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Sich verloren fühlen, kennt das jemand?

DeeCr_Un*wissenxde hat die Diskussion gestartet


Hallo Community,

erstmal wünsch ich jedem ein schönes Osternfest.

Ich schreibe euch nun etwas was mich schon lange belastet. Mich würde zunehmend interessieren ob das jemanden so ähnlich geht/ging und mir tipps geben könnt wie ich am besten einen guten Psychologen für eine Therapie finden werde.

Also erstmal zu mir: ich 22 J. jung und durchlief eine normale Schullaufbahn & Berufseinstieg. Eigentlich soweit alles in Ordnung.. zumindest nach außenhin.

Hab mir lange überlegt wie und wo ich am besten anfangen soll aber leider fällt mir das äußerst schwer. Seit mit daher bitte nicht bös, das ich jetzt irgendwo anfange und der Text ein bisschen verwirrend ausfällt.

Also kommen wir zum Thema: Seitdem ich denken kann habe ich mich immer verloren gefühlt. Schon von kleinauf, dabei kann ich nicht genau sagen warum und in welchem Gedankengang aber ich hatte schon da dieses komische Gefühl. Ich muss dazu sagen das meine Kindheit nicht so toll war. Nach außenhin schon aber für mich eine große Totur.

Hab ein extrem gestörtes Verhältnis zu meinem Vater da er eine zeitlang Alkoholiker war und mich mit Schlägen erzog. Das ging so ca. 4 Jahre lang von 6 – 10. Damals ist für mich die ganze Welt zusammengeknickt, weil ich nicht verstanden hab warum das bei mir anders läuft als bei anderen Kindern und warum ich dieses Pech erleiden darf. Zumal auch ein geliebter Mensch (mein Vater) mir somit plötzlich wehgetan hat und ich nichtmal wusste ob ich schuldig bin oder er.

Natürlich weiss ich jetzt als junger Kerl das er versagt hat aber das spielt keine Rolle. Auch in Bezug zu meinen restlichen Familienangehörigen und Verwandten ist der Bezug mit der Zeit zwischen Kindheit und Jugend komplett abgekapst. Wir lebten zusammen aber führten kein "Familienleben". Zumindest empfinde ich es so.

Es schmerzt mir irgendwie aber ich kann nur sagen: Ich glaube ich hatte kein Familie.

Das merkte ich auch in der Jugend weil sich niemand mich annahm und ich mich nie ernstgenommen fühlte wenn es mal Probleme gab (Liebe, Schule, usw..).

Es tut auch heute noch weh wenn andere sagen ich habe Manieren und ordentliches Benehmen und damit in Verbindung deuten das ich wohl eine gute Erziehung genießen durfte.

Weil es war nicht so meine Eltern haben versagt !!

Ich kann und konnte mich nie mit Ihnen identifizieren. Wer bin ich??!?! Hallo?!

Klar könnte man jetzt spekulieren und sagen: "Hey sei doch Stolz das dus auch alleine geschafft hast." Das bin ich aber nicht und will ich auch nicht! Das ist keine Entschuldigung dafür das ich solange leiden musste!!

Es ist für mich einfach so erniedrigend wenn allerlei Leute auf mich zu kommen und mir Dinge nahelegen. Ich krieg einfach Aggresionen. Dabei will ich nichtmal sagen das ich Hilfe nicht annehmen will sondern einfach mich vera****t fühle.

Und egal wem ich was erzähle keiner kann es oder will es verstehen.

Dann, um mal Weg von der Kindheit und Jugend zu kommen, ist es auch so das eig. jeder Tag im Jahr für mich gleich geworden ist. Es sowas von egal ob es Montag oder Sonntag ist, Jeder scheiss Tag ist gleich. Und kommt mir jetzt nicht mit dem Spruch: Ja so ist das im erwachsenen Leben nunmal. Nein das ist nicht so!!

Warum dann empfinden das andere in meinem Alter nicht die auch studieren oder arbeiten gehen?!

Ich fühl mich einfach platt, ausgebeutet. Ich kann bald nicht mehr.

Es sind nun auch allerlei Ängste da: Soziale Phobie, Versagungsangst, Minderwertigkeitskomplexe.

Dabei weiss ich nichtmal was ich will um glücklich zu sein. Ich weiß nur ich bin todunglücklich.

Ich wäre wenigstens mal froh wenn ich Selbstbewusst wäre und ich mal im Mittelpunkt stehe und nicht ständig andere.

Es ist einfach wie ein Kreisel mein Leben. Mal bin ich hier mal da und eigentlich weiss ich nie wo ich eigentlich bin.

Wisst ihr ich war auch schon bei einem Psychologen bei einem Kennenlerngespräch, der hatte einfach gemeint das ich für mein Alter ein paar Jahre voraus bin und ich einfach warten soll. Das legt sich dann schon von alleine.. in so ca. 5 – 6 Jahre ...

