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Psychisch am Ende im Job

AXUSw|ande|rixn83 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Wie der Titel schon vermuten lässt, habe ich ein großes berufliches Problem.

Vor einem Jahr habe ich schon einmal meinen Job gewechselt, von der einfachen Empfangsmitarbeiterin in die Buchhaltung (beides Hotel).

Damals war mein Hauptanliegen, noch etwas anderes zu lernen und endlich dem Schichtdienst, den vielen unbezahlten Überstunden, dem extremen Stress und der Unterbezahlung zu entkommen.

Die ersten Wochen im neuen Job waren noch ganz gut, auch wenn ich mich dort nie wirklich wohl gefühlt habe. Ich bin zwar mit mehreren Kollegen in einem Büro, allerdings die einzige Mitarbeiterin für die Buchhaltung. Eingestellt wurde ich als "Mitarbeiterin", behandelt werde ich allerdings wie eine Abteilungsleiterin, sprich komplette Eigenverantwortung, Teilnahme an den Meetings etc. – bei Gehalt von einem Empfangsmitarbeiter. Eingearbeitet wurde ich nur stundenweise in den ersten beiden Wochen von einer Kollegin eines Schwesterhauses. Den Rest musste ich mir selbst erarbeiten, erlernen, recherchieren und per Telefon erfragen.

Die Aufgaben wurden immer mehr und mehr, einige Sachen musste ich immer weiter aufschieben weil ich dem Arbeitsaufkommen einfach nicht gewachsen war/bin.

Urlaubs- oder Krankheitsvertretung gibt es keine – also nach meinem Urlaub muss ich alles aufarbeiten, neben dem laufenden Tagesgeschäft.

Noch in der Probezeit dachte ich ans Kündigen, habe mir aber (auch dank meiner Therapeutin) gesagt okay, vielleicht wird es bald einfacher und gab dem ganzen eine Chance.

Es wurde aber nicht besser, sondern für mich immer schlimmer. Eine Schwierigkeit jagt die nächste, eine Extremsituation die andere. Pünktlicher Feierabend wird ungern gesehen und hinterm Rücken geredet, wieder unbezahlte Überstunden au masse. (Die können auch nicht ausgeglichen werden, weil es das Arbeitspensum nicht zulässt.)

Jetzt bin ich mit meinen Kräften endgültig am Ende. Ich kann einfach nicht mehr.

Ich habe eine Entscheidung schon viel zu lange aufgeschoben weil ich selbst auch keine Ahnung mehr hatte wie es denn bloß weitergehen soll.

Fakt ist, fast seit einem Jahr habe ich etwa alle 2 Wochen Heulkrämpfe, ich habe viel zugenommen, Haushalt kriege ich nicht mehr hin, habe ständig nur Angst (die Arbeit nicht zu schaffen und wie es weitergeht), habe keine Lust zu gar nichts mehr, keine Kraft für irgendwas und bin einfach nur noch verzweifelt.

Dazu muss ich sagen, dass ich schon seit mehreren Jahren Depressionen habe (mit Suizidgedanken bzw. Todeswunsch) und deshalb auch seit 3 Jahren in therapeutischer Behandlung bin. Antidepressiva habe ich vor einem dreiviertel Jahr (ohne Rücksprache mit Arzt) ausgeschlichen, weil es zu viele Nebenwirkungen hatte und ich auch nicht den Eindruck hatte dass es wirkt.

Ich hatte gehofft durch den Jobwechsel eine neue Perspektive zu bekommen und dass ich aus der Depression rauskomme und wieder sowas wie Lebensfreude entwickle. Aber es wurde dadurch nur schlimmer, es war das wahrscheinlich schlimmste Jahr meines Lebens. :°(

Jetzt bin ich aber komplett am Ende. In der Arbeit ständig nur Herzklopfen, Angstgefühle rund um die Uhr. Fühle mich nur noch überfordert und überlastet, der Druck und die Verantwortung machen mich fertig. Ich kann nicht mehr…

Am liebsten würde ich gleich am Montag die Kündigung einreichen. Dann müsste ich nur noch 4 Wochen durchhalten. Und selbst 4 Wochen kommen mir jetzt unerträglich vor. Jeder einzelne Tag ist unerträglich. Jeder Tag ein Tag zuviel.

