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Mein Sohn ist psychisch krank

C=ougrar71


Du glaubst ja garnicht, wie gut ich Dich verstehen kann, in Bezug auf Deinem Mann, sein Unverständniss Deinem Sohn gegenüber, als auch die **" Ängste" Deines Sohnes, als auch Deines Mannes.**

Ja genau, zwischen den Stühlen und machtlos, bzw. völlig hilflos zugleich fühlen.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass da ne Menge zwischen Deinem Sohn und deinem Mann nicht passt, was unter Umständen, der Auslöser dafür sein könnte, oder aber alles noch verstärkt hat.

Ihr solltet dringend gemeinsam versuchen, offen und ehrlich ,über alles zu sprechen, was ein Thema zu sein scheint, selbst mögl. Weise unausgesprochenes. Aber dazu müsste Dein Mann erst einmal verstehen, begreifen und auch mal zurückstecken können, um Deinen Sohn zu zeigen, dass es Dein Mann auch wirklich ernst meint.

Ich denke, da wirds eher schwierig, was aber extrem wichtig wäre. Solange Dein Mann nichts versteht, alles als halb so wild und sogar übertrieben ansieht und selber keinerlei Notwendigkeit dazu erkennt, wird es mögl. Weise auch keine Besserung geben.

Offenheit, Ehrelichkeit, Vertrauen und Geduld muss Dein Sohn spüren und empfinden, dass er sich selber überhaupt wagt, sich zu öffnen.

Ob das mit Deinem Mann möglich ist? Ich finde, dass wäre sehr wichtig , was Deinem Mann erst einmal wirklich klar werden sollte.

Wahrscheinlich ist Dein Mann auch noch einer von der Spezies (sorry), die der Meinung sind, ein Mann weint nicht und darf keine schwächen zeigen? Keine Ahnung. war nur gerade so ein Gedanke!

sSchnecXke198x5


Ich schreibe jetzt mal aus der Situation einer Betroffenen, ich hoffe, das ist okay?

Ich glaube ganz fest daran, dass der Weg in die Gesundung eines jungen Menschen ganz stark davon abhängt, dass sich die Eltern ihrer Möglichkeiten und Grenzen bewusst werden.

Mir war in meiner Erkrankung relativ früh klar, dass mein Umfeld keine therapeutische Funktion ausüben kann, das wollte ich auch gar nicht.

Meine Mutter ist selbst psychisch krank und sie wollte mir helfen. Meine Antwort darauf war: "Ich wünsche mir, dass es dir gut geht. Du kannst mir helfen, indem du dir selbst hilfst."

Natürlich stellt man sich als Elternteil die Frage nach dem Warum und Wieso. Aber darauf wird es nie eine klare Antwort geben. Viel besser ist es, sich auf die aktuelle Situation zu konzentrieren und Hilfe anzubieten - auch wenn sie manchmal nicht gewünscht ist (auch das muss man akzeptieren). Psychotherapie hat sehr viel mit Selbstfindung, mit Selbstverantwortung zu tun - und da spielt Distanz-Nähe zwischen Eltern und Kind eine wichtige Rolle.

Mir hat es z.B. unglaublich geholfen, dass Menschen an mich geglaubt haben, als ich es selbst nicht mehr konnte. Dass da jemand war, der mir die Zuversicht gegeben hat, dass es besser werden kann, auch wenn aktuell alles zappenduster aussieht. Dieses Vertrauen hat mir das Gefühl gegeben, dass ich erwachsen bin, dass ich stark sein kann, dass es besser wird.

Es ist für Eltern schrecklich, daneben zu stehen und nicht alles gut machen zu können. Aber das müssen sie auch nicht. Es reicht zuhören, ernst nehmen, das Kind respektieren.

In vielen Therapieeinrichtungen bzw. bei vielen Therapeuten können auch Sitzungen mit der Familie abgehalten werden, sofern das der Kranke wünscht. Das kann alleine aus dem Grund schon gut sein, weil ein Fachmann die Krankheit, Behandlungspläne ect. erklären kann und den Eltern wieder das Gefühl gibt, einen Plan in einer planlosen Zeit zu haben. Aber bitte tut so etwas nicht hinter dem Rücken eurer Kinder, sprecht es an, macht Angebote, aber versucht keinen Druck zu machen (das ist schon sehr schwer - schwer genug).

