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Wie lernen, die positiven Seiten des Lebens wieder zu sehen?

b@wller hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

seit etwa 10 Monaten leide ich an Depressionen (Co-Abhängigkeit / Beziehungssucht), ich gehe zur Therapie, in eine Selbsthilfegruppe und nehme Anti-Depressiva.

Ich war immer ein sehr fröhlicher, aufgeweckter Mensch und das kann ich auch heute noch sein! Allerdings überwiegen in meinen Gedanken fast andauernd die schlechten Momente! Ich sehe die viele schöne Zeit nicht und bin immer nur über das negative am Nachdenken / Reflektieren / Interpretieren. Ich komme da irgendwie nicht mehr raus und es fühlt sich an, als wäre mein gesamtes Leben zu meiner eigenen Therapie geworden. In meinem Kopf dreht sich alles nur noch um meine Probleme, dabei ist mein Leben wirklich Wunderschön und könnte eigentlich von den äußeren Umständen im Moment besser nicht sein !

Habt ihr ein paar Tipps oder Ideen oder Erfahrungen, wie man es schafft, die Schönheit des Lebens – welches wirklich wunderschön ist – wieder zu erkennen und die schönen Momente zu genießen?

Ich Danke euch vielmals :)_

Antworten
Dnas @Arix~


Hey.

Ich kenn das Problem auch das auch ich oft in meinen negativen Gedanken hängen bleiben und eher darüber nachgrübel was ich verloren habe, was schlecht läuft und mir gerade fehlt. Das was ich habe, was ich mir erarbeitet habe ( auch durch eine Therapie), vieles Schöne am Leben wird da schnell zur Nebensache in den Gedanken.

Ich denke ein Allheilmittel dagegen gibt es nicht. Bei mir ist viel Tagesformabhängig. Wenn ich merke das es bei mir los geht versuche ich entweder mich abzulenken und Leute zu besuchen um dem Alleinsein zu entgehen was die Gedankenkreise nur fördert.

Oder ich geh raus joggen, einmal auspowern. Das hilft mir auch den Kopf etwas frei zu bekommen. Es ist immer eine Überwindung gegen diese Gedankenkreise anzukämpfen aber es lohnt sich ;-).

Liebe Grüße,

Das Ari~

btwlexr


Beziehungssucht & Angst vor Nähe, Wurzeln in der Kindheit?

Hallo zusammen,

ich bin schon seit längerem in Therapie (Depressionen, Beziehungssucht, Co-Abhängigkeit). Wir haben dort bereits die Symptome und Ursachen meiner Probleme herausgearbeitet:

1) Beziehungssucht: Zwanghafte Suche nach einer Beziehung, nach einem Mann, der mir Geborgenheit und Sicherheit gibt; Ohne die Aufmerksamkeit und Anerkennung eines Mannes (Partners) empfinde ich eine starke innere Leere

Ursache: Trennung meiner Eltern in Kindheit, Abwendung meines Vaters, schlechte Beziehung zu meinem Vater und zu Männern generell; Ich versuche die innere Leere, die durch meinen Vater in meiner Kindheit entstanden ist durch die Beziehung zu einem Mann zu kompensieren; dazu kommen Hänseleien von Jungs in Kindheit und Jugend (negatives Männerbild)

Habe das Gefühl, dass Männer mich nicht lieben können, ich muss ihnen ständig etwas beweisen und um sie kämpfen. – > Führt zu krankhafter Eifersucht + Kontrollsucht, ständige Angst vor dem Vergleich

2) Angst vor Nähe: Sobald ich in näheren Kontakt mit einem Mann trete gehe ich (unterbewusst) in eine Abwehr-Haltung, aufgrund der Angst verletzt und verlassen zu werden. Male mir die schlimmsten Szenarien aus – > Steigerung der Eifersucht

Ursache: Abwendung des Vaters, negative Erfahrungen mit Männern in der Kindheit.

Irgendwie fühle ich mich jetzt aber, als würde ich auf der Stelle treten. Wir machen in meiner Therapie keine Fortschritte und ich weiß nicht, wie ich diese Probleme beheben soll!

