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Wie lernt man es, sich abzugrenzen?

EchemaDliger Nu8tzker (#4179x03) hat die Diskussion gestartet


Das frag ich mich. Ich nehme mir alles viel zu sehr zu Herzen, bin völlig fertig, wenn ich Kritik (gerechtfertigt oder auch nicht) bekomme oder wenn mir jemand seine Meinung zu etwas sagt.

Das muß doch möglich sein, damit vernünftig umzugehen und nicht den ganzen Tag mit Grübeleien zu verbringen, ob ich auch alles richtig mache und was andere von mir denken?

Warum schaffe ich es nicht, einfach zu sagen: "Ok, ich mach halt Fehler, aber andere auch. Jeder hat seine Meinung und nicht jeder kann jedem alles recht machen."

Wieso ist es mir so wichtig, alles richtig zu machen und noch wichtiger: Wo und wie kann ich eine Grenze ziehen, daß mich eine andere Sichtweise oder Kritik nicht mehr persönlich verletzt?

Das belastet mich ziemlich, Psychologe geht momentan nicht, deshalb frag ich hier!

Antworten
a9nfanRgmietfreuxde


ich hab da mit ähnlichen schwierigkeiten zu kämpfen und glaube, dass das nur über erfahrungen geht. ;-)

E5hemalige9r NuGtz-er (#4179x03)


Im Moment mach ich scheinbar die falschen Erfahrungen. :-|

S]kara+baweRus9x4


Indem man auch immer wieder genau hinschaut und den Sinn sucht und hinterfragt, wieso einem was so nah geht, wieso man sich aufregt oder gekränkt ist. Mit der Zeit wird einen das, was man dabei über sich selbst erfährt ziemlich erstaunen und einem vielleicht auch so peinlich sein, dass man Schritt für Schritt damit aufhören kann. Die Erkenntnisse sind manchmal ebenso erschütternd wie amüsant.

Das Leben nicht so ernst nehmen... viel schmunzeln und lächeln über sich, über andere, über Situationen, das Leben aus einer Beobachterperspektive betrachten, von dort aus ist irgendwie alles spaßig und entspannt.

Es gibt tolle Bücher dazu, die mir viele Antworten geben konnten.

a^ug23x3


Das ist ein längerer Übungsprozess, der sich lohnt! Fang mit einfachen Dingen an, die Dir bisher nahe gingen, mit denen Du aber nichts zu tun hattest. Möglicher Gedankengang: betrifft es mich? Kann ich etwas ändern? Muss ich mich einmischen? Wie kann ich mich verhalten?

Dies führt weder zu Gefühlskälte noch zum Verlust von Empathie!

Ohne Abgrenzung könnten viele Menschen ihren Beruf nicht ausüben.

E*hemalig<er NuYtzer (5#417x903)


Ohne Abgrenzung könnten viele Menschen ihren Beruf nicht ausüben.

Vor den Menschen habe ich großen Respekt. Sicher geht denen auch mal was sehr nahe, ich denke da an Seelsorger oder Rettungsmenschen. Da hab ich mich schon oft gefragt, wie die das aushalten, ohne wahnsinnig zu werden.

Und ich heule zwei Stunden lang rum, bloß weil ich möglicherweise einen winzigen Erziehungsfehler den wahrscheinlich 80% aller Eltern immer mal wieder machen bei meinem Sohn gemacht habe und einen ziemlich entsetzten Blick abbekommen habe.

avug2x33


N8eule, Dir ist schon klar, dass Du die verschiedensten Vorgänge in einen Topf wirfst und alles unter dem Aspekt Abgrenzung betrachtest.

Letztes Beispiel Erziehungsfehler Sohn. Ohne Einzelheiten. Wo ist da Abgrenzung erforderlich. Seit Beginn der Menschheit wurden Erziehungsfehler gemacht und das wird sich bis an das Ende der Welt fortsetzen. Vermutlich wird er trotzdem aufwachsen und seinen Weg durchs Leben gehen. Im Zweifelsfall schimpft er in ....Jahren bei einem Therapeuten über seine Mutter. Na und! Das müssen Eltern aushalten – es ist nicht immer angenehm an eigene Fehler erinnert zu werden oder sie kommen hoch.Du kannst die Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Also bleibt nur die Hoffnung, der "Schaden" wird sich in Grenzen halten.