Ich habe also 3 Optionen:

1) Eigenkündigung: Dann würde ich vom AA eine Sperrfrist von 3 Monaten bekommen – und mein Erspartes reicht gerade mal für max. 2 Monate. Gut, meine Eltern würden mir Unterstützung anbieten, aber das müsste ich auch zurückzahlen.

2) Eigenkündigung mit Attest: Ein Attest vom Arzt könnte helfen, die Sperrfrist anzufechten. Aber den Termin habe ich erst in knapp 2 Wochen und selbst dann ist es noch nicht sicher und bedeutet wahrscheinlich monatelang Streitereien mit dem AA.

3) Dauerhafte Krankschreibung und in Ruhe was Neues suchen: Das würde aber bedeuten ich müsste "von jetzt auf gleich" meinen Arbeitsplatz verlassen, ohne ordentliche Übergabe und ohne meinem AG die Chance zu geben, einen Nachfolger zu suchen.

Die Kollegen würden wahrscheinlich lästern (auch weil ich schon mehrmals krank war und im Januar wegen einer Entzündung sogar 4 Wochen lang) und wer soll dann die Arbeit machen?

Denn wenn ich mich krankschreiben lassen würde, würde ich nicht wieder zurückkehren, sondern direkt die Kündigung einreichen, sobald ich eine neue Stelle hätte.

Aber dann ist mir wohl ein schlechteres Arbeitszeugnis sicher.

Was hier vielleicht ein kleiner Vorteil wäre: Ich hätte vll noch Zeit eine Reha etc. einzuschieben. Das würde mir bestimmt helfen.

Aber wie würde man dem AG beibringen, dass man nicht nur 3 Tage fehlt, sondern dass man "vielleicht" gar nicht wiederkommt und er schonmal jemanden neues suchen soll? Würden die überhaupt jemanden neuen einstellen wenn der alte MA noch keine Kündigung hat?

Oh man…alle 3 Optionen haben irgendwo Nachteile. Ich bin nur noch am denken und denken und kann keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Was meint ihr dazu? Was würdet ihr in der Situation machen?

Über ein paar Antworten würde ich mich freuen. :)z

P.S. Bewerbungen hatte ich schon ein paar weg geschickt, hatte auch schon 2 gute Gespräche (wobei ich die Jobs abgelehnt hatte weil es das selbe in grün wäre und kein Stück besser gewesen wäre --> Ausbeuterei).

Aber ich bewerbe mich natürlich weiter. (Auch wenn ich mir langsam schon gar nichts mehr zutraue.) Ich bewerbe mich auch für 30-Stunden-Stellen, in der Hoffnung dass ich einen solchen bekomme um mir neben der Arbeit ein "Leben" aufbauen zu können (Sport, Hobbie suchen, Musik lernen). Dafür fehlt mir bei 40+ Stunden die Kraft. Ich bin definitiv nicht arbeitsscheu oder faul, aber ich habe den Eindruck dass mich die letzten Arbeitsjahre unter teils miesen Arbeitsbedingungen (nie richtige Pausen etc.) krank gemacht haben. Also nicht nur aber trägt sicher dazu bei.

Antworten
A1iya4nax89


3) Dauerhafte Krankschreibung und in Ruhe was Neues suchen: Das würde aber bedeuten ich müsste "von jetzt auf gleich" meinen Arbeitsplatz verlassen, ohne ordentliche Übergabe und ohne meinem AG die Chance zu geben, einen Nachfolger zu suchen.

Meine Meinung dazu: Hat dein Arbeitgeber dich fair behandelt? Nein. Also wozu ihm entgegenkommen? In der Hotelbranche wird er schon recht schnell jemand anderen finden, mach dir da mal keine Sorgen darüber.

Ich kenne die Arbeit im Hotel selbst und hatte deswegen selber Depressionen bekommen. Ich konnte es irgendwann nicht mehr ertragen, ich weiß bis heute nicht, wie ich diese Zeit überlebt habe. Es war einfach nur noch schlimm. Aber damals wollte ich die Ausbildung nicht abbrechen, sonst hätte ich dort auch nach 3 Monaten gekündigt. Mittlerweile habe ich der Branche den Rücken gekehrt. Auch nach der Ausbildung habe ich lange suchen müssen, eine Festanstellung zu erhalten, wo Mitarbeiter fair behandelt werden. Ich habe das Gefühl nur jedes 20. Hotel / Restaurant ist in Ordnung.

