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Beziehung zu meiner Mutter die mich zerstoert

*]lecnoxra* hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin grade erst frisch hier registriert, da ich nicht mehr weiter weiss und ich nun merke dass ich auf

die Situation auch koerperlich reagiere.

Daher wuerde ich gerne feedback von Menschen bekommen die in einer aehnlichen Situation sind

um herauszufinden ob es eine Loesung gibt oder die Loesung doch letzendlich nur lauten kann, Kontaktabbruch.

Zu meiner Situation, ich bin 32, lebe mittlerweile im Ausland ueber 800km von meinen Eltern entfernt.

Ich bin das einzige Kind meiner Eltern was ich sehr schade finde, denn letzendlich ist man ja so auch

etwas auf sich gestellt wenn es mit den Eltern Probleme gibt.

Ich bin mit 17 von Zuhause ausgezogen da mein Vater in meiner Teenagerzeit sehr aggressiv mir gegenueber war und meine Mutter sich in einer neuen Ausbildung befand, sich somit mehr auf sich selbst konzentrierte. Ich war bereits einmal verheiratet aber verliess den Mann nach 8 Jahren Beziehung weil er log und viele Schulden hatte. Ich musste dann fuer kurze Zeit zu meinen Eltern zurueckziehen bevor ich endlich zu meinem Partner ziehen konnte, seit dem lebe ich im Ausland.

Meine Mutter empfinde ich als sehr selbstbezogene Frau. Sie machte immer das was sie wollte.

Sie hatte schon als ich ein kleines Kind war so schlimme Streits mit meinem Vater dass es im Raum

stand dass die Beiden sich scheiden lassen wollten. Ich erinnere mich das eines Nachts als ich ca. 4 war, mein Vater nachts zu mir ins Zimmer kam, und sich auf mein Bett setzte und weinte. Ich wachte davon auf und fragte was los ist und er erzaehlte mir dann dass sie sich scheiden lassen. Ich hab damals natuerlich ueberhaupt nichts verstanden und nur mitgeweint. Es musste schon traumatisch gewesen sein denn ich kann mich noch im Detail an die Situation erinnern und das war 1985! Meine Mutter hatte mindestens 4 Affaeren waehrend sie mit meinem Vater zusammen war, sie erzaehlte mir von jeder einzelnen und ich musste natuerlich daruber schweigen. Sie war bis ich ca. 5 Jahre alt war Zuhause und wollte dann wieder arbeiten was dann so geregelt wurde dass mein Vater nachts um halb 4 zur Arbeit ging und ich dann fuer ca anderhalb Stunden allein Zuhause war, bis meine Mutter dann von der Nachtschicht kam. Ich durfte nie Freunde mit nach Hause bringen weil sie tagsueber schlief, deshalb verbrachte ich oft Tage allein in meinem Zimmer oder draussen mit Freunden. Sie entschied sich dann als ich 12 war das sie noch eine 4. Ausbildung machen wollte und da die meisten in ihrer Klasse ca. 20 Jahre juenger als sie war, passte sie sich an. Alternative Anziehsachen, weggehen etc. Sie hatte nie interesse am Hausalt etc. das blieb liegen, eigentlich war meistens Chaos. Mein Vater hatte in der Zeit anscheinend schon laenst resigniert denn er ging nur arbeiten, sah fernsehen oder verzog sich zu Freunden. Ich verbrachte die Zeit bis ich ausszog meist alleine und bei Freunden. Dann bekam sie nach der Ausbildung keinen Arbeitsstelle und beschloss wieder im Alleingang dass sie in einem anderen Bundesland eine Stelle annimmt und in ihre eigene Wohnung dort bezieht. Mein Vater hielt sie wie immer nicht zurueck.

Dies alles nur am Rande als Vorgeschichte.

Meine Beziehung zu ihr ist mittlerweile so schlecht, dass mein Puls oft hochgeht wenn ich nur ihre Stimme hoere. Sie schreit jeden Tag, das ist ihre normale Art zu reden. Nicht nur mit mir, auch mit meinem Vater.

Sie hat im laufe meines Lebens viele schreckliche Sachen zu mir gesagt.

