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"Nur" faul und antriebslos oder in eine Depression gerutscht?

LTis+a407x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo :-)

Seitdem ich mein Abitur gemacht habe (2012), geht es mir nicht besonders gut. Es kam schleichend und wurde immer schlimmer. Nach meinem Abitur habe ich ein halbes Jahr nur zu Hause rumgehangen, ein Praktikum gemacht und mich meinem Hobby gewidmet. Im Herbst 2012 habe ich ein Studium begonnen, dieses jedoch nicht wirklich ernst genommen. Ich war etwas einmal die Woche in der Uni und war sonst nur zu Hause und habe mich wieder ziemlich ausführlich meinem Hobby gewidmet. Schon während der ersten Vorlesung war mir klar, dass ich das Studium nie beenden würde. Daher hab ich es auch nicht wirklich verfolgt. Ich war zufrieden, hatte ja mein (anspruchsvolles und zeitintensives Hobby). Meine Eltern haben das auch so hingenommen (wohne zu Hause), da ich leider ziemlich viel gelogen habe, was mein Studium anging |-o

Ich habe zwei Semester "studiert", wenn ich ehrlich bin, habe ich aber von Mai 2012-Mai 2013 nichts gemacht, außer zu Hause vorm PC zu sitzen und meinem Hobby nachzugehen.

Im Mai 2013 habe ich mich dann endlich exmatrikuliert und ein Jahrespraktikum begonnen. Dieses gefällt mir eigentlich sehr, sehr gut. Ich habe es sogar freiwillig bis Ende Juli verlängert. Ab August beginne ich eine Ausbildung, der Platz ist mir sicher.

Klingt gut, oder? Ist es aber leider nicht!

Es begann, als ich im Februar 2013 mein Hobby aus Geldmangel sowie Mangel an Möglichkeiten aufgeben musste. Die drei Monate bis zum Praktikum saß ich also nur zu Hause vor dem PC.

Als ich im Mai dann das Praktikum anfing, wurde es bis September besser. Ich war jeden Tag bis nachmittags beschäftigt, hatte einen Tagesablauf und habe es genossen, mich nachmittags (arbeite meist bis 14 oder 15 Uhr, länger geht nicht) erst vor den PC zu setzen und dann noch Zeit für andere Dinge zu haben.

Seit September fällt mir das Aufstehen am frühen Morgen unheimlich schwer, ich komme kaum hoch und brauche zehn Anläufe, bis ich endlich auf dem Weg ins Bad bin. Bis zum Arbeitsbeginn stehe ich total unter Strom und bin total angespannt, aber immerhin halbwegs munter. Auf der Arbeit geht es dann, auch wenn meine Konzentration nachgelassen hat und ich immer öfters dämliche Fehler mache, fast schon Aussetzer habe. Wenn ich nach Hause komme, dann bin ich mental und auch körperlich so fertig, dass ich nur noch vor dem PC sitze, sinnlos im Internet surfe und eigentlich nur auf den Abend warte.

Dabei habe ich so viel Zeit und so viele Dinge zu erledigen (Zimmer aufräumen, Schreibtisch putzen, Bett neu beziehen,...)! Ich mache es einfach nicht! Jeden Abend nehme ich es mir vor, es am nächsten Tag zu machen und dann sitze ich doch nur wieder vorm PC und kann mich nicht aufraffen. Selbst Haare waschen kostet mich Überwindung, weil es so langwierig und anstrengend ist. Gerne schiebe ich auch das mal einen Tag auf und nehme es in Kauf, mit fettigen Haaren rauszugehen, obwohl ich mich mit frisch gewaschenen Haaren viel wohler fühle :=o |-o .

Freunde oder soziale Kontakte außerhalb der Arbeit habe ich gar nicht mehr, alte Freundschaften sind nach dem Abi zerbrochen und ich habe keine neuen Kontakte aufgebaut. Bisher war das nie ein Problem, aber langsam wird mir diese Einsamkeit zu viel. Auf der anderen Seite kann ich mich nie im Leben aufraffen, mal Wegzugehen und neue Kontakte zu knüpfen. Abends bin ich so erschöpft, dass ich oft noch vor 22 Uhr auf dem Sofa einpenne.

Ein neues Hobby schließe ich leider kategorisch aus, da ich einfach nicht weiß, was ich machen könnte. Denn in allen Dingen, die mir einfallen, bin ich grenzenlos unbegabt. Zudem trauere ich meinem alten Hobby nach und blockiere mich damit wohl selbst.

Seit dem 1.3.14 habe ich mir einen Nebenjob gesucht. Zweimal die Woche arbeite ich zusätzlich von 15-18 Uhr. Das geht jetzt gerade mal einen Monat und eigentlich ist es mir viel zu viel. An den beiden Tagen bin ich nur genervt und hoffe immer, dass die Zeit schnell vergeht. Abends bin ich doppelt fertig. Am liebsten würde ich auch das schon wieder hinschmeißen, nur bin ich auf das Geld angewiesen und meine Eltern wären auch nicht so entzückt. Für mich selbst wäre es auch eine weitere Niederlage im Kampf gegen mich selbst ]:D .

Als ich mit meinem Vater über meine Gedanken, Gefühle und Probleme gesprochen habe, meinte er, ob ich vielleicht depressiv sei. Er meinte das eigentlich nicht ernst, aber ich hab angefangen, drüber nachzudenken. Und es könnte schon sein. Denn oft empfinde ich eine innerliche Leere, ich kann das nicht in Worte fassen. Gepaart mit dieser Lethargie. Alles ist mir zu viel. Ich freue mich auf meine Ausbildung (leider schulisch, drei Jahre kein Verdienst und damit weiterhin Geldmangel, der Verdienst im Nebenjob geht komplett für mein Auto drauf, das Bedingung für die Ausbildung ist) und frage mich zugleich, wie ich die Ausbildung mit dieser Faulheit/Antriebslosigkeit jemals schaffen soll. Das Studium ist schließlich auch gescheitert.

Was meint ihr, klingt das nach Depression oder ist das einfach nur chronische Faulheit und ich muss mir einfach selbst mehr in den Arsch treten?

Antworten
EthemalBiger Nuctzer- (#530x218)


Als Laie denke ich schon, dass es für dich hilfreich sein könnte mal ärztlich körperliche Mängel abklären zu lassen (Eisen etc. -> Blutbild) und falls dort nichts auffällig ist bei der Psyche weiterzuschauen. ... und eine geregelte Tagesstruktur sowie ausreichend Bewegung (Sport) & für einen passende Ernährung kann auch viel ausmachen.

Prokrastinieren an sich muss noch nicht krankhaft sein; das machen viele mehr oder weniger. Aber je nach Ausmaß lohnt sich auch da der Blick, welche eigenen Motive dahinter stecken (könnten); spätestens wenn es um wichtige Dinge geht. Manchmal fehlt einfach der Anfangsschwung, um Dinge zu erledigen und es ist dann mühsamer sich aus dem Stillstand heraus ausreichend zu motiveren, also der Anfang etwas zu tun ist mMn immer am schwierigsten.

Für mich selbst wäre es auch eine weitere Niederlage im Kampf gegen mich selbst ]:D .

Meinst du das bezogen auf deine "Faulheit" oder wie?

z3ip!fel


Von welchem Hobby sprichst du eigentlich?

Das klingt schon nach einer depressiven Störung. Wenn du es aus eigener kraft nicht schaffst, könntest du eine Therapie machen oder es mit Antriebs steigernden Antidepressiva probieren.

_ENixxe_


Auch die Schilddrüse solltest Du schnellstens gründlichst abklären lassen

(unbedingt mit Antikörperbestimmung /TPO-AK)!!

Antriebslosigkeit ist unter anderem auch ein Symptom von Schilddrüsenunterfunktion!!

Falls Du eine Unterfunktion hast könnte da mit Tabletten recht fix geholfen werden.

LG @:)

L9isca407x7


Danke für eure Antworten. Körperlich ist alles abgeklärt, keine Auffälligkeiten. Einige Mineralstoffe und Vitamine sind grenzwertig (Zink, Vitamin D und Eisen), aber noch im Referenzbereich. Schilddrüse ist wunderbar, hab ich extra bei einem Spezialisten testen lassen. Bestimmt wurden TSH, fT3, fT4 und Antikörper. Alle total in der Norm und auch der Ultraschall war ohne Auffälligkeiten, eine kerngesunde Schilddrüse.

Therapie ist schwer, da es hier im Umkreis von 100km nicht einen Therapeuten gibt, der noch eine Warteliste oder gar freie Plätze hat :(v .

Ich spreche vom Reiten, leider einem sehr teuren Hobby ]:D

Für mich selbst wäre es auch eine weitere Niederlage im Kampf gegen mich selbst ]:D .

Meinst du das bezogen auf deine "Faulheit" oder wie?

Ja, einmal bezogen auf die Faulheit. Aber auch generell, denn mein Körper steht mir irgendwie immer im Weg. Egal was ist, mein Körper macht mir meist einen Strich durch die Rechnung. Sei es durch Krankheiten, Verletzungen oder einfach irgendwelchen anderen Sachen. Ich kann das Haus kaum noch verlassen, ohne vorher auf die Toilette zu müssen und unter ständigem Stuhldrang zu leiden. Wenn ich unterwegs bin, habe ich permanent das Gefühl, gleich Durchfall zu bekommen. Übel ist mir auch gerne mal.

L]isa4~0O77


Ach ja, Bauchschmerzen habe ich auch fast täglich, mal ist es erträglich und mal kann ich mich kaum bewegen. Meist nur, wenn etwas ansteht, manchmal aber auch einfach so. Das lähmt mich auch und ich weiß nicht, wie ich meine Ausbildung bewältigen soll, denn dort habe ich einen langen Anfahrtsweg und täglich Unterricht bis 17 Uhr. Jetzt arbeite ich viel weniger, habe weniger Weg und muss mich doch jeden morgen extrem überwinden, mich ins Auto zu setzen und nicht einfach nicht hingehen.

F[rau Erd;männchxen


Therapie ist schwer, da es hier im Umkreis von 100km nicht einen Therapeuten gibt, der noch eine Warteliste oder gar freie Plätze hat :(v .

Hast du die alle schon angerufen? Ich meine das nicht böse, aber so ganz vorstellen kann ich mir nicht, dass du nicht zumindest irgendwo auf die Warteliste kommen könntest. Vielleicht mal bei der Krankenkasse anrufen, manche helfen bei der Therapeutensuche...

LOisa4R07x7


Ja, bei zwei Therapeuten stehe ich auf der Warteliste für die Warteliste :-o . Ich habe ungefähr 50 Therapeuten angerufen, keine Chance. Auch mit der Krankenkasse hab ich Kontakt aufgenommen, einmal wegen der Suche und dann auch wegen eines möglichen Kostenerstattungsverfahrens. Das wurde abgelehnt, da mir die KK eine einzige Therapeutin anbieten konnte, ich diese aber abgelehnt habe, da ich dort schon mal zum Erstgespräch war und das gar nicht passte.

Die Therapeuten habe ich vor rund zwei, drei Monaten angerufen, wegen eines anderen Problems. Die meisten gingen nicht mal ans Telefon, es lief nur der AB, dass sie keine neuen Patienten nehmen würden und auch keine Warteliste mehr führen würden.

z*ipfxel


Eventuell könnte dir auch ein Antidepressivum sehr gut helfen.