Letztlich kann alleine die Zeit zeigen, wie sich eine Erkrankung entwickelt - das Chaos kann man nicht sofort eindämmen, das geht mal ganz langsam und dann wieder mit größeren Schritten.

Ich wünsche allen betroffenen Eltern viel Kraft, aber auch Zuversicht, dass alles wieder gut wird. :)*

M:iWrsan$mixr


@ Cougar

Wahrscheinlich ist Dein Mann auch noch einer von der Spezies (sorry), die der Meinung sind, ein Mann weint nicht und darf keine schwächen zeigen? Keine Ahnung. war nur gerade so ein Gedanke!

So ähnlich, also mein Mann ist der Meinung, dass jemand, der richtig arbeitet, sein Zeug macht, gar nicht auf solche Gedanken kommt. Aber ich glaube, er sieht schon, dass unser Sohn große Probleme hat, die man so nicht lösen kann. Was er genau denkt, weiß ich nicht, er redet nicht, er arbeitet bis spät in die Nacht, ich schreibe ihm per mail, wenn wieder etwas passiert ist und halte ihn auf dem Laufenden. Unsere Ehe läuft gerade nicht so toll, ich weiß auch nicht, warum, ich habe keine Kraft, auch noch darüber nachzudenken. Ich lasse es einfach so wie es ist. Schiebe diesen Problembatzen vor mir her.

@ Schnecke

Deine Worte haben mir gerade die Tränen in die Augen getrieben, ja, man möchte sein Kind in den Arm nehmen und sagen "heile, heile Segen!" Und alle Probleme fliegen zum Fenster hinaus und das Kind lacht wieder fröhlich, weil Mama macht alles wieder gut.

Ich danke dir für deine Sicht von innen, ich selbst habe ja auch schon gekämpft (ein anderer Schuldgedanke, hat mein Sohn das von mir?) und weiß, wie dunkel es sein kann, wie eng die Räume werden können, wie eingeschränkt die Sicht.

Helfen kann man sich nur selber, keiner kann einen da raustragen, mir hat eine Therapie geholfen und v.a. der Rückblick mit dem Hinweis: "Sie haben sich nicht so entschieden, weil sie jemandem schaden wollten, sie haben sich so entschieden weil sie davon ausgingen, dass es die beste Entscheidung zu der Zeit war. Dass es sich als falsche Entscheidung herausstellte, konnten Sie im Vorfeld nicht wissen!"

Diese Sätze sage ich mir gerade immer wieder vor. Ich wollte meinem Kind nicht schaden, ich wollte, dass es glücklich ist und ein gutes Leben hat. Wenn ich etwas falsch gemacht habe, es war ein Irrtum, vielleicht Dummheit, aber keine Absicht.

Manchmal möchte ich, dass er mich anschreit und mir Vorwürfe macht, aber alles, was er sagt ist, dass ich die beste Mutter für ihn war und bin. Es ist für mich auch schwer, mich zurückzunehmen und meine eigene Rolle in dem Ganzen nicht über zu bewerten, aber ich kann sagen, dass mein Sohn das wohl noch nicht überblickt, was ich teilweise an ihm verbrochen habe.

Aber wie du sagst Cougar, mein Mann war auch noch da, oder eben nicht, wenn es darauf ankam.

Ich möchte so gerne die Zeit zurückdrehen können.

SSmzaraqgdaugxe


Die Einstellung, man muss sich nur zusammenreißen, dann geht alles seinen Gang, und praktisch alle Probleme verschwinden, wenn man früh aufsteht, den ganzen Tag schuftet und dann nach Hause kommt und keine Kraft mehr hat, auf irgendwelche Gedanken zu kommen.... Kenne ich. Ist - meistens - die Einstellung der ersten Nachkriegsgeneration, aber kann sicherlich auch noch später auftreten.

Das Problem ist, selbst wenn jemand nur denkt "Wenn er sich nur zusammenreißen würde", dann strahlt man das auch aus. Kinder spüren sehr deutlich, ob ihre Eltern sie akzeptieren oder nicht. Dafür braucht es keine Worte. Worte wären ja wenigstens noch greifbar, man könnte sich streiten, über Äußerungen, die gemacht wurden. Aber wenn keine Worte da sind, ist es auch nicht greifbar, und trotzdem genauso vorhanden, nur dass man dann keine "Beweise" hat.