Zum Beispiel meinte sie einst zu mir: "Wenn Du und meine Katzen in einem Vulkan haengen wuerdet, und ich einen von Euch retten muesste, wuerde ich meine Katzen nehmen, Du kannst Dir ja selbst helfen."- "Wenn Du mit Deinem Freund Kinder bekommen wuerdest, wuerde ich sie nicht anfassen und mich vor ihnen ekeln, sie waeren ja 50% von ihm, ich kann ihn nicht ab", –

Als ich 18 war und grade auf Jobsuche, wollte mir das Amt kein Geld zahlen da ich ja noch bei meinen Eltern wohnen koennte. Sie arbeitete damals in der Psychiatrie als Krankenschwester. Eines Tages zitierte sie mich zu der Station wo sie arbeitete, sie erzaehlte mir nur kurz am Telefon sie haette eine tolle Idee fuer mich. Ich bin dort also hin weil ich dachte vielleicht haette sie ein Jobangebot fuer mich. Sie sass dann dort mit ihrer Chefin und erzaehlte mir ernsthaft, sie und die Chefin koennten mich psychisch krank schreiben, dann wuerde das Amt mir automatisch Geld zuteilen muessen! Ich war so so geschockt und sauer dass sie mir ernsthaft so etwas vorschlug!

Dies sind alles nur ein paar Beispiele von vielen..

Sie macht mich regelmaessig auch bei kleineren Sachen nieder. Sie besteht z.B. darauf dass ich

nicht kochen oder waschen kann obwohl das totaler quatsch ist da ich ja nun meinen eigenen Haushalt fuehre seit 15 Jahren.

Sie und mein Vater sagen mir seit je her dass ich ein Biest bin das undankbar ist und das ich alleine

Schuld an der schlechten Beziehung zu ihr waere da ich mich so furchtbar benehme. Ich habe diese Beschuldigungen so verinnerlicht, dass ich mich mittlerweile fuer jede Entscheidung in meinem Leben die ich treffe und von der ich weiss sie wuerde diese nicht moegen, schuldig fuehle und im Nachhinein immer hinterfrage ob ich das Recht habe dies oder jenes zu tun.

Mein Vater hat mittlerweile ein Alkoholproblem da er mit ihrer bestimmenden, schreienden Art nicht

zurechtkommt. Sie leben weit draussen auf dem Land da meine Mutter ihre Ruhe will, mein Vater

jedoch ist gerne in Gesellschaft und muss heimlich Freunde besuchen da meine Mutter ihn sonst anschreit dass er nur "zum saufen" weggeht. Sie selbst hat keine Freunde ausser ihre Physiotherapeutin, da sie keine Lust hat engere Freundschaften zu knuepfen da dies so "einengend" ist.

Dies alles klingt so negativ, ich will sie gar nicht beschreiben wie ein Monster. Ich weiss sie wurde von ihren Eltern schlimm unterdrueckt (das ging von Freundschaften bis zur Entscheidung was fuer einen Beruf sie lernen soll) und sie spurt heute noch mit fast 60! Bei uns in der Familie wird viel mit

Geld gemacht, grosse Geldgeschenke sind keine Seltenheit, und dann wird natuerlich erwartet dass

man sich dankbar zeigt und tut was die Eltern wollen. Klar soll man dankbar sein, versteht mich nicht falsch, aber es wird dann immer wieder auf den Tisch gebracht wenn man nicht spurt.. Wir haben Dir so viel Geld gegeben, und dann willst DU nicht einmal jeden Monat eine Karte schreiben? So nach dem Prinzip. Und meine Mutter muss immer um Anerkennung kaempfen da ihre Leistung nie gut genug ist, ihr Bruder ist der King und bekommt immer Beifall, sie bekommt kaum was..

Ich denke ihre Art und Weise hat mit den Erfahrungen zu tun. Sie hatte auch bereits 2x Brustkrebs und auch das schlaegt mit Sicherheit auf die Psyche. Ich weiss ihr ging es in den letzten Jahren nicht gut. Ich fuehle aber dass ich mit den ganzen Angriffen, der Schreierei nicht klarkomme.