LSisa"40x77


Eventuell^^ Was passiert denn, wenn ich das nehme, aber gar keine Depression habe? Bekomme ich dann eine wirkliche Depression? Und kann mir das einfach mein Hausarzt verordnen? Zusätzlich habe ich noch eine spezifische Phobie, die zu gewissen Zwangsstörungen führt. Das wurde diagnostiziert, aber nie behandelt, da ich mit der Therapeutin gar nicht konnte.

Heute ist es ganz schlimm :°( . Meine letzte Freundschaft, die zwar nicht mehr sehr intensiv war, heute aber wieder aufgefrischt werden sollte, ist zerbrochen, weil ich mich einfach nicht aufraffen konnte.

z@ip&fexl


Gegen Phobie und Zwangsstörungen hilft es auch. Ja das kann jeder Arzt verordnen. Gute Erfahrungen gibt es oft mit Citalopram und Sertralin.

L5isa4x077


Danke für deine Antwort :-)

Aber was ist, wenn es eben keine Depression ist? Mache ich es dann nicht noch alles viel schlimmer? Ich kann ja auch schlecht zum Arzt gehen und sagen, dass ich ein Antidepressivum will, weil ich glaube, depressiv zu sein. Da muss ja erst mal eine Diagnose her, oder?

z'ipfxel


Schlimmer wird es eher nicht. Eine Diagnose wird vermutlich anhand deiner Symptome gestellt und diese behandelt. Eine psychologische Analyse macht der Hausarzt eher nicht. Es ist auch nicht immer so eindeutig ob das Suchen nach Gründen und Ursachen immer weiter hilft wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen sind. Generell ist natürlich ein gesunder Lebensstil immer nicht von Nachteil.

Lmisa4:07x7


Meine Hausärztin macht auch psychosomatische Grundversorgung. Ist das eventuell ein Vorteil? Und wie sieht das mit Nebenwirkungen aus? Ich habe panische Angst vor Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Zumindest unter Übelkeit leide ich eh schon fast jeden Tag. Ich habe mal ein bisschen gelesen, eigentlich alle ADs haben diese Nebenwirkungen. Das ist bei mir doch total kontraproduktiv.

Morgen steht ein furchtbar voller Tag an, erst Praktikum, dann Nebenjob bis 19 Uhr (nur 45 Minuten Pause dazwischen) und dann noch Krankengymnastik. Ich habe schon jetzt unheimlich Angst vor morgen, habe unendlich viele körperliche Symptome und würde morgen am liebsten einfach nicht aufstehen und mich krankmelden. Aber ich brauche auch das Geld und die Krankengymnastik. Auch im Praktikum kann ich nicht fehlen, weil ich dann ja auch nicht zum Nebenjob kann. Ich meine, ich bin 20 Jahre alt, warum fühle ich mich so überfordert von den drei Terminen? Das sind doch eigentlich Peanuts für eine 20-Jährige!

SCtrit<zi0x1


Interessante Frage ob das eine Depression ist, das Frage ich mich nämlich bei mir auch schon länger. Ist man einfach nur extrem faul, macht man das Falsche, ist man depressiv? Wäre interessant zu wissen, aber zu einem Psychologen will ich deswegen auch nicht gehen^^

Ich mache nämlich auch schon mindestens 4 Jahre gar nix. Also nicht nichts, ich studiere und das in ordentlichen Tempo, aber eigentlich mach ich gar nix dafür, in Kursen schummel ich mich durch und zu Prüfungen lerne ich 2 Stunden und komme irgendwie immer durch ]:D

Ansonsten bin ich genauso für jede Arbeit viel zu faul. 10h die Woche auf der Uni, am Abend unternehme ich immer mit Freunden etwas und die restl. Zeit bin ich vorm PC, weil unter Tags ja keiner Zeit hat....

ADs würde ich an deiner Stelle nicht nehmen, wenn du nicht einmal weißt ob du depressiv bist, erst würde ich das abklären lassen.

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