Deswegen: Bevor du dich bewirbst, solltest du sicher stellen, dass in diesem Betrieb Arbeitsgesetze kein Fremdwort sind. Ansonsten machst du immer wieder das gleiche durch. Oder geh gleich komplett weg. Gastronomie muss man lieben, ansonsten geht man davon kaputt... es sagen so viele und sie hatten Recht!

Du machst dein Leben bereits kaputt... du kannst locker 40 Stunden und mehr arbeiten, da bin ich mir sicher, so wie du das beschreibst, aber nicht unter diesem Umständen.

A5USw"and^erin8x3


Vielen Dank für deinen Beitrag :)^

Ja richtig, Gastro muss man lieben oder gleich lassen. Bin zwar nun hinter der Kulisse, aber bin dennoch mittendrin, wenn auch nicht mehr direkt am Gast.

In meinem letzten Betrieb waren das meistens 9 Stunden direkt am Gast, weil in der Regel ein immens starker Gästeandrang war. Dann hab ich gesagt, ich kann das nicht mehr, wenn ich noch einen Gast sehe laufe ich Amok. Das war definitiv zu viel. (Bin generell ein ruhiger, zurückhaltender Mensch.)

Jetzt, wo ich den ganzen Tag nur die selben 3 Gesichter und nur Zahlen sehe - merke ich dass mir die Arbeit am Gast und der Kontakt doch gefallen hat und es mir fehlt.

Naja...jetzt weiß ich zumindest dass ich wohl ne Mischung aus beidem ganz gut finde. Aber halt weder das eine noch das andere Extrem.

Aber dass ich der Branche den Rücken kehren will, steht schon fest. Dachte nun eher an den Empfang von normalen Unternehmen, wo ich die Bürotätigkeit habe und Kontakt zu Kunden.

Naja, vielleicht muss man echt manchmal einiges ausprobieren bis man auf Umwegen zu dem findet, was einem gut tut. ":/

Meine Freunden meinen auch dass ich mich doch krankschreiben lassen soll. Ich fühl mich dann als Simulant oder faul und hab ein immens schlechtes Gewissen (immer beim krankmelden, deshalb versuch ich immer das zu vermeiden). :-|

Sxun/nixva


Ich würde Option 2 oder 3 wählen. Es gibt Situationen, da ist es EGAL, wie einem hinterhergeredet wird, sogar egal, ob die Arbeitsagentur Zicken macht – es geht um die eigene Haut!

Du willst und musst da weg, machst Dich aber selbst verrückt mit dem ganzen "Was wäre – wenn …"

Wähle das, was Dir am meisten hilfreich erscheint und dann handle! Kommt Zeit, kommt Rat.

EGhemaliger NRuptzerx (#544761)


Ich würde Variante 4) wählen. ;-D Denn es gibt immer mehr Optionen, als man erstmal so denkt.

Zunächst:

paar Tage frei nehmen – z.B. als Urlaub oder Abbau von Überstunden/Gleitzeit. Da mal zuhause sauber machen, ein paar Sachen was sonst noch offen ist (z.B. Arztbesuche, vielleicht was für die Wohnung oder was für dich), das gibt schon wieder ein besseres Gefühl. Vielleicht auch helfen lassen von jemandem, wenn das im Haushalt so arg ist. Und mal ne Massage oder Wellness-Geschichte einbauen, einen Tag vorm Fernseher vergammeln und einen schönen Tag im Park ein Buch lesen. Hast du dir doch verdient.

Auf jeden Fall mit dem AG sprechen: Forderungen sachlich nennen: kommst dir unterbezahlt vor, viel Verantwortung, und sagen, was du möchtest. An Zeitgestaltung, an Unterstützung (Vertretung), an Schulungen, an Gehalt. Einfach abhauen finde ich keine Lösung. Sondern mal sagen, was du willst und schauen, was sich so verhandeln lässt. Und was du dir für die nächsten Jahre so vorstellst. Der hat bestimmt ein offenes Ohr dafür.

Und mit dir selbst ins Reine kommen. Bei Feierabend auch wirklich Schluss machen, aus einer 40h-Woche auch nur eine 40h-Woche werden lassen. Schöne Freizeitgestaltung schaffen, die einen am Ende des Arbeitstages belohnt. Ich geh da 2x die Woche schwimmen. :-) und am Wochenende in die Sauna, herrlich.