Ich weiß nicht, was ich Dir raten soll. Du bist ja selbst Produkt Deiner Erziehung, mit Wertmaßstäben, die Du auch auf ihn anlegst. Vermutlich wäre der erste Schritt, dass Du Deine Werte und Einstellungen überprüfst. Denn erst, wenn Du mit Dir im Reinen bist, kannst Du auch für Dein Kind eine echte Stütze sein. Und das finde ich viel wichtiger als die Frage, was ihr versäumt habt. Sicherlich einiges. Aber schaut nach vorne. Und binde Deinen Mann ein. Es ist, verflucht noch mal, auch sein Sohn!

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, ob er vielleicht für den Anfang in einer stationären Therapie/Tagesklinik besser aufgehoben wäre, bis er zumindest medikamentös eingestellt ist?

SMeven."of.Nixne


Ich habe nur das Gefühl, dass ich da überfordert bin. Ich stehe zwischen allen Stühlen.

Du kannst Dir sicher sein, mit diesem Gefühl bist Du nicht alleine. Man hört das so oft, daß Frauen in solchen Situationen alleine gelassen werden.

:)_

Sicherlich, schön ist was anderes..... aber in solchen Situationen merkt man dann erst, wieviel eigene Stärke man doch eigentlich hat und vor allem, wie hervorragend man sie nach dieser Erkenntnis anschließend auch einsetzen kann. @:)

Mein Mann versteht die Ängste nicht, er sagt, das sei Unsinn, vor ihm müsse niemand Angst haben. Da sind noch viele Gespräche nötig.

Ein Sohn, der Angst vor seinem eigenen Vater hat? :-( Es ist vollkommen unerheblich, ob diese Ängtse real sind oder ob es dem jungen Mann nur so vorkommt. Das Gefühl bleibt genau das gleiche. Den Grund herauszufinden, halte ich für genau so wichtig wie die regelmäßige Medikation.

Ob es wirklich ausreicht, wenn Du diese Gespräche mit Deinem Mann führst? Bitte nicht falsch verstehen, sicherlich ist es wichtig, wenn sich Ehepartner über solche Dinge austauschen, aber kann es nicht vielleicht sein, daß da bei Deinem Mann irgendwelche vergrabenen Probleme schlummern? Du bist nicht der Therapeut von Deinem Mann. Da muß er sich schon selbst helfen lassen (bzw. selbst helfen lassen wollen).

aber ich kann sagen, dass mein Sohn das wohl noch nicht überblickt, was ich teilweise an ihm verbrochen habe.

Was glaubst Du, an ihm 'verbrochen' zu haben? Ich bin sicher, keine einzige Kindheit wird ohne 'Fehler' von uns Müttern ablaufen. Ebenso glaube ich, daß Kinder Irrtümer und Dummheit von Absicht gut unterscheiden können.

Dir alles Gute!

Seven

SPmarSagVdauxge


Ebenso glaube ich, daß Kinder Irrtümer und Dummheit von Absicht gut unterscheiden können.

Es gibt noch mehr als nur Irrtum oder Absicht.

Manche Eltern sind auch ignorant oder zu bequem, sich mit ihre eigenen Baustellen auseinanderzusetzen und bürden ihre Probleme damit indirekt ihren Kindern auf. Meine Mutter ist Meisterin im Verdrängen, dafür löffele ich jetzt die Suppe für sie aus.

S<eNven.ofx.Nine


Manche Eltern sind auch ignorant oder zu bequem, sich mit ihre eigenen Baustellen auseinanderzusetzen und bürden ihre Probleme damit indirekt ihren Kindern auf.

:)_

Da hast Du Recht, Smaragdauge.

Bei der TE habe ich aber den Eindruck, daß dies nicht auf sie zutrifft.

Und binde Deinen Mann ein. Es ist, verflucht noch mal, auch sein Sohn!

Ganz meine Meinung.

Gleichzeitig frage ich mich, wie es weitergehen wird, wenn er es eben nicht tut. Vielleicht ist er nur zu bequem dazu oder ein Meister des Verdrägens. Vielleicht kann er es aber auch nicht. Denn auch dieser Tatsache muß man notfalls ins Gesicht sehen.....

SYmaragd[augxe


Das war auch nicht böse gemeint. Ich kenne die TE nicht. Wobei sie schon das Thema Verdrängung anspricht. Aber sie setzt sich ja damit auseinander, was ich gut finde. Lieber spät als nie.

