» »

Krankengeld läuft aus, weiter krank schreiben lassen?

Ngovembder7x8 hat die Diskussion gestartet


Hallo Ihr Lieben,

ich mal wieder. Nun ist es soweit. Am kommenden Montag 10.03. läuft mein Krankengeld aus. Ich war bereits beim Arbeitsamt und habe dort den Antrag, Gesundheitsfragebogen etc. abgegeben. Da meine Therapie auch vor einem Monat ausgelaufen ist, hat mein Therapeut mich vorerst bis einschliesslich Montag noch krank geschrieben und meinte zu mir, ich müsse mit dem Arbeitsamt klären ob ich weiter krank geschrieben werde. Ich verstehe das nicht so ganz und weiß absolut nicht, was ich tun soll. Mir gehts seit Tagen wieder richtig schlecht und ich hab tierische Angst. Ich fühle mich einfach noch nicht wieder in der Lage zu arbeiten. Vor allem nicht in meinem alten Job als Sozialpädagogin. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll, wie es weitergehen soll, was die Alternativen sind... Vielleicht kann mir der Eine oder die Andere helfen etwas Klarheit zu bekommen, wie es weitergehen kann und mir meine Angst nehmen. Ich hatte lange keine körperlichen Symptome, aber seit ca. einem Monat gehts wieder "rund"...und ich dachte ich hätte das jetzt langsam mal hinter mir, fühle mich aber grad eher, als würde ich wieder tiefer in die Depression rutschen...

Danke für eure Hilfe und herzliche Grüße!

November78

Antworten
H!annaxhWe


Wenn dein Krankengeld ausläuft, bist du schon 78 Wochen krank, oder wie ist das? Wenn du wegen einer Angststörung oder Depressionen krank geschrieben bist: Lass dir gesagt sein, dass Arbeit, solange sie nicht überfordert, auf viele psychische Erkrankungen eher stabilisierend wirkt. Ich habe es selbst nicht glauben wollen, bin aber eines Besseren belehrt worden.

Glaubst du, es liegt an der Panik bzw. Angst, dass es dir jetzt wieder so schlecht geht plötzlich? Diese Angst wird nicht weggehen, bis du dich ihr stellst. Du bist bereits lange in Therapie, wenn ich das richtig verstehe, und vielleicht ist es an der Zeit, dass du es wieder versuchst?

Ich habe selbst Erfahrungen (hatte eine Panikstörung und war monatelang krankgeschrieben) damit, und kann von einigen Mitpatienten berichten, die mit mir monatelang im Krankenhaus waren, sich kein Stück besser gefühlt haben, zweitweise heftige Angstzustände hatten, sogar suizidal waren, und nach wenigen Wochen der Wiedereingliederung wieder Vollzeit gearbeitet haben und es ihnen wesentlich besser ging. Arbeit gibt einem auch emotionale Sicherheit, das Gefühl, gebraucht zu werden, etwas sinnvolles zu tun, dem Leben gewachsen zu sein usw.

Ein Versuch ist es doch wert, oder? Wenn es nach ein paar Wochen nicht geht, musst du dich halt wieder krankschreiben lassen und nach einer anderen Therapie gucken, denn deine aktuelle hilft anscheinend nicht.

Lass dir aber gesagt sein: Fang ganz langsam an bei der Wiedereingliederung, nicht mehr als 4 Stunden täglich, wenn du eine Angststörung hast, du wirst fix und alle sein nach diesen paar Stunden, weil es unglaublich anstrengend ist, die Angst auszuhalten. Aber es wird jeden Tag, jede Woche besser, und irgendwann ist sie weg, die Angst.

Ich habe es geschafft, wieder völlig angstfrei zu arbeiten, ich drücke dir die Daumen, dass du es auch schaffst! @:)

NDovemXber7%8


Hallo HannahWe,

Danke für deine Worte. Ja, ich bin seit 78 Wochen krank geschrieben. Vorrangig wegen schwerer Depressionen und einer Angst- und Panikstörung. Ich denke schon, das es mir grad wieder so schlecht geht, wegen des Drucks und der ganzen bevorstehenden Veränderungen. Es ist schön zu hören, das Du es geschafft hast, ich selbst zweifle einfach sehr stark, habe aber auch das Gefühl, es bleibt mir ja nun gar nichts Anderes übrig, als mich dem Arbeitsleben wieder zu stellen, was es nicht besser macht, leider.

