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Mein Sohn ist psychisch krank

M#irsarnmir


Puh, das war jetzt viel für heute.

Ich muss noch eines dazu schreiben, ich habe meine Anfangsbeiträge noch einmal gelesen, ja, sie geben ein falsches Bild, ich war an dem Tag sehr selbstmitleidig und wie du sagst, in Schuld zerfressen. Es waren ganz einfach Heultage.

Ja, wir haben vieles falsch gemacht, aber dass es sich so abzeichnete und wir das hätten sehen müssen, stimmt einfach nicht, jetzt wo ich darüber nachdenke, niemand hätte das sehen können, hätte unser Sohn uns nicht absichtlich oder unabsichtlich seine Arme gezeigt.

Es war seine Art des Hilfeschreis, davon war ich von Anfang an überzeugt.

Dass es eine lange Entwicklung gab, das ist richtig. Dass wir einige Sachen nicht sahen und nicht sehen wollten und sie verdrängten, das ist auch richtig, ich habe oft nach dem "alten Quindt" auch ein Buch gehandelt, der sagte, das verwächst sich wieder. Und so schien es immer zu sein.

Er hatte ja auch eine Freundin, alles schien normal, nur an seiner Schule merkten sie was und ließen mich im Sommer kommen. Wir schickten ihn an eine psychologische Beratungsstelle. Da mochte er aber nicht mehr hin, er sagte, die würden die falschen Fragen stellen.

Dort rief ich auch an, als ich wusste, dass er mehr an Hilfe braucht um mich beraten zu lassen (mit Wissen meines Sohnes natürlich) und die sagten mir, dass mein Sohn ganz normal sei und immer fröhlich gewesen sei.

Sie waren erstaunt, als ich ihnen sagte, dass das absolut nicht so sei.

Also die merkten auch nichts...

Und nun schauen wir weiter und auch zurück und ich hoffe, ich ruhe mich nicht auf meiner Schuld aus, diese Gefahr sehe ich, das meinte ich ja auch vor ein paar Tagen, dass ich zu viel an Schuld zeigen würde...

Ich konnte es nur nicht so exakt ausdrücken wie du, Shojo... @:)

I]saGbell


Shojo

Korrigiere mich bitte wenn ich falsch liege, aber irgendwie vermitteln Deine Aussagen für mich das Gefühl, dass psychische Erkrankungen immer (?) durch äußerliche Einflüsse (Eltern?) entstehen.

Das stimmt so aber nicht. Es gibt auch psychische Erkrankungen oder Störungen, die einfach "da sind", Veranlagung sind. Sicher werden diese durch äußere Einflüsse geprägt, "gefördert", unterdrückt...wie auch immer. Aber sie entstehen nicht zwangsläufig dadurch.

Nicht jedes Kind (oder jeder Erwachsene) das (der) an psychischen Erkrankungen, Störungen oder gar "nur" Problemen leidet, hatte eine schlechte Kindheit, schlechte bishin zu traumatischen Erfahrungen.

Und da ist dann der Punkt, an dem es wichtig ist, sich nicht den Heiligenschein der Schuldgeplagten aufzusetzen, sondern im Hier und Jetzt zu bleiben, stur auszuhalten, dass einiges scheiße gelaufen ist, und sich auf die Wahrheit des anderen einzulassen.

Das ist zwar "gut gebrüllt Löwe" ;-), birgt aber auch die große Gefahr, dass man auf diesem Wege die "Wahrheit" des Anderen annimmt, bzw. annehmen muß. Natürlich ist es wichtig weiterhin für das Kind in einem gewissen Rahmen dazusein. Trotzdem ist es genauso wichtig auch die Grenzen der eigenen Wahrheit (Wahrnehmung) weiterhin zu sehen.

IMsabxell


mirsanmir

Puh, das war jetzt viel für heute.

Das ist sehr verständlich. Aber auch Keiner hier erwartet, dass Du jetzt aufgrund eines solchen Fadens auf ein Mal klar sehen mußt @:).

Ich muss noch eines dazu schreiben, ich habe meine Anfangsbeiträge noch einmal gelesen, ja, sie geben ein falsches Bild, ich war an dem Tag sehr selbstmitleidig und wie du sagst, in Schuld zerfressen. Es waren ganz einfach Heultage.