Und auch: überlegen, ob es so clever war, die AD eigenständig abzusetzen. Warum bist du da nicht ehrlich – nicht mal zum Arzt?

SKunnRiva


Auf jeden Fall mit dem AG sprechen: Forderungen sachlich nennen: kommst dir unterbezahlt vor, viel Verantwortung, und sagen, was du möchtest. An Zeitgestaltung, an Unterstützung (Vertretung), an Schulungen, an Gehalt. Einfach abhauen finde ich keine Lösung. Sondern mal sagen, was du willst und schauen, was sich so verhandeln lässt. Und was du dir für die nächsten Jahre so vorstellst. Der hat bestimmt ein offenes Ohr dafür.

Ja, ich bediene jetzt ein Klischee, aber: Hiermit tun sich viele weibliche AN schwer ...

AOiryana8x9


@ Silom

Du kennst die Gastronomie nicht oder? Wer da nach einem 8 h Tag den Stift fallen lässt, wird für verrückt erklärt und kann sich gleich die Kündigung abholen (wobei das hier vielleicht sogar auch eine Lösung wäre – dann gibts auch das Problem mit dem Amt nicht).

Mit irgendwelchen Forderungen und Arbeitsgesetzen braucht man den meisten Chefs in der Gastronomie nicht zu kommen. Es ist völlig normal deutlich mehr zu leisten als man muss und es gibt so viel Fluktation, dass sie auf einen Mitarbeiter der rumzickt def. nicht angewiesen sind. Man kann es ja versuchen, vielleicht gerät man an eine Ausnahme, aber die Regel, dass man für sowas ein offenes Ohr hat, ist das sicherlich nicht.

Es wird einem ja oft schon bei Bewerbungsgesprächen klar gemacht, dass man mehr zu leisten hat, als vielleicht im Arbeitsvertrag steht! Zumindest habe ich das oft genug erlebt. "Sie verdienen hier viel Trinkgeld, dafür erwarten wir eine 60 Stunden Woche".

Und mal ne Massage oder Wellness-Geschichte einbauen, einen Tag vorm Fernseher vergammeln und einen schönen Tag im Park ein Buch lesen. Hast du dir doch verdient

Bei Depression ist das nicht so einfach...

@ AUSwanderin83

In meinem letzten Betrieb waren das meistens 9 Stunden direkt am Gast

Nur? Da hast du ja noch Glück gehabt. Bei uns war die Regel 10-17 Stunden... (deswegen nochmal die Warnung: bleib weg von der Gastronomie)

Lass dich krankschreiben. Du bist kein Simultant! Dir geht es doch schlecht und du machst dich mit jedem Tag mehr kaputt. Es kann nicht die Aufgabe von Mitarbeitern sein, dass Problem von Personalmangel zu lösen. Das ist die Aufgabe vom Chef, die er gar nicht lösen will, weil mehr Mitarbeiter mehr Geld kosten. Also lass die falsche Bescheidenheit.

Aber dass ich der Branche den Rücken kehren will, steht schon fest. Dachte nun eher an den Empfang von normalen Unternehmen, wo ich die Bürotätigkeit habe und Kontakt zu Kunden.

Finde ich eine sehr gute Lösung. :)^

W\atWerp7landet


Ein Freund von mir hat exakt dasselbe gerade hinter sich und er ist heilfroh, den Absprung gerade noch geschafft zu haben, ohne daß sich seine psychischen Beschwerden noch weiter verschlimmert haben. Geh zum Arzt! Lass Dir helfen! Und pfeif was drauf, was Deine Kollegen von Dir denken könnten. Es geht um Dich und Deine Gesundheit!!!

2) Eigenkündigung mit Attest: Ein Attest vom Arzt könnte helfen, die Sperrfrist anzufechten. Aber den Termin habe ich erst in knapp 2 Wochen und selbst dann ist es noch nicht sicher und bedeutet wahrscheinlich monatelang Streitereien mit dem AA.

War bei meinem Kumpel überraschend unkompliziert: Zwei Fragebögen vom Arbeitsamt für ihn, einen für den Facharzt. Und dann war das Ding gegessen.