So ein riesen Schwachsinn hab ich nie gehört. Schon wieder werde ich nicht ernstgenommen!!

Wie soll ich bitte solange durchstehen wenn ich nicht mehr kann. Ich will nicht mehr und habe langsame Angst um mich und mein Leben!!

Klar werde ich jetzt weitersuchen nach nem Psychologen. Hatte vor kurzem ein Gespräch mit einem Tiefenpsychologen der mir eher das Gefühl gab mich zu verstehen und mir helfen zu wollen.

Meine Frage zu guter letzt ist einfach. Was kann ich tun? Ist es machbar das Glück zu finden im Leben obwohl man sehr pessimistisch ist und wie bisher nur Sch***e fressen durfte??

P.S. es ist nicht nur hier jetzt die Kindheit usw. es ist einfach allgemein unwohl.. unerfüllter Beziehungswunsch.. Nähe-Distanz-Problem und immer so weiter.. Da kommt noch einige Probleme hinzu.

Kennt das jemand? Kann mir jemand sagen welche psychische Störung ich hier habe? %:|

Antworten
mCusic~us_6x5


Hallo,

oft gibt es hier ziemlich schnell eine Antwort, aber die Fülle der Beiträge ist manchmal enorm. Ich kann jetzt wegen der Uhrzeit auch nur kurz schreiben. Deine Kindheit war anscheinend teilweise "traumatisch" (verletzend – sogenanntes "Psychotrauma"). Da ist es kein Wunder, dass jetzt noch große Probleme da sind.

(Das ist jetzt natürlich keine "Diagnose", nur ein Stichwort...)

Ein geeigneter Psychotherapeut wird sich sicher auf dem einen oder anderen Wege finden lassen.

Dieser Link machte mir einen ganz guten Eindruck:

[[www.persoenlichkeits-blog.de/article/319/welche-folgen-hat-es-als-kind-geschlagen-worden-zu-sein]]

Weiter unten auf der Seite sind auch zahlreiche Kommentare und Erfahrungsberichte, z.T. mit Links.

Gute Wünsche,

D|er_Un7wissegndxe


Sonst noch jemand ne Idee oder sowas schonmal gehabt??!!

Wxaterxli2


Ich halte es auch für das Beste, wenn du weiter nach einem Psychologen suchst/hingehst, weil der erste ist ja wohl wirklich blöd gewesen. :(v Die sind ja hoffentlich nicht alle so. Wenn du das Gefühl hast, dass du schon sowas wie Selbstmordgedanken kriegst, dann bleib da auf jeden Fall dran. Auch dass mal jemand nur zuhört oder mit dir redet kann da helfen. :)z Ich hatte auch mal so ein diffuses Gefühl und ich muss sagen, das hat sich dann gelegt, nachdem ich ein paarmal bei einer Psychologin war und kam auch nicht wieder.

Zum Umgang mit doofen Eltern fällt mir nur ein, dass man aufhören sollte, die Schuld an seinem eigenen Leben auf das Elternhaus zu schieben. Klar ist es nicht schön, aber du lebst im Hier und Jetzt und du kannst ganz allein dafür sorgen, dass dein Leben so wird, wie es werden soll. Und wenn du noch nicht weißt, wie es werden soll, dann weißt du vielleicht zumindest, was du nicht willst? Dann sorg eben erstmal dafür, alles was du nicht willst zu entfernen aus deinem Leben und vielleicht siehst du dann auch klarer, was du eigentlich willst. :)*

Machst du macnhmal Sport oder gehts bei dem schönen Wetter mal spazieren oder so? Vielleicht kann das auch etwas deine Laune heben.

Ich fühl mich einfach platt, ausgebeutet. Ich kann bald nicht mehr.

Was machst du denn so, was arbeitest du? Bei mir ist es z.B. sehr krass von der Arbeit die ich grade mache abhängig, wie stark meine "soziale Phobie" ausgeprägt ist. An Tagen, wo ich nur studieren und nicht arbeiten muss, fühle ich mich grundsätzlich schonmal besser und wenn ich 2 Wochen Urlaub hab, hab ich grundsätzlich mehr Lust, etwas zu unternehmen. Wenn ich grade 8 Stunden arbeiten war, habe ich einfach von Menschen und lauten Hintergrundgeräuschen die Schn... voll. Da hatte ich dann mehr als genug davon. Das mag einem Studenten, der als Nebenjob als Hiwi im Büro Literaturrecherche macht, natürlich komplett anders gehen. Der wird irre vor lauter Ruhe und will sich dann ins Getümmel stürzen, is ja klar.

