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Herzrasen, Blutdruck, Mundtrockenheit, Panik

Fpilou2x000 hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

ich bin mir gar nicht sicher, ob das hier das richtige Forum ist. Aber trotzdem würde ich gerne mal mein Herz ausschütten und evtl. Feedback von Leuten bekommen, denen es genauso geht oder die mir Tipps geben können.

Anfang Dezember (2013) hatte ich einen Unfall im Labor. Die Stoffe waren an sich nicht gefährlich, trotzdem hatte ich Atemnot, Herzrasen und ein hohen Blutdruck. Ich habe die Nacht abgewartet, ob es besser wurde, jedoch wurde dies nicht besser und ich bin zum Arzt gegangen. Leider haben die mich an der Rezeption von meinem Hausarzt zu den Chirurgen in dem Haus weitergeleitet, da sie selber keine Arbeitsunfälle aufnehmen dürfen. Bei den Chirurgen wurde ich aufgenommen und haben Puls und Blutdruck gemessen (Puls 178, Blutdruck 190/110). Sie haben noch schnell auf Grund eines Inhalationstraumas meine Lunge geröntgt. Da ich aber anfing zu zittern, kalten Schweiß bekam und ich ein Enge Gefühl in der Brust bekam haben sie mich mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Nach einem EKG sagte mir die Ärztin, dass ich keine Angst haben müsste, es ist nichts gefährliches, aber sie würden mich gerne durch checken. Drei Tage war ich im Krankenhaus. Sie haben eine RR-Messung, LG-EKG, Herz Echo, Lungenfunktionstest, Sono (Alle Organe einmal durch), Belastungs-EKG und nochmal Röntgenaufnahmen gemacht. Fazit war, es wurde nichts festgestellt, ich sollte die Dociton, die ich bekommen habe langsam absetzen und mit meinem Hausarzt den Blutdruck nochmal kontrollieren.

Gemacht getan, ich zum Hausarzt. Tablette würde abgesetzt und ich bekam ein RR. Er sagte mir mein Blutdruck sei leicht erhöht, aber alles gut. Das ganze spiele sich ca. drei Wochen ab. Dann bekam ich plötzlich am Samstagabend Kribbeln im ganzen Körper, Herzrasen (Puls 135), Blutdruck (180/110), Enge Gefühl in der Brust und Atemnot. Mein Vater brachte mich in die Notaufnahme. Die Kardiologin sagte mir, ich sollte mich beruhigen ich habe einen Kaliummangel. Ich hab zwei Infusionen bekommen, Beta-Blocker und sollte Zuhause Dociton und Kaliumbrausetabletten nehmen. Ich also wieder zum Hausarzt. Nun sagte er es reicht, Vertrauen ist gut aber wir machen das alles nochmal. Blut- und Urinuntersuchen, EKG, Langzeit-EKG und Ultraschall von den ganzen Organen (auch Schilddrüse wurde genau untersucht. Die Nieren auch, auf Grund des Kaliummangels). Nichts gefunden. Ich sollte aber die Dociton weiter nehmen, da ich immer mal Herzrasen hatte (natürlich nicht beim LG-EKG). Er sagte mir ich würde mir zu viel Stress machen, es dauert eine Weile bis es weg geht.

Ich bekomme zwischendurch, aus heiterem Himmel solche "Anfälle" (Herzrasen, hoher Blutdrück, Atemnot, Panik, Druck auf der Brust, trocknen Mund). Wie verordnet nehme ich eine Dociton. Nach ca. 30-45 min fängt es dann an nachzulassen. Nach so einem "Anfall" hab ich Tage lang einen höheren Blutdruck und bin verängstigt das es wieder kommen kann. Manchmal bekomme ich auch nur schwitzige Hände und hab das Gefühl schlecht Luft zu bekommen oder es fängt irgendwo im Körper an zu kribbeln und mir laufen kalte Schauer durch den ganzen Körper oder mein Mund wird Trocken. Wenn ich "gebraucht werde" habe ich nichts. Wir hatten Handwerker im Haus und da musste ich denen was erklären und ich habe ich wohl gefühlt. Wenn ich dran denke, was mach ich heute oder morgen, merke ich wie nervös ich werde.

Ich habe mittlerweile echt Angst, dass es etwas ist, was die Ärzte nicht gefunden haben. Ich werde kommende Woche nochmal mit meinem Hausarzt sprechen.

Für alle die es sich druchgelesen haben, bedanke ich mich jetzt schon mal.

Viele Grüße

Antworten
Dnschuq-Ds!cxhu


Das klingt komplett nach den typischen Panikattacken. Die steigen teilweise aus dem Unterbewussten auf, resultieren also aus unbewussten (Angst-)Gedanken.