B%ambixene


Wenn du dich so fertig fühlst, geh Montag gleich zum Arzt UND zum Arbeitsamt.

Schilder denen vom AA deinen Fall. Mein Schwager ist in einer vergleichbaren Situation auch zum Arbeitsamt gegangen und hat denen erklärt, dass er nicht mehr kann und kündigen möchte. Es hat mit ärztlichem Attest ohne Sperrfrist geklappt.

Alternativ, könntest du nach deinem Arztbesuch, deinem Arbeitgeber sagen, dass du aus gesundheitlichen Gründen ("ich möchte darüber nicht reden, aber das kann länger dauern, bis ich wieder richtig arbeitsfähig bin") auf unbestimmte Zeit ausfällst. Du könntest es verstehen, wenn er dir kündigen möchte.

Alles Gute und bald einen "normal bezahlten" Arbeitsplatz wo es Spaß und Freude macht zur Arbeit zu gehen.

@:) :)*

J&ayn7x4


Ich hab auch den Eindruck, so dramatisch ist das mit der Sperrfrist beim AA eigentlich gar nicht.

Ich würde bei sowas immer drigend dazu raten, die Flucht nach vorne anzutreten.. es tut einem einfach nicht gut. Nicht angebrachte Schuldgefühle dem Arbeitgeber gegenüber oder Zaudern und Zögern aus Ängstlichkeit blockiert einen nur. Weg da, so schnell wies geht.

EHhemali<ger BNutz3er (#5447)61^)


Du kennst die Gastronomie nicht oder?

Nicht von der Seite, die du meinst. :-) Und du hast eines überlesen: Auswanderin83 ist zwar noch in einem Hotel, aber jetzt in der Buchhaltung (sehe ich mal als Backoffice, geringer Kundenbezug). Wenn man da einen Rechtfertigungsgrund braucht, um sich von der "normalen" Gastronomie und Hire&Fire zu distanzieren, dann hat sie den damit. Und Buchhaltung muss immer nur dann fertig sein, wenn ein Termin ist (monatlich, geschäftsjährlich). Ist viel besser planbar. Und auch das Unternehmen in der Buchhaltung aus meiner Sicht viel mehr an langfristigen Mitarbeitern interessiert. Denn die Tricks und Kniffe dort bleiben besser unter einen kleinen Zahl von Personen. Außerdem hat sie ja Einblick in alles von ihrem Unternehmen: Arbeitszeiten, Gehalt der Leute, etc. Zumindest wenn sie auch die Lohnbuchhaltung macht. Buchhaltung ist eher ein 9-17 Uhr Job. Natürlich vor allem dann, wenn man es kann und sich nicht erst training-on-the-job-mäßig da reinfinden muss.

Wer da nach einem 8 h Tag den Stift fallen lässt, wird für verrückt erklärt und kann sich gleich die Kündigung abholen (wobei das hier vielleicht sogar auch eine Lösung wäre – dann gibts auch das Problem mit dem Amt nicht).

Da kann sie es locker drauf anlegen. Schließlich hat das Hotel unter dem sonstigen Personal erstmal keinen Ersatz in petto.

Bei uns war die Regel 10-17 Stunden

Selbst schuld. Siehe Arbeitszeitgesetz. Die 9 Stunden von ihr klingen ja angemessen.

Und mal ne Massage oder Wellness-Geschichte einbauen, einen Tag vorm Fernseher vergammeln und einen schönen Tag im Park ein Buch lesen. Hast du dir doch verdient

Bei Depression ist das nicht so einfach...

Ich weiß. ;-D Eben darum braucht sie vielleicht die Aufforderung von anderen dafür. Ich finde, das braucht sie eh: den Weg zur eigenen Achtsamkeit. Sonst wird ein dauerhaft depressiver Mensch in keinem Arbeitsumfeld glücklich. Was dann aber nicht mehr am Umfeld liegt.

Es kann nicht die Aufgabe von Mitarbeitern sein, dass Problem von Personalmangel zu lösen. Das ist die Aufgabe vom Chef, die er gar nicht lösen will, weil mehr Mitarbeiter mehr Geld kosten. Also lass die falsche Bescheidenheit.