Aber es gibt genug Eltern, die sich mit dem Spruch "Ich habe mein Bestes getan" oder "Ich habs nur gut gemeint" billig herausreden wollen und keine Verantwortung für ein mögliches Versagen übernehmen wollen. Und auch keinen Grund sehen, ihre Einstellung zu überdenken, weil: Sie haben ja ihr Bestes getan. So what? :-X

M7irs#anmixr


Danke euch allen für eure Denkanstöße und den Trost und das Verständnis.

Es tut mir wirklich gut, eure Beiträge zu lesen!

Das hier

Das Problem ist, selbst wenn jemand nur denkt "Wenn er sich nur zusammenreißen würde", dann strahlt man das auch aus. Kinder spüren sehr deutlich, ob ihre Eltern sie akzeptieren oder nicht. Dafür braucht es keine Worte. Worte wären ja wenigstens noch greifbar, man könnte sich streiten, über Äußerungen, die gemacht wurden. Aber wenn keine Worte da sind, ist es auch nicht greifbar, und trotzdem genauso vorhanden, nur dass man dann keine "Beweise" hat.

hat mich auch sehr nachdenklich gemacht. Ich glaube auch, dass bei uns zu viel Unausgesprochenes ist und zu viele Erwartungen vorhanden sind.

Unser Sohn "funktioniert" nicht, wie er soll, das müssen wir akzeptieren und selbst wenn ich ihm sage, dass ich ihn so lieb habe, wie er ist, dann muss das von mir ehrlich und aus Überzeugung kommen und nicht nur ein Lippenbekenntnis sein.

Ich muss mich fragen, will ich vielleicht nur den Sohn, den ich mir wünsche? Wünsche ich mir für mich, dass er glücklich ist oder wünsche ich mir das für ihn und kann ich so loslassen, dass er auf seine Weise glücklich wird und nicht auf die, die ich mir für ihn vorstelle?

Solche Fragen beschäftigen mich schon, ich kann zumindest sagen, dass ich diesen Montag nur mein Kind sah und sein Leid und nichts mehr erwartete oder wünschte, es war der Moment, ihn ehrlich und ganz zu umarmen und ihm alle Liebe zu zeigen, die ich geben kann.

Ich glaube, diese Momente gab es einfach zu wenig bei uns und da müsste mein Mann nun nachziehen, nur, wie soll das gehen? Die beiden begegnen sich kaum, es wäre direkt verstörend, würde mein Mann plötzlich seinen Sohn umarmen, ich hoffe einfach, dass der Psychiater uns einmal holt und mit uns spricht und vielleicht ein paar Türen aufmacht.

Gleichzeitig frage ich mich, wie es weitergehen wird, wenn er es eben nicht tut. Vielleicht ist er nur zu bequem dazu oder ein Meister des Verdrägens. Vielleicht kann er es aber auch nicht. Denn auch dieser Tatsache muß man notfalls ins Gesicht sehen.....

Ich fürchte, dass es so sein wird, momentan sehe ich ohne Hilfe von außen keine Chance für eine Annäherung.

Eine Tagesklinik könnte auch eine gute Lösung sein, wir sind wirklich für alles offen, andererseits hat unser Sohn momentan eine nette Freundesgruppe, endlich, zum ersten Mal in seinem Leben, ich bin mir nicht sicher, ob man ihn da herausreißen sollte.

Apmbitvalenxt70


Wichtig für eine Therapie ist auf jedenfall, dass Dein Sohn es möchte und genügend Leidensdruck hat, um die Notwendigkeit dafür zu sehen.

MIirsanxmir


Er will die Therapie unbedingt, er will nicht so weitermachen.

s-cphnencke19x85


@ Mirsanmir

Hallo! Ich freue mich, wenn ich dir mit meinem Post etwas geben konnte, auch wenn ich nicht direkt angesprochen war :)_ :)*

Diese Sätze sage ich mir gerade immer wieder vor. Ich wollte meinem Kind nicht schaden, ich wollte, dass es glücklich ist und ein gutes Leben hat. Wenn ich etwas falsch gemacht habe, es war ein Irrtum, vielleicht Dummheit, aber keine Absicht.

Ich hatte ein sehr problematisches Verhältnis zu meinen Eltern, das auch in direktem Zusammenhang mit meinen psychischen Problemen steht. Letztlich hat mir aber genau der Gedanke geholfen, mit den Geschehenen umzugehen.

Das wiederum geht aber auch mit dem Heranwachsen einher. Als Kind hat man bestimmte Idealvorstellungen, man wünscht sich vieles anders, man wünscht sich ein perfektes Verhältnis und totales Verständnis.