Hat vlllt. jemand ähnliche Erfahrungen oder Tipps für mich, wie ich an die Sache heran gehen soll – bzw. wie ich weiter machen soll? Ich danke euch sehr; jeder verstreichende Tag, an dem sich meine Probleme trotz meiner vielen Bemühungen nicht ändern, ist für mich eine Qual :-|

a{ug2v3x3


Bist Du ein Mann der einen Partner sucht?

Was verbirgt sich hinter: "seit längerem in Therapie"? Psychotherapie welcher Richtung?

Tipps gefragt: "was ist das Ziel?" Und wer soll Hilfe sein, das Ziel zu erreichen?

byw3ler


Bist Du ein Mann der einen Partner sucht?

Ja, ich bin schwul ;-)

Was verbirgt sich hinter: "seit längerem in Therapie"? Psychotherapie welcher Richtung?

Ich gehe seit ein paar Monaten zu einer Psychologin, tiefenpsychologische Therapie nennt sich das glaube ich was wir da machen. Anfangs haben wir viel über die Symptome (ABhängigkeit von anderen Männern, nicht allein leben können, Verlustangst, Eifersucht, physische Probleme...) gesprochen und mittlerweile geht es meist nur noch um meine Kindheit (Beziehung zu Vater und anderen Bezugspersonen, Hänseleien von Jungs...)

ZUdem gehe ich in eine Selbsthilfegruppe für Co-Abhängigkeit und Beziehungssucht, was mir sehr gut tut.

Und ich bekomme Antidepressiva gegen die physischen Probleme (Potenzprobleme, Schlaf- und Esstörungen, innere UNruhe...)

Tipps gefragt: "was ist das Ziel?" Und wer soll Hilfe sein, das Ziel zu erreichen?

Vielleicht gibt es Menschen hier, die ähnliches durchgemacht haben (Beziehungssucht, Co-Abhängigkeit etc.) oder Menschen, die auch das Problem hatten, dass sie in ihrer Therapie irgendwann nicht weiter gekommen sind – ich habe logisch mein Verhalten und deren Ursachen grob durchschaut kann jedoch im Alltag keine Verändeurng feststellen.

Mein Ziel ist es, irgendwie etwas in meinem Alltag zu verändern (an meiner Abhängigkeit von Männern, meiner Sucht nach Anerkennung und Geborgenheit, meinen physischen Probleme...)

Ich bin im Moment einfach sehr verzweifet und über jeden Ansatz, Idee, Impuls etc. unglaublich dankbar!

NxevVerz Dancze Alone


Hallo bwler,

Dein Beitrag hat mich sehr angesprochen, mir geht es fast genau so, bis auf Punkt 2. Und ich bin nicht in Behandlung und es ist nichts diagnostiziert, aber hang zu Depressionen, Abhängigkeit und eine Art Beziehungssucht besteht trotzdem.

Was ich dagegen mache: täglich an mir arbeiten, die Verantwortung für meine Gefühle übernehmen und versuchen zu vertrauen. Mir haben Bücher und Seminare von chuck spezzano und Teile des Buddhismus weiter geholfen. Zudem versuche ich viel für mich zu tun, was mein Selbstbewusstsein aufbaut.

Auf jeden Fall kann ich dich gut verstehen. Es ist nicht einfach, aber die negativen Gefühle zwingen einen immer wieder damit umzugehen und an sich zu arbeiten, das ist gar nicht so schlecht. Und viele haben die gleichen Probleme, das zu sehen hilft mir auch.

Viele grüße :-)

N0eve.r Dpance -Alxone


Und gib dir ein bisschen Zeit. eine Therapie wühlt natürlich erstmal alles auch und es fühlt sich schlimmer als vorher, aber so verarbeitest du die Dinge.

bmwlxer


Dein Beitrag hat mich sehr angesprochen, mir geht es fast genau so, bis auf Punkt 2.

Ich hätte auch niemals gedacht, dass ich neben der Beziehungssucht auch ein Problem mit Nähe habe.. Das haben wir erst im Laufe der Therapei diagnostiziert! Ich habe mir immer wieder das schlimmste ausgemalt und meinen Partner auf einer Seite Idealisiert, im nächsten Moment wieder entwertet und mir die schlimmsten Szenarien ausgemalt, mir keine Gefühle zugestanden und bin unbewusst vor der Liebe geflüchtet aus der Angst wie das kleine Kind wieder verlassen und verletzt zu werden.