R'ivcharId61


In meinem Leben war ich nicht immer Glücklich, das gehört aber zum Leben dazu, denn wenn man nur auf der Welle oben schwimmt wird's fade.

Es ist ein Auf und Ab mit nicht zu hohen Ausschlägen der Stimmung die einen gesunden Menschen mit gesunder Psyche ausmacht.

Ein dauerhaftes Unglücklich sein, ist etwas Ungesundes, verursacht durch die Psyche.

Dies wiederum kann organische ,psychische oder genetische Ursachen haben.

Vor 5 Jahren hatte ich dieses Unglücklichsein diesen Verlust an jeglicher Freude, Selbstbewusstsein, Appetit, Sex, etc..., dies ging soweit, daß ich irgendwann nur noch grübelte und grübelte , ich wurde schlaflos und grübelte die ganze Nacht durch.

Am Schluss war ich unterernährt und kurz vor einem Suizid.

Meine Frau hat mich dazu gebracht zu einer Psychiaterin zu gehen, die mich ob meines Zustands sofort einweisen wollte.

Ich bekam Benzos und Antidepressiva, nach 2-3 Wochen besserte sich der Zustand allmählich , die Benzos konnte ich weglassen und nach 4 Wochen haben die ADs voll gegriffen und ich fühlte mich wieder gut und konnte auch wieder Glück empfinden.

Deinen Zustand aus der Ferne als Laie zu beurteilen steht hier wohl keinem zu.

Aber ich kann berichten wie es mir erging und was mir geholfen hat. Nachdem ich mein Zustand stabilisiert hat begann ich eine begleitende Psychotherapie.

In der Psychotherapie arbeitet man Dinge auf die evtl. zu dieser Erkrankung geführt haben, dies ist das Rüstzeug um später auch ohne ADs im Leben nicht wieder daran zu erkranken.

Meine Krankheit war eine schwere Depression, mit das Schlimmste was ich erleben musste.

Wenn du nicht gleich zum Psychiater willst, mach im Netz den Goldbergtest und folge diesem Ergebnis.

m"elishsa.sxarah


Wie bereits erwähnt, steht es keinem zu dies zu bewerten..

Von der Ausgangsituation aus gesehen hast du eine weitere Möglichkeit..

Versuch mal alle Leute in deinem Leben, die dich eher belasten auszuschalten und die Antwort nicht in der Welt oder in anderen Menschen, sondern in dir zu finden.

Du bist derjenige, der aus deinem Schicksal was machen kann.

Etwas ändern kann.

Aus persönlichen Erfahrungen her gesehen, kann ich sagen: Man kommt mit dem Bewusstsein auf eigenen zwei Beinen zu stehen ohne jemanden dafür zu brauchen zu eigenen Wertvorstellungen,Wünschen und Zielen im Leben.

Und zu dem Teil:

"Warum dann empfinden das andere in meinem Alter nicht die auch studieren oder arbeiten gehen?!"

Die meisten machen sich über denn "Sinn" im Leben keine Gedanken..es erfüllt sie allein wie dus schon gesagt hast, jeden Tag zu studieren und zu arbeiten.

Bezüglich Selbstbewusstsein und im Mittelpunkt stehen: Das kann nur mit der Zeit kommen.

Mach dir selbst keinen Druck, versuch ein paar Tage auszuatmen und darüber nachzudenken, was es für dich wert wäre zu kämpfen und jeden Tag aus dem Bett zu kommen um dies zu erreichen.

Vergiss dabei die ganzen Richtlinien, die ein "normales" Leben ausmachen, wenn ich das so sagen kann.

Vertrau dir selbst und wirf nicht alles weg, wegen Zweifeln oder unbeantworten Fragen.

Man kriegt nicht immer sofort Antworten auf so grundlegende Fragen, die kommen mit der Zeit, doch wenn sie eintreffen, dann weiß man das es so hätte kommen sollen.

Ruhe bewahren und lass dir Zeit!

Zuletzt noch zu deiner Frage:

"Ist es machbar das Glück zu finden im Leben obwohl man sehr pessimistisch ist und wie bisher nur Sch***e fressen durfte??"

Ja, genau die Menschen, die viel im Leben durchgemacht haben, sind am Ende die glücklichsten, weil sie auch kleine Dinge wertschätzen, und wissen, dass es auch anders hätte kommen können.

Das Glück kann man nicht erzwingen, aber man kann alles dafür tun, um glücklich zu werden.

Und das beginnt mit der Einsicht, dass man trotz allem noch auf beiden Beinen steht und alles ändern kann.

Du brauchst dich nicht in anderen wiederzufinden, um "erfolgreich" zu sein.

Finde heraus, was genau dich ausmacht und du wirst sehen, dass alles andere von selbst kommt, du musst dir nur selbst vertrauen.

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