Am Übergang vom Kind zum Erwachsenen wird einem aber immer mehr klar, dass man sich von diesen Idealen lösen muss, und das ist ein harter und schwerer Prozess. Weil man auch die Vorstellung aufgeben muss, dass die Eltern alles wieder heil machen können, dass sie weiterhin die Götter bleiben, die wir in unserer Kindheit verehrt haben, denen wir blind vertraut haben.

Du schreibst etwas von Streit und Vorwürfen, die du dir wünschst: In der Tat stellt man sich das immer so vor, dass es einen großen Krach gibt und dann das Dilemma gelöst ist. Aus meiner Erfahrung kann ein Krach Bestandteil dieses neuen Blickwinkels sein, aber noch wichtiger ist Zeit. Und das Vermitteln, dass man als Elternteil auch nur ein Mensch und damit nicht perfekt ist. Mir hat es sehr viel geholfen, als meine Mutter in der Lage war zu sagen "Ja, ich verstehe dich. Es tut mir leid, aber ich konnte es damals nicht besser / wusste es damals nicht besser."

Ich persönlich bin sehr daran gewachsen, als ich aus dem Kreislauf der Schuld ausbrechen konnte: Für mich gibt es keine Schuld, aber Fehler. Und ich glaube, kein Elternteil dieser Welt (oder nur sehr wenige) fügen ihrem Kind bewusst Schaden zu nach dem Motto "Ätschibätsch, dir soll es schlecht gehen". Fehler zu machen gehört zu jedem Leben dazu - wichtig ist nur, dass man aus diesen Fehlern lernt, versucht, etwas anders zu machen. Denn die Vergangenheit kann man nicht ändern, aber sehr wohl die Gegenwart und die Zukunft.

Ich muss mich fragen, will ich vielleicht nur den Sohn, den ich mir wünsche? Wünsche ich mir für mich, dass er glücklich ist oder wünsche ich mir das für ihn und kann ich so loslassen, dass er auf seine Weise glücklich wird und nicht auf die, die ich mir für ihn vorstelle?

Sieh es als beiderseitigen Prozess: Nicht nur du beschäftigst dich mit dieser Frage, sondern sicher auch dein Sohn. Es ist ein beiderseitiges Loslassen vonnöten: Bei dir, dass du die Hilfe in die Hände von Fachleuten legen kannst und dir selbst Zeit dafür nimmst, mit der Krankheit klarzukommen (denn nicht nur dein Sohn ist betroffen; man sagt: Wenn eine Person Krebs hat, dann hat die ganze Familie Krebs). Dein Sohn muss andererseits die Erwartung an die Eltern loslassen (was ich oben schon beschrieben habe), seine Kräfte und seinen Platz in der Welt finden; beides geht nicht von heute auf morgen, aber es wird leichter. :)_ :)_ :)_ :)* :)*

Soeve4n.o1fo.Nine


Schön, geschrieben, Schnecke :)_

Denn die Vergangenheit kann man nicht ändern, aber sehr wohl die Gegenwart und die Zukunft.

:)^

S<ma:ragpdaxuge


Ich muss mich fragen, will ich vielleicht nur den Sohn, den ich mir wünsche? Wünsche ich mir für mich, dass er glücklich ist oder wünsche ich mir das für ihn und kann ich so loslassen, dass er auf seine Weise glücklich wird und nicht auf die, die ich mir für ihn vorstelle?

Das sind auf jeden Fall die richtigen Fragen, die Du Dir stellst, das finde ich wirklich richtig toll. Viele Menschen können nicht auseinanderhalten, was sie für sich haben wollen und was für andere. Man hört ja nicht selten: "Das habe ich nur für dich getan." - und es war im Endeffekt doch nur im eigenen Interesse. Ich finde es jedenfalls gut, dass Du seine Form des Glücks nicht an Deine Form des Glücks festmachen willst.

Meine Mutter schafft das nicht wirklich, sie bleibt in etwa hängen bei "Ich habe endlich aufgehört mir die Schuld daran zu geben, dass Du so anders geworden bist, als ich wollte."

Ich glaube, diese Momente gab es einfach zu wenig bei uns und da müsste mein Mann nun nachziehen, nur, wie soll das gehen? Die beiden begegnen sich kaum, es wäre direkt verstörend, würde mein Mann plötzlich seinen Sohn umarmen, ich hoffe einfach, dass der Psychiater uns einmal holt und mit uns spricht und vielleicht ein paar Türen aufmacht.