Was Dir meiner Meinung nach auch Alles durchaus zusteht.

Dass es eine lange Entwicklung gab, das ist richtig. Dass wir einige Sachen nicht sahen und nicht sehen wollten und sie verdrängten, das ist auch richtig, ich habe oft nach dem "alten Quindt" gehandelt, der sagte, das verwächst sich wieder. Und so schien es immer zu sein.

Ich selbst finde es auch sehr, sehr schwierig hier zu unterscheiden. Man will nicht überreagieren wenn das Kind mal "aus der Reihe tanzt". Man fragt sich vor Allem auch, ob man selber da nicht was zu eng sieht und jeder Tag an dem es wieder normal läuft sagt Einem genau dies "Ach, da hast Du einfach zu viel gesehen oder hineininterpretiert – er ist doch gut drauf...." – das ist auch kein Verdrängen wie ich finde, sondern einfach nur eine natürliche Unsicherheit.

Man darf ja auch niemals vergessen, dass die Beziehung zu einem Kind eine ganz Besondere ist: Man hat für keinen anderen Menschen jemals eine solche Verantwortung – außer für sich selbst, und das ist wieder was ganz Anderes –.

Er hatte ja auch eine Freundin, alles schien normal, nur an seiner Schule merkten sie was und ließen mich im Sommer kommen. Wir schickten ihn an eine psychologische Beratungsstelle. Da mochte er aber nicht mehr hin, er sagte, die würden die falschen Fragen stellen.

Dort rief ich auch an, als ich wusste, dass er mehr an Hilfe braucht um mich beraten zu lassen (mit Wissen meines Sohnes natürlich) und die sagten mir, dass mein Sohn ganz normal sei und immer fröhlich gewesen sei.

Sie waren erstaunt, als ich ihnen sagte, dass das absolut nicht so sei.

Also die merkten auch nichts...

Das sind zwar Fachleute, aber letztendlich auch nur Menschen, die Deinen Sohn nur sehr kurz erlebt haben – im Verhältnis dazu erlebt Ihr ihn sein ganzes Leben.

Lasse Dich nicht von Deiner eigenen Wahrnehmung was ihn angeht (die negativ-Punkte die Du angesprochen hast) abbringen und packe ihn jetzt deswegen in Watte, weil er eine (ja noch nicht mal deutlich diagnostizierte – also auch nur eventuell) psychische Krankheit hat, bzw. haben könnte.

Er hat Probleme die er selber nicht in den Griff bekommt – weiter seid Ihr noch nicht, wenn ich das richtig verstanden habe. Und jetzt gilt es Hilfe von Außen zu bekommen.

An dieser Stelle oute ich mich mal ein wenig: Ich durfte auch jüngst die Erfahrung machen, dass man an diesem Punkt als Eltern ganz schön auf verlorenem Posten steht. Es gibt Hilfsangeboten für die Kinder/Jugendlichen noch und nöcher – für Eltern nur wenige. Da bekommt man dann sowas zu hören wie Du es oben beschrieben hast "Uns erschien er normal und fröhlich" oder ja, mir wurde auch gesagt "Das ist nur eine Phase....Pubertät....seien Sie konsequenter....haben Sie mehr Verständnis....seien Sie dies, tun Sie das....blabla – blablub.

Doch man merkt, dass etwas nicht stimmt, dass das Kind Einem entgleitet, die Verunsicherung nimmt drastisch zu...eigene Überzeugungen, Werte, die Versuche zu verstehen, für das Kind da zu sein....alles verschwimmt irgendwann in einem Brei der Überforderung, Verzweiflung, Verunsicherung. Und selbstverständlich wirkt sich das auch auf das eigene Verhalten aus, so dass es auch das Kind spürt und seinerseits auch selbst immer unsicherer wird.

Mir hat sehr das Jugendamt geholfen (wobei ich glaube, nicht weiß, aber eben glaube, dass man da auch Glück haben muß an wen man gerät, ich hatte sehr großes Glück). Wobei der Hohn auch ist, dass es als ICH mich dort gemeldet habe (schon vor einem Jahr) gar nichts kam – erst als die Schule sich hinwandte passierte was.