Wenn du mehrfach untersucht wurdest ohne Befund, solltest du ins Auge fassen, dass es sich um ein psychisches Problem handeln könnte. Und ja: Die Psyche kann tatsächlich solche körperlich erscheinenden Probleme erzeugen!

D$schSu-Dsxchu


P.S. Deine Schilddrüse wurde vermutlich auch untersucht und ist o. B.?

F(ilou2x000


Hallo Dschu-Dschu,

vielen Dank für deine Antwort.

Meine Schilddrüse wurde einmal über ein Blutbild untersucht und mittels Ultraschall. Sie wurde auch vermessen, da in der Familie eine vergrößerte Schilddrüse häufig vorkommt, aber die Blutwerte trotzdem stimmen. Alles ohne Befund.

Das mit den Panikattacken hat mir schonmal jemand gesagt, aber ist sehr schwer sich damit abzufinden.

Ich Danke dir :-)

D[sc|hur-Dsxchu


Filou2000, ich weiß, wie schwer es zu akzeptieren ist, dass doch so eindeutig körperlich erscheinend Signale "nur" dem Unbewussten zuzuordnen sein könnten.

Sicherlich sollte auch alles im Vorfeld abgeklärt werden, was nur möglich ist, denn es ist tragisch, wenn es doch einen körperlichen Hintergrund hätte und dieser übersehen würde.

Ich meine nur, wenn du so gar nicht weiterkommst mit deinen Untersuchungen, diese Möglichkeit halt einzubeziehen, vor allem, da eigentlich alles in diese "Schiene" der Panikattacken passt …. Auf jeen Fal alles Gute. *:)

R}ich4axrd61


@ Filou,

Betablocker machen extreme Nebenwirkungen. Mein Freund ist Nephrologe und der hat mir vor 4 Jahren geraten auf Atacand umzusteigen. Der Wirkstoff ist Candesartan und macht fast keine Nebenwirkungen.

Wenn du die Nebenwirkungen im BPZ liest sind fast alle Symptome dabei die du hast.

F5iloLu2x000


@ Dschu-Dschu,

vielen Dank :-)

@ Richard61,

Danke für deinen Tipp. Ich hatte dies auch als ich die Dociton abgesetzt hatte, ich weiß allerdings nicht wie lange danach noch Nebenwirkungen auftreten können. Ich nehme das Medikament nicht in ersterlinie für den Blutdruck, sondern um die Herfrequen bei solchen "Schüben" zu senken, desweiteren soll das Medikament beruhigent wirken. Aber das ist natürlich eine möglichkeit das ich es nicht besonders gut vertrag oder in der Kombination zwar hilft, aber andere Symptome auslöst. Es soll definitiv wieder abgesetzt werden, wenn es mir besser geht.

FXil4ouT2T000


Hallo Zusammen,

für die Leute die sich weiter interessieren:

Ich war heute beim Hausarzt, er sagte das er sich nach den ganzen Untersuchungen keine Herzerkrankung vorstellen kann. Hab aber erstmal ein Tele-EKG bekommen. So kann ich von überall ein EKG machen. Sollte es nach 4 Wochen nicht weg gehen, wird er wohl eine Psychotherapie in angriff nehmen.

Vorhin hatte ich Sodbrennen (glaub zu mindest das es das war), Brennen entlang des Brustbeins und unterhalb der Rippen, recht mittig ein "Druck" und leichtes brennen gehabt. Nach paar minuten wurde mir kalt und mein Blutdruck ging hoch, Puls auch. Hab ein EKG gemacht und dachte mir ok, warte mit dem Beta-Blocker mal 5 min. Nach 15 min war der Puls wieder unter 100 und der Blutdruck 135/87. Nun schwanken die Werte trotzdem noch etwas.

Kann es sein, dass mich das EKG schon beruhigt hat?

Viele Liebe Grüße

Filou

D9schuj-Dschxu


Das kann durchaus sein. Und deutet ein weiteres Mal auf die Psyche als Ursache hin. :)z *:)

F}ilo3u20x00


Hallo Zusammen,

Dschu-Dschu, ich danke dir wie immer für deinen Beitrag :)z

Die letzten Tage bin ich etwas ruhiger geworden, aber hatte das Gefühl eher depressiv zu wirken. Kein Bock auf nichts und konnte nichts mit mir anfangen.

Gestern hatte ich noch ein Gespräch mit meiner Mutter, sie hat versucht mich aufzumuntern, hat auch bissel geklappt.

Heute hatte ich ein Druckgefühl (Verspannung, wie eingeklemmt, kann es nicht genau beschreiben). Vorallem beim Sitzen, bin ich aufgestanden war es weg, nach langem Stehen kam es wieder. Hoffe das es nur vom Rücken her kommt ":/ . Ich hatte schon etwas Angst :-( . Bin kurz mit dem Hund draußen gewesen, hatte ging mein Puls wieder hoch. Vermute das es auch damit zusammen hängt, dass ich in den letzten 2,5 Monaten mich vor fast jeder Bewegung drücke, weil ich manchmal echt Schiss habe das etwas passiren kann.

Bis gerade war ich aber recht munter :) . Nun bin ich wieder niedergeschlagen, mir ist leicht übel und mein Magen fühlt sich nach dem Abendbrot (Toastbrot mit kleinen Bratwürstchen, die lagen noch rum) an, als ob ich Tonnen gefressen hätte.

Nun ist ein Brennen am Brustbein aufgetaucht. Das macht mir echt Angst :( Manchmal mein ich auch, das ich nicht so ganz bei der Sache bin. Dafür ist das Druckgefühl weg.

Ich mag mitlerweile einfach nur noch heulen.... Ich weiß nicht mehr weiter.... :°( :°( :°( :°( :°( :°( :°(

Viele viele Grüße

F5ilouz2x000


Hey,

will euch weiter auf dem Laufenden halten.

War gestern beim Arzt: Die EKGs sind alle super ohne Befund. Hab was gegen mein Sodbrennen bekommen und soll das ganze so 1-2 Wochen weiter machen.

Nun steht gleich eine Klausur an %-|

Heute morgen hatte ich ein Blutdruck von 117/68 und einen Puls von 60. Eig super Werte, würde ich sagen, aber hab mir trotzdem fürchterliche Sorgen gemacht. nun ist mir leicht schwumerig und fühl mich unwohl, auch plötzlich Durchfall bekommen. Ob es an der Klausur und Stress liegt?

Oh man, manchmal fühl ich mich total Hilflos.

VG

mKi#nimxia


@ Filou

Ob es an der Klausur und Stress liegt?

Ganz bestimmt sogar...genau genommen wird deine momentane Gesamtverfassung dich anfällig für alle möglichen Störungen machen.

Ich kann @Dschu-Dschu nur zustimmen. Alles klingt nach Panikattacken.

Die Natur hat es schon ganz pfiffig eingerichtet...wenn wir nicht auf uns achten, und Stresssignale (ausgelöst durch was auch immer) systematisch ignorieren, sucht sich die Seele andere Wege, um auf sich aufmerksam zu machen. Und was eignet sich da besser als der Körper? Spätestens wenn wir es mit der Angst zu tun bekommen, weil wir denken, in jedem Augenblick an Herzversagen o. a. zu sterben, oder wenn die Beschwerden so schlimm sind, dass wir unserem gewohnten Leben nicht mehr einfach nachgehen können, spätestens dann hat die Seele unsere ganze Aufmerksamkeit.

Klingt jetzt wahrscheinlich alles wild esoterisch, lässt sich aber so ganz gut in ein verständliches Bild packen.

Es könnte dir helfen, falls du es nicht schon getan hast, dir mal gezielt Beiträge zu Panikattacken durchzulesen. Du wirst feststellen, dass sich all das, was du beschreibst, dort wiederfindet. Auch haben diese Menschen genau die gleiche Untersuchungs-Odyssee durch wie du, denn das Ausschlussverfahren muss bei jedem erst mal her.

Die Beschwerden sind an sich schon unangenehm genug, aber wenn sich dann noch die Angst andockt, läufst du schnell Gefahr, in so einen Teufelskreis zu geraten. Deshalb mein Rat...bewege dich weiter, versuche alles so zu tun, wie du es bisher getan hast.

Tückischerweise kommt hinzu, dass man anfängt, wirklich jede Regung des Körpers genau zu beobachten, was die Angst noch weiter schürt und auch das eigene Verhalten (Atmung etc.) verändert/verschärft.

Und es ist ein furchtbares Gefühl, plötzlich "vermeintlich" keine Kontrolle mehr über sein Wohlbefinden zu haben. Und ja, es können zig Beschwerden gleichzeitig auftauchen, das ist nicht nur auf eine Schmerz- oder Unruhequelle beschränkt. Viele Sprüche wie "Das schlägt mir auf den Magen", "mein Herz bleibt stehen", "das bereitet mir Kopfzerbrechen", die Laus auf der Leber und, und, und haben schon ihre Berechtigung.

Im Moment sträubst du dich noch gegen die Möglichkeit, dass dir eine Psychotherapie helfen könnte. Aber die Akzeptanz wird kommen, früher oder später, weil eben diese "seelischen" Beschwerden nicht von alleine weggehen.