Meine Eltern haben mir besonders in den letzten Jahren finanziell sehr geholfen, ich haette niemals auswandern koennen wenn sie mir nicht eine Menge Geld gegeben haetten, man kann sich in solchen Dingen total auf sie verlassen. Sie haben uns auch eine Waschmaschine und einen Trockner geschenkt. Aber leider bekomme ich genau solche Geschenke auch oft vorgeworfen wenn meine Mutter grade wieder in der Stimmung dazu ist.

Ich fuehle mich total alleine mit der Situation, ich habe keinen Rueckhalt von meinem Vater da er keine Lust auf Konflikte mit ihr hat und sich daher raushaelt damit er nicht angeschrien wird.

Ich verstehe nicht warum er dies tut, da er genug Geld verdient dass er jederzeit wegziehen koennte.

Er verbringt die meiste Zeit vor dem Fernseher oder faehrt Fahrrad dass er nicht im Haus sein muss.

Sie verbringt die meiste Zeit vorm TV oder vor ebay und kauft und kauft und kauft so dass das Haus bis zur Decke voll ist!

Sobald ich wieder Zuhause bin, weit weg von ihr, erzaehlt sie mir am Telefon sie vermisst mich und dass sie ja soviel verkaufen muss auf ebay aber nicht weiss wie das geht und ich ihr helfen muss.

Ich bin jetzt seit 4 Wochen bei ihr im Urlaub und wir haben bisher 0 getan. Ich habe es ihr einige Male angeboten, sogar es alleine zu tun um mal etwas Licht ins Chaos hier zu bringen, sie hat aber immer was anderes als Ausrede (meistens Fernsehen).

Ich fahre in 2 Wochen wieder nach Hause und wiedermal unverrichteter Dinge. Seit ich hier bin ist

auch das "ich vermiss Dich" ueberhaupt nicht mehr, sie schreit mich die meiste Zeit an.

Eins der ersten Dinge die sie zu mir gesagt hat als ich ankam und meinen neuen Pony gesehen hat "solche Ponys haben die Behinderten in 1920 geschnitten"..

Ich merke dass ich diese Art nicht mehr ertrage.. ich habe mit meinem Partner dies alles besprochen und er sagt ich sollte nicht etwas in meinem Leben krampfhaft versuchen zu halten, was mir ueberhaupt nicht gut tut. Natuerlich hat er recht! Aber ich habe kaum Familie, und man hat doch nur ein Paar Eltern. Ich tu mir unglaublich schwer da einfach den Kontakt abzubrechen!

Ich wuerde mich wirklich wirklich freuen wenn hier vielleicht irgendjemand, der in der Vergangenheit auch in der Situation war, mir einen Tipp geben koennte wie ich mich verhalten soll?

Ich erhoffe mir einfach dass es noch andere Moeglichkeiten gibt als wirklich den Kontakt abzubrechen :-(

Lieben Dank fuers lesen!

Antworten
*jlenoxra*


Oh und sorry wegen einiger Rechtschreibfehler, ich schreibe seit Jahren hauptsaechlich englisch @:)

sWchneIckJe19x85


Hallo leonora!

Ich bin jetzt zu müde um einen langen Beitrag zu schreiben, deshalb wird es nur eine Kurzversion ;-)

Ich denke, du brauchst eine Psychotherapie. Du hast viel emotionale Gewalt erlebt und das frisst sich ganz tief in den Kopf. Du bist gerade an einem Punkt, wo du so nicht mehr weitermachen kannst und willst - das ist natürlich einerseits sehr belastend, andererseits ist es auch eine Chance für dich, aus dem Kreislauf auszusteigen und dein Leben neu zu formen :)*

Das, was du beschreibst, nennt man in der Psychologie Co-Abhängigkeit. Vielleicht magst du mal danach googeln? Das heißt, du lässt dich von einem Menschen vor einen Karren spannen, den du selber nicht ausgewählt hast und ziehst ihn auch noch - widerwillig - mit.