Ich hab mal ne Frage. Du sagst ich solle vorerst nicht mehr als 4 Std./tgl. arbeiten, aber ich dachte das geht nur, wenn noch ein altes Arbeitsverhältnis besteht? Mein Arbeitsvertrag war zeitlich befristet und ist während meiner Krankheit ausgelaufen und Ich werd ja wohl keinen neuen Job bekommen, wo die sich darauf einlassen mich langsam einzugliedern,oder?Ich weiß wie gesagt absolut nicht, was ich tun soll/kann und das schnürt mir jetzt schon die Kehle zu und lässt mich nahezu erstarren...ich hätte nicht gedacht, das es mir nach einem so langen Zeitraum jetzt immer noch so schlecht geht und bin echt ein wenig hilflos. Aber vielleicht hilft so eine "Konfrontationstherapie" ja tatsächlich. Wie gesagt, etwas Anderes, als mich darauf einzulassen bleibt mir im Prinzip ja eh nicht übrig...ich hab einfach tierisch Angst davor, das es mir dann bald wieder noch schlechter geht, denn die kleinen Fortschritte der letzten anderthalb Jahre waren harte Arbeit...naja...ich werde sehen was passiert...

Lieben Gruß,

November78

MZoxNozx


Also wenn du krank bist, muß dein HA dich auch weiter krank schreiben. Geld wirst du dann allerdings von der Stadt bekommen, also HartzIV. Glaube ich.

M%rs vVoicxe


Hallo *:)

Also ich kenne das so, dass in der AA ein ärztliches Gutachten erstellt wird. Dabei kann es folgendermaßen so ausgehen:

Es wird zunächst ein ärztliches Gutachten veranlasst, danach wird entschieden ob du für einen neuen Job vermittelt werden kannst.

Mehr würde ich dir zunächst gar nicht sagen, es lässt sich für mich schwer niederzuschreiben, ohne dass es sich für dich beunruhigend liest. (von wegen unter welchen Umständen Alg gestrichen wird u.s.w.)

Versuche abzuwarten, bis dein Gutachten fertig ist, Alg wird dir erst mal berechnet und gezahlt.

Eine weitere Krankschreibung braucht die Agentur für Arbeit nicht und weil du ja aktuell keinen Arbeitgeber hast, ist die Krankschreibung meines Wissens nach nicht notwendig.

Ich wünsche dir alles Gute für die nächste Zeit.

Ich wünsche dir eine/n gute/n Berater/in in der AA. Wichtig ist, dass du immer wieder im Gespräch nachfragst, wenn du etwas nicht verstehst und wenn du dich nicht gut aufgehoben fühlst, direkt ansprechen, bringt das nichts, um Wechsel bitten.

Gerade bei Menschen mit Erkrankungen wie deiner finde ich es ganz wichtig, dass du in gute Bertreuung bei Ämtern bist.

Mors OVoicxe


Also wenn du krank bist, muß dein HA dich auch weiter krank schreiben. Geld wirst du dann allerdings von der Stadt bekommen, also HartzIV. Glaube ich.

Nein, erst mal wird ein Anspruch auf Arbeitslosengeld der Arbeitsagentur geprüft, der aber nach Bezug von 78 Wochen Krankengeld grundsätzlich vorhanden sein müsste.

MUoxNxox


Auch die Agentur braucht Krankschreibungen. Ansonsten vermitteln die munter drauf los. Und ist Krnakengeld denn sozialersicherungspflichtig?

N)ovBe\mber7x8


Danke Mrs Voice,

ja, dann warte ich wohl ab. Ich weiß, aus alten beruflichen Erfahrungen wie es in der AA laufen kann...was mich natürlich kein bischen beruhigt. Ich hoffe einfach tatsächlich auf einen netten Berater und harre der Dinge die da kommen mögen und versuche mich selbst nicht noch mehr unter Druck zu setzen, was mir sehr schwer fällt...

Liebe Grüße,

November78

M&rTs Voxixce


Auch die Agentur braucht Krankschreibungen. Ansonsten vermitteln die munter drauf los.

Nein, das stimmt nicht. Bei Beziehern nach Aussteuerung vom Krankengeld nicht, deshalb ja das Gutachten.

Und ist Krnakengeld denn sozialersicherungspflichtig?