Und Du hast doch gesagt, dass es über die Schule schon was gab – hast Du da keinen Lehrer oder so mit dem Du mal reden kannst?

Und nun schauen wir weiter und auch zurück und ich hoffe, ich ruhe mich nicht auf meiner Schuld aus, diese Gefahr sehe ich, das meinte ich ja auch vor ein paar Tagen, dass ich zu viel an Schuld zeigen würde...

Das Thema "Schuldgefühle erzeuen" scheint auch in den "Fachkreisen" ein sehr großes zu sein wie ich jetzt erfahren durfte.

Und da gebe ich Shojo uneingeschränkt recht: Es geht nicht um Schuld! Es geht um Verantwortung. Und die Verantwortung die Ihr momentan habt heißt: "Was tun für unseren Sohn, damit es ihm besser geht?" – Und damit ist nicht eine Änderung Eurer Personen gemeint, sondern wie Ihr jetzt handelt.

Lasst nicht locker und holt Euch Hilfe von Außen, versucht es weiter! Das kann bedeuten Euren Sohn -zumindest für eine Zeitlang- komplett loszulassen, in andere Hände zu geben. Aber auch das sehe ich als Verantwortung gegenüber dem eigenen Kind – sogar als eine sehr große, weil es eine sehr schmerzhafte Entscheidung ist und auch das Eingeständnis enthält: ICH bin überfordert, ICH schaffe es nicht mehr (alleine).

Und es wird immer Menschen geben, die Dir/Euch so begegnen, dass Du/Ihr ja schuld sein müsstet, die über Euch lästern, Euch verurteilen....das ist immer so, egal was man macht – nur in so einer Situation ist es besonders schlimm. Weil man sowieso schon am Boden liegt und anfälliger ist.

Lass' Dich (lasst Euch) nicht davon unterkriegen!!! :)* :)*

M0ae8x2


Mirsanmir

Mein Mann vergräbt sich noch mehr in Arbeit, mit seinem Sohn redet er ja schon seit Jahren nicht mehr, die beiden meiden sich wie der Teufel das Weihwasser.

Seit wann ist das so? Gibt es einen bestimmten Anlass? Welches Verhältnis hatten die beiden, als er noch ganz klein war? Gibt es da etwas, was sich wieder ausgraben lässt?

Ich denke mir, dass dein Mann für deinen Sohn eine ganz wichtige Rolle spielt. Versuche, ihm das klar zu machen.

MFirsPanmIixr


@ Mae

Das Verhältnis zwischen den beiden war nie wirklich gut. Mein Mann war für die Kinder nicht da, als sie klein waren (zu viel Arbeit) und später war der Zug irgendwie abgefahren.

Wie sich das jetzt noch ändern soll, nun ja, wir werden sehen. Wenn mein Mann zurückkommt (von der Geschäftsreise), werden wir Gespräche führen und in zwei Wochen sind wir im Urlaub, da haben wir viel Zeit, darüber zu reden.

Kleines Update:

Mein Sohn macht nun Praktikum im Kindergarten und es gefällt ihm sehr gut, wie es aussieht. Zumindest kommt er entspannt heim und erzählt vom kleinen Nils und der kleinen Saskia (also keine Einzelheiten, er sagt nur der kleine... ist so lieb, Einzelheiten oder Anekdoten würde er nicht erzählen, das ist nicht seine Art)

Ich habe nun eine Frage:

Seit er diese Tabletten nimmt, ist er ein anderer Mensch, so ruhig und nicht mehr so verkrampft. Er denkt an Sachen, hält Verabredungen ein, ist viel weniger wirr und fahrig.

Die Frage, die sich mir stellt, gaukeln diese Tabletten etwas vor und der wahre Mensch ist irgendwo dahinter verborgen oder zeigt sich mein Sohn nun so, wie er wirklich ist, weil er sich nicht länger selbst im Weg steht?

Kann da jemand aus Erfahrung berichten?