Wichtig ist, dass du deine Mutter nicht verändern kannst. Das kannst du nicht. Egal, was du tust, egal, wie du es machst. Aber du kannst dich verändern, dich abgrenzen. Kontaktabbruch kann eine Möglichkeit sein, aber meiner Meinung nach ist das nur ein Instrument, um mit dem ganzen fertig zu werden, denn auch du und dein Selbstwert sind massiv geschädigt worden und werden es immer noch. Ich habe eine ähnliche Geschichte (wenn auch weniger schlimm) mit meiner Mutter durch. Ich habe mir immer eine liebevolle Mutter gewünscht, die für mich da ist. Das war sie aber nie. Letztlich habe ich aus den Erfahrungen den Schluss gezogen, dass ich wenigstens weiß, in welche Richtung ich NICHT gehen will. Ich habe mich meinen Problemen gestellt und eine Therapie gemacht, gelernt, wie ich mich abgrenzen kann und muss. Mir geht es heute in der Hinsicht sehr gut und ich kann ohne Bitternis zurückschauen.

Die Vergangenheit kann man nicht ändern, aber die Zukunft. Wie du am Beispiel deiner Mutter siehst (so war es auch bei mir) ziehen sich solche Probleme gerne über mehrere Generationen.

Ich hatte auch immer das Gefühl, dass ich mich zwischen meinem Glück und dem, was meine Eltern glücklich macht, entscheiden muss. Ich habe so viele Dinge getan, die ich eigentlich gar nicht wollte, wo ich mich aber verpflichtet fühlte. Letztlich bin ich aus einer großen Familie die einzige, die sich therapeutisch mit den Mechanismen dieser Abhängigkeit auseinandergesetzt hat - an meinen Geschwistern sehe ich, wie sehr sie von dieser Kindheit gezeichnet sind, wie sie manches heute an ihre Kinder weitergeben. Und alle kämpfen mehr oder weniger im Leben, alle haben Probleme.

Auch ich trage viele Narben auf meiner Seele, manchmal kommt auch die Wut wieder hoch. Aber ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben, ich kann jetzt nach vorne schauen, ohne schlechtes Gewissen (ich hatte permanent ein schlechtes Gewissen, weil ich meine Mutter nicht gerettet habe).

Such dir professionelle Hilfe, die dich auf deinem Weg stützt. Gerade, weil du keine Geschwister hast, brauchst du eine Stütze mehr als nötig, um für dich die richtigen Entscheidungen zu treffen, um mit dem Ganzen umzugehen.

Ich wünsche dir alles Gute :)*

smchneck^e1985


PS: Sorry, ich habe deinen Usernamen falsch geschrieben |-o

Was mir ganz gut geholfen hat ist mir vorzustellen, was ich tun würde, wenn mich z.B. ein Arbeitskollege so behandeln würde? Wie würde ich dann reagieren?

Will heißen: Distanz kann auch heilsam sein, wenn man gefühlsmäßig so verwirrt ist. Egal ob Mutter oder Bekannter: Es gibt gewisse Verhaltensregeln, die ein Erwachsener beherrschen sollte. Und nur weil man Gene teilt, heißt das nicht, dass man mir weniger Respekt erweisen muss als Frau XY im Supermarkt.

*~lenoora*


Liebe Schnecke,

das mit dem Namen ist doch nicht schlimm ;-)

Ich danke Dir fuer Deine Antworten.

Ich habe bereits einen Termin bei einem Counsellor gemacht fuer Ende Maerz.

Ich weiss ich muss mit jemandem sprechen der sich professionell damit auskennt.

Mir ist bewusst dass ich nicht erwarten kann dass sie sich aendert, dafuer ist sie mittlerweile

zu alt und auch zu sehr eingefahren in ihrem Verhalten.

Ich hatte online etwas recherchiert und eine Seite gefunden ueber Narzissistische Muetter und deren

Verhaeltnis zu ihren Toechtern. Leider muss ich sagen dass ich sie in sehr vielen Dingen wiedererkannt

habe :-( ich moechte es gar nicht wahrhaben.

Deinen Tipp mit dem Arbeitskollegen habe ich mir ueberlegt und natuerlich wuerde ich so ein Verhalten nicht akzeptieren.. ausser es waere mein Boss.. dann wuerde ich vermutlich kuendigen.. was man natuerlich als Methapher fuer Kontaktabbruch sehen kann.

Danke fuer Dein Feedback! @:)

sqchne2cke1x985


Bitte, gerne geschehen! :)_

Ich finde es toll, dass du schon einen Termin gemacht hast... ich drücke dir die Daumen, dass ihr euch gut versteht und zusammenarbeiten könnt :)* einen Verbündeten braucht man in so einer Situation sehr - vor allem, weil man selbst gefühlsmäßig einfach zu sehr involviert ist.

eine Seite gefunden ueber Narzissistische Muetter und deren

Verhaeltnis zu ihren Toechtern. Leider muss ich sagen dass ich sie in sehr vielen Dingen wiedererkannt

habe :-( ich moechte es gar nicht wahrhaben.

Mir hat damals auch ein Buch sehr gut geholfen... es hat mir dabei geholfen zu verstehen, was mit mir passiert ist. Denn irgendwie "gewöhnt" man sich an die schlechte Behandlung. Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft auf deinem Weg, Mut und Glück.

Ich bin sicher, du wirst deinen Weg finden :)* :)_

*Olenorxa*


Ich habe jetzt grade mal Co Abhaengigkeit gegoogled und der Begriff kommt nur in Zusammenhang mit Suchtkranken? Gibt es denn auch eine Co Abhaengigkeit ohne das der Elternteil suechtig ist?

s{chn*eckeF19x85


Ja, der Begriff wird v.a. im Zusammenhang mit Süchten verwendet (primär), aber eigentlich beschreibt er ein Beziehungsmuster, das in vielen Konstellationen vorkommen kann. Typisch ist z.B. auch Co-Abhängigkeit zu einem psychisch kranken Elternteil (was für dich relevant sein könnte), indem sich das Elternteil einer Behandlung verweigert und sozusagen die Verantwortung für das eigenen Wohlergehen an Kinder / Partner überträgt ("Wenn du xy machst, dann geht es mir schlecht") ohne zu begreifen, dass Mitmenschen nicht zum Bespaßen der eigenen Bedürfnisse gedacht sind. Kinder / Partner fügen sich dem emotionalen Druck, tun möglichst alles, was verlangt wird, und ermöglichen so dem Betroffenen, in seiner Situation (z.B. Sucht, psychische Erkrankung, Bösartigkeit) zu verbleiben. Denn wenn das Umfeld nachgibt, gibt es auch keinen Anlass, dass der Betroffene selbst was ändern muss: In seinen Augen läuft ja alles optimal, er bekommt, was er will.

Der Bezug zur Sucht ist also deshalb so stark, weil es sowohl bei psychischen Erkrankungen als auch bei Sucht einen enormen Leidensdruck braucht, damit die Betroffenen etwas ändern. Wenn dieser Leidensdruck fehlt, dann ändert sich der Betroffene nicht, sondern überträgt seine Probleme auf den Co, der für ihn die Verantwortung übernimmt.

Der Auszug aus Wikipedia passt meiner Meinung nach gut, um zu beschreiben, was in solchen Beziehungen passiert - ersetze dabei das Wort Sucht durch psychische Störung oder Rücksichtslosigkeit:

Abhängige verhalten sich typischerweise manipulativ. Durch ihr Verhalten verstricken sie andere in co-abhängiges Verhalten. Co-Abhängige machen den Abhängigen zum Mittelpunkt ihres Lebens. Sie erfahren dafür zunächst die Anerkennung ihrer Umgebung. Sie nehmen die Helferrolle ein bis zur völligen Selbstverleugnung. (Anmerkung: Zum Beispiel Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse, des eigenen Lebensentwurfs ect.) So kommt es z. B. zur Überschuldung bei dem Versuch, einem Heroinsüchtigen zu helfen, oder zum Burnout bei dem Versuch, die Firma durch Überstunden zu retten. (ich sage immer: Meine Familie hat 15 Jahre gegen die Depressionen meiner Mutter angeputzt) Neben dem Partner leiden auch Kinder unter den lautstarken oder rabiaten Auseinandersetzungen. Dies verhindert oft das Erlernen entsprechender Kompetenzen – z. B. die Beurteilung, wann und wie auf einen Anlass adäquat zu reagieren ist. Diese soziale Unsicherheit wird als Negativfaktor für das Risiko später entstehender Suchterkrankungen bei den betroffenen Kindern im Erwachsenenalter gesehen. Jedoch sollten auch biologische Prädispositionen und das allgemeine soziale Umfeld bei solchen Schlussfolgerungen nicht außer Acht gelassen werden.[4]

*}lecnorax*


Danke fuer die weitere Ausfuehrung Schnecke.

Ja das klingt sehr nach ihr :( ich fuehl mich immer so furchtbar wenn

ich Uebereinstimmungen in solchen Texten finde.

Ich fuehl mich dann wie ein mieser Verraeter der die ganze Schuld von sich

wegschieben und auf andere projizieren moechte weil sie ja auch so viel

nettes getan hat.

Das schlimme ist das ich mir als Einzige Gedanken darum mache,

fuer meine Eltern gibts kein Problem, hoechstens wenn ich eins draus mache!

gpeste<rnwaxrs


Hallo *lenora*,

hoffe, Du schaust nochmal rein.

Auch ich habe ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu meiner Mutter. Ich will keinen Roman schreiben, nur ein paar Ereignisse.

Als ich ca. 1 Jahr alt war, steckte sie sich bei ihrer Mutter (meiner Oma) mit TB an, weil sie sich sehr um sie kümmerte. Meine Mutter kam für Monate in ein Sanatorium und ich wurde in die Familie eines Freundes meinens Vaters gebracht. Als sie wiederkam hab ich sie natürlich nicht mehr erkannt. Ich wurde aber ohne Übergang wieder zurück geholt. Das war wohl mein erster Knacks in Sachen Beziehung. Einige Jahre später passierte das Alles nochmal, in der Zeit, erinnere ich mich, hatte ich Windpocken und mir ging es sehr schlecht, andere Erinnerungen habe ich nicht. Als sie wieder nach Hause kam, wurde ich den ganzen Tag in einen Kindergarten gesteckt, weil meine Mutter "Ruhe brauchte". Hatte also in meinen ersten Lebensjahren keine Möglichkeit, mich an meine Mutter zu gewöhnen. Als ich zur Schule kam, ging sie ganztägig arbeiten, nach der Schule ging ich zu meiner (anderen) Oma zum Essen. Die war ziemlich biestig, erzählte jede Kleinigkeit meinem Vater (ihrem Sohn), der mich dann verprügelte.

Irgendwann zogen wir in einen anderen Stadtteil, fortan musste ich alleine essen, die Prügel blieben aber. Ein paar Jahre später wurde mein Vater aus der Grossstadt in ein Minidorf versetzt (Bundeswehr). Ich war allein, bekam Prügel, vermisste meine alte Heimat.

Wenn ich jetzt zurück denke, fällt mir auf, dass meine Mutter mich nie anlächelte oder von sich aus in den Arm nahm. Sie war immer angespannt und hektisch, nur am Arbeiten unnd Putzen. Und wenn sie mich rief, klang das nie nett und normal, sondern kurz, keifig und mit Ausrufezeichen. Wenn mein Vater mich schlug, stand sie mir nie bei. Meine Eltern tranken viel und gern Alkohol. Mein Vater hatte einen Unfall verursacht und musste einige Wochen nach Lingen. Mir wurde erzählt, er wäre krank und im Krankenhaus. Meine Mutter fuhr ihn immer allein besuchen. Das habe ich erst Jahrzehnte später erfahren.

Als mein Vater starb, fuhr ich natürlich zu meiner Mutter. Weil aber ihre Freundin da war, schickte sie mich wieder nach Hause.

Wenn Feiertage anstanden, sagte sie immer, sie bräuchte keine Geschenke, sie würde sich vielmehr über eine Kleinigkeit zwischendurch freuen. Sie bekam natürlich doch immer Geschenke.

Als ich in einem Jahr meinen Lebensgefährten und unsere beiden Hunde durch den Tod verlor, wurde ich depressiv und konnte die Welt nicht mehr verstehen. Es wurde Weihnachten und mir ging es immer noch sehr schlecht. Ich hatte diesmal kein Geschenk für meine Mutter und wurde bissig behandelt und angesprochen und bekam auch nichts. Von meinem Sohn erfuhr ich später, dass sie sich furchtbar über mich aufgeregt und ihm mein Geschenk gegeben hat.

Sie trank hemmungslos und wurde deshalb in Frührente geschickt. Ich habe erreicht, dass sie statt zum Entzug in ein normales KH kam. Danach war und blieb sie trocken, wurde aber immer zickiger.

Vor 11 Jahren brach sie sich in der Wohnung einen Fuss und verstauchte sich den anderen. Ich blieb und versorgte sie bis sie wieder laufen konnte. Ab da musste ich aber jede Woche mit ihr einkaufen fahren, weil sie sich allein nicht mehr traute.

Im letzten Jahr fiel sie zu Hause um und kam ins KH. Sie war ganz kurz angebunden und stur. Von da kam sie zur Kurzzeitpflege und liess ihren Hass bei den Pfelgerinnen aus. Da sie sich nicht mehr allein versorgen konnte, blieb sie im Altenheim. Ich fuhr sie dauernd besuchen, löste ihre Wohnung auf, übernahm den ganzen Papierkram.

In der Zeit keifte sie oft und laut in der Gegend rum, war bösartig zum Personal, ich wäre vor Scham fast gestorben. Bin ich aber nicht, dafür bekam ich 3 Blutdruckkrisen und musste selbst ins KH. Seitdem fahre ich erstmal nicht mehr hin, das übernimmt mein lieber Mann. Ich kann nicht mehr.

Wie komme ich da wieder raus? Ich habe jetzt immer Angst um meinen Blutdruck und grüble den ganzen Tag.

Grob umrissen wars das, hoffe, ich habe Dich nicht zusehr gelangweilt.

Liebe Grüsse

*3len#orax*


Hallo gesternwars,

lieben Dank fuer Deinen Beitrag.

Ich habe viele parallelen darin mit meiner Geschichte gefunden.

Ich an Deiner Stelle wuerde jetzt auf jeden Fall an mich selbst denken.

Du hast lange genug den Lakaien gespielt. Wenn Deine Mutter noch bei

klarem Verstand ist und die boesartigkeiten Dir gegenueber absichtlich abfeuert,

waere ich an Deiner Stelle erstmal nicht erreichbar. Und auch meinem Mann wuerde

ich dieses Verhalten nicht mehr zumuten. Irgendwo sind auch Grenzen,

ganz besonders wenn Du auch schon koerperlich drauf reagierst.

Ich hoffe Du verstehst wie ich das meine, ich bin auf Deiner Seite!

m(a`kei3ta


Hallo zusammen,

ich habe mich bei all euren BEiträgen bißchen wieder gefunden.

Mir ging es mit meiner Familie und vor allem Mutter genau so. Und heute noch habe ich an dem Verhalten von ihr zu knabbern.

Ich bin zwar schon 33, aber mir wurde bis heute ein eigenes Leben verwährt sag ich mal, durch Psychoterror, usw, und was das Schlimme ist, auch ich habe Schuldgefühle ihr gegenüber weil ich denke, ich behandel sie zu streng usw.

Alle sehen nur we distanziert und kalt ich manchmal zu ihr bin, und ich werde immer als die Böse hingestellt. Aber keiner von alleden , sieht und weiß wie sie mit mir als Kind umging.

Ich durfte nicht reden wenn sie es nicht erlaubte, und wenn, hatte ich das zu sagen was sie mir sagt. Mit anderen reden durfte ich kaum, was dazu führte dass ich totalllll eingeschüchtert war. Mein Bruder hat zwar alles auch identisch abgekriegt, aber er war ihr Liebling, und hat ab und zu auch mal was richtig gemacht in ihren Augen. Ich war nur die kleine Schlam**" , diese Bezeichnung bekam ich schon mit 8,9 Jahren glaube ich. Warum weiß ich bis heute nich. Ich denke einfach sie hat n Dachschaden, weil sie auch in verrütteten Verhältnissen aufwuchs.

Wenn sich jemand austauschen mag, bin dabei.

Also ich habe erst kürzlich auch den Bericht zu Narzissmus/ narzistische Mütter gefunden und habe uns zu 100 % wieder erkannt. Leider ist es echt schwer eine Lösung zu finden.

Liebe Grüße

Makitaa *:)

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