Ja

SQunfglpoweer_x73


@ MoxNox:

Das ist falsch. Selbst wenn man noch eine Stelle hat, in die man zurückkehren kann, bekommt man in dem Fall erstmal ALG I. Wenn das ausläuft, ggf. Hartz IV.

@ November:

Wenn es nicht geht, dann geht es halt nicht. Da solltest Du Dir keinen Druck machen, sondern INHALTLICH mit Deinem Therapeuten reden, wie auch er es einschätzt. Und vermutlich kam die Verschlechterung auch durch die Unsicherheit.

Andererseits: Es kann einfach auch passieren, dass es einem schon ganz gut geht, man sich aber (fälschlicherweise) nicht zutraut, wieder zu arbeiten. Weil es so lange her ist, weil man sich nur an die schlechte Zeit erinnert die man hatte, bevor man aufgehört hat.

Beurteilen kann das hier keiner. Ich möchte Dich nur ermutigen, ehrlich in beide Richtungen zu gucken. Dich nicht zu überfordern, Dir aber halt auch was zuzutrauen bzw. was auszuprobieren.

Dass Du in keinen Job zurückkehren kannst, ist doof. Aber auch eine Chance. Neustart ohne schlechte Erinnerungen.

Vielleicht guckst Du erstmal nach Teilzeit-Stellen (ist doch in Deinem Bereich auch eine relle Optione, oder? Vom Jobmarkt her?). Wird ja nicht sofort eine Stelle vom Himmel fallen. Fang' locker den Bewerbungsprozess an und gucke auch, wie es Dir damit geht. Du verlierst ja ggf. auch nichts, wenn Du Dich wieder krankschreiben lässt, um DEN Druck zu reduzieren (wenn Du nicht mehr AU bist und das Arbeitsamt blöd wird).

Hast Du in der zeit bis dahin mal über was Ehrenamtliches nachgedacht? Einfach um zu gucken, wie es Dir von der Belastbarkeit, vom Kontakt mit Menschen her geht? Wie gestaltest Du momentan Deinen Alltag? Noch eher zurückgezogen und zu Hause, oder durchaus schon aktiver?

Und: Wenn Du meinst, DEIN Job geht nicht mehr, thematisiere frühzeitig eine mögliche Umschulung beim Arbeitsamt.

M)rs Voxice


Danke Mrs Voice,

ja, dann warte ich wohl ab. Ich weiß, aus alten beruflichen Erfahrungen wie es in der AA laufen kann...was mich natürlich kein bischen beruhigt. Ich hoffe einfach tatsächlich auf einen netten Berater und harre der Dinge die da kommen mögen und versuche mich selbst nicht noch mehr unter Druck zu setzen, was mir sehr schwer fällt...

Liebe Grüße,

November78

Gerne November,

manchmal hilft mit einer gesunden Skepsis an solche Dinge zu gehen, aber nicht allzu misstrauisch zu sein.

MmoxNAoxx


Ich würde das so sehen. Keine Krankschreibung – voll vermittelbar. Wenn dann seitens November die Ablehnung kommt, wird das Geld gekürzt. Deshalb würde ich mich erstmal weiter krankschreiben lassen.

MBrs Vxoice


Ich würde das so sehen. Keine Krankschreibung – voll vermittelbar. Wenn dann seitens November die Ablehnung kommt, wird das Geld gekürzt. Deshalb würde ich mich erstmal weiter krankschreiben lassen.

So ist es aber nicht.

Bei November78 tritt die Arbeitslosigkeit nicht nach Beschäftigung, sondern Krankheit ein. In diesem Fall wird geprüft ob

[[http://dejure.org/gesetze/SGB_III/145.html/ §145]]

greift.

SBunfloweJrx_73


Wenn dann seitens November die Ablehnung kommt, wird das Geld gekürzt.

1. Trotz eigener Nerv-Erfahrungen: So schnell kürzen die nicht.

2. Vielleicht wäre es ja sinnvoll, sich mal zu bewerben und zu gucken, wie es geht. Ohne Angst und Anspannung erstmal gar nichts, das sollte klar sein. Aber vielleicht ist es zu bewältigen.

Und erneute Krankschreibung ist jeden Tag möglich.

MErfs :Vcoicxe


sondern Krankheit ein

oder noch genauer, Arbeitsunfähigkeit in Verbindung mit Aussteuerung Krankengeld.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH