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Mein Sohn ist psychisch krank

m&onVd+sQterne


Die Frage, die sich mir stellt, gaukeln diese Tabletten etwas vor und der wahre Mensch ist irgendwo dahinter verborgen oder zeigt sich mein Sohn nun so, wie er wirklich ist, weil er sich nicht länger selbst im Weg steht?

Es ist subjektiv. Wie empfindet er es? Wie empfindest Du es?

Schöner Faden. @:)

S6hoxjo


Wenn ich ihn einfach lasse, verliert er noch ein Jahr :(v Mindestens.

Nach dem, was Du schreibst, geht es um sein ganzes Leben, nicht um ein piefiges Jahr. Er wird ohnehin Schwierigkeiten haben, im normalen Leben Fuß zu fassen, womöglich sein ganzes Leben lang.

Es gibt ein Bedürfnis nach Authentizität und nach akurater Information über die Umwelt und danach, ernst genommen zu werden.

Ich kenne das auch aus meiner Familie, dass mir zu meinen Empfindungen schlichtweg mitgeteilt wurde, sie seien falsch, eigentlich sei alles in Ordnung. Das kann einen schon krank machen..

Es macht nicht jeden krank, die meisten passen sich dann an, sind entweder ähnlich gestrickt und leben das dann so mit, andere distanzieren sich später, andere reagieren mit heftigen Symptomen. Ein Kind "passt" nicht automatisch in die Familie, in die es hineingeboren wird. Und nicht immer sind Eltern in der Lage, diesen Unterschied aufzuspüren und aufzufangen. Das ist furchtbar schwierig, und die Schuldfrage ist unter anderem deshalb so blöd. Aber fernab von Schuld und Nichtschuld und Unschuld gibt es immer Ursachen. Mirsanmir, bei euch steht die letzendliche Diagnose noch aus, ihr seid noch nicht mal ernstlich unterwegs mit Therapie, es ist alles noch so frisch, und Du willst, dass Dein Sohn im Herbst eine Ausbildung beginnt. Du redest von einem verlorenen Jahr. Du möchtest, dass er "funktioniert". So eine Erkrankung schreit einem aber ins Gesicht: "Ich funktioniere nicht, wie ihr es wollt, ich entziehe mich!" Du machst Dir Sorgen, Du möchtest, dass er ein normales Leben hat, dass er klarkommt, Du möchtest das mit aller Macht in die Wege leiten. Das steht aber nicht in Deiner Macht. Diesen Teil seiner Verantwortung fürs eigene Leben musst Du ihm, fürchte ich, in der Tat zurückgeben. Und wenn Du tausend Mal glaubst, dass er das nicht packt – glaubst Du denn, es hilft, wenn Du ihn irgendwo reinmanövrierst, wo er nicht ganz passt, seine Fremdkörpererfahrung mit der Welt setzt sich fort, er scheitert, fast zwangsläufig ... wie viel und was verliert er denn dann? Und wenn Du Dir vorstellst, er braucht jetzt drei Jahre, um sich halbwegs wieder zu fangen, findet dann eine Ausbildung in einem Beruf, der ihm tatsächlich liegt, und fängt eben später an – wenn Du in zehn Jahren einen Sohn hättest, der im Berufsleben steht, wäre dann dieses Jahr, wären die drei Jahre für Dich "verloren"?

Manchmal ist Druck hilfreich, aber manchmal führt er auch zu einem ganz starken Enteignungsgefühl. Wenn Du so viel mehr als er etwas willst, dann wird es zu Deinem Wunsch, nicht zu seinem eigenen. Und was für eine Ausbildung "soll" er überhaupt machen? Was will er? Jemand, der sich selbst verletzt, hat meist ein Problem damit, sich selbst zu spüren. Wie soll er denn dann wissen, was er tun will? Er muss erst mal ein bisschen zu sich kommen. Schreibt doch den Herbst ab, ganz bewusst, verschafft ihm Zeit. Du schreibst, er sei krank, psychisch krank. Nimmst Du das ernst? Bei einer psychischen Erkrankung fallen einem mitunter Dinge unendlich schwer – dann eine Entscheidung für eine Ausbildung zu treffen, sich eigenständig zu bewerben, immer aufzuräumen und alles, das ist dann eine Forderung, die der an einen Grippekranken entspricht, doch mal mit anzupacken, mit dem Hund rauszugehen, das Bad zu wischen. Wäre er in der Lage dazu, dann wäre es eigenartig, ihn als erkrankt zu bezeichnen. Dann wäre er gesund. Das ist er aber nicht.