Keiner hat doch gesagt, dass sie das Problem lösen soll. Ich sehe es als Aufgabe des Personals, auf den empfundenen Personalmangel zumindest deutlich hinzuweisen. Dafür muss man aber nicht kündigen. Sondern nur mal sagen, was man möchte/braucht, um seinen Job gut zu machen. Ist das wirklich ein Frauenproblem?

@ Bambiene

Alternativ, könntest du nach deinem Arztbesuch, deinem Arbeitgeber sagen, dass du aus gesundheitlichen Gründen ("ich möchte darüber nicht reden, aber das kann länger dauern, bis ich wieder richtig arbeitsfähig bin") auf unbestimmte Zeit ausfällst. Du könntest es verstehen, wenn er dir kündigen möchte.

Also mein Weg war ein anderer. Ich habe immer mit dem Arbeitgeber auch über meine vorübergehende Erkrankung gesprochen. Ganz offen. Hat mir aus meiner Sicht mehr gebracht. Nämlich ein Verständnis anstatt von Mutmaßungen, man sei faul oder drücke sich. Für mich ist der Weg nach vorn die Offenheit, nicht der Rückzug.

AvUSwa#nderXin83


Vielen Dank für Eure Antworten!

Ja, ich bediene jetzt ein Klischee, aber: Hiermit tun sich viele weibliche AN schwer ...

Das ist sogar erwiesen. ;-D Trifft auf mich jedenfalls voll und ganz zu. Ich mach viel zu selten bis gar nicht meinen Mund auf. Wird aber langsam besser durch die Therapie. Hab mich vor ein paar Tagen sogar mit der Chefin bissl gestritten, weil ich den Freitag (Brückentag) wegen einer Hochzeit frei brauchte. Hab mich quasi durchgesetzt - aber war dafür am Feiertag und heute am Sonntag im Büro. Und wieder ne knappe Stunde länger. Und statt ner Stunde Pause nur 15 Minuten - wie jeden Tag (und dann auch noch vorm PC mangels Perso-Raum). :-/

Hoffe das war jetzt mein letzter Monatsabschluss...

paar Tage frei nehmen – z.B. als Urlaub oder Abbau von Überstunden/Gleitzeit.

Abbau von Überstunden? Das Gesicht von der Chefin würd ich gern sehen. :-) Geht nur, wenn es das Arbeitspensum zulässt - und das tut es nie. Hätte bestimmt schon über 30 Überstunden, fallen aber alle untern Tisch. Aufgeschrieben wird nicht. (Selbst in meinem Urlaub war ich für 2 Stunden in der Arbeit um den Jahresabschlussordner fertig zu machen, der dringend weg musste.)

Urlaub hatte ich erst bis vorletzte Woche 2 Wochen lang. Allerdings konnte ich den überhaupt nicht genießen weil ich vor lauter Verzweiflung nur am heulen war. Vereinzelt hab ich mich gezwungen mal sparzieren zu gehen und Fahrrad zu fahren und da schon mächtig stolz auf mich. Sonst fällt es mir immens schwer mich alleine zu irgendwas aufzuraffen (wohne alleine, seit Jahren beziehungslos). Die letzten paar Tage war ich bei meiner Familie aber auch da war die Angst vor dem Montag schon wieder allgegenwärtig.

Forderungen sachlich nennen

Ja könnte ich. Theoretisch. Aber ändern würd sich dadurch nichts. Der Konzern würde diese Stelle nicht mit 2 Leuten besetzen. (In den anderen Häusern ist zumindest teilweise noch ein Azubi dabei - ich hatte bisher noch keinen, weil ich mich erstmal alleine einarbeiten sollte.)

Und sonst bleib nur ich, die die Arbeit machen muss - egal wann. Aber die reguläre Zeit reicht dafür nicht aus. Und soviel kann die mir gar nicht zahlen, dass ich dort freiwillig länger bleibe. :-)

Eben darum braucht sie vielleicht die Aufforderung von anderen dafür. Ich finde, das braucht sie eh: den Weg zur eigenen Achtsamkeit. Sonst wird ein dauerhaft depressiver Mensch in keinem Arbeitsumfeld glücklich. Was dann aber nicht mehr am Umfeld liegt.

|-o :)^ Damit hast du tatsächlich auch Recht. Ich arbeite daran. :)z

Bambiene + Waterplanet:

Danke für Euren Zuspruch! Das macht mir echt Mut, hatte da schon andere Erfahrungen gehört. Ich wird das mit dem Doc besprechen.