Zudem versuche ich viel für mich zu tun, was mein Selbstbewusstsein aufbaut.

Mir tut auch Ablenkung gut und versuchen etwas anderes zu finden, was mir Sinn im Leben gibt außer der Partner.

Vergebliche Versuche waren: Ablenkung mit Freunden und Familie, Ehrenamtliches Arbeiten,

Erfolge habe ich vor allem durch: Sport(!!!), Reisen! (=Träume leben! In meinem Leben andere Träume außer Geborgenheit durch einen Partner finden und leben! Das ist ganz wichtig und hat mir viel geholfen)

Doch trotzdem falle ich immer wieder in ein tiefes Loch zurück. Mein Partner ist dabei (wie oft bei Beziehungssüchtigen) der Mittekpunkt meiner Sucht und meines Lebens und sobald ich merke, dass ich nicht der Mittelpunk des Lebens meines Partners bin (was bei "gesunden" Menschen ja ganz normal ist!), weil er sich zb mit Freunden trifft etc., fühle ich furchtbare innerliche Schmerzen und eine Leere!!

Leider weiß ich mir im Moment nicht anders zu helfen, als durch Antidepressiva. Auch in der Therapie finden wir hierfür anscheinend einfach kenie Lösung. Auch wenn ich weiß, dass ich mir Zeit lassen soll, bin ich doch sehr ungeduldig und es nervt mich einfach sehr ;-)

liauhblaHu 2x3


stärke deine Autonmie ..du bist kein kind mehr,begrabe das tote kind und lass es ruhen..mach postive erfahrungen mit männern ohne sie zu idealisieren..

bAwlexr


Vielen Dank für "laublau 23" für deine kurzen aber sehr aussagekräftigen Worte!! Ich glaub die treffen es sehr auf den Punkt!

Ich frage mich nur, wie genau dies zu schaffen ist:

stärke deine Autonmie ..

ich habe ja ein sehr autonomes und eigenständiges Leben (großen Freundeskreis, Familie, viel zu tun im Job und Studium, Wertschätzung durch ehrenamtliche Tätigkeit, Reisen, Sport) – und trotzdem ist dieses schlimme Abhängigkeitsgefühl da. Ich weiß nicht, wie ich es schaffe, auch innerlich autonom und unabhängig zu werden.

du bist kein kind mehr,begrabe das tote kind und lass es ruhen..

Damit meinst du wahrscheinlich mein inneres Kind, meine Verletzungen und Erfahrungen in der Kindheit. Aber wie schaffe ich es diese zu verarbeiten und zu begramen? In der Therapie lasse ich eingefrorene Gefühle aufleben und versuche sie so zu bearbeiten. Aber dadurch ändert sich irgendwie nicht viel.

Sobald ich soweit bin werde ich mit meinem Vater darüber sprechen und versuchen ihm zu verzeihen.

Hast du hierzu noch mehr Ideen? Ich glaube dieses "Tote Kind begraben" ist der wichrtigste Schritt aus meiner Abhängigkeit heraus.

mach postive erfahrungen mit männern ohne sie zu idealisieren.

Ohje und dieser Schritt hört sich für mich sehr abstrakt und irgendwie auch unmöglich an.

Positive Erfahrungen mit Männern mache ich schon, aber irgendwie geht es mir trotzdem schlecht, sobald diese mir ihre Aufmerksamkeit entziehen (und wenn es nur ist, weil sie sich mit jmd. anderen unterhalten). Ich weiß, das klingt ziemlich krank :D

Aber ich weiß einfach nicht, wie ich aus dieser letzten Schleife rauskomme!

Ich bin dankbar für Anregungen hierzu und Ideen und alles weitere :|N

lEaubla:u 2x3


könnte eine leichtere Borderline Syptomatik sein,die kann aber nur in einer therapie eventuell mit einem einfühlsamen männlichen Thearapeuthen bearbeitet werden.alles gute für dich.

EVhemaliLger NutGzer (l#5286011)


Oh. Bzgl. Der Eifersucht erkenne ich mich komplett.

Bei mir liegt es auch an der Kindheit. Allerdings lautet bei mir die Diagnose Borderline.

Mir kommt alles so bekannt vor.

E"hemallig:er NutzBer ((#528861x1)


Ich fühle mit dir.

Ich sitze hier zu Hause und mein Freund fährt zu einem Kumpel. Laptop einrichten.