Miae8x2


Mein Mann war für die Kinder nicht da, als sie klein waren (zu viel Arbeit)

Hierzu noch ein paar Fragen: Du schreibst von Kindern (Plural). Wie Kinder habt ihr denn? Wie ist das Verhältnis der Geschwister untereinander?

Und dass dein Mann sich nicht um die Kinder gekümmert hat, als sie klein waren, verstehe ich nicht. So viel kann man doch gar nicht arbeiten. Auch bei uns hat es Tage gegeben, an denen mein Mann die Kinder nicht gesehen hat. Das meiste, was mit den Kindern zu tun hatte habe ich gemacht. Aber umso mehr war er dann da, wenn er da war. Schließlich gibt es auch noch Wochenenden.

Wie hat dein Mann es sich denn vorgestellt, "Vater" zu sein? ":/

Wenn ich ihn einfach lasse, verliert er noch ein Jahr

Er verliert doch kein Jahr! Ein Jahr Leben ist doch niemals verloren!!! Denk doch mal an all die Jungs in seinem Alter, die dieses Jahr ihr Abi machen. Wie viele haben noch keine Ahnung, was sie werden wollen? Wie viele gehen ein Jahr ins Ausland, machen irgendein FSJ/Bufdi/Praktikum? Das ist doch völlig normal! Nur von den armen (meist sogar wesentlich jüngeren) Schulabgängern wird verlangt, dass sie im Februar wissen (aber bitte allerspätestens!) was sie ab September für einen Beruf erlernen und 40 Jahre ausüben wollen. Lass dir das mal auf der Zunge zergehen.

Und euer Sohn hat gerade eine ganz andere Baustelle am Laufen. Der muss erstmal mit sich selber klar kommen bevor er an so etwas wie Beruf auch nur ansatzweise denken kann.

Du hast ganz am Anfang gefragt, wie du als Mutter mit dieser Situation umgehen kannst. Ich meine jetzt:

Zunächst loslassen. Lass alle deine Träume, Wünsche, Vorstellungen los, wie dein Kind idealerweise hätte sein sollen aber nicht ist.

Dann annehmen. Dein Sohn ist immer noch dein Sohn. Er hat ganz viel Liebenswertes an sich. Entdecke das neu. Mit ihm gemeinsam – denn er weiß es vielleicht selber nicht. Zeige ihm deine Liebe. Gerade jetzt, wo er ruhiger ist, der Alltag leichter zu bewältigen ist, finden sich sicher immer wieder Momente für ein Knuddeln, ein "Danke", ein "Gut gemacht!". Oder auch ein "Wir gehen spazieren/ins Museum/einkaufen... Komm doch mit!" ";-)"

CgoLugaxr71


Sehr schön geschrieben Mae82 :)^

IZn-KoXg Nxito


ich glaube einfach, aus der erfahrung mit psychich auffälliger verwandtschaft und mit einem autistischen sohn, dass die normalen ratschläge hier nicht greifen.

wäre schön, wenn die betroffenen immer aus den konsequenzen ihres handelns lernen würden, aber das ist irgendwie selten der fall.

die normalen prinzipien funktionieren nicht,

weil das gehirn anders funktioniert.

beispielsweise habe ich meinem sohn erklärt, dass er die vokabeln bis seite 154 abschreiben muß, dann erst bekommt er seine zwei elektronischen geräte zurück.

das war vorgestern und heute morgen habe ich eines der geräte in seinem bett gefunden,

also versteck ausgehoben, gerät benutzt, kein schlechtes gewissen.

das hatten wir scho n dutzende male, seitdem er auf de rwelt ist.

auch hbe nwir ihn schon von der polizei suchen lassen,

gab ein riesentheater hier im dorf...

und drei wochen (!) danach haben wir die selbe situation wieder.

wir haben mehrere kinder, alle werden was und es passt- bei ihm kriegen wir immer zi hören:

ihr seit zu lasch

oder

von leuten, die uns besser kennen: boah, seit ihr streng.

wie man es macht, ist es falsch und das kind sitzt wie im auge des sturmes, welcher um es herum tobt und ist vollkommen unbeeindruckt.

mittlerweile könnte ich echt jedem der kommt und von konsequenzen spricht eine langen. :(v

DWer kCleinje Prxinz


Hey Mama, nu hau' mal nich so auf den Putz ;-D

Rwiicharxd61


Habe hier nur flüchtig drübergelesen, aber viele Probleme erkannt, die ich in ähnlicher Form erlebt habe.

Eines der besten Sätze für Eltern ist:

Wir müssen das Loslassen lernen. Es ist die größte Lektion des Lebens.

Der Bursche ist 19 Jahre, ein Alter in dem manche auch einfach Regale einräumen müssen, damit sie überhaupt überleben. Er hat diese Regale dann aber ganz alleine eingeräumt und er hat mit seiner Arbeit etwas verdient, wenn auch nicht viel, aber es ist der erste Schritt in ein eigenständiges Leben. Irgendwann merkt er dann, daß es öde ist diese Arbeit zu machen und er hat dann evtl. soviel Selbstbewusstsein getankt, daß er den nächsten Schritt macht. Vielleicht kennt er sich irgendwann in Regalen so gut aus , daß er eine Fabrik für ein neues innovatives Regalsystem aufmacht.

Was ich damit sagen will ist, man hilft den Kindern oftmals mehr , wenn man Ihnen nicht hilft. Wie sollen sie lernen eine Fahrkarte zu ziehen, wenn sie im sicheren Wissen sind wenn ich das vergesse wird das ja eh bezahlt.

Kinder müssen zu Eigenständigkeit angeleitet werden und irgendwann muss man so weit sein, daß man loslässt. Auch wenn sie dann auf die Schnauze fallen, ist dies zehnmal besser für die Entwicklung, als wenn ich ständig hinter den Kindern stehe und sie von allem Unbill des Lebens fernhalte.

Ziemlich sicher bin ich mir in diesem Fall liebe Miarsanmir , daß die Kleider des 19 Jährigen von dir gekauft werden. Womöglich wird jeden Morgen die Garderobe die anzuziehen ist entsprechend Vor- und aufbereitet.

Meine Mutter war z.B. so, sie hat uns bemuttert bis wir weit über 40 waren. Ein Bruder von mir lebte bis er 33 war bei Ihr, er hat so glaube ich zu wissen keine einzige Hose selbst gekauft.

Entsprechend war das Ansehen , das er vor unserem Vater hatte. Meinem Bruder fehlte jegliches Selbstbewusstsein, er hatte nie eine Freundin, weil die eh nicht Recht gewesen wäre. So flüchtete er in eine Welt des Alkohols und starb mit 33 in seinem "Kinderzimmer".

Ich bin ebenfalls psychisch schwer erkrankt, habe es aber soweit im Griff. Bei mir war es aber so, daß ich mich selbst aus dieser Umklammerung lösen konnte, geheiratet habe und eine eigene Familie gründete.

Es ist ein Trugschluss permanent für seine Kinder bis sie erwachsen sind da zu sein, man muss loslassen und sie auf eigenen Beinen stehen lassen und wenn sie auch ein paar mal umfallen, das machen sie mit 8 - 9 Monaten schon, sie haben einen Willen laufen lernen zu können, diesen Willen sollte man Ihnen nicht wegnehmen.

msarip5osa


In-Kog-Nito

Ich verstehe nicht so ganz, inwiefern Dein Beitrag für Mirsamir hilfreich sein könnte.

I'n-Kog jNitxo


Was ich damit sagen will ist, man hilft den Kindern oftmals mehr , wenn man Ihnen nicht hilft. Wie sollen sie lernen eine Fahrkarte zu ziehen, wenn sie im sicheren Wissen sind wenn ich das vergesse wird das ja eh bezahlt.

Kinder müssen zu Eigenständigkeit angeleitet werden und irgendwann muss man so weit sein, daß man loslässt. Auch wenn sie dann auf die Schnauze fallen, ist dies zehnmal besser für die Entwicklung, als wenn ich ständig hinter den Kindern stehe und sie von allem Unbill des Lebens fernhalte.

genau das meinte ich.

manche kinder bringen sich auf die art um ihr leben, psychisch und manchmal psychisch.

@ mariposa

tut mir leid für dich.

IYn-Kotg Niito


psychisch/physisch

m5arixpoHsa


Mehr geht nicht? :°_

M6irsaGnmxir


Ich weiß, dass das mit der Ausbildung wahrscheinlich nicht klappen wird, weil ich davon ausgehe, dass seine Krankheit gravierender ist, als sich jetzt zeigt. Und dann redet natürlich kein Mensch mehr von irgendwelchen Jahren, die verloren sind, weil es nur darum geht, dass er mit seinem Leben zurecht kommt.

ABER, wenn es nicht so ist, wenn er sich auf irgendeine wundervolle Weise bis Herbst stabilisiert, dann hätte er etwas, eine Lehrstelle, die er sofort antreten kann, aber eben auch nicht muss, wenn sich bis dahin alles geändert hat. Darum bestehe ich gerade auf Bewerbungen, ich will ihm helfen, ein Ziel zu haben, einen Halt in seinem Chaos, kein weiteres Dahintreiben,... ist das verständlich?

Ich kann mir momentan überhaupt nicht vorstellen, dass er eine Lehrstelle beginnen und durchhalten kann. Wobei er in seinen Praktikumsstellen sehr beliebt ist und wie gesagt, ein sensibler Pfleger. Er war jetzt ein halbes Jahr alle zwei Wochen in einem Altenheim (die Schule macht eine Woche Praktikum und eine Woche Schulunterricht im Wechsel), diese Arbeit hat er gut bewältigt.

Zu dem Bemuttern: ich kümmere mich keinen Deut darum, was meine Jungs anziehen, ja, ich gehe mit und zahle bzw. drücke ihnen einen Geldschein in die Hand, beide verdienen nichts, haben nur geringes Taschengeld (mein Kleiner gibt aus, was er hat, er hätte mit 1000 Euro in der Woche kein Problem, das unter die Leute zu bringen, daher bekommt er wirklich wenig) und für Kleidung komme ich daher auf, damit sie sich etwas Schönes kaufen können, mein Rat ist da weniger gefragt.

Ich wasche die Wäsche, bügle, weil ich das gern mache, packe das Zeug sortiert in Körbe und dann stehen die Körbe im Wohnzimmer, bis der jeweilige Besitzer den Korb mitnimmt und wer weiß was damit macht. Ich wasche nur, was in der Wäschekammer liegt. Da bin ich äußerst konsequent, wer nicht dran denkt, hat keine frische Wäsche. Die Zimmer der Jungs betrete ich nicht, also zu Besuch komme ich natürlich schon, aber ich mache dort nichts, das ist deren Reich. Beide wurden zur Selbstständigkeit erzogen, geklappt hat es nicht hundertprozentig, aber immerhin, der Große lebt unter der Woche woanders und muss für sich selbst sorgen, der schafft das gut.

Ich habe eigentlich nicht das Gefühl, dass ich ihnen den Arsch pudere, aber vielleicht habe ich da doch einen falschen Eindruck ":/ Beide müssen mit anpacken, wenn Arbeiten anfallen, also im Haushalt meine ich. Beide können kochen und sich selbst versorgen.

Man kann mir vielleicht sogar vorwerfen, dass ich mich immer zu wenig gekümmert habe, also Pausenbrot oder so, da war ich wirklich eine schlechte Mutter, aber beide Jungs sagen übereinstimmend, sie sind so froh, mich als Mutter zu haben, weil sie alle Freiheiten innerhalb bestimmter Grenzen hatten, sie durften viel mehr als andere und wenn sie mich brauchten, war ich zur Stelle. Gerade wenn es Probleme gab. Sagen sie. Ich bin mir nicht immer so sicher :-(

MTirsanZmixr


Mit meinem Mann, das ist eine etwas schwierigere Sache.

Mein Mann wollte Kinder, dann kam der erste Sohn, der sehr schwierig war, wir glaubten, er braucht möglichst bald ein Geschwisterchen und so liegen nur 18 Monate zwischen den beiden. Sie wuchsen quasi als Zwillinge auf.

Schon in der Schwangerschaft mit unserem zweiten war mein Mann auf Abstand gegangen, ich hatte wirklich Probleme, weil ich seine Ablehnung spürte. Ich hatte mir so sehnlichst drei Kinder gewünscht, nun, nach zwei war Schluss. Mein Mann gestand mir später, dass er nach dem ersten Kind gemerkt hatte, dass er kein Vatertyp sei.

Das musste ich so akzeptieren.

Ja, als sie klein waren, war er geduldig, liebevoll, aber eben nicht oft da, das wurde immer schlimmer, gerade als sie im Kiga und Einschulungsalter waren, ging er um 6 aus dem Haus und kam um 20 Uhr wieder heim. Unsere Kinder schliefen um 19 Uhr, da war ich eisern, so haben sie ihn wochenlang nicht gesehen.

Am Wochenende ging mein Mann seinen Hobbys nach. Oder arbeitete.

Ich hörte einmal ein Gespräch der Kinder mit.

Mein Sohn erzählte von seinem Papa. Ein Freund sagte: "Ihr habt doch gar keinen Papa!"

Ich widersprach, aber da ging mir zum ersten Mal auf, dass es wirklich so war. Meine Mutter lebte damals noch, sie half mir, v.a. als ich wieder arbeiten ging, weil mir zuhause die Decke auf den Kopf fiel (und aus anderen Gründen)

Mein Mann sagte, er könne mit kleinen Kindern nichts anfangen, aber als sie größer waren, war der Zug abgefahren. Mein Großer kommt mit meinem Mann wunderbar zurecht, der hat keine Probleme, mein Kleiner dagegen hätte einen Papa gebraucht.

Mein Mann ist sich dessen nicht bewusst, für ihn ist alles richtig gelaufen. Er sagt, seine Söhne hätten ja gar nichts mit ihm unternehmen wollen und auch das ist richtig, sie hätten sich nach ihm richten sollen.

Gut, das zeichnet jetzt ein entsetzliches Bild, auch hier sind wieder nur Bruchstücke. Wir hatten auch tolle Urlaube, ganz kindgerecht und mit Spiel und Spaß, so etwas gab es schon auch.

Aber die Abwesenheit meines Mannes überwiegt.

Und nun muss ich wieder unterbrechen und eure Fragen lesen...

S$hojxo


ABER, wenn es nicht so ist, wenn er sich auf irgendeine wundervolle Weise bis Herbst stabilisiert, dann hätte er etwas, eine Lehrstelle, die er sofort antreten kann, aber eben auch nicht muss, wenn sich bis dahin alles geändert hat. Darum bestehe ich gerade auf Bewerbungen, ich will ihm helfen, ein Ziel zu haben, einen Halt in seinem Chaos, kein weiteres Dahintreiben,... ist das verständlich?

Was sagt er selbst denn dazu?

M%irslanmixr


Das hier beschäftigt mich noch. Kannst du dieses Gefühl noch ein wenig erläutern?

Ich denke mir: Wenn er sich für euch wie ein Fremdkörper angefühlt hat, wie sehr muss er sich selbst als Fremdkörper empfunden haben? Fühlt er sich bei euch noch "zu Hause"?

Dieses Fremdkörpergefühl beschäftigt mich auch.

Es war unmerklich diese Entwicklung, unsere Jungs haben sich zurückgezogen, in ihre Zimmer, mit ihren Freunden, sie kamen zum Essen und verschwanden wieder. Wenn sie dann doch da waren, machte ich auf der Couch Platz für sie, aber sie fühlen sich anscheinend nicht wohl.

Ich glaube aber, dass das jetzt gerade am Verschwinden ist wie gesagt, er war das ganze Wochenende herunten bei uns.

Ich habe vor allem das Gefühl, dass unser Kleiner uns nicht zeigen wollte, was mit ihm los war, er spielte Verstecken, er spielte eine Rolle und er war sich selbst so fremd.

Als wir noch ganz am Anfang unseres Weges zur (hoffentlich) Heilung waren, saß ich mit meinem Sohn im Auto, gerade hatte ihn eine Therapeutin abgelehnt, weil sie solch schwerwiegende Probleme (sie deutete Persönlichkeitsstörungen an) nicht mit Gesprächen behandeln konnte, da stellte er mir eine Frage, die mir ganz schön zu schaffen macht.

Er fragte: "Mama, wenn das alles vorbei ist, wenn die Therapie Erfolg hatte, wer und wie werde ich dann sein? Werde ich mich dann mögen?"

Ich sagte so etwas wie: "Ich denke, du wirst der sein, der du sein willst, du wirst mit dir im Reinen sein!"

Daraufhin meinte er: "Ich hoffe nur, dass der Kerl in mir, den ich vor Jahren getötet habe, nie mehr wiederkommt, ich hasse ihn."

Er hat das Gefühl, dass mehrere Personen in ihm wohnen und eine davon war er

vor vielen Jahren, er hat sich damals tatsächlich geändert, ich nahm das damals als total positives Zeichen, dabei sagt er heute, er hätte diesen verhassten Kerl getötet und einen anderen, netteren Menschen an seine Stelle gesetzt.

So redet er, ja, und ich rede von Lehrstellen, klingt lächerlich, ich weiß, aber wie gesagt, ich möchte einen Hauch von Normalität für ihn behalten, ein Zeichen und ein Ziel geben,... ihn nicht ziellos dahintreiben lassen,...

Und das hat er vor uns verborgen und vor lauter Verbergen war er ein Fremder geworden, also so sehe ich das.

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