Silom: Ja, eigentlich bin auch eher ehrlich wenns um sowas geht. Aber ich hab letztens mitbekommen, wie sie sich öffentlich über Burn-Out und Depression lustig gemacht hat. Das sagt schon alles. Ich würd dann auch lieber sagen, dass ich mich zur Krankheit nicht äußern möchte.

Danke an alle für Eure Meinungen! Hat mir echt geholfen. :-) Ich werde dann nochmal berichten wenn ich beim Arzt war und wie ich mich dann entschieden habe.

B"almbi'ekn+e


Urlaub hatte ich erst bis vorletzte Woche 2 Wochen lang. Allerdings konnte ich den überhaupt nicht genießen weil ich vor lauter Verzweiflung nur am heulen war. Vereinzelt hab ich mich gezwungen mal sparzieren zu gehen und Fahrrad zu fahren und da schon mächtig stolz auf mich. Sonst fällt es mir immens schwer mich alleine zu irgendwas aufzuraffen (wohne alleine, seit Jahren beziehungslos). Die letzten paar Tage war ich bei meiner Familie aber auch da war die Angst vor dem Montag schon wieder allgegenwärtig.

bitte erzähl das genauso deinem Arzt. Auch dem AA.

Deinem AG und deinen Kollegen gegenüber brauchst du gar nichts zu erwähnen. So wie du das schilderst, würde totale Offenheit dir gar nichts bringen. Oder meinst du sie würden dich kündigen wenn du darum bittest?

AlUS,wanlderixn83


Nein, die würden mich natürlich nicht "auf Wunsch" kündigen. Die wollen mich ja nicht loswerden. Die werden erstmal ziemlich aufgeschmissen sein, wenn ich nicht mehr da bin. Dann muss das Nötigste die Kollegin aus dem Schwesternhotel machen, die machts aber eh schon für das zentrale Büro und mich wundert es echt dass die nicht schon lange ein Burn-Out hat (ist immer früh bis spät da).

Irgendwer hatte hier geschrieben, er würde der Firma erst Recht schaden (Beitrag find ich grad nicht mehr). Ich will ja niemandem schaden. Weder den Kollegen noch der Firma noch der Chefin.

Und durch den ganzen Stress in den letzten Monaten (bzw. seit Beginn) hab ich noch einige "offene" Sachen rumliegen, die ich so niemandem übergeben kann.

Wenn die Firma anruft, die die Jahresabschlüsse überprüft und Unterlagen nachfordert (oder gar eine Summe die noch nicht aufgeht)...dann kann sich auch niemand drum kümmern.

Und die Chefin kommt heute wieder mit "Machen das und das und das und denken Sie daran und vergessen Sie jenes nicht...". %-|

Ich weiß...das sollte bald nicht mehr "mein Problem" sein, aber es fühlt sich so an als wäre es meins.

Und dann musste ich mich heute noch vom zentralen Buha-Manager anpflaumen lassen, dass es schon "seltsam" ist, dass er immer nur mir hinterherlaufen muss und nur ich war an einem Workshop vorletzte Woche krank (ein Samstag, hatte da einen wichtigen Gruppentherapietag, ließ sich nicht anders einrichten). Keine Ahnung was er mir damit sagen wollte. Ich habe mal wieder nichts gesagt und mich nur entschuldigt. Haha. :°(

Ich schau nun, dass ich das wichtigste diese Woche noch erledigen kann und dann...bin ich raus. Oh man, ich trau mich gar nicht dann anzurufen und mich krank zu melden. Die Chefin wird mich allen ernstes fragen, ob ich sie verarschen will. :-/

Warum kann ich nicht einfach tot oder zumindest krank umfallen? Dann würde mir die Entscheidung abgenommen. :°(

Bwam!biexne


Ohje..... :°_

du warst also noch nicht beim Arzt :|N

Bitte mach dir keinen Kopf wie die Arbeit erledigt wird, wenn du krank oder ganz weg bist. Jeder ist ersetzbar.

Sogar als Kennedy von jetzt auf gleich nicht mehr da war, ist die USA nicht zusammengebrochen!

Verlass dich darauf, das Leben geht weiter.

Kümmer dich bitte nur und vor allem um dich!

Vile Kraft :)* @:)

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