Nochmal update, ich kenne meinen Sohn nicht mehr, gerade kam er herein und

ERZÄHLTE! Also wirklich erzählte, was gestern passiert ist und wie drei Kinder gleichzeitig weinten und er nicht wusste, wen er zuerst trösten sollte und was er mit den älteren Kindern spielte... :-o :-D

INn-Ko=g Nixto


Zweiteres :)=

Ifn-Kog 5Nitxo


Hoffentlich ist er einsichtig und kommt nicht in ein paar Wochen an mit "ich schmeiß mir doch keine Chemie ein"

MYirsanimixr


So ich melde mich mal wieder. Die relativ gute Stimmung hält immer noch an, ich merke erst jetzt, wie verkrampft alles war noch vor kurzer Zeit, man hat doch immer irgendwie darauf gewartet, dass irgendetwas passiert, seit die Katze aus dem Sack ist und wir wieder aufeinander zugehen können, habe ich plötzlich das Gefühl, hier scheint doch so etwas wie eine Familie zu wohnen.

Mein Mann hat die Veränderungen nun auch bemerkt, unser Sohn war fast das ganze Wochenende bei uns im Wohnzimmer, weil er ein wenig krank war und die Couch belegte, aber das hat er schon jahrelang nicht mehr gemacht, er war vorher sogar wie ein Fremdkörper gewesen, weil er – und das fällt uns jetzt erst so richtig auf – mit uns nicht mehr wirklich geredet hat.

Mein Mann hat ihn mit Tee versorgt und war sehr freundlich, es kam zwar wie erwartet nichts zurück, also kaum eine Antwort bis auf ein Danke, aber ich war so froh, als ich das sah.

@ Isabell,

danke für deine Ausführungen, ich habe sie bestimmt nicht überlesen, hatte aber wenig Zeit zu antworten. Wie schon erwähnt, lese ich mir alle Beiträge hier öfter mal durch und versuche, etwas für mich herauszunehmen.

Nun sind wir gerade bei diesem Punkt angelangt:

Lasse Dich nicht von Deiner eigenen Wahrnehmung was ihn angeht (die negativ-Punkte die Du angesprochen hast) abbringen und packe ihn jetzt deswegen in Watte, weil er eine (ja noch nicht mal deutlich diagnostizierte – also auch nur eventuell) psychische Krankheit hat, bzw. haben könnte.

Es ist ziemlich klar, dass er dieses Jahr endgültig von der Schule muss, er sieht selbst wohl keine Hoffnung mehr und hat auch nicht den Willen, die Klasse zu bestehen.

Wir lassen ihn an der Schule bis Jahresende, weil er da gut aufgehoben ist, weil er dort Kontakte hat und aus dem banalen Grund, weil er bei mir weiter mit privatversichert ist. Sobald er eine Lehre beginnt, wird er gesetzlich versichert und dann muss er sehen, ob er die Psychotherapie weiter bezahlt bekommt.

Gut, das ist jetzt auch nicht der Punkt.

Es geht um das Bewerben, wenn er im September eine Ausbildung beginnen will, muss er jetzt in die Puschen kommen.

Er möchte jetzt Altenpfleger oder Erzieher werden, im Kindergarten gefällt es ihm ausnehmend gut, aber weil er gerade wegen Pädagogik und Psychologie durchfällt, wird er da wohl keine Chance haben, weil da MUSS er das lernen. Also Altenpfleger, für Krankenpfleger ist er zu spät dran.

Er verzieht das Gesicht, sagt, die Arbeit im Praktikum hat ihm schon gefallen, aber man verdient so schlecht. Da sind seine unrealistischen Ansprüche wieder, er will und kann nichts leisten – was er wirklich kann, ist pflegen, er hat da eine unglaublich soziale Ader, ich habe selbst erlebt wie liebevoll und aufmerksam er im Kh mit alten Leuten umging – er möchte aber eigentlich nicht so schwer arbeiten, sondern gleich Chef irgendwo werden und super verdienen. Ich habe ihm jetzt versprochen, wenn er die Ausbildung macht, wenn er das schafft und sich etwas leisten möchte, soll das Finanzielle kein Problem darstellen. Ich möchte einfach, dass er irgendetwas macht, dass er eine Ausbildung hat und nicht im Herbst im Supermarkt Regale einräumt nur um nicht auf der Straße zu stehen.