Die machen nichts außer Musik hören, n Kaffee tinken und den Lappi einrichten.

Trotzdem geh ich hier ab wie ein Zäpfchen.

Man WILL das so ja garnicht, aber das Herz... Mein Herz ist immer stärker als mein Verstand.

b?wlBer


laublau23:

könnte eine leichtere Borderline Syptomatik sein,die kann aber nur in einer therapie eventuell mit einem einfühlsamen männlichen Thearapeuthen bearbeitet werden.alles gute für dich.

Wo kann denn Borderline diagnostiziert werden? Kann das nur ein Psychiater oder kann man einen solchen Test auch beim Hausarzt machen? Ich habe nächste Woche Donnerstag einen Termin beim PSychiater wo es eigentlich nur um neue Medikamente geht aber ich werde dann dort einen solchen Test machen lassen wenn das möglich ist :/

Ich gehe bereits zu einer PsychologIN, leider sind männliche Psychologen weitaus schwerer zu bekommen als weibliche – zumindest überall dort wo ich angerufen habe.

Benutzerin005:

Man WILL das so ja garnicht, aber das Herz... Mein Herz ist immer stärker als mein Verstand.

Ja es ist komisch, obwohl man auch logisch genau weiß, dass man sich keine Gedanken machen muss und dass man sich wegen nichts gerade stresst dreht man total am Rad :(

Hast du vllt. schon einen AUsweg gefunden bzw. einen Weg mit solchen Situationen und Gedanken umzugehen?

Und ist "Borderline" heilbar? Oder wird man sein Leben lang damit zu kämpfen haben?

bXwleexr


Partner als Vaterersatz?? Stimmt das? Wie überwinden?

Hallo zusammen,

meine Geschichte habe ich bereits hier gepostet:

[Die Fäden wurden von der Moderation zusammengelegt]

im Kurzformat: Ich bin beziehungssüchtig (totale Abhängigkeit in Beziehungen, wobei der Partner quasi auswechselbar ist)

Ich lerne also jemanden kennen und verliebe mich sofort unsterblich in die Person (sofort beim ersten Treffen!). Ich idealisiere diese Person total, mein Leben dreht sich nur noch um die Person, ich kann mir nicht mehr vorstellen ohne diese Person zu leben!!! Ich habe extreme Verlustängste / Eifersucht / Kontrollsucht bereits ab dem ersten Treffen (ohne dass überhaupt etwas zwischen uns gelaufen sein muss). Alles was der andere nun macht wird von mir auf die Goldwaage gelegt, mit mir in Verbindung gebracht, kaum entzieht er mir die Aufmerksamkeit nur für einen Moment, dann blute ich innerlich! Ich leide während der Beziehung so sehr (Verlustangst, Negativ-Malerei.. OHNE GRUND!), dass ich sie irgendwann beende und es mir dann wieder besser geht.

Einige Zeit alleine gelebt (halbwegs glücklich!) lerne ich jemand neues kennen und ALLES beginnt erneut (nach dem ersten Treffen denke ich, dass ich nicht mehr ohne ihn leben kann.. Verlustängste... Eifersucht.. Leiden.. Ich trenne mich)

Ursache: Abwendung meines Vaters in meiner Kindheit, schlechte Beziehung zu ihm, nie Liebe / Aufmerksamkeit erhalten.

Jetzt habe ich die gleiche Problematik seit ca. 2 Wochen wieder! Meine Psychologin meint, dass ich wohl nur einen Vater-Ersatz suche, nicht wirklich einen Partner!

Ich kann mir (leider wiedermal) nicht vorstellen, ohne diese Person zu leben (auch wenn ich sie erst eine Woche kenne) und glaube, dass er meine große Liebe ist – dabei bin ich mir darüber bewusst, dass es jedes mal so abläuft! Ich leider im MOment wieder ohne ersichtlichen Grund (nur wenn er sich mal nicht sofort meldet!)!

Wie komme ich da nur raus? Wie lerne ich es die Beziehung mit meinem Vater zu überwinden und eine normale Beziehung zu führen :( ich bin doch mittlerweile schon alt genug und wieso tauchen diese alten Wunden jetzt auf einmal auf :(

Vielen Dank für eure Meinungen, Erfahrungen etc :(

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