zu grübeln, bei meinem Mann bei allem, was passiert ist.

Was für mich zur Zeit am schlimmsten ist, sind die Gedanken, dass es ihm letztes Jahr so gut ging, als er auszog. Anfangs hat er sein Leben wirklich in die Hand genommen und irgendwann ist es ihm entglitten. Wir haben sein Auto entmüllt und mir kamen die Tränen, als ich sah, was er sich alles besorgt hatte, was zu einem "normalen" Leben gehört (Waschmittel...) und was dann in Bergen von Müll in den Tiefen seines Autos landete. Und dann tut er mir soooo Leid. :°(

In der Klinik sagten sie, dass mein Sohn sich sehr verschließt und kaum spricht. Wir hoffen er kann sich öffnen und die Hilfen annehmen. Und wir hoffen, dass er das auch will.

Ich habe allerdings nur Gutes über diese Station gehört, die lassen einen anscheinend dort nicht vor sich hinvegetieren, sondern bemühen sich von allen Seiten, den Patienten wieder auf ein Leben außerhalb vorzubereiten, das für die Patienten auch lebenswert ist.

Wobei man mich schon darauf vorbereitete, dass es immer ein Auf und Ab sein wird. Solange die Aufs überwiegen, wird es gehen, denke ich.

dnanae_87


Ach mirsanmir, ich finde das gar nicht überraschend, wenn auch nicht schön, dass dein Sohn so zusammengeklappt ist. Allerdings glaube ich das es für ihn eine extrem wichtige Erfahrung war oder werden könnte. Vorher wart ihr so verwoben, so verbunden, dass er jedes Scheitern auf euch schieben konnte, doch das ist diesmal nicht möglich. So auf sich zurückgeworfen konnte er das erste Mal seine Defizite auch alleine als seine eigenen erleben und das ist die Grundvorraussetzung damit man überhaupt Hilfe annehmen kann, wenn auch keine Garantie dafür.

Vertrau ein wenig den Ärzten, es dauert sich zu öffnen, gerade in Kliniken und gerade wenn man weit unten war, aber das kommt und auch bis Medikamente wirken dauert es. @:)

M5irs,anlmir


Falls noch irgendjemand mitliest, mein Sohn ist immer noch in der Klinik. Es gab inzwischen mehrere Verdachtsdiagnosen, keine war richtig, es scheint eine Art Sozialphobie zu sein, Depressionen und Angststörungen, die sich entwickelt haben.

Sie wollen ihn nicht einfach entlassen, er ist viel zu instabil. Aber er wurde jetzt auch am Arbeitsamt getestet und als behindert eingestuft und somit kommt er in das Programm vom Arbeitsamt und kriegt vielleicht ein Berufsfindungsjahr aber ziemlich sicher eine betreute Ausbildung und betreutes Wohnen. Man sucht nun Therapeuten für ihn um die Therapien ambulant fortzusetzen, erst wenn alles geklärt ist und er untergebracht ist, kommt er aus der Klinik.

Medikamentös wurde er eingestellt, das scheint inzwischen zu funktionieren. Er ist jedes Wochenende für eine Nacht zuhause und das klappt ganz gut, wenn er sich auch vollkommen zurückzieht. Manchmal redet er mehr, meistens weniger.

Ja, das sind die Neuigkeiten, so schlecht sind sie gar nicht, ich bin froh, dass es all diese Programme gibt und ihm auf die Beine geholfen wird, so dass er vielleicht in einiger Zeit doch selbstständig leben kann.

Es gibt auch andere Lichtblicke:

Heute hat er mir ein Klavierstück vorgespielt, er hat sich vor einiger Zeit von mir zeigen lassen, wie das mit der Liedbegleitung geht (Harmonielehre - Crashkurs Dur/Moll, Stufen 1 - 4- 5), nun hat er sich selbst ein Lied beigebracht und ohne Noten aus dem Gehör heraus hat er das gelernt, mit aufgelösten Akkorden in der linken Hand. Ich wusste immer, dass er hoch musikalisch ist, er übt jeden Tag eine halbe Stunde, hat er gesagt und so wie er mit beiden Händen spielt, muss ich ihm das glauben. Ich war hin und weg, habe gleich meine Gitarre geholt und mit ihm musiziert, wir haben es aufgenommen und sind recht stolz darauf. :)^

PJlüsc-hbiCexst


List sich, als würde es bergauf gehen. ;-D

L_ovHuxs


ich bin froh, dass es all diese Programme gibt

:)z . Deutschland hat auch seine guten Seiten :-D .

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