Dabei wissen wir gar nicht, ob er im Herbst gesund genug ist... Aber bewerben schadet doch nie, nicht? Und wieder bin ich es, die schiebt, die Ausbildungsplätze sucht, die sagt, lass ein Foto machen, schreibe deine alten Bewerbungen um,... Ohne mich würde nichts vorwärts gehen, gar nichts.

Mache ich zu viel?

I_sab0exll


Mirsanmir

danke für deine Ausführungen, ich habe sie bestimmt nicht überlesen, hatte aber wenig Zeit zu antworten.

Kein Thema @:)

Mache ich zu viel?

Spontan gesagt: Ja.

Gewisse Dinge kann man einem Menschen ab einer bestimmten Altersstufe nicht mehr abnehmen, da muß er selber ran. Und wenn er keine Ambitionen hat, dann bekommt er sie auch dadurch nicht wenn sie ihm abgenommen werden. Oder er dahin geschubst wird.

Ich glaube, dass durch die jetzige Medikation nur sein Verhalten, sein Gemütszustand eine Besserung erfahren – aber sich nicht das Grundproblem automatisch löst.

Tabletten können nur begleitend (dämpfend) wirken, aber kein Problem wirklich lösen.

Und jetzt sitze ich hier schon einen Becher Kaffee und zwei Zigaretten lang und überlege, was ich Dir raten soll. ;-)

Klar und einfach wäre:

Lass' ihn "fallen" in der Hinsicht, dass er ab sofort auf sich alleine gestellt ist. Er darf bei Euch weiter wohnen (das wäre sonst wirklich ZU hart ;-)) – aber er muß ansonsten Alles selbst gewuppt bekommen. Hotel Mama ist auch nicht mehr, er soll seine Wäsche selber waschen, muß was zum Haushalt beitragen (z.B. Staubsaugen, Müll rausbringen....was auch immer)....soll sich um seine Zukunft kümmern. Ihr unterstützt ihn – nehmt ihm aber nichts mehr ab.

Ihn eben nicht mehr in Watte packen.

Aber das ist so einfach gesagt, jedoch viel schwerer getan.

Hast Du Dir denn mittlerweile Hilfe gesucht? Wobei....tja....das ist auch nicht einfach, wie ich ja schon geschrieben habe: Als Eltern steht man da wirklich auf ziemlich verlorenem Posten – da gibt es kaum Einrichtungen an die man sich wenden kann.

MTae82


Versuch mal rauszufinden, ob dein Sohn einen Reha-Berater beim Arbeitsamt bekommen kann. Die wissen, welche Möglichkeiten einer Ausbildung in (zunächst) geschütztem Rahmen es gibt und können euch da weiterhelfen. Es gibt ganz, ganz viel Hilfestellung. Fragt bei eurem Arzt, bei der Agentur für Arbeit, bei Beratungsstellen...

Ich könnte mir vorstellen, dass eine "normale" Ausbildung ihn momentan überfordert.

M4irs1anumixr


Lass' ihn "fallen" in der Hinsicht, dass er ab sofort auf sich alleine gestellt ist. Er darf bei Euch weiter wohnen (das wäre sonst wirklich ZU hart ;-)) – aber er muß ansonsten Alles selbst gewuppt bekommen. Hotel Mama ist auch nicht mehr, er soll seine Wäsche selber waschen, muß was zum Haushalt beitragen (z.B. Staubsaugen, Müll rausbringen....was auch immer)....soll sich um seine Zukunft kümmern. Ihr unterstützt ihn – nehmt ihm aber nichts mehr ab.

Ja, das wäre schön, wenn er etwas machen würde.

Er hilft im Haus, sicher, wenn ich ihn um Dinge bitte, macht er sie (außer er vergisst wieder mal alles) ansonsten würde er sowieso komplett im Chaos versinken.

In sein Zimmer kann kein Mensch freiwillig gehen, dort ist Messitum pur. Er sagt, er will es so. Er kocht sich sowieso meistens schon selbst, weil er zu Zeiten Hunger hat, wo niemand sonst isst, wenn er vergisst, seine Wäsche hinunterzubringen, hat er eben nichts mehr anzuziehen und rennt mit Klamotten herum, die er irgendwo im Haus noch findet und die ihm gar nicht mehr passen.

Er kriegt die Konsequenzen ja eh schon ab, aber er ändert nichts, weil es ihm so recht ist.

