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Analytische Therapie weiterführen? (Übertragungsliebe usw.)

pvam_pelQmusex1 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

einige von euch, die schon selbst in Therapie sind oder waren, kennen das bestimmt: Man fühlt sich mehr oder weniger abhängig von Therapeut oder Therapeutin, wartet sehnsuchtsvoll auf die nächste Stunde und ist danach mal glückselig, weil es so schön war, oder am Boden zerstört, weil die therapeutische Beziehung so viel an alten schmerzhaften Beziehungserfahrungen wieder aufwühlt, dass man meint, man halte es kaum aus.

So und noch ein bisschen (viel) schlimmer ergeht es mir seit ein paar Monaten. Ich wollte den Faden schon seit längerer Zeit eröffnen, weil ich oft nicht mehr weiß, wo mir der Kopf und das Herz stehen in der Sache, und es darum vielleicht gar nicht so schlecht ist, wenn andere mal von außen drauf schauen. Meine Therapeutin ist momentan im Urlaub und ich fühle mich ausnahmsweise befreiter von meinem Gefühlswirrwarr, darum ist jetzt vielleicht ein guter Zeitpunkt, um mal damit anzufangen.

Ich bin nun seit gut einem Jahr bei ihr, es ist meine dritte Therapie, die ich nach Zusammenbruch und 3 Monaten Psychiatrie (Depression in 1. Linie) begonnen habe. Ich habe lange gesucht, lange gebraucht, um überhaupt konsequent bei der Suche zu bleiben, einige Vorgespräche gehabt, und dann fand ich sie. Sie war die erste und die einzige, die authentisch war, mitfühlend, weich und "Fels in der Brandung" (ein besserer Vergleich fällt mir gerade nicht ein) zugleich, und die mir den Input geben konnte, den ich brauche. Sprich, ich würde vermutlich lange suchen müssen, um wieder jemanden zu finden, der so zu meinen Bedürfnissen passt. Wir sehen uns zwei Mal in der Woche, für Psychoanalyse ja nicht ungewöhnlich, findet allerdings normal im Sitzen statt.

Anders als in meinen beiden Therapien zuvor (die erste mit 16-19 Jahren war ebenfalls psychoanalytisch (kinder-/jugend), die zweite mit 22-25 Jahren verhaltenstherapeutisch) brodele ich diesmal nur so über mit Gefühlen, Trauer meistens, ich weine so unglaublich viel. Sie braucht mich oft nur anzuschauen und ich fange an zu weinen. Oder ich schaue sie an und mein Herz zieht sich zusammen. Vor Sehnsucht nach Erfüllung all meiner ungestillten mütterlichen Bedürfnisse: umarmt werden, liebgehabt, gehalten, geborgen, beachtet, gesehen, mitgefühlt. Es zerreißt mich vor Schmerz, dass auch sie mir das meiste davon nicht geben kann. Sie ist ja nicht meine Mutter. Ich weiß das, aber mein Gefühl sagt etwas völlig anderes. Wir sprechen seit Monaten immer und immer wieder darüber, sie weiß das alles und geht ganz behutsam mit meinen Gefühlen um. Nur lindern kann sie sie nicht. Manchmal bin ich so fertig, dass ich am liebsten sterben möchte, weil ich den Schmerz nicht mehr aushalte. Letzten Monat war ich ziemlich suizidal, auch wenn ich nicht genau sagen kann, ob das nun allein von der Therapie kam oder nicht, aber es war schlimm, schlimm, schlimm. Und dann denke ich mir: Es kann doch nicht Sinn und Zweck einer Therapie sein, dass es mich sooo in dem Ausmaße fertig macht – oder?!?!?!

Ihre Ansicht zu dem Thema ist, dass ich da nun vermutlich endlich einmal durch muss – meine Mutter nahm sich das Leben, als ich 17 war, vor 12 Jahren, und ich habe es bis vor ca. 1,5 Jahren nie richtig geschafft, um diesen Verlust, aber auch um alles, was davor immer gefehlt hat, zu trauern. Vielleicht hat sie recht, ich weiß es nicht.

Ich würde sehr gerne mal eure Sicht dazu hören, gerne auch eure eigenen Erfahrungen, einfach austauschen, das würde mir schon helfen. Danke @:)

Antworten
mji]mosTe{7


Ich denke, mit dem was Du beschreibst bist Du bei Deiner Therapeutin in guten Händen. Sie hat vermutlich langjährige Berufserfahrung.Und wenn Du Vertrauen zu ihr hast, sehe ich keinen Grund die Sitzungen nicht fortzuführen. Das es Dich emotional mitnimmt ist normal, ging mir ahnlich bei meinen psychotherapeutischen Sitzungen.Du weisst, das sie Deine Mutter nicht "ersetzen" kann aber sie kann Dir dabei helfen, das Du Deine Erfahrungen aufarbeitest u für Dich einen Weg findest. :)* @:)

p!ampelymusex1


@ mimose

Danke für deine ermutigenden Worte. Ja ich sehe sie in der Tat sehr professionell und fühle mich bei ihr absolut in guten Händen. Ich frage mich nur, wie lange das noch so weitergehen soll, dass es mich emotional so fertig macht?? Wie lange hat das bei dir so etwa gedauert, wenn ich fragen darf?

*

Ich weiß nicht, ob noch jemand liest, aber ich glaube, ich werde diesen Faden einfach nutzen, um mir meinen Therapiekummer und alle Gedanken diesbezüglich von der Seele zu schreiben, ich kann das nicht mehr alles mit mir selbst ausmachen.

Gestern war die erste Stunde nach ihrem Urlaub. Ich war erstmal gefasst, aber schon nach gut 20 min begann das Gerüst und die emotionale Festigkeit der letzten 2 therapiefreien Wochen wieder in sich zusammenzubröckeln und ich war am heulen. Es hat mich alles überrollt, dass sie wieder da war, dass da jemand ist, für den ich so viele warme Gefühle habe und der auch mir so viel Wärme und Wohlwollen entgegen bringt. Das macht mich fertig :°( :°( :°( Ich will dann nur in ihre Arme kriechen und für immer gehalten und geborgen sein :°_ Aber das geht ja nicht -

Ich habe dann angesprochen, dass ich nochmal viel darüber nachgedacht habe, ob es nicht besser wäre, von zwei auf eine Stunde wöchentlich zu reduzieren. Sie verglich das ganze mit einer Medikation: Wenn man zuviel davon nimmt, tut es nicht gut, ist es zu wenig, dann wirkt es vielleicht nicht mehr. Auf die richtige Dosis kommt es also an, und die müssen wir erst noch finden. Allein bei dem Gedanken an eine Stunde weniger musste ich aber schon wieder nur weinen, weil meine Angst davor so groß ist, sie zu verlieren, bzw. dass sie mich vergisst und ich dadurch (für sie) an Bedeutung verliere. Ich habe momentan noch keine Ahnung, wie ich mich entscheiden soll damit. Als wenn man einem Süchtigen sein Suchtmittel entziehen muss, damit er wieder richtig leben kann, ohne diese Abhängigkeit, die ihn so zermürbt, aus der er aber irgendwie doch nicht rauskann.

Es war so gut, mal zwei Wochen ohne diese andauernde Traurigkeit..nun ist sie zurück, und ich versinke erneut %:| :°(

mXimPosex7


@ pampelmuse1

bitte entschuldige ... das ich mich jetzt erst melde, aber wenn ich überfordert bin, ziehe ich mich zurück.

Wie geht es Dir derzeit ... bist Du schon ein wenig voran gekommen mit Deinen Therapiesitzungen? @:)

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