E*hemaliZger Nzutz*er (-#417x903)


Das muß doch möglich sein, sich wie eine erwachsene Frau zu verhalten und zu sagen: Ja und, ich habs in dem Moment für in Ordnung empfunden und so schlimm wars ja nun auch nicht.

Es ging ums Thema TV, nicht daß jemand denkt, ich hätte sonstwas angestellt.

a6ug2x33


H8eule, beim letzten Satz hätten die ersten 5 Wort vollkommen ausgereicht.

Hat mit Abgrenzung nichts zu tun, aber warum den Rest hingeschrieben? Mal in ruhiger Minute darüber nachdenken. Ja, wir schreiben noch schnell eine Begründung dazu, dann ist das Gewissen beruhigt und man kommt weiteren Fragen zuvor. Nötig war sie nicht!

E@hem)alige9r Nut?zer (#N41790x3)


Ups, da warst du schneller. Ja, die Einzelheiten fehlen. Ich dachte, das ist nicht so wichtig, es ging mir nur um meinen Umgang mit der Kritik.

Nötig war sie nicht!

Weil ich mich scheinbar für alles rechtfertigen muss. Ich habe immer das Gefühl, andere denken eben "sonstwas" von mir.

a<ug2x33


In ganz anderen Zusammenhängen wurde früher der Spruch gebraucht: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt man gänzlich ungeniert."

Kern der Aussage: wer seinen Ruf als ruiniert ansieht, der überlegt nicht mehr, ob da etwas beschädigt werden könnte, ist freier und geht auch eher ein Risiko ein.

aUnfang@mwitfrexude


da könnte man einen guten film machen. statt "das leben der anderen" "die gedanken der anderen".

die frage ist doch, warum es einem so wichtig ist, was irgendwer von einem denkt?

ich glaube, es läuft im endeffekt darauf hinaus, dass man fürchtet, nicht akzeptiert zu werden, wenn man aneckt.

aber wenn man nichtmal zu dem steht, was einem wichtig ist, gibt es auch gar nichts, was andere bei einem bewundern oder toll finden können.

direkt gesagt: mag sein, dass es leute gibt, die deine TV-entscheidung entsetzlich finden. aber es gibt sicher auch leute, die sie toll finden.

HOerm!elixn


aber wenn man nichtmal zu dem steht, was einem wichtig ist, gibt es auch gar nichts, was andere bei einem bewundern oder toll finden können.

Wichtigste Erkenntnis überhaupt :)^ !

Ich wollte es früher auch immer allen Recht machen, hatte aber auch nie wirkliche Freunde.

Heute ist das leider oft noch so, ist aber auch schon ein wenig besser geworden und ich arbeite an mir :)z .

Kann dir dieses Buch empfehlen, vielleicht hast du ja auch damit zu tun:

Wenn die Haut zu dünn ist – Rolf Sellin

AMpfelTkuucheen00x7


Bei Erziehungsfehlern ist es doch am wichtigsten, dass man einsieht, dass man etwas falsch gemacht hat und dann versucht, es besser zu machen. Dann ist doch alles gut, jeder macht Fehler. Das Schlimmste was passieren kann, ist, wenn Eltern nichts einsehen wollen, darauf beharren, alles perfekt und richtig gemacht zu haben und dann ihre Erziehungsfehler unter den Teppich kehren. Sowas geht gar nicht :(v, ist egozentrisch und ist nicht in dem Sinne des Kindes.

E@hemali-ger N\utzerD (#4179x03)


Danke euch! Das Buch schau ich mir gerne mal an!

Ich weiß, daß ich Fehler mache, ich steh dazu und entschuldige mich, wenn es nötig ist oder ich erkläre, warum ich eine bestimmte Entscheidung getroffen habe oder auf eine bestimmte Weise gehandelt habe.

Vielleicht erwarten aber auch die Mitmenschen einfach manchmal zu viel? Oder machen sie mich besonders auf meine Fehler aufmerksam, um ihre eigenen Fehler kleiner erscheinen zu lassen?

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