Halte durch! Nach allem, was du hier schreibst, und nach Jahrzehnten eigener Erfahrungen diesbezüglich, gehe ich absolut davon aus, dass du an diesen Beschwerden nicht sterben wirst. Außer du ängstigst dich zu Tode (noch so ein Spruch :)z ). Das Thema Psychosomatik (Psyche= Seele ... Soma= der Körper) ist ein weites Feld. Befasse dich damit, sobald du willst, und je eher du deine Sorgen und Ängste in Angriff nimmst, desto eher bist du sie auch wieder los.

Alles Gute :-)

Fcilotu22000


Hey minimia,

ich danke dir ganz herzlich für den ausfürlichen Beitrag.

Das mit der Klausur war nichts :-( . Konnte die Gedanken nicht zusammen halten und bekam dann auch noch eine Panikattacke, die ich versucht habe so gut wie möglich zu unterdrücken. Naja wurd nicht sonderlich was, also hab ich abgegeben. Unser Prüfer hatte mich gefragt, warum so früh, ich sagte nur aus Krankheitsgründen konnte ich nicht lernen und wollte trotzdem es sehr gerne versuchen. OK, ging jetzt auf meine Kappe! Er zeigte Verständniss und sagte, wir sehen uns dann Munter bei der nächsten wieder.

Ich hatte die gleichen Symptome wie immer. War mir diesmal sicher, das es NICHT vom Herzen kommt und es wirklich nur Psychisch ist. Doch die Angst hat irgendwie nicht lange auf sich warten lassen. Gerade weiß ich nicht was schlimmer ist, das Ärgern über die Klausur oder wieder eine Panikattacke.

Ich werde mir mal die Psychosomatik angucken. Ich interessiere mich dafür sehr. Bin mir auch bewusst, was die Psyche alles kann, aber bei mir selbst klappt das wissen leider nicht :-/

Danke und viele Grüße *:)

m0inixmia


Hi Filou,

aber bei mir selbst klappt das wissen leider nicht

...NOCH nicht! Aber das wird kommen. Interessanterweise entsteht irgendwann ein Vertrauen darin, dass die Panikattacken dir körperlich nichts "Böses" anhaben können. Wenn du wieder und wieder erlebt hast, dass du eine um die andere Attacke überstanden hast und immer noch "da" bist. ;-)

Ich erinnere mich an eine Situation...ich hatte damals täglich mit allen möglichen Kopfschmerzen zu tun (Kernspinto etc. war alles schon durch, ohne Befund). Und jedesmal, wenn wieder so ein Schub kam, dachte ich "bloß jetzt nicht bewegen, nicht aufstehen usw., sonst kippst du sofort tot um". Irgendwann hatte ich es satt, dass die Angst mich derart im Würgegriff hatte, mich so lähmen konnte, dass ich mir dachte "doch, du stehst jetzt auf, gehst den Abwasch machen, dann hat deine Mutter weniger zu tun, wenn meine Wohnung aufgelöst und der Nachlass geregelt werden muss....". Mag jetzt völlig bekloppt klingen, aber es hat mir enorm geholfen. :-D

Ich habe meine Beschwerden akzeptieren und somit der Angst die Wucht nehmen können. Letztlich war das bei mir der entscheidende Schritt zur Besserung. Auch du wirst deinen Dreh finden, mit der Angst umzugehen.

Hab' Geduld, auch die Akzeptanz ist ein Prozess, der seine Zeit braucht.

@:)

FniYlou2 000


Hallo Zusammen,

Hi minimia,

du hast recht, das ganze muss erstmal akzeptiert werden, was nicht einfach ist. Für viele nicht verständlich, doch ich glaub wenn man einmal in so einer Situtation war, versteht man auch was man gerade durch macht. :-)

War heute beim Hausarzt, da mir seit Mittwoch schwindelig und wie benommen im Kopf ist. Blutdruck beim Arzt 90/60. War bissel tief. Soll jetzt nur eine halbe Dociton nehmen und das Ziel ist, das ich den Beta-Blocker komplett los werde. Ich hab ihn nochmal drauf angesprachen, wie wir weiter machen wollen. Nun, sagt er es ist der Punkt gekommen, wo er mich lieber an "Psychoexperten" weiter gibt, bevor er was falsch macht. Er hat mir noch 4 Empfehlungen gegeben, wo ich es versuchen soll.

Man wird es wohl positiv entgegen gehen müssen.

Ich bin gespannt. Vllt erreiche ich heute (Freiagnachmittag) noch jemanden :D

Viele Grüße

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