Zwingen kannst Du Deinen Mann natürlich nicht, aber Du solltest nicht aufhören zu versuchen, ihn mit ins Boot zu holen. Hinter seiner Enttäuschung und Kränkung steckt eine gewisse Erwartung, die nicht erfüllt wurde und nicht erfüllt wird. Also hat er nicht wirklich mit eurem Sohn abgeschlossen, und das eröffnet Möglichkeiten, seine Erwartungen zu überdenken, ebenso wie seine Wertmaßstäbe.

Ich fürchte, dass es so sein wird, momentan sehe ich ohne Hilfe von außen keine Chance für eine Annäherung.

Die Idee, vielleicht als gesamte Familie Hilfe in Anspruch zu nehmen, finde ich gut. Denn häufig liegt bei der Familie als Ganzes etwas im Argen, und die Kinder tragen es aus.

Eine Tagesklinik könnte auch eine gute Lösung sein, wir sind wirklich für alles offen, andererseits hat unser Sohn momentan eine nette Freundesgruppe, endlich, zum ersten Mal in seinem Leben, ich bin mir nicht sicher, ob man ihn da herausreißen sollte.

Soweit ich weiß, kommt man bei einer Tagesklinik abends nach Hause, d.h. er wäre tagsüber dort, schläft aber zu Hause. Da sollte nach "Feierabend" auch noch genug Zeit für Freunde sein.

M|irsZanmxir


Zur Zeit läuft es ganz gut, also fast so gut, dass man sagen könnte, ist ja gar nichts,...

Das finde ich immer am Schlimmsten. Die Tabletten wirken anscheinend schon, unser Sohn ist ruhig und gefasst und hat sogar ein paar Versprechungen eingehalten, ohne nochmalige Aufforderung, so kennen wir ihn gar nicht.

Da kommt man so in Versuchung, alles wieder wegzuschieben – bis eben zum nächsten Katastrophentag, der einem die Realität wieder vor Augen führt.

Kennt ihr das auch? Diese scheinbaren Atempausen und dann wieder Peng, der Hammer?

Danke euch, ihr Lieben, für eure Beiträge, ich lese mir das nicht nur einmal durch, was ihr schreibt, sondern immer wieder, ich habe so sehr das Gefühl, dass ich richtig verstanden werde.

@ Schnecke

Mir hat es sehr viel geholfen, als meine Mutter in der Lage war zu sagen "Ja, ich verstehe dich. Es tut mir leid, aber ich konnte es damals nicht besser / wusste es damals nicht besser."

Ich fürchte fast, dass ich da schon zu viel Schuld gezeigt habe, oder kann man das gar nicht? Ich habe versucht meinem Sohn zu erklären, warum ich zu der Zeit, als er mich am nötigsten brauchte, völlig überlastet war. Wie dumm ich war, mich damals nicht krank schreiben zu lassen bzw. um Pflegeurlaub einzugeben (meine Mutter lag lange Zeit im Sterben), und mich um meine Familie und Kinder zu kümmern anstatt um meine ach so wichtige Arbeit.

Ich habe große Schuldgefühle deswegen, ich habe Schuldgefühle, weil ich meinen Sohn angeschrien habe, wo ich ihn hätte trösten sollen, wo ich ihm hätte helfen sollen, ich habe ihn allein gelassen in seinem Chaos.

Ich denke mir, was war ich nur für eine Mutter, ...

Und immer wenn ich so weit bin, dass ich mich prügeln könnte, habe ich inzwischen gelernt, mich zu fragen, wo denn der Vater in der Zeit war und schon halbiert sich die "Schuld" und ich sehe auch wieder die Zeiten, in denen ich da war und ich sehe auch, dass all die Jahre ich der feste Fels in der Brandung war...

Es geht so durcheinander in mir und immer wieder muss ich mir sagen, dass es bei der Geschichte eben nicht um mich geht,...

Aber wie du schreibst, Schnecke, wenn einer krank ist, sind es alle. Keiner kann sich davon frei machen...

@ Smaragdauge

Ich werde da nicht aufgeben mit meinem Mann. Ich informiere ihn über alles, ich mache oder entscheide nichts ohne ihn (außer es ist dringend), doch so lange wir keine konkrete Diagnose haben, kann ich auch nicht viel sagen, erklären und vermitteln.

Am Montag beginnt die Therapie, vielleicht wissen wir dann mehr.

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