Er verbreitet Chaos wo er geht und steht und braucht ständig die Anleitung, das und das doch bitte wieder aufzuräumen, Verpackungen nicht auf dem Boden liegen zu lassen, sondern in die Abfallkübel zu werfen, Türen zu schließen, seine Socken eben nicht im Wohnzimmer zu verteilen,... er macht das dann auch, aber würde ich nichts sagen, würden wir innerhalb kürzester Zeit im Müll versinken.

Ihm ist überhaupt nicht klar, was es bedeutet, wenn er im Herbst ohne alles dasteht. Also bewusst ist es ihm schon, dass es so sein wird, es ist ihm nur egal, genau das hat er gesagt. Er weiß, dass es ihm nicht egal sein sollte, aber er kann es nicht ändern. Er will sich ja bewerben, aber er tut es nicht.

In ihm streiten diese zwei oder drei Personen und je nachdem mit wem man redet, ist er bereit alles zu tun, freut sich auf die Ausbildung oder er sagt, er will nicht und kann das nicht.

Wenn ich ihn einfach lasse, verliert er noch ein Jahr :(v Mindestens.

MCidrsjanmxir


Versuch mal rauszufinden, ob dein Sohn einen Reha-Berater beim Arbeitsamt bekommen kann. Die wissen, welche Möglichkeiten einer Ausbildung in (zunächst) geschütztem Rahmen es gibt und können euch da weiterhelfen. Es gibt ganz, ganz viel Hilfestellung. Fragt bei eurem Arzt, bei der Agentur für Arbeit, bei Beratungsstellen...

Ich könnte mir vorstellen, dass eine "normale" Ausbildung ihn momentan überfordert

Danke für den Hinweis. @:) Dann warten wir mal eine Diagnose ab, mit der wir etwas anfangen können, heute macht er Tests, dann sehen wir vielleicht klarer.

Und dann können wir da mal nachfragen.

m*uch$birxne


Dass unsere Familie nicht so ist, wie sie sein sollte, weiß ich, auch diesen Vorwurf brauche ich kein zweites Mal, außer du willst in eine Wunde noch mehr bohren, die eh schon so schmerzt, wie ich es keinem sagen kann.

Ich habe mir nicht alles durchgelesen, aber zu dem oben geschriebenen fällt mir etwas ein. Darüber habe ich letztens mit einer Freundin, die Gestalttherapeutin ist, gesprochen, das dieses Nichterzählen, Vertuschen, anders darstellen als es ist, das allerschlimmste ist.

Es gibt ein Bedürfnis nach Authentizität und nach akurater Information über die Umwelt und danach, ernst genommen zu werden.

Ich kenne das auch aus meiner Familie, dass mir zu meinen Empfindungen schlichtweg mitgeteilt wurde, sie seien falsch, eigentlich sei alles in Ordnung. Das kann einen schon krank machen..

Mmae8x2


er war vorher sogar wie ein Fremdkörper gewesen

Das hier beschäftigt mich noch. Kannst du dieses Gefühl noch ein wenig erläutern?

Ich denke mir: Wenn er sich für euch wie ein Fremdkörper angefühlt hat, wie sehr muss er sich selbst als Fremdkörper empfunden haben? Fühlt er sich bei euch noch "zu Hause"?

Isabell

Nach allem, was Mirsanmir über ihren Sohn schreibt glaube ich, fallen lassen ist grundverkehrt. Mir kommt er so schon schrecklich haltlos vor. Der würde es allein nicht schaffen.

Iksab3ell


Mae82

Nach allem, was Mirsanmir über ihren Sohn schreibt glaube ich, fallen lassen ist grundverkehrt. Mir kommt er so schon schrecklich haltlos vor. Der würde es allein nicht schaffen.

Ich rede ja nicht von einem kompletten Fallenlassen. So in der Form von "ins kalte Wasser schmeißen", einen Koffer packen lassen vor die Tür setzen und sagen "Nun mach' mal".

Sondern ich rede davon aufzuhören, ihm "den Hintern auch noch hinterherzutragen oder zu pudern".

Ihm aufzuzeigen: Wir sind zwar da, aber nur noch begrenzt.

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